Archive for November, 2010

Ab sofort wird zurückgeschossen…!!!

Es braut sich nichts Gutes zusammen – derzeit im Gelben Meer! So sollen – nach Angaben eines südkoreanischen Generalstabsvertreters – diese Woche 170 Granaten auf die Insel Yeonpyeong niedergegangen sein. Einige dieser Granaten verfehlten ihr Ziel und fielen ins Meer, andere hingegen haben getroffen. Hierbei sollen zwei Soldaten und zwei Zivilisten getötet und weitere verletzt worden sein. Abgefeuert wurden die Geschosse in der Nähe der Grenzgewässer auf nordkoreanischer Seite! Die südkoreanische Armee hat das Feuer erwidert, Kampfjets sichern den Luftraum! Der Vorfall ereignete sich während einen südkoreanischen Manövers. Pjöngjang forderte, dieses sofort zu beenden. In einer Erklärung des nordkoreanischen Truppenkommandos heisst es: “Sollte die südkoreanische Marionettengruppe es wagen, auch nur 0,0001 Millimeter in Nordkoreas Hoheitsgewässer vorzudringen, wird die revolutionäre Streitmacht nicht zögern, weiter gnadenlose militärische Gegenmaßnahmen zu ergreifen!” (Stern vom 23.11.2010)
Wie immer bei solchen Eskalationen ist mit den vorhandenen Informationen vorsichtig umzugehen. Während der Süden der Halbinsel zwar medientechnisch als frei – nicht aber unbedingt als unzensuriert anzusehen ist, kommen aus dem Norden nur die überprüften und umformulierten Siegesmeldungen, wie es die psychologische Kriegsführung vorsieht. Tatsache ist, dass es zu einem Feuerwechsel zwischen den Artilleriestellungen beider Länder gekommen ist! Jetzt geht in Asien die Angst vor einem erneuten Koreakrieg um!!! Und das durchaus zurecht!
Nach der Niederlage Japans im Zweiten Weltkrieg wurde die koreanische Halbinsel in zwei Besatzungszonen aufgeteilt: Jene nördlich des 38. Breitengrades wurde der Sowjetunion, der südliche Teil den USA zugesprochen. Dazwischen verläuft auch heute noch eine Demarkationslinie. Der Koreakrieg begann am 25. Juni 1950 mit dem Überschreiten dieser Grenze durch nordkoreanische Truppen. Aufgrund dieses Datums wird der Krieg in Südkorea auch gerne als “6-25″ bezeichnet, nördlich der Grenze als “Vaterländischer Befreiungskrieg”. Dem Voraus ging die Aussage des damaligen US-Aussenministers Dean Acheson im National Press Club, dass die USA nicht bereit wären, um Korea zu kämpfen (“defensive perimeter”). Der kommunistische Machthaber des Nordens Kim Il-sung holte sich daraufhin beim sowjetischen Bruder Josef Stalin die Einwilligung für eine Invasion. Mao Tse-Tung, der starke Mann Chinas, enthielt sich zu diesem Zeitpunkt noch seiner Meinung, da er einen offenen Konflikt mit den Amerikanern befürchtete. Zunächst kämpften 300.000 chinesische Freiwillige an der Seite ihrer nordkoreanischen Brüder. Am 25. Oktober 1950 kam es dann zum ersten Gefecht zwischen Chinesen und Südkoreaner. Die Sowjetunion hielt sich stark zurück. Stalin entsandte nur einige Jagdfliegereinheiten mit MIG-15, deren Piloten sich – in chinesischen Uniformen unter nordkoreanischen Hoheitszeichen – Luftgefechte mit den Amerikanern lieferten. Der bewaffnete Konflikt endete am 27. Juli 1953 mit einem Waffenstillstandsabkommen, ein Friedensvertrag wurde allerdings bis heute nicht unterzeichnet – damit befinden sich beide Staaten faktisch noch im Kriegszustand! Dazwischen lagen 3 Jahre unmenschlicher und grausamer Auseinandersetzungen. 940.000 Soldaten und rund 3 Mio Menschen aus der Zivilbevölkerung kamen um, die Industrie und Wirtschaft war am Boden zerstört. Während sich der südliche Halbinselteil mit westlicher Hilfe zu einer der führenden asiatischen Wirtschaftsmächte empor arbeitete, hat sich der Norden immer mehr vom Rest der Welt abgeschottet. Zuletzt distanzierte sich auch die ehemalig wohlgesonnene Sowjetunion von Nordkorea. Die Verantwortung dafür tragen vornehmlich die Machthaber des Nordens.
Nordkorea gilt als eines der militarisiertesten Länder der Welt. Die Armee umfasst 1,2 Mio Soldaten – die stärkste Streitmacht nach China, Indien und den USA. Die Zahl der Soldaten in Spezialeinheiten wurde im vergangenen Jahr auf 180.000 verdoppelt. Das Militärbudget beläuft sich auf sage und schreibe 4,4 Milliarden € – das ist mehr als ein Viertel des Bruttoinlandsproduktes des ansonsten bitterarmen Staates. Manko: Die konventionellen Waffen befinden sich auf dem alten Sowjet-Stand der 60er und 70er Jahre. Deshalb befürchten die Experten eine nukleare Auseinandersetzung. Im Oktober wurde eine Atombombe testhalber gezündet, im Mai 2009 eine zweite. Rüstungsspezialisten nehmen an, dass das Regime in Pjöngjang über spaltbares Material für 2 bis 9 Bomben des Hiroshima-Typs verfügt. Und dort wird nun mit den Säbeln gerasselt. Nach dem 2. Atomtest halten sich die Regenten offenbar für unverwundbar und provozieren ständig sowohl Südkorea als auch die USA.
Dem steht eine mit 687.000 Mann zwar zahlenmässig unterlegene, dafür aber modernst ausgestattete südkoreanische Armee entgegen. Im Vergleich: Die nordkoreanische Luftwaffe verfügt über russische MIG 23, 19, und 21 – die modernste Maschine ist die MIG 29 – 30 Jahre alt! Der Süden hingegen besitzt amerikanische F16 und F15k “Slam Eagle”; Maschinen, die auf dem aktuellsten Stand sind. Die grösste Sorge Lee Myung Baks besteht wohl in einer etwaigen Bombardierung der südkoreanischen Hauptstadt Seoul, die nur 50 km von der Grenze entfernt ist – damit auch für die Artillerie des Nordens durchaus erreichbar. Ferner geht die Angst vor biologischen und chemischen Waffen um.
Zum Ende des Koreakrieges 1953 haben die Vereinten Nationen die Grenzen zwischen Nord und Süd festgelegt. Dabei aber hatte das kommunistische Nordkorea die Seegrenze niemals anerkannt. 2007 atmete die Welt hörbar auf, als der südkoreanische Präsident Roh Moo-hyun und der nordkoreanische Diktator Kim Jong-Il aufeinander zugingen und einen Friedensprozess einleiten wollten. Doch leider wurde offenbar nichts daraus!!!
Die südkoreanische Armee ist in erhöhter Alarmbereitschaft, die Politiker des Landes unter Lee Myung Bak treffen sich in unterirdischen Bunkern, die Bewohner der beschossenen Insel flüchten in ihren Fischerbooten, berichtet der südkoreanische TV-Sender YTN. Für den Sonntag haben die USA und Südkorea ein grossangelegtes Seemanöver angekündigt. Angeblich schon vor einiger Zeit festgelegt! Der Verbündete Nordkoreas, China sei davon informiert worden. Mit dabei u.a. auch der atombetriebene Flugzeugträger USS George Washington. Interessant ist v.a. aber die Tatsache, dass das Gefecht vom Dienstag zwei Tage nach Bekanntwerden einer neuen nordkoreanischen Anlage zur Anreicherung von Uran begonnen wurde! Zuvor gab es immer wieder kleinere Störfeuer. Dies veranlasst Experten zur Meinung, dass der Norden durch solche Störmanöver von anderen Ursachen ablenken oder sich vielleicht eine bessere Ausgangslage für weitere Verhandlungen schaffen möchte.
Sollte es also zu einem Krieg kommen, so wäre wohl die komplette Halbinsel zerstört – auf welche Art auch immer. Das sollte weder der Norden, noch der Süden wollen! Denn: Es gäbe keinen Sieger (Studie des Strategic Studies Institute)! Doch wen juckt’s – schreit der Diktator aus dem Norden Kim Jong-Il bzw. sein Sohn Kim Jong-Un zum Angriff, dann werden seine Truppen auch Folge leisten! „Nordkorea wird, ohne zu zögern, eine zweite oder sogar eine dritte Runde von Anschlägen starten, sollten die Kriegstreiber in Südkorea erneut rücksichtslos provozieren!” (Zitat der nordkoreanischen Nachrichtenagentur KCNA aus einem Militärbericht).
Der mächtige Bruder im Kampfe China ist allerdings inzwischen dagegen (man spreche sich gegen “jegliche provozierende militärische Aktivitäten” aus; Reuters). Deshalb versucht der US-amerikanische Präsident Barack Obama auch China sofort miteinzubinden. So meinte er gegenüber des US-TV-Senders ABC: “Alle Länder in der Region müssten erkennen, dass Nordkorea eine ernste und anhaltende Bedrohung ist!” Auch im Reich der Mitte wird das amerikanisch-südkoreanische Seemanöver im Gelben Meer als Problem bezeichnet. Es könnte zur weiteren Verschärfung der Lage beitragen. Interessant ist es übrigens, dass sich ausgerechnet der chinesische Ministerpräsident Wen Jiabao für die Wiederaufnahme des Sechs-Parteien-Gesprächs über Nordkoreas Atomprogramm aussprach. Hinter vorgehaltener Hand heisst es, man zeige sich enttäuscht darüber, wie wenig Einfluss China auf Nordkorea und Kim Jong-Il habe. Gleichzeitig befürchtet Peking einen Flüchtlingsstrom der hungernden nordkoreanischen Bevölkerung. Und eine aufstrebende Atommacht im Süden Chinas – nein – das darf unter gar keinen Umständen sein! China steht damit wohl zwischen zwei Stühlen!!!

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Berlusconi – si o no!!!???

Die Einen bezeichnen ihn als Lustgreis, die Anderen als padre di nazione! Unumstritten zählt Silvio Berlusconi zu den wohl schillerndsten Figuren der Gegenwart!
Am 29. September 1936 in Mailand geboren (sein Vater war Angestellter der Banca Rasini) legte Berlusconi 1954 die Reifeprüfung ab. 1961 beendete er sein Jura-Studium an der Universität Mailand cum laude mit einer Diplomarbeit über Werbeverträge. Dafür erhielt er auch einen Preis über 2 Millionen Lire, ausgeschrieben durch die Werbeagentur Manzoni. Das Studium selbst finanzierte er sich übrigens als Sänger auf Kreuzfahrtschiffen. Und dann eckte Silvio zum ersten Mal an: Er verrichtete nicht seinen Militärdienst! 1978 trat er der ursprünglichen Freimaurerloge Propaganda Due (P2) bei, die in den 70ern zur Tarnung einer kriminellen politischen Verschwörung missbraucht wurde.
Sein berufliches Lebenswerk begann er allerdings in der Baubranche. Weit ausserhalb der Stadttore Mailands errichtete er mit Brugherio seine erste Satellitenstadt. Weitere solcher Städte bei den Städten folgten in allen Landesteilen. Kino – nein, das gab es dort nicht. Also gründete der bereits damals schon mit allen Wassern gewaschene Geschäftsmann den Kabelkanal Telemilano – exklusiv für die Bewohner der urbanen Retortenbabies. Step by step erwarb er immer mehr italienische Stationen, sodass er bis 1979 bereits über ein flächendeckendes italienisches TV-Netz verfügte. Mit dem Ankauf der Sender Italia Uno und Rete Quattro in den 80ern wurde er zum grössten privaten Medienanbieter des Landes. Zwei Drittel der italienischen TV-Werbung liefen durch seine Hände. Daneben erwarb er Beteiligungen in Spanien, Frankreich und Kanada. In Deutschland stieg er in die Kirch-Gruppe ein. Zur Dachgesellschaft Fininvest (dem grössten Medienhaus Italiens) zählen heute auch Kaufhausketten, Finanzgesellschaften, Werbefirmen, Filmproduktionen und Sportvereine (wie etwa der AC Milano). Um diese Belange kümmert sich inzwischen seine Tochter Marina!
Seine politische Karriere begann Silvio 1993, als er den Parteisekretär des neofaschistischen Movimento Sociale Italiano/Destra Nationale Gianfranco Fini bei der Bürgermeisterwahl von Rom unterstützte. Und dies alles, obwohl der sozialistische Ministerpräsident Bettino Craxi seine schützende Hand über den Medienmagnaten gehalten hatte. Am 26. Januar 1994 verkündete Berlusconi in einer Rede, die auf seinen TV-Kanälen ausgestrahlt wurde, dass er sich politisch engagieren werde, um “die kommunistische Gefahr” abzuwenden. Nur 2 Monate vor den Parlamentswahlen 1994 wurde die politische Bewegung “Forza Italia” gegründet. Sie sollte die Wähler der politischen Mitte bzw. Mitte rechts erfassen. Unter Einsatz einer geballten Medienkraft erzielte die Forza Italia einen riesigen Erfolg – Berlusconi bildete durch eine Koalition mit der Alleanza Nationale von Fini und der Lega Nord von Umberto Bossi eine Mitte-Rechts-Regierung. Nachdem Bossi allerdings wieder aus dem Bündnis ausgeschieden ist, kam es 1996 zu Neuwahlen, die das Ulivo-Bündnis von Romano Prodi für sich entscheiden konnte. 2001 versuchte es Berlusconi erneut – so erhielt etwa jeder italienische Haushalt ein Gratis-Exemplar der Biographie des Meisters. Tja – alles andere ist Gegenwart.
Immer wieder gerät der Politiker Berlusconi in den Verdacht, mit der Mafia zu kollaborieren. So meinte einst einer seiner Freunde, dass Silvio mehr Angst vor seiner Frau als vor der Mafia habe. Tatsächlich brachte der vermeintliche Auftragskiller der Geheimorganisation Gaspare Spaluzza Berlusconi in Verbindung mit einer Reihe von Bombenanschlägen in Rom, Mailand und Florenz. Dies habe der 1993 verhaftete und 1994 verurteilte Clanchef der Cosa Nostra Giuseppe Graviano behauptet. Berlusconi selbst war in diesen Prozess formell nicht verwickelt – es ging vielmehr um einen seiner Vertrauten. Der ins Zwielicht Geratene konterte mit den Festnahmen vieler Mafiosi und der Beschlagnahme eines riesigen Vermögens der sog. “ehrenhaften Gesellschaft”. Der Prozess übrigens konnte in dieser Form nur durchgeführt werden, da der Oberste Gerichtshof ein von der Regierung Berlusconi verabschiedetes Gesetz für rechtswidrig erklärt hatte, wonach der Regierungschef vor einer etwaigen Strafverfolgung geschützt werden solle. Berlusconi meinte 2003, dass vor dem Gesetz alle gleich seien, “aber ich bin gleicher, weil mich die Mehrheit des Volkes gewählt hat!” Auch der Bürgermeister von Palermo, Leoluca Orlando, bezeichnete Berlusconi in einem Interview mit der Zeitschrift “Der Spiegel” als den “Schutzpatron des illegalen Systems”. Orlando gilt als DER Mafiajäger schlechthin. Er reduzierte die Zahl der jährlichen Morde der Mafia in Palermo von 250 auf null.
Und Berlusconis Kampf geht weiter: So warf er dem staatlichen Rundfunk RAI eine Hetzkampagne vor (das Unternehmen sei von der politisch Linken unterwandert) und verordnete diesem einen Maulkorb. Aussenpolitisch meinte der inzwischen turnusmässig zum EU-Ratsvorsitzenden avancierte Italiener am 02. Juli 2003 gegenüber des deutschen SPD-Abgeordneten Martin Schulz: “Herr Schulz, ich kenne in Italien einen Produzenten, der einen Film über Konzentrationslager der Nazis macht. Ich werde Sie für die Rolle eine Kapos vorschlagen. Sie sind dafür wie geschaffen!” Rauhe Töne also aus dem Mittelmeerstaat!
Tja – und dann sind da noch die Sex-Geschichten. So steht Silvio Berlusconi im Verdacht, einigen erlesenen Bossen aus Politik und Wirtschaft mit Diensten aller Art in seiner Villa gefällig gewesen zu sein. Seine Vorliebe für junge Frauen, die nicht unbedingt volljährig sind, führte auch zur Scheidung der Ehe mit Miriam Bartolini alias Veronica Lario! Dies und nicht zuletzt auch drei kurze Videos, die derzeit durch’s Internet geistern und Berlusconi beim Popeln, mit einem mehr als ungünstigen Gesichtsausdruck und beim Vortäuschen eines Koitus hinter dem Rücken einer Politesse auf offener Strasse zeigen, hat nicht nur in Italien für offenen Unmut gesorgt.
Der Stolperstein aber schlechthin könnte das Unternehmen Fininvest werden. Einerseits steht die Frage im Raum, wie der damalige Jungunternehmer Berlusconi seine Projekte finanziert bekam. Andererseits laufen seit geraumer Zeit Ermittlungen gegen den ehemaligen Fininvest-Sptzenmanager Marcello Dell’Utri, wobei es um die Rekapitalisierung der Gruppe geht. Daneben ermittelt der Staatsanwalt Giancarlo Caselli aus Palermo wegen Geldwäscherei-Vorwürfen der Mafia bei einem der Berlusconi-Fernsehsender. All dies wird am 14. Dezember im Rahmen eines Vertrauensvotums im italienischen Parlament abgehandelt. Die Abstimmung wurde notwendig, da der ehemalige Verbündete Gianfranco Fini das Bündnis mit 40 weiteren Abgeordneten verliess. Immer mehr folgen. Sollte Silvio Berlusconi diese beiden Abstimmungen im Unterhaus und Senat nicht bestehen, so sind Neuwahlen unvermeidbar. In der Bevölkerung hat er das Vertrauen bereits verloren – nurmehr 35 % stehen zu dem mit einem geschätzten Vermögen von 9,4 Milliarden Dollar (Forbes) zur elitären Finanzspitze Italiens gehörenden Berlusconi.

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Und wenn er nicht gestorben ist…

Man muss ihn mögen – oder eben nicht! Ich gehöre eher zu Zweiteren, deshalb bitte ich alle HP-Fans dies zu entschuldigen! Auf Facebook gibt’s die Gruppe “My Concerns” – hier ist auch eine Diskussionsplattform eingerichtet!
Harry Potter hat den Weg zurück auf die Leinwand gefunden! So mancher hat bereits unter Abstinenzerscheinungen gelitten oder überlegt, sich den mentalen Relaunch zu verpassen, da im Sommer entgültig Schluss sein wird. Das letzte Werk von Joanne K. Rowling “Harry Potter und die Heiligtümer des Todes” feierte vergangenen Donnerstag in London seine Kino-Premiere – ab dem 18. November läuft der Streifen auch in unseren Kinos! Der Inhalt ist rasch erklärt: Harry ist inzwischen erwachsen geworden. Nachdem am Ende des 6. Teiles der Direktor von Hogwarth und gleichzeitige Zaubermeister Albus Dumbledore ermordet wurde, begibt sich Potter nun auf einen Rachefeldzug! Dieser nämlich hatte seinen Lehrling damit beauftragt, alle Horkruxe zu finden, in welchen der böse Lord Voldemort seine Seele versteckt hat. Sie müssen zerstört werden. Erst dann findet auch Harry seine Ruhe! Im letzten Teil der Heptalogie allerdings kommt es unter den Freunden zu Streitigkeiten. Mehr sei noch nicht verraten!
Joanne K. Rowling (1965 in  Yate in der englischen Grafschaft South Gloucestershire geboren) erfand während einer Zugsfahrt von Manchester nach London im Jahre 1990 die Figur des Zauberlehrlings Harry Potter. Zu diesem Zeitpunkt übte sie einige Bürotätigkeiten aus und arbeitete nebenbei an zwei Romanen für Erwachsene. Sie träumte davon, als Schriftstellerin gross rauszukommen. Was allerdings diese beiden Werke anbelangt, so befand sie sich damals auf dem vielfach zitierten Holzweg – sie wurden bislang nicht veröffentlicht. 1991 – nach dem Tod ihrer Mutter zog sie nach Portugal, wo sie als Lehrerin unterrichtete. Dort fand sie auch die Zeit, am ersten Teil “Harry Potter und der Stein der Weisen” zu arbeiten. 1995 beendete sie den Band – doch kein Verlag wollte ihn publizieren. Erst ein Jahr später nahm sie Bloomsbury Publishing unter Vertrag, obwohl sie hier schon mal vergebens an die Türen geklopft hatte. Schützenhilfe bekam sie vom Jugendbuchverantwortlichen des Verlags, Barry Cunningham, der ihr aber trotzdem geraten hatte, wieder einem normalen Broterwerb nachzugehen. Am 26. Juni 1997 schliesslich wurde Band 1 mit einer Startauflage von 500 Stück veröffentlicht. Drei Tage später ersteigerte der US-amerikanische Verlag Scholastic für 100.000 € die Rechte. Rowling erhielt davon 80 %. Na ja – alles andere ist eine bislang noch nicht dagewesene Literatur und Filmgeschichte und soll hier nicht näher ausgeführt werden.
Immer wieder musste sich J.K. Rowling gegen Plagiatsvorwürfe verwehren. Einer etwa stammt von dem US-Autor John Buechler, in dessen Film “Troll” aus dem jahr 1986 ein zaubernder Junge namens Harry Potter jun. sein Unwesen trieb. Ein anderer von der US-Kinderbuchautorin Nancy Stouffer (“The legend of Rah and the Muggles and Larry Potter and his best friend Lily”). Dieser wurde aber vor Gericht 2002 als Betrug entlarvt. Sicherlich wird es auch in Zukunft nicht wirklich ruhig um etwaige Erfinder der Romanfigur werden, hat doch Rowling – entgegen ihrer früheren Aussage, dass sie endgültig den Potter-Bleistift weggelegt hat – zuletzt doch noch ein “Vielleicht!” im Raum stehen lassen.
Die Harry Potter-Bände werden zwar der Kinder- und Jugendliteratur zugeschrieben, finden jedoch auch unter den Erwachsenen Millionen von Anhänger. Die Filme sind allerdings zeitweise doch recht deftig, sodass der Jugendschutz und die FSK (Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft) ihre schützende Hand auferlegten und eine Altersfreigabe einrichten liessen! Hä – bei einer Kinder- und Jugendbuch-Verfilmung? Hollywood geizte nicht mit publikumsträchtigen Special-Effects und Szenen, die eigentlich nicht vor 22.00 Uhr im Fernsehen laufen sollten. Apropos Film: Die Schauspieler – allen voran Daniel Radcliffe, Emma Watson und Rupert Grint – sind inzwischen auch im wahren Leben erwachsen geworden und zeigten sich vor Abschluss der Dreharbeiten erleichtert, dass sie nun auch andere Rollen spielen können und nicht auf Harry Potter, Hermine Granger und Ron Weasley fokussiert werden. Doch meinte Radcliffe, dass er sich am letzten Drehtag völlig leer gefühlt habe und nach der letzten Klappe in ein tiefes Loch gefallen sei! Hoppala – Showdown also bei Familie Potter – ob die Schauspieler auch tatsächlich aufgrund ihrer Kunst oder nur aufgrund des Romanerfolges gross und berühmt geworden sind, wird sich wohl in Zukunft zeigen. Emma Watson hat es kürzlich treffend formuliert: “Ich hoffe, eine gute Schauspielerin zu werden!” (Welt vom 11. November 2010).
Während Rowling und ihr Werk von Kollegen, Medien und Kritikern in den Olymp gehoben wurde (“Erfindung einer grossen Einbildungskraft” – Stephen King; “Juwel der Abenteuer- und Unterhaltungsliteratur – Wilhelm Ruprecht Frieling) gab es die wohl massivste Kritik von der Kirche. So warfen beispielsweise christlich-fundamentalistische Gruppierungen Rowling die “Verharmlosung und Verbreitung von Okkultismus” vor. Dieser sei bereits von der Kirche überwunden gewesen! Ist klar, ging man doch damals davon aus, dass mit den Hexenverbrennungen im Rahmen der Inquisition dem Spuk im wahrsten Sinne des Wortes ein feuriges Ende bereitet wurde. Dies hinderte aber hunderte Millionen von Zuschauern nicht daran, die weltweiten Kino-Kassen kräftig klingeln zu lassen: Vor diesen letzten beiden Teilen spielten die Verfilmungen des Romans nicht weniger als 3,9 Milliarden Euro ein. Rechnen wir die Millionen Leser dazu – mei lieber Schorli!!!
Wie geht’s nun weiter? J.K. Rowling könnte sich durchaus zur Ruhe setzen – sie wurde inzwischen neben HM Queen Elisabeth II. zur zweitreichsten Frau Grossbritanniens, erhält auf der ganzen Welt Doktortitel und ist als Schrifstellerin berühmt geworden. All das wollte sie ja! Sollte Joanne nun auf die Idee kommen, doch noch andere Werke publizieren zu wollen, so muss sie gegen sich selbst ankämpfen: Gegen die Frau, die Harry Potter geschaffen hat! Alles andere kann nur schlechter und weniger erfolgreich werden. Also muss ein Pseudonym her. Harry Potter selbst? Im Sommer 2011 erscheint der ebenfalls bereits abgedrehte 2. Teil des 7. Bandes in den Kinos! Soll er dann nochmals aus der Asche emporsteigen? Oder bleibt er – ähnlich wie die Beatles (die nach ihrer Trennung niemals wieder gemeinsam mit John Lennon aufgetreten sind) – ein Star, eine Legende, ein Held, der im Kampf gegen das Böse vor nichts zurückgeschreckt hat.

PS: Ich mag Harry Potter nach wie vor nicht!!!

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Der freundliche Postbote… – doch er kann am wenigsten dafür!!!

Lockerbie, Dumfries und Galloway – drei verschlafene Ortschaften im wunderschönen Schottland. Hier ist das Leben noch in Ordnung. Viele der Einwohner sind an diesem 21. Dezember 1988 beim Abendessen, schauen fern oder geniessen ihr wohlverdientes Feierabend-Guiness im Dorfpub.
Doch plötzlich – um genau 19.02 Uhr und 47 Sekunden zerstört ein lauter Knall und ein Feuerblitz am Himmel diese Idylle. Ab sofort sollte für niemanden hier die Welt noch in geregelten Bahnen ablaufen!
Captain MacQuame vom PanAm Flug 103 (ab London Heathrow eine Boing 747-121, zuvor eine Boing 727) von Frankfurt nach New York hat nur Sekunden zuvor vom schottischen Luftraumüberwachungszentrum in Prestwick die Freigabe für einen Transatlantik-Flug erhalten. An Bord befanden sich 243 Passagiere und 16 Besatzungsmitglieder (3 Passagiere und ein Besatzungsmitglied aus Deutschland) – für alle und für 11 Bewohner Lockerbies wurde PA103 “der Flug in die Hölle”. Grauenvolles Detail am Rande: Gerichtsmediziner gehen davon aus, dass die meisten der Menschen während des Falls aufgrund des Sauerstoffmangels in 9.400 m Höhe das Bewusstsein verloren haben. Als sie dichtere Luftschichten erreicht haben, sind einige wieder zu sich gekommen!
Verantwortlich für diesen Horror waren 340 bis 450 g Plastiksprengstoff (sog. “Semtex”), der von vielen Sicherheitsbeamten noch gar nicht gekannt und durch die Röntgengeräte nicht erfasst wurde. Bereits am 05. Dezember hatte ein männlicher Anrufer mit arabischem Akzent bei der US-amerikanischen Botschaft in Helsinki vor einem solchen Attentat gewarnt.
Inzwischen sind die Sicherheitsbestimmungen an den Flughäfen dieser Welt extrem verschärft worden – der Ganzkörper-Scanner ist an vielen Orten bereits im Einsatz, in einigen Monaten sollen auch neue Sprengstoff-Scanner folgen, die sogar winzige Mengen des explosiven Materials in beispielsweise Zahnpasta-Tuben nachweisen können. Umso mehr verwundert es mich, dass in den letzten Tagen wieder Sprengstoff gefunden wurde – in Paketen, die vom Jemen aus sowohl in einer Passagiermaschine, als auch in einem Frachtflugzeug transportiert wurden. Immer wieder kommt es vor, dass Linien-Flüge Frachtmaterial aufnehmen (rund 60% der Luftfracht wird auf diesem Wege transportiert). Eine Tatsache, die offenbar zum Sicherheitsrisiko wurde. Das Gepäck der Fluggäste wird zwar überprüft (Rütteltest, Röntgen,…), unterliegt jedoch nicht dermassen hohen Sicherheitsvorkehrungen wie etwa das Handgepäck, da bislang die wohl grösste Gefahr von Hijackern – also Flugzeug-Entführern – ausgegangen ist. Schliesslich erweckt ein entführtes Flugzeug wesentlich mehr Medienrummel und ist besser als Druckmittel einzusetzen, als eine bereits explodierte Maschine. Inwieweit aber das Frachtgut bislang geprüft wurde, wird grossteils verschwiegen!
Der Anrufer von damals machte die Abu Nidal-Gruppe für den Anschlag verantwortlich – er lag um nur 2 Tage zeitlich daneben. Abu Nidal spaltete 1974 diese extremistische Gruppierung (auch als Fatah-Revolutionsrat, Arabische Revolutionäre Brigaden oder Schwarzer September bekannt) von der PLO ab. Diese Gruppierung setzt sich für ein selbständiges Palästina ein und schreckt dabei auch vor solchen Taten nicht zurück. Die aktuellen Anschlagsversuche gehen wohl auf Kosten der Taliban und deren Terror-Organisation. Die Al Kaida ist eine Gruppierung um deren Führer Osama Bin Laden, der – nach der US-amerikanischen Intervention in Afghanistan – die USA zum Feindbild erklärt hat und höchstwahrscheinlich auch für die Vorgänge am 11. September 2001 verantwortlich ist. Nach Geheimdienstangaben wird die Al Kaida im Jemen geduldet (NZZ vom 01.11.2010) – höchstwahrscheinlich aus Furcht vor einer bewaffneten Auseinandersetzung. Die Regierung gehe nur sehr zurückhaltend vor. Von dort aus werden die Feldzüge in Richtung Westen geplant und auch organisiert. Zu Beginn des laufenden Jahres fand in London eine Konferenz statt, wobei vornehmlich die USA und Grossbritannien der Regierung Jemens – dem Saleh-Regime – einerseits finanzielle Mittel, andererseits auch gezielte Militäroperationen gegen die Al Kaida in Aussicht gestellt haben. Nun sieht diese wohl deren taktische Schaltzentrale gefährdet. Ihre militärischen Stellungen in Afghanistan werden ja inzwischen auch von der deutschen Bundeswehr bekämpft. Der Jemen ist ein heiss umkämpfter Fleck dieser Erde. Im Norden führt die Regierung einen erbitterten Kampf gegen die schiitischen Huthis (arbeiten nicht mehr mit der Al Kaida zusammen), im Süden bereitet die Sezessionsbewegung einige Sorgen. Doch auch diese können mit der Bin-Laden-Ideologie nicht wirklich etwas anfangen. 1990 wurden der Süd- und Nordteil des Landes gewaltsam vereinigt. Jetzt erntet Regierungschef Saheh, der bislang sehr diplomatisch agierte, wohl die grauenvollen Früchte. Und dabei hat er zusätzlich noch den allwissenden Herrscher des Jemens, Ali Abdallah Saleh im Genick, dessen Wort offenbar Religion ist, der aber teilweise an der Realität vorbei entscheidet.
Die ersten beiden explosiven Pakete wurden in der Hauptstadt Saana aufgegeben und nur wenig später mit zwei US-Maschinen in die Staaten geflogen. Beide waren an jüdische Einrichtungen adressiert. In einem der Pakete war die Bombe als Computer-Druckerpatrone getarnt. Bei der Verhinderung dieser Anschläge hatte der saudische Geheimdienst seine Finger im Spiel. Immer mehr kommt auch der Verdacht auf, dass diese erneuten Versuche mit dem vereitelten Anschlag des Nigerianers Umar Farouk Abdulmutallab vergangene Weihnachten stehen. Er wollte beim Landeanflug auf Detroit eine Bombe zünden – diese allerdings detonierte nicht. Der Sprengkörper trug dieselbe Handschrift wie jene beiden Paketbomben, die dieser Tage erfolgreich entschärft werden konnten. Die Washington Post und auch der britische Sunday Telegraph wissen sogar einen Namen: Ibrahim Hassan el Asiri – ein Saudiaraber, der im Jemen leben soll. Die Geheimdienste haben dies allerdings noch nicht bestätigt. Unterdessen verfügten die meisten westlichen Staaten eine zeitliche Einfuhrsperre für Frachtgut aus dem Jemen (jedes Frachtgut muss zuerst lückenlos kontrolliert werden – Zeitzünder könnten in Sicherheitsräumen detonieren). Auch andere Massnahmen laufen auf Hochtouren. Doch bescheinigt etwa Jan Mücke, der parlamentarische Staatssekretär im deutschen Bundesverkehrsministerium, dass eine 100%-ige Sicherheit leider nicht machbar ist (Leipziger Volkszeitung). Derzeit werde an der “Verordnung 300″ zwischen den USA und der EU gearbeitet. Dabei geht es um eine sichere Lieferkette. So müssen etwa rund 25.000 Unternehmen in Deutschland bis zum Beginn des Jahres 2013 Sicherheitsprogramme vorlegen, wodurch aufgrund lückenloser Kontrollen ein sicherer Transport von Frachtgut gewährleistet werden kann. Die Flughafen-Chefs sprechen sich indes für genauere Kontrollen an den Frachtdrehkreuzen aus (Ralph Beisel vom Flughafenverband ADV). Stellen Sie sich mal folgendes Horrorszenario vor: Eine vollgetankte Passagiermaschine explodiert gleich nach dem Start in Frankfurt (dies sollte bislang durch die sog. “Rütteltests” ausgeschlossen werden)!
Den meisten Aufruhr hierzulande verursachte allerdings nicht eine Paketsendung aus dem Jemen sondern vielmehr ein Päckchen an die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel. Dieses wurde in der Poststelle des Bundeskanzleramtes wegen einiger Auffälligkeiten aufgehalten und von Sprengstoffexperten der Berliner Polizei untersucht. Entdeckt wurde eine schwarzpulver-ähnliche Substanz. Nach Aussage des deutschen Bundesinnenministers de Maizière hätte die Bombe durchaus grossen Schaden anrichten können. Verletzt wurde gottlob niemand. Merkel bedankte sich höchstpersönlich bei den Mitarbeitern der Poststelle. Der Absender des Paketes war höchstwahrscheinlich eine linksextremistische Gruppierung aus Griechenland, die inzwischen für einige Anschläge verantwortlich gemacht wird. Handelt es sich nun hierbei etwa um Trittbrettfahrer? Erinnerungen an den österreichischen Bombenbastler Franz Fuchs werden wach! Die Polizei warnt unterdessen die Bevölkerung vor Paketen mit nicht bekanntem Absender! Vornehmlich Meinungsbildner und bekannte Persönlichkeiten sollten auf der Hut sein. So spricht etwa das deutsche Bundeskriminalamt BKA von einer “weiterhin hohen abstrakten Gefährdungslage, ein starkes Grundrauschen, das uns zu erhöhter Wachsamkeit zwingt!” (Amtschef Jörg Ziercke gegenüber der Bild). Der kommende EU-Gipfel im Dezember soll bereits im Zeichen der Sicherheitsmassnahmen stehen, denn in Deutschland wird beinahe die komplette Luftfracht für die USA aus dem Nahen Osten umgeschlagen!

Mein Gott – was sind das für Menschen!!!

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