Archive for Mai, 2010

Hilfe – ich bin urlaubsreif!!!

Also – ich weiss ja nicht, ob es Ihnen schon aufgefallen ist, doch mit der Anzahl der Sonnenstunden und verbunden damit den steigenden Temperaturen, sind plötzlich auch wieder vermehrt Urlaubs-Titel in den Radiostationen auszumachen: Mungo Jerry, Joe Cocker, die Beach Boys, UB 40 oder all die anderen Reggae-Gruppen, die Vorfreude auf die vermeintlich schönsten Tage des Jahres machen sollen: Die Urlaubszeit!

Grundsätzlich gilt es, vier Spezies der nach Erholung Heischenden zu unterscheiden:

1. Der klassische Familienurlaub

Die Eltern sind an die Ferienzeiten ihrer Kinder gebunden. Sobald die Schulglocke das letzte Mal geläutet hat, steht das vollgepackte Auto schon im Schulhof und es geht ab in Richtung Süden (inklusive stundenlanger Fahrt und Staus auf den Urlauberstrecken wie am Brenner oder den Felbertauern).

2. Der Männer- oder Frauenurlaub

Dieser wird zumeist in der Vorsaison absolviert, da bei dieser Variante Kinder fehl am Platze sind

3. Der Verlängerte-Wochenend- oder Fenstertag-Urlaub

Eine gelungene Möglichkeit, zwischendurch die Batterien wieder aufzutanken

4. Keine Zeit für Urlaub

Na ja – jedem das Seine!

Welche Art der Erholung die wohl passendste ist, das entscheidet jeder für sich. Doch ich denke, dass die Varianten 1,2 oder 4 nicht immer unbedingt mit Wohlfühlen und Ausspannen zu tun haben. Nicht umsonst nimmt nachgewiesenermassen die Zahl der Scheidungen nach einem gemeinsamen Urlaub merkbar zu. Dies ist recht simpel zu erklären: Der Tagesablauf trennt die Familie. Man trifft sich zum Frühstück, dem Abendessen und evt. noch dem Fernsehabend – ansonsten fehlt die Zeit für gute Gespräche oder gemeinsame Vorhaben. Am Wochenende ruft dann der Garten bzw. die Tante Anna, die besucht werden muss. Dies ist im Urlaub plötzlich anders: Es bleibt Zeit, sich wirklich auch mit den anderen Familienmitgliedern zu beschäftigen. Das wiederum verkraftet nicht jeder! So möchte der pubertierende Jugendliche auf jeden Fall mit seinen „Grufties“ oder „Oldies“ an den Strand – oder was noch cooler ist – in die Berge. Ha – da wird aus dem gemütlichen Entspannen schon mal ein Kräfte raubender Abenteuerurlaub. Zudem sind alle Familien in dieser Zeit des Jahres auf dem Weg, sodass es keine Seltenheit ist, dass die Müllers von nebenan nur zwei Handtücher weiter einen Platz am Strand von Jesolo gefunden haben.

Männer- und Frauenurlaube sind für Singles gang und gebe, kommen jedoch auch in Ehen immer öfter vor. Hier geht es vornehmlich darum, Abstand von all dem zu bekommen, was die Heimat zu bieten hat. Dementsprechend ausgelassen wird diese Urlaubsvariante wohl auch in den meisten Fällen gefeiert, sodass vermehrt danach Zeit gebraucht wird, um wieder (im wahrsten Sinn des Wortes) “davon runterzukommen“! Lieblingsdomizile sind Malle, Ibiza oder in letzter Zeit auch immer öfter Kroatien.

Keine Zeit für Urlaub haben die Selbständigen, die sich tagtäglich 12-14 Stunden in ihrem Betrieb abrackern. Sie können auch an der Costa del Sol nicht abschalten, deshalb ist von einem Erholungsfaktor gar keine Rede, was aber den Urlaub ad absurdum führt. Arbeitnehmer können dieser Gattung nicht angehören, verfällt doch der Urlaubstageanspruch nach einer gewissen Zeit.

Damit also zur höchstwahrscheinlich besten Variante: Dem Kurzurlaub im Rahmen eines verlängerten Wochenendes oder durch das Nutzen von Fenstertagen. Diese Menschen sind meist nicht gebunden, müssen somit nicht lange planen und können demgemäss Schnellentschlüsse walten lassen. Fernreisen allerdings gehen sich dabei zeitlich nicht wirklich aus. Voller Neid blickt so mancher Familienvater auf seinen Arbeitskollegen, der die Pfingstfeiertage nutzte, um mal schnell in Italien vorbeizuschauen, ob der Schiefe Turm von Pisa sich auch wirklich wieder um einige Millimeter gesenkt hat. Dieser Urlaub kann auch ganz anders angegangen werden: Ungezwungener, ohne Verpflichtungen, ohne Tagesablaufplan – krass formuliert: Mal schauen, wohin der nächste Flieger geht! Daneben wird auch wesentlich weniger Gepäck benötigt.

Doch was ist heuer angesagt – wohin zieht es die Maiers im Jahr 2010? Die Jugend hat bereits zu Pfingsten in Kroatien oder Lignano gewaltig abgetanzt. Wie ausgelassen es da zur Sache geht, zeigen die Aufnahmen der Splashes (Summer Splash auf Istrien, Party Week auf Ibiza, Merhaba-Splashline in Bodrum oder die Krone: Der Sterling Splash in Panama City). Dabei präsentieren die anderen Reiseveranstalter doch auch ein dermassen abwechslungsreiches Angebot: Mountainbiken, Surfcamps, Theater- oder Zirkus-Urlaub – bin soeben über das „Binationale Jugend-Workcamp“ in Lettland gestolpert – hier werden gemeinsam mit einheimischen Jugendlichen Kriegsgräber und Gedenkstätten wieder auf Vordermann gebracht! Bei all dieser Auswahl (jugendinfo.de/jugendreisen): Ist es denn notwendig, dass bis zur Bewusstlosigkeit „gesoffen“ wird, sodass der Kater die nächsten Tage unbrauchbar macht?

Für alle anderen liegen selbstverständlich auch heuer wieder Strand, Meer und Sonne voll im Trend: Mallorca, Ibiza, Türkische Riviera, Kanaren oder auch unter Umständen Nordafrika. Diese Destinationen sind alle innerhalb von drei bis vier Flugstunden zu erreichen. Randalurlaub auf Griechenland – nicht jedermanns Sache, denn schlimmstenfalls muss wieder selbst gekocht werden, da das Hotelpersonal streikt! Fernreisen – heuer lieber nicht: Thailand wird durch Unruhen hin- und hergerissen, in Mexiko und auf Jamaika toben die Drogenkriege, Dominikanische Republik – daneben siecht mit Haiti das Elend, auch so manch anderes Ziel ist aufgrund der Vorkommnisse in den letzten Jahren nicht wirklich empfehlenswert. Und dann war da auch noch der Vulkan, der das Fliegen ganz allgemein zur Tortur werden liess und vielleicht auch wieder lässt. Bleibt noch der Heimaturlaub. Traumhafte Seenlandschaften, wunderbare Bergwelten – wäre das alles nur nicht so teuer!

Nun ja, Sie merken es: In diesem Jahr ist es nicht ganz so einfach. Doch ich kann Sie trösten: Die Vorfreude auf den Urlaub ist eigentlich das, was glücklich macht. Dies hat auch eine Untersuchung der Erasmus-Universität aus Rotterdam und der NHTV Breda University of Applied Sciences ergeben. Befragt wurden in der Studie nicht weniger als 1.500 Niederländer. Das Team rund um dessen Leiter Jeroen Nawijn kam zu dem Ergebnis, dass die Menschen vor ihrem Urlaubsantritt wesentlich glücklicher sind als Nichturlauber (in diesem Fall kein Wunder, muss doch auch der Wohnwagen in Schuss gebracht werden!!! Anmerkung des Redakteurs). Doch hält dieses Glücksgefühl nicht sehr lange an. Hat einen dann der Arbeitsalltag wieder voll im Griff, ist dieser Unterschied nurmehr minimal oder gar nicht mehr festzustellen – von Erholung also keine Spur! Dabei hat die Länge des Urlaubs keinerlei Einfluss auf das Ergebnis. Somit kamen die Wissenschafter zu dem Schluss, dass mehrere Kurzurlaube – aufgeteilt auf das Jahr – zielführender sind, da sie glücklicher machen. Und damit sind wir wieder am Anfang meiner Ausführungen. Mein Tipp also an alle Erholungs- und Glücksgefühl-Junkies: Decken Sie sich mit Reisekatalogen ein und planen Sie einfach öfter. Vergessen Sie aber dabei eines auf gar keinen Fall, was die deutsche Band Geier Sturzflug schon in den Achtzigern auf Vinyl bannte: „Besuchen Sie Europa – solange es noch steht!“

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Eiszeit – oder doch vielleicht Heisszeit???

Themen, die gegenwärtig die Gemüter erhitzen, gibt es beinahe wie Sand am Meer. Sei es Griechenland, mit seinen Auswirkungen auf die Eurozone, sei es die Ölpest im Golf von Mexiko, der Vulkan auf Island, der nicht mehr aufhören möchte oder auch die Konflikte in Thailand. Doch sind wir uns ehrlich: Jeder zitiert den guten, alten Rudi Carrell mit seinem Song: “Wann wird’s mal richtig wieder Sommer!?” Also, lassen Sie mich doch etwas über das Wetter plaudern.
Wetterkapriolen sind auch hier in Mitteleuropa leider nichts Neues mehr!!! Doch dieser Mai hat bislang alle Negativrekorde gebrochen. Wolken, Regen und Temperaturen, die zum Fragen veranlassen: Jo is denn scho wieder Herbst? Nicht wenige werden nun dem isländischen Vulkan Eyjafjallajokull die Schuld in die Schuhe schieben – doch ich muss Sie enttäuschen: Er trägt zwar auch dazu bei – doch liegt die Ursache für das Pullover- und Kuschelwetter weit tiefer! Deshalb werden wir heute mal einen Abstecher in die Klimatologie machen. Unter dieser verstehen wir jene interdisziplinäre Wissenschaft, die die Fachbereiche Meteorologie, Geographie, Geologie, Ozeanographie und Physik vereint. Nur unter Einbindung jeglicher Phänomene aus diesen Teilbereichen kann das Wetter auch verstanden werden. An sehr nassem Wetter sind zumeist Tiefdruckgebiete aus dem Mittelmeer verantwortlich, die Ihre zigtausend Tonnen schwere Last über Mitteleuropa loswerden. Kaltes, nasses Wetter hingegen kommt vornehmlich aus dem Nordsee-Bereich mit Einflüssen aus dem Atlantik.
Und schon sind wir beim Golfstrom gelandet. Die Meeresheizung für Nordwest-Europa verliert nämlich langsam an Kraft. Und dies ist das Horrorszenario, das die Klimaforscher aufgrund der Erderwärmung befürchten: “Dann wird’s hier kalt!” (Detlef Quadfasel von der Universität Hamburg in einem Vortrag 2005). Tatsächlich hat sich die Zirkulation des Stromes zwischen 1957 und 2004 um rund 30 % verlangsamt (Harry Bryden vom National Oceanography Centre in Southampton). Verantwortlich dafür, so Bryden, ist starker Süsswasserzufluss in die nördlichen Meere! Der Golfstrom entsteht in den Tropen. Er bringt uns warmes, salzhaltiges Wasser aus dem Süden. Dieses kühlt sich auf seinem weiten Weg in Richtung Norden ab, bis die Küste Grönlands und Nordamerikas erreicht ist. Dort sinkt das nunmehr kalte, salzige und somit schwere Wasser ab und fliesst wieder (am Meeresgrund entlang) in Richtung Süden. Hierdurch entsteht im Norden ein Sog, der kontinuierlich immer wieder warmes Wasser aus den Tropen ansaugt. Das ist das Prinzip des Golfstromes.
Durch die Klima-Erwärmung bringt vermehrter Regen die Flüsse zum Anschwellen und das ewige Eis in der Arktis schmilzt weg. Dadurch kommt kaltes, nicht salzhaltiges Wasser ins Meer. Dieses ist nicht so schwer (da nicht so dicht), sinkt deshalb nicht so leicht ab und bringt den Sog des Stroms gehörig ins Wanken. Soweit die Untersuchungen der Ozeanographen. Hierdurch allerdings versagt auch die Heizung für die britischen Inseln. Versagt der Golfstrom, würde dies einen Temperaturabfall von plötzlich rund vier Grad bedeuten – für ganz Europa. Mutter Natur wirkt somit – so paradox es auch klingen mag – der Erderwärmung entgegen. Klimatologen empfehlen deshalb, SOFORT alle Massnahmen gegen die Erderwärmung zu ergreifen. Und da sind wir beim kleinen Herrn Müller, der kleinen Frau Maier angelangt: Je weniger CO2 (Kohlendioxid) erzeugt wird, desto weniger erwärmt sich auch die Erdatmosphäre. Dieses Gas trägt nämlich massgeblich zur Erderwärmung bei. Die Luft wird aufgewärmt (durch etwa die Infrarot-Strahlung der Sonne), die Wärme kann aber nicht mehr abgegeben werden – sie wird gespeichert – es wird wärmer (bis 2100 um errechnete 6,4 Grad). Bestes Beispiel ist das Ansteigen des Vegetationsgürtels bzw. der Baumgrenze. Waren gewisse Höhen bisher nur sog. Krüppelhölzern vorbehalten, so siedeln sich vermehrt auch heimische Baumarten rund um diese magische Zone an (in den Alpen liegt sie bei  2.300, im Schwarzwald bei etwa 1.400 m).
CO2 entsteht vornehmlich bei der vollständigen Verbrennung von kohlenstoffhaltigen Materialien unter ausreichender Sauerstoffzufuhr (unvollständige Verbrennung mit zu wenig Sauerstoff führt zu Kohlenmonoxid CO), der Verfaulung oder durch die Atmung von Organismen. Kohlenstoffdioxid (wie es eigentlich chemisch richtig heisst) kommt in der Luft in einer mittleren Konzentration von 0,038 % vor. Werden biogene Stoffe verbrannt, so haben diese während des Wachstums sehr viel CO2 verarbeitet oder sie produzieren beim Verfaulen ebenso viel Gas wie bei deren Verbrennung. Gelangen aber nun auch mineralische Stoffe (wie Erdöl oder Kohle) zur Verbrennung, so hat die Natur keine Kapazitäten in ihrem Kreislauf mehr frei. Damit sollten alle Vorgänge, die auf diese Weise Kohlendioxid freisetzen, vermieden werden. Flugreisen oder Autofahren etwa! Das kleine österreichische Bundesland Vorarlberg zeigt den Grossen auf, wie es richtig gemacht werden sollte. Der Verkauf von Fortbewegungsmitteln, die durch alternative Energien gespeist werden (Strom oder Gas) nimmt kontinuierlich zu (das Land ist Vorzeigeregion für die Elektromobilität). Daneben legen Herr und Frau Vorarlberger jährlich im Schnitt im Alltag rund 500 km auf dem Fahrrad zurück (im Vergleich dazu sind es beim Zweitplatzierten Tirol nur 270 km). Der meiste verbrauchte Strom wird durch Wasserkraft oder andere alternative Energieträger (wie etwa der Sonnenkraft über die Photovoltaik) gewonnen. Auch in der Ernährung sollte darauf geachtet werden, dass heimische Produkte mit kurzen Anfahrtswegen bevorzugt werden. In früheren Zeiten gab es im Winter auch keine Mangos oder Granatäpfel (doch hierüber habe ich ohnedies schon mal geschrieben!).
Wie sehr das Thema Umwelt- und Klimaschutz zum Verkaufsschlager wird, beweisen auch die Buchveröffentlichungen und Filmpremieren. Letztes Werk, das mich diese Woche am meisten fasziniert hat, ist das Buch “Aufwachen” der Hellseherin und Wahrsagerin Rosalinde Haller aus Österreich. Sie sagt neben der Zerstörung der französischen Hauptstadt Paris auch einen Tsunami für New York voraus. Die Folge hiervon hat etwa Regisseur Roland Emmerich mit seinem Kassenschlager 2012 in die Kinos gebracht (obwohl hier eine Sonneneruption dahintersteckte).
Mit grosser Freude habe nicht nur ich die Betroffenheit der Politiker zur Kenntnis genommen, als die UNO den Klimabericht 2010 veröffentlichte. V.a. Deutschlands Bundeskanzlerin Angela Merkel preschte lautstark vor und hat sich hier vorort ein Bild etwa in Grönland gemacht. Umso bedauerlicher allerdings ist es, erkennen zu müssen, dass – wie auch die Weltklimakonferenz in Kopenhagen aufgezeigt hat – global nichts dabei rauskommt. Ralf Bütikofer von den deutschen Grünen formulierte es einmal recht treffend in einem Interview: “Wir haben nur 10 bis 15 Jahre Zeit – und keine zweite Chance!” Also: Packen wir’s an!!!

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Wargames

Das US-amerikanische Verteidigungsministerium „Pentagon“ ist in heller Aufruhr. Während eines Tests zur Verteidigungsbereitschaft der Streitkräfte für einen zeitnahen nuklearen Gegenschlag durch Interkontinentalraketen wurde bekannt, dass 22 Prozent der in den Raketensilos stationierten Offiziere moralische Bedenken haben, einen Abschussbefehl auszuführen. Deshalb wurde der neuentwickelte, lernfähige NORAD-Rechner WOPR (War Operation Plan Response) eingerichtet, damit dieser menschliche Faktor eliminiert werden kann. Zum selben Zeitpunkt versucht ein Jugendlicher, das Computersystem eines Spieleherstellers zu knacken, um dadurch auf die neuesten Spiele zugreifen zu können. Es folgt ein Szenario des Grauens, das beinahe das Ende des Planeten bedeutet hätte!

Äh – Augenblick – werden Sie jetzt sagen: Irgendwie kommt mir das Ganze bekannt vor! Stimmt, denn das ist der Inhalt eines Hollywood-Streifens, der 1983 für Aufsehen sorgte: „Wargames“ (Regie: John Badham; Hauptrollen: Matthew Broderick, Dabney Coleman, John Wood und Ally Sheedy). Für Spannung war bis zur letzten Sekunde gesorgt. Politiker und Militärs beeilten sich im realen Leben mit einer Gegendarstellung, dass dies nicht machbar sei! Tja, seither sind 27 Jahre ins Land gezogen – in der Gegenwart sieht es leider ganz anders aus. Immer wieder gelingt es Hackern, die noch so kompliziertesten Firewalls und Sicherheitsbarrieren hinter sich zu lassen. Immer wieder engagieren multinationale Unternehmen und öffentliche Stellen die Besten der ach so verhassten Bits- und Bytes-Jünger unter den Hackern, um solche Systemlücken auszumachen und in weiterer Folge schliessen zu können. Doch ein absolut sicheres Netz – das gibt es nach wie vor noch nicht.

So hat dieser Tage etwa der Präsident des deutschen Bundeskriminalamtes, Jörg Ziercke davor gewarnt, dass das Internet eine immer massgeblichere Rolle bei der Begehung von Straftaten spielt. So wurde alleine von 2008 bis 2009 ein Anstieg der Fallzahlen um 30 % verzeichnet. Im Vergleich der letzten fünf Jahre hat sich die Zahl der Computerstraftaten sogar verdoppelt (damals waren es noch gerade mal 26.650 solcher Straftaten – in Deutschland). Auch vonseiten des deutschen Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) wird resignierend zugegeben, dass die sog. „Cyber-Attacken“ immer mehr und immer besser werden – man hinke hier sogar hinterher. Derzeit etwa gross im Kommen sind Handy-Viren für Smartphones! So sollen Apps für vermeintlich sichere Bankgeschäfte geschaffen worden sein, die sich als Trojaner herausgestellt haben!

Dass das World Wide Web nicht nur eine geradezu unendliche Fülle an Informationen bietet, sondern auch Geld und Macht bedeutet, ist grundlegend bekannt! So kämpfen etwa der deutsche SAP-Konzern und sein US-amerikanisches Pendant Oracle schon seit Jahren um die Vormachtstellung in der weltweiten Softwareherstellung. Letzter Coup der Deutschen war die Übernahme des Datenbankspezialisten Sybase für sage und schreibe 4,6 Milliarden Euro. Ermöglicht wurde dies durch einen 2,7 Milliarden Euro-Kredit von Barclays Capital und der Deutschen Bank – der Rest kam aus der Portokasse des Unternehmens! Zuvor hat sich Oracle beim Server-Spezialisten Sun Microsystems genüsslich gehalten. SAP hat seinen Sitz im deutschen Walldorf im Rhein-Neckar-Kreis, beschäftigt in mehr als 50 Ländern dieser Erde knapp 48.000 Mitarbeiter und erzielte im Geschäftsjahr 2008 einen vorläufigen Umsatz von 10,672 Milliarden Euro (mancher Staat wäre stolz darauf, ein solches Bruttonationaleinkommen zu besitzen!). Eine Menge Holz! Und da sage mir noch einer, dass die goldenen Zeiten im EDV-Bereich vorbei sind! Die Gründer des Konzerns haben allesamt Stiftungen gegründet. Dietmar Hopp (Sohn eines Lehrers) beispielsweise für die Bereiche Sport, Bildung, Soziales und Medizin – seit 1995 wurden nicht weniger als 230 Mio Euro (Stand: November 2009)  ausgeschüttet. Auf sein Konto geht die SAP – Arena in Sinsheim (ein länderspieltaugliches Fussballstadion) und der jahrelang vorbereitete Aufstieg der TSG 1899 Hoffenheim in die deutsche Fussballbundesliga. Doch auch seine Kollegen Hans-Werner Hector, Klaus Tschira und Hasso Plattner zeigen sich als äusserst spendabel.

Angesichts solcher Zahlen ist es nicht verwunderlich, dass sich inzwischen Generationen von Kriminellen an ihrer Tastatur zu schaffen machen. Waren es früher vornehmlich Würmer und Viren, die bösartige Technikbegeisterte auf die weltweite Reise ins Internet geschickt haben, so sind es heutzutage Trojaner bzw. Phishing-Kampagnen, die einen Informationsfluss von Codes und Bankdaten ermöglichen. Agiert der User zu offenherzig mit diesen, so merkt er es sehr bald auf seinem Kontoauszug.

Doch – wie eingangs erwähnt – geht es inzwischen vielen auch um die Macht. Wie anfällig ein solch riesiges Netz ist, hat dieser Tage der Ausfall eines DNS-Servers beim deutschen Unternehmen DeNic aufgezeigt. Vermutlich aufgrund des Umzugs vom niederländischen Amsterdam nach Frankfurt/Main fiel der DNS für die komplette .de-Zone aus. Die Umschaltung hätte um 10.00 Uhr vormittags beginnen und zwischen 3-6 Stunden andauern sollen. So hingegen, war dies nicht geplant! DeNic führt die Registrierung von Domains, also Webadressen durch. Ein DNS ist das sog. „Domain Name System“ – es stellt die Verknüpfung bzw. Zuordnung eines jeden Rechners über seine IP-Adresse im Internet her (vergleichbar mit der Telefonauskunft und -vermittlung).

„Schurkenstaaten“ aber auch schon China haben mit restriktiven Massnahmen im Internet bis hin zum kompletten Zusammenbruch der entsprechenden Kommunikation eines Landes gedroht! Und siehe da: Die Amerikaner fallen wieder lautstark in die Zeit des Kalten Krieges zurück. So hat in den vergangenen Tagen der hochrangige Pentagon-Beamte James Miller in Washington verlautbart, dass die USA nötigenfalls bei einem Cyber-Angriff auch „Erwiderungen in Betracht ziehen, die nicht auf den Cyber-Bereich begrenzt sind!“ Eine militärische Reaktion wird dabei nicht ausgeschlossen. Und damit sind wir wieder beim Anfang: Rund 90.000 Mitarbeiter des US-Verteidigungsministeriums sind über Netzwerke digital verbunden. Ziel-Koordinaten, Satellitensteuerung, Aufklärung, ja auch die Codierung heikler Daten erfolgt EDV-unterstützt. In den letzten zehn Jahren haben die illegalen Zugriffsversuche quantitativ, aber auch qualitativ stark zugenommen, meint auch Miller. Kein Wunder, gilt doch ein Hacker, der es bis in die Pentagon-PCs schafft als grandios gefeiertes Genie – unter seinesgleichen!!!

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Erst wenn der letzte Baum gefällt,…

der letzte Fluß vergiftet
und der letzte Fisch gefangen ist,
werdet Ihr herausfinden, daß man Geld nicht essen kann.

Diese alte Weisheit des kanadischen Cree-Indianerstammes hat sich so manche Umweltorganisation auf die Fahnen geschrieben! Welchen Wahrheitsgehalt der Satz hat, erkennen wir derzeit wohl am besten am Beispiel des Golfs von Mexiko: Das ansonsten so wertvolle schwarze Gold führt die grösste jemals dagewesene, durch Menschenhand ausgelöste Umweltkatastrophe der Geschichte herbei.
Am 22. April 2010 explodierte die durch den Öl-Multi BP geleaste Bohrinsel “Deepwater Horizon” des Plattform-Betreibers Transocean rund 190 Kilometer südlich von New Orleans im Golf von Mexiko. Die Ursache hierfür ist noch nicht geklärt – menschliches Versagen aber wird nicht ausgeschlossen. Die Löschversuche blieben ohne Erfolg, die Plattform versank im Meer. Die ersten Befürchtungen galten dem an Bord befindlichen Diesel-Treibstoff. Doch dieser sollte sich als harmlos herausstellen. Das Desaster findet in rund 1.500 m Tiefe statt. Aus einer Leitung werden unkontrolliert Rohöl und Gas freigesetzt. Erste Versuche, die Quelle zu schliessen verliefen negativ. Zum selben Ergebnis kamen die Experten auch nach dem Einsatz sog. “Tauchroboter”, welche die Quelle versiegeln sollten. Menschlicher Einsatz in dieser Tiefe ist nicht denkbar, die Taucher würden durch den Wasserdruck flachgedrückt. Seither fliessen tagtäglich etwa 800.000 Liter Erdöl in die See. Mineralische Öle beinhalten chlorierte und aromatische Kohlenwasserstoffe wie Benzol. Beide sind schwer abbaubar, töten die Mikroben ab und zerstören damit die natürliche Selbstreinigungskraft des Wassers. Im menschlichen Körper lagern sich diese Gifte ab und führen zu sehr heimtückischen Vergiftungserkrankungen! Bedenkt man, dass ein Tropfen Mineralöl auf diese Art rund 1.000 Liter Wasser kontaminiert, so kann sich wohl jeder ausmalen, welche Ausmaße diese Katastrophe nun hat.
Der Öl-Multi BP war dabei, kurz vor dem Unglück einen riesigen Ölfund an dieser Stelle zu melden. Doch sollte aus dem Freudentaumel der Manager schon sehr rasch Betroffenheit werden – und dabei sind sie vielleicht gar nicht mal so unschuldig an dieser Misere. Ein Rücklaufventil für solche Zwecke kostet rund eine halbe Mio US-Dollar! Peanuts – wie sich jetzt zeigt, wird doch von kolportierten Kosten von über 14 Milliarden US-Dollar gesprochen. Würde etwa nur der Alpenstaat Österreich für einen Tag die Literpreise für Sprit um einen Cent anheben (die Autofahrer sind es ohnedies bereits gewohnt – hier hätte das Auf und Ab an den Tankstellen endlich mal einen sinnvollen Background!), wäre dies finanziert und der Golf von Mexiko möglicherweise noch in Ordnung! Ob ein solches Rückschlagventil eingebaut wurde (wie inzwischen einige Stimmen behaupten) und nutzlos war, werden die nachfolgenden Untersuchungen erst aufzeigen.
Die riesigen Sperren, die eingerichtet wurden, stellten sich als wirkungslos heraus. Abfackeln ist offenbar auch nicht machbar, absaugen schon rein gar nicht. In diesen Minuten, während ich die Zeilen schreibe, wird versucht, eine gewaltige Glocke aus Stahlbeton über die nach wie vor sprudelnde Quelle zu stülpen um das austretende Öl dadurch auffangen und absaugen zu können. Ob es gelingen wird, zeigt sich schon in den nächsten Tagen. Sollte auch dies nicht helfen, so ist wohl die sog. “Top-Kill-Methode” die letzte Möglichkeit. Dabei wird ein Gemisch aus Beton und Lehm direkt in die Quelle gepumpt, liess BP verlauten. Was bleibt – ist die Hoffnung.
Inzwischen hat der Ölteppich auch die US-amerikanische Küste erreicht. Die Umweltorganisation WWF spricht von einem “Desaster für die Tier- und Pflanzenwelt”. Hat doch soeben die Brut- und Laichsaison unzähliger Tierarten begonnen. Durch das Öl und seine zerstörerische Wirkung könnte die Population vieler Arten so stark betroffen sein, dass sich diese nicht mehr erholen können. Die Folge: Sie werden aussterben! Die Reinigungsaktionen, die wir aus der Vergangenheit kennen, sind in diesem Falle zwecklos, da zu viel Öl auf dem Wasser schwimmt. Deshalb überlegt man sich inzwischen, die Tiere zu töten um ihnen das Martyrium zu ersparen!
Die Geschichte solcher Öl-Katastrophen ist lang. Zumeist waren es Ölfrachter oder Pipelines, die leck geschlagen sind – so etwa im März 2006 vor der Küste Alaska, als mehr als 795.000 Liter aus einer Pipeline ausflossen – BP musste rund 15 Mio € wegen Grundwasser-Verschmutzung bezahlen – Ursache war Rost. Oder jener chinesische Kohle-Frachter, der erst kürzlich Hunderte von Seemeilen vom Kurs abgekommen ist und das Naturwunder Barrier Reef bedrohte.
Das Leben auf diesem Planeten könnte so lebenswert sein, wenn wir alle darauf schauen würden, dass auch nachfolgende Generationen etwas von diesem Lebensgefühl haben. Doch offenbar steht die Gewinnsucht einer verschwindend kleinen Menge von Menschen (im Vergleich zur betroffenen Erdbevölkerung) nach wie vor über allem. Ist das der Fluch der Zivilisation???  Wann wird auch der letzte Mensch endlich etwas dazugelernt haben!

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“Wir haben gesiegt!” – wirklich???

Unglaublich aber trotzdem wahr: Ausgerechnet jener Staat Europas mit dem grössten geschichtlichen Hintergrund, mit den brilliantesten Denkern und mit den Erfindern der Demokratie – ausgerechnet dieser Staat steht derzeit vor dem wirtschaftlichen und höchstwahrscheinlich auch politischen Abgrund: Griechenland!
Nicht weniger als 17.000 Menschen zogen am 01. Mai durch die Strassen der Hauptstadt Athen – ein solches Menschenaufkommen gab es zuletzt während des Peleponesischen Krieges (431-404 v.Chr.), als es um die Vormachtstellung zwischen den beiden Stadtstaaten Sparta und Athen ging. Protestiert wurde gegen die Regierung und deren massiven Sparpläne! So beabsichtigt Finanzminister Giorgios Papakonstantinou einige indirekte Steuern, v.a. aber die Mehrwertsteuer zu erhöhen. Beamte und Pensionisten müssen ferner mit Kürzungen rechnen. Diese Sparmassnahmen waren erforderlich, damit die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel dem Milliardenkredit des Internationalen Währungsfonds und der Europäischen Union zugestimmt hat. So meinte diese gegenüber einer grossen Boulevardzeitung mit Sitz in Hamburg, dass es künftig möglich sein müsse, einem Land, das nicht mehr in der Lage ist, seine Verpflichtungen zu erfüllen, vorübergehend das Stimmrecht in der Eurozone zu entziehen! Das wiederum brachte ihr herbe Kritik auch aus eigenen, deutschen Kreisen ein. So meinte etwa der grüne Fraktionschef Jürgen Trittin, dass die Rettung Griechenlands durchaus im Interesse Europas und auch Deutschlands liege. Man brauche keine eiserne Lady – Merkel solle sich mehr auf die Ideen des Altbundeskanzlers Helmut Kohl besinnen und weniger Stammtischpolitik betreiben (siehe auch: Der Spiegel).
Doch was steckt eigentlich hinter dem Ganzen!? Seit Jahren betreiben die Söhne und Töchter von Zeus und Hera finanzielle Misswirtschaft. Der staatliche Apparat ist riesengross aufgebläht (12 % der arbeitenden Bevölkerung sind Beamte, beinahe nochmal so viele Vertragsbedienstete), Gelder versickern wie in einem Fass ohne Boden (so auch Agrarsubventionen aus Brüssel in dreistelliger Millionenhöhe!). Die sündhaft teuren Steuerfresser schossen wie die Pilze aus dem Boden – derzeit gibt es rund 700 solcher überflüssigen Unternehmen oder Ausschüsse (zumindest nach Schätzungen der Regierung Papandreou). Hohe Beträge wurden unter Günstlingen und Beamten grosszügig verteilt (“Gehaltsempfänger ohne Arbeitsbereich”), gearbeitet aber haben andere! So berichtete etwa die Tageszeitung “Eleftherotypia” über die “Agrotima”, einem Unternehmen, das 2008 mit dem Ziel gegründet wurde, den Landwirtschaftstourismus anzukurbeln.  Das Grundkapital von 450.000 Euro war schnell aufgebraucht – weitere 620.000 Euro an Schulden wurden zurückgelassen – Erfolg freilich gab es keinen. Die Landwirtschaft hält nach wie vor an der Baumwollproduktion fest – der Weltmarktpreis für Baumwolle allerdings befindet sich im tiefsten Keller! Ach ja – und dann war da auch noch die Wirtschaftskrise!
Die Regierung Papandreou hat ein schweres Erbe übernommen! Griechenland gleicht derzeit einem Pulverfass – eine Demo wird von der anderen abglöst; dabei kommt auch immer mehr Gewalt mit ins Spiel! Doch sollten die Griechen eigentlich mit der Konfliktbewältigung umgehen können! 594 v.Chr. wird der Adelige Solon in Athen damit beauftragt, den Ausgleich herzustellen. Die Schulden der Kleinbauern werden gestrichen, ein “Borgen auf Leib”, also die Versklavung durch Schulden wird verboten. 561 v.Chr. veranlasste Tyrannis Peisitratos ebenfalls in Athen die endgültige Bauernbefreiung durch die Besteuerung des Adels. Zweimal wurde er verjagt, zweimal wieder zurückgeholt.
Kaum zu glauben – solche Zustände kennt unsereins eigentlich nur aus dem Fernsehen: Unfähigkeit, Reformunwilligkeit, Korruption, Vetternwirtschaft. Doch ist dies alles in der von Herrn und Frau Europäer so heiss begehrten Urlaubsdestination geschehen – zwar am Rande Europas – aber mitten in der Eurozone. Sehr viele überlegen sich deshalb, für die glücklichste Zeit des Jahres eine Alternative zu suchen. Schliesslich weiss niemand, ob die Krise eskaliert bzw. das Frühstücksbuffet selbst angerichtet werden muss, da gestreikt wird. Und das reisst Griechenland noch weiter rein. 140 Milliarden soll dieses Debakel am Pelepones kosten – jeder Euro-Steuerzahler Europas muss dafür tief in die Tasche greifen! Und das ist lang noch nicht alles: Auch Spanien und Italien gelangen immer mehr in die Schlagzeilen! Steht die Eurozone nun kurz vor einem Kollaps??? Wird es schon bald wieder die D-Mark und den Schilling geben??? War all das etwa umsonst???

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