Archive for April, 2010

Das ist grausam und unmenschlich!!!

Wenn es um kleine Babies oder Kinder geht, wird sogar das Herz des härtesten Mannes weich! Tja – leider ein Irrglaube! Auch in diesem Jahr sind in Kanada mindestens 50.000 Sattelrobben-Babies, sog. “Heuler” auf die grausamste Art und Weise getötet worden! Die russische Regierung hat die Jagd bereits im Frühjahr 2009 per Gesetz verboten.
Die Sattelrobbe (lat.: Phoca groenlandica ) entstammt eigentlich der Familie der Hundsrobbe und lebt bevorzugterweise in der Arktis, also in der Grönlandsee, dem Weissen Meer und im Golf des Sankt-Lorenz-Stromes. Die Säugetiere ernähren sich vornehmlich von Fischen und Krebsen, sind hervorragende Schwimmer und tauchen bis zu 200 m tief. Dies alles aber hilft ihnen auf dem Land nicht weiter. Während die männliche Sattelrobbe ein silbergraues Fell mit einem schwarzen Kopf und einer schwarzen, hufeisenförmigen Markierung von den Schultern führend über beide Flanken besitzt, sind die Weibchen viel blasser und neigen ab und an zur Fleckenzeichnung. Dies macht auch das Fell der erwachsenen Tiere für die Jäger uninteressant! Sie haben es auf das weiche und weisse Fell der Jungtiere abgesehen.
Robben wurden immer schon durch die Volker der Nordregionen (wie etwa der Inuits) wegen ihres Fleisches und des Fells gejagt. Doch sie taten dies um zu überleben. Die kommerzielle Jagd begann im 16. Jahrhundert und erreichte ihren Höhepunkt im 19. Jahrhundert. So wurde nicht selten auf Neufundland der komplette Nachwuchs ausgelöscht. Um den Pelz nicht zu schädigen, werden die Tiere durch einen Keulenschlag auf den Kopf meist nur betäubt, dann wird den armen Kleinen bei lebendigem Leib das Fell abgezogen. Sie gehen elendigst zu Grunde. 2009 wurden auf diese Art und Weise offiziell 338.200 Tiere gemordet – seit 2003 ergibt dies offizielle Zahlen von 2.268.200 (dabei ist die Dunkelziffer noch weitaus höher!).
In den 80er Jahren wurde die breite Öffentlichkeit erstmals durch die Franz Weber Foundation aus der Schweiz auf diese Unmenschlichkeit aufmerksam gemacht. Eine weltweite Unterschriftenaktion wurde gestartet, das Ergebnis der kanadischen Regierung auf den Tisch gelegt. Doch dort rührte sich nichts! Protestkundgebungen gab es erneut während der Olympischen Winterspiele in Vancouver – es rührte sich weiterhin nichts. Das ansonsten so hilfreiche und gastfreundliche Kanada lässt sich hierbei nicht in die Karten schauen! Auch heuer wurden wieder innerhalb nur weniger Tage offiziell 50.000 Tiere abgeschlachtet. Weshalb es in diesem Jahr “nur so wenige” waren, liegt nicht etwa an den weltweiten Protesten, sondern vielmehr an dem Einfuhrverbot für solche Sattelrobbenpelze, das die EU mit Beginn des Jahres verhängt hat! Dadurch blieben die Pelzlager voll – der Jäger erhält anstelle der 100,- € pro Fell nurmehr 9 €. Zumindest in “Good old Europe” tut sich also etwas.
Ich war entzückt, als der ansonsten von mir nicht wirklich verehrte Karl Lagerfeld bei einer seiner Modeshows Kunstpelz präsentierte und meinte, dieser sei ein hervorragendes Ausgangsmaterial um wundervolle Bekleidung zu produzieren, da er ausgezeichnet verarbeitet werden kann. Trotzdem gibt es nach wie vor Menschen, die sich ein totes Tier um den Hals oder über die Schultern hängen! Bitte verstehen Sie mich dabei nicht falsch: Ich will den Berufsstand der Kürschner hiermit nicht verteufeln! Es liegt in der Natur des Menschen, dass er sich das Tier zum Untertan macht und es im wahrsten Sinne des Wortes auch “verwertet”. Hat ein solches Geschöpf ein erfülltes Leben gehabt, lasse ich mit mir reden! Doch: Werden kleine Babies abgeschlachtet, nur um damit die vollen Rendite zu machen, dann hört bei mir zumindest der Spass auf.
Viele Umweltorganisationen haben auf die alljährlich stattfindenden  Grausamkeiten hingewiesen, doch blieb ihr Ruf meist ungehört. Ich habe – im Rahmen der damaligen Unterschriftenaktion von Franz Weber – auch meine Schule mit eingebunden – mit Ausnahme  von zwei Personen haben inklusive des Lehrkörpers alle unterschrieben – die Foundation bedankte sich in einem Schreiben persönlich bei mir. Aufgrund der heutigen Möglichkeiten ist dies doch weitaus besser und komfortabler zu bewerkstelligen! Deshalb bitte ich Sie: Schauen Sie sich die Videos und Fotos auf den unten angeführten Websites an, klicken dann die ebenfalls unten angeführten Organisationen an und unterstützen diese bei Ihrer Arbeit – es muss nicht immer unbedingt mit Geld sein! Zeitweise hilft auch eine einfache Unterschrift!!!
Bitte – im Sinne der kleinen Heuler!!!

PS: Neben drei anderen habe auch ich in Facebook eine Gruppe mit dem Titel “Schluss mit dem Massaker” gegründet. Ein Beitritt von Ihnen würde mich sehr freuen.

www.youtube.com/watch?v=E2nuyGa109o

Organisationen:

www.peta.de

www.tierschutzbund.de/728.html

http://www.ifaw.org/ifaw_germany/join_campaigns/save_baby_seals_end_the_seal_hunt/index.php

www.robbenschutz.de/

www.stopptdierobbenjagd.de

www.ffw.ch

www.greenpeace.de bzw. www.greenpeace.ca

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Zu blöd, um geradeaus fahren zu können…

Josef Hader gilt als eines der Genies unter den österreichischen Kabarettisten – vergleichbar etwa mit Otto Schenk im Schauspielfach! Seine Vorstellungen sorgen für tagelange Bauchschmerzen, die sich der Zuschauer und v.a. Zuhörer durch langanhaltende Lachsalven eingefangen hat!!! Seine Filme jedoch waren kommerziell in der Vergangenheit nicht immer so erfolgreich – auch wenn sie inzwischen vielleicht Kultstatus geniessen (“Indien” etwa). Jetzt ist der sympathische Oberösterreicher wieder auf der Mattscheibe zu bewundern: In “Aufschneider – Das pralle Leben zwischen Leichen” mimt er einen Arzt, der allerdings niemals mit kranken Menschen zu tun haben wollte – deshalb wurde er Pathologe! Die erste Folge sahen nicht weniger als 800.000 Österreicherinnen und Österreicher! Doch der filmische Hader polarisiert: Entweder man mag ihn – oder man mag ihn nicht!
In dieser ersten Sendung war ein Thema Inhalt heftigster Diskussionen: Der Kreisverkehr! Dieses Posting habe ich eigentlich schon im Januar verfasst, da mir das Fahrverhalten so mancher Autofahrer immer wieder Fluchworte entlockt, die ich mir ansonsten gar nicht zutrauen würde. Eine Umfrage im österreichischen Fernsehen anlässlich dieser Filmszene hat es auch einmal mehr ans Tageslicht gebracht: Sehr viele unter uns haben einen Führerschein, doch nur wenige wissen, wie der Kreisverkehr richtig zu befahren ist und v.a. wissen unheimlich viele gar nicht, dass sie über eine solch sinnvolle Einrichtung wie den Fahrtrichtungswechselanzeiger (im Volksmund gerne auch als “Blinker” bezeichnet) in ihrem Auto verfügen, der aber selbstverständlich neben der Klimaanlage, dem höhenverstellbaren und beheizbaren Fahrersitz bzw. der Dolby-Surround-Volldampf-HiFi-Anlage gänzlichst verblasst. Sollten Sie mal fünf Minuten ihrer sicherlich kostbar zu bemessenden Zeit zur Verfügung haben, so empfehle ich, diese folgendermassen zu nutzen: Stellen Sie sich doch einfach einmal an einen Kreisverkehr (vielleicht nicht unbedingt direkt am Fussgängerübergang!) und schauen Sie sich das an, wie viele Ihrer beräderten Zeitgenossen mit dieser Situation überfordert sind!!!
Die ersten Verkehrsmassnahmen in dieser Hinsicht wurden zu Beginn des 20. Jahrhunderts durch den Columbus Circle in New York bzw. den Kreisverkehr rund um den L’arc de triomphe in Paris eingerichtet. Nur wenig später folgten dann allerorts diese – in Deutschland als “Kreisel” bekannten – Kreuzungsführungen, die tatsächlich auch den Verkehr in Fluss halten können, wenn sich alle die Regeln zu Herzen nehmen würden. 1968 führte die Wiener Weltkonferenz bei Kreisverkehrsplätzen die rechts-vor-links-Regel ein, was den Verkehr im Kreis regelmässig zum Erliegen brachte, da hierbei der Verkehr im Kreisel anhalten muss, wenn ein anderes Fahrzeug einbiegen möchte. Deshalb kamen die Strassenplaner fast gänzlichst von dieser Kreuzungsführung ab – Ampeln herrschten ab sofort wieder über das Szenario. In den 90er Jahren jedoch erlebten die Kreisverkehrsanlagen eine Renaissance. Und jetzt reagierten auch die Politiker. In Deutschland regelt der § 8 Abs.1a der Strassenverkehrsordnung, in Österreich der § 2 der Strassenverkehrsordnung den Kreisverkehr. In den meisten Fällen hat damit der Verkehr im Kreis Vorrang (bei Vorhandensein einer speziellen Beschilderung oder Markierung – ansonsten gilt nach wie vor rechts vor links!). Vorsicht: Das gilt nicht für alle Länder Europas!!!
Fährt Mann/Frau nun in den Kreisverkehr hinein, so ist in Deutschland und der Schweiz nicht aber in Österreich ein entsprechendes Blinken VERBOTEN. In allen drei Ländern jedoch beim Verlassen desselben vorgeschrieben!!! Hört, hört – hier endet der gesunde und durch den Fahrschullehrer gedrillte Menschenverstand bei sehr vielen. Das Betätigen des Fahrtrichtungswechselanzeigers bei der Ausfahrt zeigt dem in den Kreisverkehr einfahren Wollenden, dass ich raus will und er die Möglichkeit nutzen sollte, jetzt hinein zu fahren, damit der Verkehr im Fluss gehalten werden kann. Wirklich so schwierig??? Eine gute Bekannte formulierte es mal treffend: Der Kreisverkehr ist für all jene Autofahrer erfunden worden, die zu blöd für das Geradeaus-Fahren sind.
Überhaupt lässt die Blinkmoral der Autofahrer sehr zu wünschen über. Nicht selten stehen Fahrzeuge mitten in der Strasse, da deren Fahrer links abbiegen möchten, doch auf den Hinweis für den Nachfolgenden bzw. den Gegenverkehr vergessen haben – oder – Gretchenfrage: Sind sie zu faul dafür??? Eine erst vor kurzem veröffentlichte Studie des ADAC zeigte auf, daß nur 2 von 3 Autolenker anzeigen, wenn sie die Richtung ändern, die Spur wechseln oder aus einer Parklücke ausfahren!!! Dabei ist der Blinker die wichtigste technische Einrichtung am Fahrzeug um die anderen Verkehrsteilnehmer über die Absicht das Autolenkers zu informieren! Nicht selten sind schwere Unfälle auf die Nichtbetätigung des Blinkers zurückzuführen. Deshalb appelliere ich an die Vernunft der Lenker, das gelernte Verkehrswissen auch umzusetzen und richte mich ferner an unsere Verkehrspolizisten, dies vermehrt zu kontrollieren, da es scheint, dass sehr viele offenbar gar nicht mehr wissen, wo der Hebel für den Blinker im Auto überhaupt zu finden ist!

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Ei der Daus!!!

No risk – no fun! Das denken sich tagtäglich einige zigtausend Risiko-Anleger und machen damit Gewinne in Millionenhöhe (leider jedoch zumeist auf Kosten des “Kleinen Mannes”)! Gilt mein morgendlich erster Blick durch die teils noch verschleierten Äuglein der Kaffeemaschine, so betrachtet sich diese besondere Spezies von Mensch die Notierungen an der Börse – im Tagesgeschäft! Wurden früher hohe Gewinne mit etwa Schweinebäuchen (klassischer Fall) erzielt, so sind es heute vermehrt Rohstoffe, die des Morgens angekauft und des Abends wieder teurer verkauft werden. Klar – dies kann sich selbstverständlich auch als Rohrkrepierer herausstellen, doch macht dies ja den Reiz der Sache aus! Es ist eine ganz spezielle Form der Spielsucht mit unheimlich hohen Einsätzen!!!
Auf diese Art wurde in den 80er und 90er Jahren des vorhergehenden Jahrhunderts das Computergeschäft vor allem aber die Online-Hysterie ins Laufen gebracht. Binnen kürzester Zeit wurden Riesenunternehmen auf die Füsse gestellt, für deren Grösse früher Generationen von gewieften Managern gearbeitet haben. Doch wer nicht acht gegeben hat, ist auch ebenso schnell wieder vom Markt verschwunden – im besten Fall für den Firmen-Gründer: Gewinnbringend durch einen Grösseren geschluckt worden. Andernfalls in den Konkurs geschlittert! Auch heutzutage ist im World Wide Web noch leichtes Geld zu verdienen, behaupten zumindest angebliche Online-Millionäre in ihren zumeist recht teuren Gebrauchsanweisungen!
Doch zurück zum Risikogeschäft! Immer wieder zu Ostern ist es hauptsächlich eine Frage, die die Ganglien so mancher interessierter Menschen stark beansprucht! Nein, nicht ob DER Osterhase nun männlich oder weiblich ist! Vielmehr: Weshalb ist der Sprit plötzlich so teuer!? Berechnungen haben ergeben, dass der Anstieg um nur einen oder zwei Cent den Mineralölkonzernen Millionen täglich einbringt. Deshalb wurde etwa in Österreich der gesetzliche Riegel vorgeschoben: An ein und demselben Tag darf der Preis an der Zapfsäule nicht erhöht werden! Also wird nun in der Früh teuer begonnen – gegen Abend ist der Liter Sprit dann billiger, denn gegen ein Preissenken hat auch das Gesetz nichts auszusetzen! Vermutet wurden gar illegale, geheime Preisabsprachen unter den Konzernen! Dies allerdings widerlegten die Kartellämter – EU-Energiekommissar Günther Oettinger betonte dieser Tage gegenüber einer grossformatigen deutschen Boulevardzeitung, dass er ein sehr wachsames Auge auf die Damen und Herren mit dem Benzinkanister werfen werde.

Schön und gut – inzwischen wird unsereins aber kräftig zur Kasse gebeten! So wird nicht nur das Fahren mit dem zweitliebsten Hobby vieler Männer (das erste ist übrigens der Fussball!!) immer teurer, sondern auch das Fahren mit den Öffis und schliesslich die Waren des täglichen und nicht-täglichen Lebens, da die Transportkosten steigen. Also empfehlen unsere Politiker, dass vermehrt auf heimische Produkte zurückgegriffen werden soll. Der Kopfsalat vom Bauern um die Ecke ist zwar nicht wirklich günstiger als die Importware aus Italien oder den Niederlanden, damit aber unterstützt man die heimische Wirtschaft und Produktion. Eine Forderung, die Umwelt- und Klimaschützer schon seit Jahren aus anderen Überlegungen heraus predigen! Und ausserdem: Ich bin ohnedies dafür, dass man wieder den Forderungen von Jean-Jacques Rousseau entspricht: “Zurück zur Natur!” Er meinte es zwar im 18. Jahrhundert in einem komplett anderen Zusammenhang, trotzdem ist dies auf heutige Verhältnisse perfekt umzulegen: Verbrauchen Sie doch wieder das, was die heimische Saison zu bieten hat! Sicher: Über eine Kiwi oder Mango zwischendurch wird niemand im Winter schimpfen. Doch hat diesen Sinn und Zweck zu Grossmutter’s Zeiten auch das im Herbst  selbst eingelegte Sauerkraut perfekt erfüllt (was den Deutschen im 2. Weltkrieg den Spitznamen “Kraut” einbrachte). Und wie der deutsche Weihnachtsmarkt im Hyde-Park in London gezeigt hat, kommen nun auch andere Völker langsam aber sicher auf den Geschmack!
Der Benzinpreis ist übrigens auch nach Ostern konstant hoch geblieben. Dies hat nicht wirklich mit einem teuren Barrel Rohöl zu tun, sondern liegt vielmehr bei nach wie vor anhaltenden Spekulationen auf dem Markt. Daneben soll auch die Mineralölsteuer erhöht werden. Irgendwann, tja – vielleicht gar nicht mehr so fern – wird auch das “Sparschwein” Autofahrer endgültig zur Schlachtbank geführt. Nachdem die Gelder vermehrt zweckentfremdet verwendet werden (zum Stopfen von Budgetlöchern etwa) wird so manches Ressort gar nicht entzückt sein, wenn immer mehr Menschen auf das Fahrrad oder gar wieder auf Schuster’s Rappen setzen!!!

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Die Trompeten von Jericho???

Es ist ein heiss umstrittenes, ein sehr heikles Thema, das derzeit die Nachrichten füllt – Kindesmissbrauch in der Kirche! Ich will mich heute nicht allzu weit aus dem Fenster lehnen und so mancher Stimme (egal aus welcher Richtung) nicht noch zusätzliche Nahrung bieten. Deshalb werde ich mich eher auf die Erziehung stürzen, die sicherlich auch mit zur derzeit laufenden Diskussion beigetragen hat.
Fakt ist – so haben wir es alle irgendwie gelernt, viele auch am eigenen Leibe erfahren – früher war alles anders!!! Waren die Familien vornehmlich patriachalisch aufgebaut, d.h. der Vater das Mass aller Dinge, so vollzog sich dies im Laufe der Zeit nicht zuletzt auch aufgrund der Emanzipation einem enormen Wandel. Wir kennen noch alle den Spruch unserer Mutter: “Na wart’s nur ab, wenn Papa nach Hause kommt!” Was er sagte war Gesetz und niemand hatte sich ihm entgegenzustellen – auch nicht seine Frau, die Mutter. Dementsprechend lag es an ihm, abzumahnen und zu strafen. Dass die meisten dabei nicht wirklich eine antiautoritäre Massnahme suchten, ist wohl vielen klar. Doch mit der Tracht Prügel war es das auch schon – der Täter hatte gebüsst, die Sache vergessen – das ist noch gar nicht so lange her!
Die antiautoritäre Erziehung machte ihre ersten Gehversuche in den 20er-Jahren des vorherigen Jahrhunderts. Waren es nicht Alexander Sutherland Neill und Wilhelm Reich, die die Pädagogik mit ihren aussergewöhnlichen Ideen revolutionieren sollten. Doch erst in den 60ern wurden diese Theorien wieder aufgegriffen – neben der autoritären wurde die antiautoritäre Erziehung salonfähig gemacht: Es musste doch auch ohne die “g’sunde Watsch’n” gehen, einen jungen Menschen zu erziehen. Schliesslich kam noch ein dritter Stil dazu – der “Laissez-faire-Stil”. Hier sind die Eltern gegenüber der Kinder passiv, bei nur ganz geringen Vorgaben – doch ist dies eine Gratwanderung zwischen Erziehen und Vernachlässigen.
Inzwischen haben die Experten wohl erkannt, dass Purismus genau das Falsche ist – Interaktion zwischen den Stilen jedoch die besten Resultate einbringen kann. Das ist auch wichtig so, sind doch die Möglichkeiten immens vielfältiger geworden. Gab es ehedem als mögliche Strafen Hausarrest oder Fernsehverbot, so lädt heute der Jugendliche in der Schule eben seine Freunde ein und es wird eine LAN-Party gefeiert bzw. steht in den meisten Kinderzimmern ein eigenes Fernsehgerät, ansonsten geht man eben zum Nachbarn. Liebesentzug ist ebenfalls verkehrt, das kann das Kind entfremden – es sucht sich andere Möglichkeiten (eine Gang etwa). Trotzdem sollte der Nachwuchs merken, dass Grenzen da sind, die eingehalten werden müssen, da ansonsten das Konstrukt unserer Gesellschaft nicht mehr funktioniert. Wie meinte einst eine Familientherapeutin zu einem Bekannten: Wenn das Kind etwas gemacht hat, das es nicht machen darf, so nehmen Sie es mit Daumen und Zeigefinger am Ellbogen, drücken leicht und reden mit dem Kind, was es falsch gemacht hat! Mein Bekannter kam ganz aufgelöst zu mir und meinte: “Als ich dies machte, hat mich der Kleine ausgelacht!” Ein Schuss also nach hinten!
Erziehung ist etwas sehr komplexes, das man nicht einfach so mir nichts dir nichts erlernen kann. Hier wären vielleicht Seminare durchaus sinnvoll, die auch mancherorts über die Erwachsenenbildung angeboten werden. Immens wichtig sollte aber EINE klare Haltung von Mutter und Vater sein – agieren beide konträr, so ist wohl jede Erziehung von Beginn an zum Scheitern verurteilt! Hier ist also Reden angesagt! Hut ab vor unseren Eltern, die uns erzogen haben und schliesslich dafür verantwortlich sind, was aus uns geworden ist! Die Erziehung den Lehrern zu überlassen, ist der falsche Weg. Sie stehen dem Treiben oftmals machtlos gegenüber, da sie heutzutage an Gesetze gebunden sind und die Knute, das Lineal oder auch die fliegende Kreide oder gar der Schlüsselbund eine Anzeige nach sich zieht. Nicht umsonst ist die Burn-out-Rate unserer Pädagogen so immens hoch!
In Anbetracht des vorhin Erwähnten möchte ich aber trotzdem nochmals auf den Beginn zurückkommen. Ich bezweifle grundsätzlich, dass jemand über etwas Beratungen durchführen kann, das er nicht selbst in der einen oder anderen Schattierung miterlebt hat. Der Priester als Familientherapeut, als Psychologe? Der Priester als Pädagoge? Auf der Universität lernt man grossteils Theorie (obwohl auch dies in so manchen Studienfächern besser geworden ist). Danach erfolgt der Wurf ins kalte Wasser! So betreuten etwa auch Theologiestudenten oder junge Kaplane die Sommercamps der Katholischen Jungschar. Sie hatten und haben darauf zu achten, dass die Camps in geordneten Bahnen ablaufen. Doch gerade hier scheitern auch alteingesessene Pädagogen! So lehnen es etwa viele ab, Schi- oder Landsportwochen zu betreuen, da die Gefahr, dass etwas geschehen kann, sehr hoch ist und sie sogar ihren Job kosten könnte.
Und mal ehrlich: Auch wenn Jesus nicht verheiratet war – ist das Zölibat denn überhaupt noch zeitgemäss??? Haben nicht auch Priester das Recht auf eine Familie und bleiben trotzdem gute Priester, da sie aus eigener Erfahrung sprechen und beraten können!? Die Zahl der Gottesmänner in der katholischen Kirche nimmt ab, die Zahl jener Menschen, die sich einen Kirchenaustritt überlegen, hingegen eklatant zu. Wäre es nicht an der Zeit, hier ein Zeichen zu setzen???
PS: Gewalt an Wehrlosen bzw. Unschuldigen ist grundsätzlich unentschuldbar – die Täter gehören hart bestraft (v.a. wenn sexueller Missbrauch im Spiel ist). Doch versuchen sich derzeit einige wenige der Ankläger, auf dem Rücken anderer bekannt zu machen! Ihnen gegenüber sei hiermit erwähnt: Das Trittbrettfahren ist beileibe kein Kavaliersdelikt! Es kann auch Unschuldigen Kopf und Kragen kosten!!!

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