Archive for Februar, 2010

Alter macht attraktiv!!!

Wer in seinem Leben alles erreicht hat, das man überhaupt nur erreichen kann, der wird sich entweder auf seinen Lorbeeren ausruhen und zurückziehen oder besser: Neue Ufer erkunden! Zweiteres birgt natürlich die Gretchenfrage: Bin ich hierbei ebenso erfolgreich wie in jenem Bereich, der mich weltbekannt gemacht hat???
Hollywood-Legende Kevin Costner hat am Tatort Dallas all seinen Mut zusammen genommen und es noch einmal versucht – so ganz nach dem Motto: Jede Sekunde zählt!!! Anstatt in Malibu den Sommer vorüberziehen zu lassen oder auf einer der unzähligen und gar so wichtigen Parties den grossen Frust aufkommen zu lassen, hat der Postman einige coole Musiker um sich versammelt und tanzt nun auf der Bühne mit dem Wolf! Recht hat er, denn – unbestechlich wie er nun mal ist – hier sind ja auch seine Wurzeln zu finden. Bevor er als Schauspieler gross heraus kam, versuchte er sich als Sänger und Musiker – allerdings mehr schlecht als recht; das Swing vote war nicht gerade beeindruckend. Wäre das Gegenteil der Fall gewesen, die Welt wäre um nicht nur einen Bodyguard sondern einige grosse Zelluloid-Figuren ärmer.
Verlieren – nein, verlieren kann er nicht, denn sollte es mit dieser ersten-zweiten Karriere nicht klappen, so kann er sich nach wie vor in das angenehme Pensionistenleben zurückziehen, seinen Pfeil und Bogen auspacken und Robin Hood einen guten Mann sein lassen. Oder vielleicht schaut er mal gemeinsam mit seinen Earp-Brüdern in Tombstone vorbei und nach dem Rechten. Die letzte Möglichkeit hat Mr. Brooks also erstmal nach hinten verschoben: Er könnte ja seine Füsse hochlagern, die er sich in 13 Tagen wund gelaufen hat und seine beiden Oscars anschauen und abstauben (sie wissen schon, die nackten, goldenen Männchen, die in der Tränen-Wasserwelt der Filmstars für so manche Message in the bottle verantwortlich zeichnen. Doch derzeit ist hieran noch gar nicht zu denken – die Rebellion findet nicht etwa im Paradies, sondern vielmehr “On Tour” statt!!!
Rund um Kevin Costner und Band hat sich ein richtiggehender Hype entwickelt: Die Konzerte sind zumeist ausverkauft, die Tourneen ausgebucht! Sicherlich sind es nicht wie ehedem bei Michael Jackson, den Rolling Stones oder auch Pink Floyd die grössten Freiluftarenen; trotzdem will v.a. jeder weibliche Fan die ansonsten so ungreifbar wirkende Filmikone Costner leibhaftig vor sich sehen. Auch wenn seine gesanglichen Qualitäten zwar nicht schlecht, so doch verbesserungswürdig erscheinen (er klingt meines Erachtens ein kleines bisschen nach Kermit dem Frosch!!!). Auch das gebotene Programm reisst den normalen Zuhörer nicht wirklich von den Stühlen. Es ist zwar mit viel Liebe zusammengestellt, besteht jedoch zum überwiegenden Teil aus alten Hadern, also Cover-Versionen. Der Musikexperte hingegen stösst wahre Jubelschreie aus, beweist doch das Line-up der Songs ein durchaus grosses, musikalisches Gefühl und Kow-How.
Wie ist also das Verhältnis zwischen Kevin Costner, seiner Musik und den Fans zu erklären???? Offenbar lebt er tatsächlich in einer für ihn perfekten Welt und nicht in einem Baumhaus!

PS: Wer diese Zeilen nicht wirklich verstanden hat – ein Griff zur Biographie Kostners hilft weiter!!!

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Jetzt spricht der Fiskus!!!

Deutschland ist derzeit in drei Lager gespalten: “Gut so, mies und wurscht”!!! Dabei geht es nicht unbedingt um das derzeitige Gezedere in Sachen DFB-Auswahl, sondern vielmehr um eine CD-R, die es wahrhaft in sich haben soll. Und dabei ist sie nicht mal die erste ihrer Art. “Die Steuersünder-CD”! Mag es nun ein Hacker oder ein Bankangestellter sein, der diese Daten zusammengetragen und “verarbeitet” hat – er hat sich ein goldenes Händchen damit verdient, gleichzeitig allerdings auch strafbar gemacht! Ist doch der Handel von Daten in Deutschland bzw. wie in diesem Fall von Staaten ausserhalb der Europäischen Union nach Deutscland nur unter Einhaltung der Richtlinien des Bundesdatenschutzgesetzes erlaubt (das österreichische Pendant ist das “Datenschutzgesetz”) – bei sog. “sensiblen Daten” jedoch gänzlich verboten! Solche “sensiblen Daten” sind  etwa Bankverbindungen, Kreditkartennummern etc. Der betroffene “Datenhändler”, der selbstverständlich ungenannt bleiben wird, riskiert hier eine Strafe von max. 300.000,- € alleine aufgrund eines Vergehens gegen das Datenschutzgesetz (mal ganz abgesehen von den anderen Gesetzen, die hierdurch gebrochen worden sind). Sicherlich: Würde sich dieser Informant stellen, könnte er zumindest diese Summe locker verkraften, im Vergleich dazu, wieviel er durch den Verkauf dieser CD-R eingenommen hat. Dem Finanzminister freilich ist dies eigentlich gleichgültig. Wurde doch durch unsere Gesetzesmacher mit dem § 1 Abs. 3 BDSG neu sofort klargestellt, dass – sollten andere Rechtsvorschriften vorliegen – diese vorgehen (In Österreich in abgewandelter Form im Art. 1 § 1 Abs. 2 Datenschutzgesetz). Durch dieses Hintertürchen werden die Damen und Herren mit den Ärmelschonern und Buchhalterkappen auch in diesem Falle straffrei ausgehen obgleich derzeit von “moralisch verwerflich” gesprochen wird. Und überhaupt: Hier liegen staatliche Interessen klar auf dem Tisch! Gerade derzeit, wo tagtäglich über das Loch in der Staats-Kasse diskutiert wird, sind diese 2,5 Mio €, die der “Datenhändler” erhalten hat, leicht verschmerzbar. Ging zu Jahresbeginn der deutsche Bundesfinanzminister Dr. Wolfgang Schäuble noch von rund 100 Mio € Einnahmen aus, so hat sich diese Zahl bereits vervierfacht (Bildzeitung vom 07. Februar 2010). 1.500 Daten nur von deutschen Kunden, lassen so manch gewieften Finanztaktiker inzwischen wieder Blut und Wasser schwitzen. Das geht auf’s Herz, meine Damen und Herren. Wenn nun von jeder in der Schweiz ansässigen Bank eine solche CD-R auftaucht (und da ist durchaus von auszugehen, denn noch ist nicht aller Tage Abend!), so werden die Kardiologen in den Operationsräumen einiges zu tun bekommen. Über 2.000 Kontakte mit den Finanzbehörden gab es bereits auf diese 2. CD hin (Die Zeit v. 17.02.2010); dies garantiert Straffreiheit, wenn die steuerlichen Rückstände inklusive Zinsen und Zinseszinsen bezahlt werden. Hinzu kommen dann auch noch die einen oder anderen sündigen Schäflein aus dem benachbarten Alpenstaat, über die sich der österreichische Finanzminister Josef Pröll sehr freuen wird.
Mitleid scheint hier fehl am Platz, haben doch die Betroffenen den Staat um seine, ihm per Gesetz zustehenden Einnahmen geprellt. Jeder kleine Mann, jede kleine Frau hat sie ja auch zu bezahlen, doch können sich diese meist nicht einen Finanzberater oder Geldkoffer-Urlaub in der Schweiz leisten. Also: “Greifen Sie ruhig rein in die Vollen!”, wird so mancher Schichtarbeiter oder Putzfrau sagen!
Die Eidgenossen stehen diesem Treiben inzwischen mit ständig steigender Wut gegenüber. Schliesslich verliert die Schweiz dadurch nicht nur ihr Bankgeheimnis, sondern auch ihr Renommee als Finanzhochburg – und dies langsam aber sicher weltweit. Nach der ersten Steuersünder-CD etwa wurden plötzlich italienische Steuerfahnder auf Schweizer Hoheitsgebiet ausgemacht – ohne dass wirklich eine Genehmigung der eidgenössischen Behörden vorlag. Auch jetzt wieder ist das bilaterale Verhältnis mit Deutschland mehr als angeknackst. Schürte der damalige Finanzminister Peer Steinbrück noch die Glut, so wird sich wohl Wolfgang Schäuble jedes Wort in dieser Causa drei- bis viermal überlegen, um nicht ebenfalls eine Persona non grata zwischen dem Matterhorn und dem Bodensee zu werden.

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Ja – wo ist er denn???

Viele positive Effekte hat uns die EU bislang gebracht – leider allerdings auch negative!!! Zeitweise muss sich der Konsument schon wundern, ob die Damen und Herren in Brüssel und Strassburg nichts besseres zu tun haben, als über die Grösse von Gartenzwergen oder den Krümmungsgrad einer Salatgurke zu entscheiden. Es wird einfach eine Richtlinie erstellt – die Mitgliedsstaaten müssen diese dann ohne Rücksicht auf eigene Gesetze bis zu einem gewissen Zeitpunkt umgesetzt haben. Doch zeigt die Rücknahme vieler solcher Richtlinien, dass auch die europäische Spitzenpolitik fehlbar ist. Dabei allerdings fallen – meist aufgrund des Einflusses von Lobbyisten – auch mehr als sinnvolle Vorschriften. So etwa jene über die Vereinheitlichung der Verpackungsgrössen. Dieses Gesetz wurde eigentlich eingeführt, um Konsumenten davor zu schützen, gelinkt zu werden. Sie kennen das vielleicht noch aus dem Waschmittelbereich: Da stand ein riesengrosser Karton eines Waschpulvers neben seinen vermeintlich kleineren Kollegen im Regal des Supermarktes – doch nur wenig teurer als die Konkurrenz! Der Lockruf des Sparers schrie unaufhörlich und so manch einer entschied sich für die grössere Packung. Zuhause angelangt und aufgemacht war die Enttäuschung meist gross, wurde doch jede Menge Luft sündhaft teuer erworben.
Im April 2009 wurde nun dieses Verpackungsgesetz gekippt. Hintergrund ist der Wille, dass hierdurch mehr Freiraum für Handel und Gewerbe geschaffen werden soll – offiziell jedoch heisst es, dass sich die Produzenten besser auf die demoskopische Entwicklung der Bevölkerung und damit des Marktes anpassen können. So haben beispielsweise die Single-Haushalte extrem zugenommen. Dabei sind 1 Liter-Tetrapacks meist zu gross. Tja – und die Produzenten wissen dies auch spontan zu nutzen. Verbraucher- und Konsumentenschützer haben in einer ersten Studie nicht weniger als 60 Produkte entdeckt, die durchaus als “Mogelpackung” bezeichnet werden dürfen. Von der Pickelcreme, über den Glasreiniger bis hin zur Grillsoße – mei lieber Schorle – es wird “gelogen”, dass die Balken krachen. Einerseits sind die Verpackungen gleich geblieben, andererseits hat der Inhalt abgenommen. Möglich macht dies der Umstand, dass etwa die Milch bislang nur in 1 oder 0,5 Liter-Verpackungen verkauft werden durfte – jetzt hingegen sind auch 0,4 l Trayer erlaubt, die meist dort feilgeboten werden, wo die 0,5 l-Packungen stehen.
Eines allerdings hat sich nicht geändert: Der Hersteller muss nach wie vor den Kilo- oder Literpreis auf der Verpackung anbringen. Nun liegt es am Konsumenten, hier Vergleiche anzubringen. Dabei spricht der Experte auch gerne vom “mündig werden” der Verbraucher. Somit wird der samstägliche Wocheneinkauf zur Lesestunde im Supermarkt. Und wehe, Frau/Mann hat die Brille zuhause vergessen! Dann ist man den Fängen der Werbepsychologie und des Wirtschaftslichkeitswahn der Industriebosse vollends ausgeliefert. Verbraucherschützer sprechen davon, dass solche Mogelpackungen durchaus üblich sind. So kann theoretisch der Eistee in Behältnissen zu 0,05 l – aber auch in 20 Liter-Bottichen angeboten werden (sollten Sie vielleicht eine Eistee-Party feiern!). Einzig Schaumwein, Spirituosen und Wein bleiben weiterhin genormt.
Damit sind wir also mitten drin – in der zweiten, versteckten Teuerungswelle nach der Einführung des Euros. Fachleute sprechen von Preisanstiegen von bis zu 20 %! Ergo: Greifen Sie bei den Ehrlichen zu und lassen die Mogler zu Ladenhüter werden, denn wie heisst es so schön: Einsicht ist der beste Weg zur Besserung, liebe Verpackungskünstler!!!

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Abzocke – jetzt auch über die Grenzen???

Ich weiss ja nicht, ob Sie es wissen: Bei den Koalitionsverhandlungen zwischen der CDU/CSU und der FDP nach den letzten Bundestagswahlen in Deutschland brachten die Gelben auch ein brandheisses Thema auf den Tisch: Die GEZ (in Österreich auch als GIS bekannt)! So mancher Politiker und TV-Macher hat sich hier in der Vergangenheit die Finger verbrannt oder zumindest aufgrund eines ausgebissenen Zahnes ein bleibendes Souvenir aus den Streitgesprächen davon getragen.
Für all jene unter Ihnen, die diese drei Buchstaben zum allerersten Mal in einer solchen Kombination lesen sollten: Hierbei handelt es sich um jene Gebühren, die ein Haushalt oder ein Gewerbebetrieb entrichten muss, sobald er ein Empfangsgerät für Rundfunk oder Fernsehen sein eigen nennt (auch wenn er ein sog. “neues Empfangsgerät” im Einsatz hat; dies sind internetfähige Computer, Notebooks, Wap- oder UMTS-Handies). Niedergeschrieben ist dies im deutschen Rundfunkgebührenstaatsvertrag RGebStV bzw. dem ORF-Gesetz in Österreich. Das Geld kommt den öffentlich-rechtlichen Rundfunk- und TV-Anstalten zu.
Die Gebühr selbst soll hier nicht wirklich Inhalt dieses Blogs sein. Nur eines noch – sozusagen “informationshalber”: Bei den Koalitionsverhandlungen in Deutschland wurde erwägt, ob die GEZ nicht direkt gleich vom Lohnzettel abgebucht werden soll. Doch herrschte Uneinigkeit darüber, ob nur beim Haushaltsvorstand oder bei allen “verdienenden” Mitgliedern des Haushaltes!
Jetzt keimt diese Diskussion erneut auf. Das Nachrichtenmagazin “Der Spiegel” berichtete diese Woche über das neue GEZ-Logo, die neue Homepage und die “Zasterfahndung” – die Jagd nach den Gebührenhinterziehern. Eine Posterin mit Namen Karin hatte da eine phänomenale Idee: “Think global” und holt euch doch auch von den Ösis ein paar Euro! Denn die schauen ja ohnedies alle die ARD- und ZDF-Programme – kostenlos! Hallo??? Darf ich mal nachfragen, ob ausser dieses offenbaren Defektes in den weitläufigen Ganglien-Strukturen alles auf der gesunden Seite zuhause ist??? Bei diesen Gesetzen handelt es sich um nationale Gesetze. Ohne EU-Richtlinie wäre eine solche Vorgehensweise ein massiver Eingriff in die Gebühren- und Steuerautonomie eines Mitgliedsstaates. Der Europäische Gerichtshof hat das in seinem sog. “GEZ-Urteil” (C-337/06) am 13. Dezember 2007 bestätigt.
Als das österreichische Fernsehen ORF seine Empfangbarkeit im benachbarten Bayern stark eingeschränkt hat, setzte sich ein Sturm der Entrüstung in Richtung des Alpenstaates in Bewegung. Grund dafür waren die Spielfilme, deren Free-TV-Premiere meist zeitgleich mit jenen im deutschen Privat-Fernsehen über die Glotze flimmerten – nur eben: Ohne Werbeunterbrechung!!! Also auch besser zum Aufnehmen. Jetzt gibt’s die beiden Programme nurmehr über den Satelliten, nurmehr mit Smart-Card, nurmehr für GIS-Zahler (von den TV-Hackern mal abgesehen). Damals dachte niemand in Deutschland darüber nach, ob denn für die empfangbaren Sender ORF 1 und ORF 2 Gebühren entrichtet werden müssen.
Daneben liess die Pro7Sat1-Gruppe im auslaufenden 2009er-Jahr aufhorchen, als aus der Vorstandsetage zu vernehmen war, dass (wie in Skandinavien aufgezeigt) der Otto-Normal-TV-Seher sehr wohl dazu bereit wäre, für ein “gutes Programm” auch zu bezahlen, also überlegt deren Vorstandsvorsitzender, Thomas Ebeling, die erneute Einführung des Pay-TVs bzw. der Pay-by-View-Variante, da der Werbemarkt extrem eingebrochen sei (hat denn das Spektakel rund um Premiere nicht gereicht?). Auch ist es kein Geheimnis mehr, dass HD-TV ebenfalls in absehbarer Zeit gebührenpflichtig werden könnte, da der technische Aufwand hierfür enorm ist! Sollte beides umgesetzt werden, dann, ja dann kommen auch die “Ösis” in den Genuss, für deutsches TV-Programm bezahlen zu müssen. Ich jedenfalls habe mir bereits eine Endlosschleife eingerichtet: Brennendes Kaminfeuer – aufgezeichnet bei meinem Nachbarn (nicht dass es Copyright-Probleme gibt)! Beruhigt ungemein!!!

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