Archive for Januar, 2011

Es wird geschossen – aus vollen Rohren!!!

Ganz Deutschland liebt ihn – seine Umfragewerte stellen jene seiner Chefin bei weitem in den Schatten Doch dann plötzlich ist Schicht im Schacht: Drei Vorfällen in seinem Ressort sorgen für ein Wanken des Ministers (allerdings noch kein Straucheln!) – die Opposition reitet eine Generalattacke und Karl Theodor zu Guttenberg wird von heute auf morgen zum Buhmann der Nation! Wie heisst es immer so schön. Du brauchst verdammt lange, bis Du oben angelangt bist – aber verdammt kurz, bis Du wieder dort bist, wo Du herkamst!
Dabei ist er ja vielleicht gar nicht schuldig – schliesslich ist ein Minister nicht allwissend über das, was in seinem Ressort vor sich geht! Doch trägt er die Last der Politiker – er ist trotzdem dafür verantwortlich! Und dies macht ihn schuldig, zumindest findet dies die politische Gegnerschaft! Die Tage des deutschen Verteidigungsministers gleichen derzeit einer Gradwanderung: Ein noch so kleiner Fehltritt und du bist weg vom Fenster! Und dies ist deshalb so bitter, da Karl Theodor zu Guttenberg als der mögliche nächste deutsche Bundeskanzler hoch im Kurs stand! Übrigens – wäre das dann als “Rückkehr der Aristokratie” zu verstehen???
Damit aber zur Vorgeschichte. Als die Meldung, dass ein deutscher Soldat in Afghanistan ums Leben gekommen ist, im Dezember bekannt wurde. trauerte die Nation. Immer mehr wurden dann allerdings Details bekannt. Der junge Mann war an vorderster Taliban-Front im OP North eingeteilt. Erste Stimmen sprachen von Selbstmord. Doch jetzt im Januar wurde publik, dass er möglicherweise durch die Kugel eines Kameraden tödlich getroffen wurde. Der Vorfall sei beim Hantieren mit der Waffe geschehen (ich vermeide absichtlich das Wort “Spielen”, da die Untersuchungen noch nicht ganz abgeschlossen sind)! Zu Guttenberg machte das, was jeder Minister gemacht hätte: Er setzte eine Ermittlungskommission ein und übergab das Ganze an die Staatsanwaltschaft Gera, da es sich hierbei um eine Einheit aus Thüringen handelte.
Tja – leider noch nicht genug: Im Dezember kam dem Wehrbeauftragten des Bundestages, Hellmut Königshaus (FDP) eine Beschwerde von deutschen Soldaten zu Ohren, wonach Feldpost (also Sendungen an Verwandte oder Freunde)  in Deutschland geöffnet oder gar ohne Inhalt ankamen! Dabei handelte es sich um 20 Postsendungen von 15 Soldaten einer niedersächsischen Einheit! Nettes Detail: Auch diese sind am OP North in Afghanistan im Einsatz. Müssig zu erwähnen, dass das Briefgeheimnis in den unterschiedlichen Verfassungen Mitteleuropas als Grundrecht verankert ist! Somit dürfte (theoretisch betrachtet) nicht einmal der Ehepartner einen solchen persönlich adressierten Brief öffnen. Privat halten sich nur wenige daran – für die Behörden jedoch bedarf es eines richterlichen Urteils oder angeordneter Zensurmassnahmen, die allerdings auf einer begründeten Basis beruhen müssen. Die Nachforschungen ergaben, dass weder das eine noch das andere vorgelegen ist! Die Post wird aus dieser Unruheregion normalerweise durch die Bundeswehr transportiert. Dies war aber zuletzt nicht der Fall – es wurde durch ein privates Unternehmen (höchstwahrscheinlich mit Sitz in Afghanistan) bewerkstelligt – auch hier sind die Untersuchungen noch nicht ganz abgeschlossen.
Und da nicht nur aller guten Dinge drei sind – hier der Skandal, der wohl alles andere überschattet: Auf dem Schul-Segelschiff der Deutschen Marine, der Gorch Fock, soll es zu sexuellen Übergriffen und Repressalien gegenüber Offiziersanwärtern gekommen sein. Aufgeflogen ist das Ganze durch den Tod einer Kadettin. Die Gorch Fock gilt als die Perle der Deutschen Marine. Sehr viele der heutigen Kapitäne oder Offiziere zur See haben hier ihr Handwerk erlernt. Zu Guttenberg hat auch in diesem Fall eine Kommission eingesetzt und den Kapitän des Schiffes vorläufig abberufen! Dessen Pech: Im Internet sind Fotos aufgetaucht, die diesen beim Wasserskifahren zeigen – gezogen von einem Beiboot der Gorch Folk! Das schürt das Feuer in der Volksseele!
Karl Theodor Maria Nikolaus Johann Jacob Philipp Franz Joseph Sylvester Freiherr von und zu Guttenberg erblickte im Jahre 1971 in München das Licht der Welt. Derer von und zu Guttenbergs sind ein altes fränkisches Adelsgeschlecht, wobei die Mutter dem Geschlecht derer zu Ribbentrops entstammt. Die Frau Karl Theodors, Stephanie, ist eine geborene Gräfin von Bismarck-Schönhausen. Zu Guttenberg absolvierte seinen Militärdienst (im Gegensatz zu vielen seiner Amtskollegen) im 233. Gebirgsjägerbataillon in Mittenwald und musterte als Stabsunteroffizier der Reserve aus. Danach begann er in Bayreuth und München zu studieren – Rechts-  und Politikwissenschaften, ersteres schloss er auch mit dem ersten Staatsexamen ab. 2007 promoivierte er – ist jedoch aufgrund des fehlenden zweiten Staatsexamens kein Volljurist. Zunächst war er mit der Verwaltung des Familienbesitzes beschäftigt, daneben engagierte er sich auf Orts- und Bezirksebene der CSU. Seit 2002 sitzt Karl Theodor im Bundestag, 2008 wurde er zum Generalsekretär der Partei gewählt. Im Februar 2009 übernahm er in der Bundesregierung das Wirtschaftsressort, im Oktober desselben Jahres dann das Verteidigungsministerium. Zu Guttenberg gilt – trotz seiner adeligen Herkunft und des kometenhaften Aufstieges in der Politik als “bodenständig”, der niemals vergisst, wer ihn gewählt hat! Das macht ihn auch dermassen populär im Volk. Er ist cool! Zumindest bis vor kurzem!
Die Gegenspieler von SPD und den Grünen haben den Herrn Doktor nun auf das Nagelbrett getackert und möchten ihn am liebsten gar nicht mehr herunterlassen. So wurde der Minister diese Woche zuerst vier Stunden lang im Verteidigungsausschuss und danach eine weitere Stunde im Parlament in die Bredouille genommen. Doch erwies sich der Oberfranke als harter Brocken. Er empfahl den Attackierern doch die Zeitung zu lesen und wollte selbst die ganze Affäre beenden (die Anschuldigungen gegen ihn seien “…wie ein morsches Dachgebälk in sich zusammengebrochen!”). Dass solche Aussagen bei Vollblut-Politikern, die seit Jahrzehnten in der Politik sind, den Adrenalin-Spiegel ansteigen lassen, sollte verständlich sein. Aber: Zu Guttenberg ist nicht zu fassen!!! Doch – auch in eigenen Reihen kommt langsam Kritik auf. So meint etwa der CDU-Wehrexperte Ernst-Reinhard Beck, dass der Freiherr in gewissen Punkten eine Dünnhäutigkeit hinterlassen habe. Schluck oumpf!!! Manch anderer spricht inzwischen auch von Überheblichkeit. So berichtete der Minister nach der Abberufung des Gorch Fock-Kapitäns von einer “Bemerkenswerten Ahnungslosigkeit” seiner Kritiker, die sich “…zumindest mit den Grundzügen des Beamten- und Soldatenrechts vertraut” machen sollten! Padautz – da war er: Der Schlag ins Gesicht!
Gleiches spielt sich interessanterweise zum selben Zeitpunkt beim kleinen Bruder in Österreich ab. Man möchte beinahe glauben, Karl Theodor zu Guttenberg und Norbert Darabos sind eineiige Zwillinge – zumindest was deren Kampfstil anbelangt. Dort nämlich macht der ehemalige Zivildiener tabula rasa! Und dies auf ganz bemerkenswerte Art und Weise. Sprach sich Darabos noch vor der Wienwahl für die allgemeine Wehrpflicht aus, so änderte er sehr rasch nach einem Sager der grauen SP-Eminenz aus der österreichischen Bundeshauptstadt, Michael Häupl, man möchte dies doch nochmals überdenken, seine Meinung (siehe auch das Posting “Die Augeeeeen rechts!”). Die Militärs – inzwischen ohnedies von der Sparpolitik der Regierung genervt (“Verscherbeln der Kronjuwelen”) – reagieren nun allesamt mehr als sauer. Sie sprechen sich sogar auf der Homepage des Verteidigungsministeriums für die allgemeine Wehrpflicht aus. Dies ist militärischer Ungehorsam und hat natürlich Konsequenzen. Dieser Tage enthob der Minister General Edmund Entacher seines Amtes als Generalstabschef. Darabos vergleicht seinen grössten Gegner, die Österreichische Offiziersgesellschaft (welcher nicht wenige der Führungskräfte des Bundesheeres angehören), mit dem Fussballverein seinen Heimatortes, dem SC Kroatisch-Minihof: Als ein privater Verein, dessen Meinung nicht wirklich eine Gewichtung zukomme. Die Offiziersgesellschaft kocht, sie spricht über eine Aussendung des Verteidigungsministers, wo er all jenen Ressortangehörigen, die nicht seiner Meinung sind, mit personellen Konsequenzen droht, als ungeheuerlich, undemokratisch, verfassungswidrig und geradezu “stalinistisch”! Gemeinsam mit der Bundesvereinigung der Milizverbände und der Österreichischen Unteroffiziersgesellschaft fordert die Österreichische Offiziersgesellschaft den Rücktritt des sozialdemokratischen Ministers.
Die Suppen, sowohl die deutsche Erbsensuppe als auch die Alt-Wiener Erdäpfelsuppe, sind somit kurz vor dem Überkochen. Beide Minister wollen mit der Brechstange eine Verkleinerung der militärischen Verbände, die Militärs fühlen sich verscheissert, schliesslich sind sie entsprechend ausgebildet und seit Jahrzehnten auf ihren Stühlen, die aber nun angesägt werden. Minister kommen und gehen – Militärs aber haben sich und ihr Leben in den Dienst des Vaterlandes gestellt (wie es immer so schön heisst). Plötzlich fahren zwei Politiker, die altersmässig sogar die Söhne eines so manchen altgedienten, aber noch im Dienst befindlichen Generals sein könnten, radikal mit dem Rotstift über alles, was sich bewegt und nicht bewegt. Verzeihen Sie mir bitte den Vergleich: Das ist in etwa gleich, wie der Vorarbeiter des Stanzwerkes immer mehr seiner langjährigen Kollegen verabschieden muss, die durch Computer und Roboter ersetzt werden. Seine Führungskraft wird dezimiert, er verkümmert zum normalen Maschinisten, der die Produktionsstrasse mittels PC und Druckknöpfen überwacht!

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So ehrenwert!!!???

Schade – auch diese Woche kann ich leider nicht über den Playboy-Gründer Hugh Hefner berichten. Die US-Justiz hat dieser Tage zum wohl grössten Schlag gegen das organisierte Verbrechen ausgeholt! Die Bunnies sind nicht vergessen – versprochen!!! Müssen nur noch etwas warten (vielleicht klappt’s ja dann zu Ostern!!!).
Unter “mafiusu” versteht der Sizilianer eingebildet, arrogant – aber auch mutig und selbstsicher! Spricht man in New York von den “Fünf Familien”, so hat dies nicht etwa religiöse Hintergründe. So manchem Einwohner des Big Apples jagt dies einen kalten Schauer über den Rücken! Diese Familien herrschen mit einem Geflecht aus Drogenhandel, Erpressung, Prostitution und nicht zuletzt auch Mord nicht nur über den Stadtteil Little Italy sondern praktisch über die gesamte Stadt und deren Umgebung. Bei der dieswöchigen Razzia (einer der grössten in der Geschichte der Vereinigten Staaten) wurden nicht weniger als 130 Mitglieder der La Cosa Nostra festgenommen. Darunter soll auch einer der führenden Ringträger sein – der Boss der Colombo-Familie mit Sitz in Rhode Island. An diesem Schlag gegen das organisierte Verbrechen beteiligte sich auch die Polizei von Long Island und New Jersey – umso verwunderlicher, dass nicht doch eine Information nach aussen gelangte und die Paten vorgewarnt wurden! Oder sind sie sich inzwischen zu sicher, dass ihnen nichts geschehen kann??? Die Festgenommenen kamen als erstes auf ein Gefangenenschiff im Fort Hamilton vor der Küste der Stadt. Der US-Justizminister Eric Holder spricht von einem grossen Erfolg – Anklage wurde teilweise bereits erhoben bzw. soll noch in den kommenden Tagen an einem Gericht in Brooklyn eingebracht werden!
Was ist aber die Mafia?! Was macht den Kampf gegen sie so schwer? Die Wurzeln liegen im Sizilien des 19. Jahrhunderts! Ein Geheimbund verbreitete auf der italienischen Insel Angst und Schrecken! Durch Erpressung und Gewalt wurde versucht, die Macht und den Einfluss zu verfestigen. Wie dieser Geheimbund aber zur Bezeichnung “Mafia” gekommen ist – darüber ranken sich die obstrusesten Legenden! In der Autobiografie des Bonanno-Paten Joe Bonanno (1983 erschienen), soll die sizillianische Vesper (der Widerstand Siziliens gegen die französische Herrschaft unter Karl I.) durch einen französischen Besatzungssoldaten ausgelöst worden sein. Er hatte sich in ein Mädchen aus Palermo verschaut. Deren Mutter soll schreiend durch die Strassen Palermos gelaufen sein: ” Ma ffia, Ma ffia!” (meine Tochter, meine Tochter). Eine andere Begriffsdefinition spricht von “Morte alla Francia, Italia anela!” (den Tod Frankreichs ersehnt sich Italien)! Erstmals urkundlich erwähnt ist das Wort “Mafia” 1585 – es beizeichnet eine Hexe.
Das besondere der Mafia ist die im Volk tief verankerte Mentalität! Sie lässt die organisierte Kriminalität rasch in die politischen Strukturen Italiens eindringen. Dadurch entsteht eine Verschmelzung der beiderseitigen Interessen, soll heissen, dass es Zeiten in Italien gegeben hat, in welchen der Staat eng mit der Mafia zusammengearbeitet hat; die ehrenwerte Gesellschaft sogar ihre eigenen politischen Kandidaten aufgestellt hat. Dies endete abrupt mit dem Aufstieg Benito Mussolinis zum Führer des Faschismuses in Italien. Ihm gelang es, die Mafia binnen weniger Jahre bedeutungslos werden zu lassen. In totalitären Regimen wird kein “Nein” oder gar Konkurrenz geduldet! Beim Zusammenbruch des Ostblocks hingegen wuchs die sog. “Russenmafia” innerhalb kürzester Zeit zur bestimmenden Grösse heran – dafür verantwortlich war v.a. deren brutales Vorgehen. Ein Widerspruch wurde sofort mit dem Tod bestraft!
Die sizilianische Mafia (In Neapel auch als Camorra bekannt) unterscheidet sich im Vergleich zu anderen kriminellen Organisationen vornehmlich durch Ihre Struktur. Sie wird durch Familien geführt, deren Oberhaupt der sog. “Pate” ist. Er hat zumeist ein oder zwei Berater und einen 2. Boss, der allerdings machtmässig unter ihm steht. Erst dann folgen die sog. “Kapitäne”, die jeweils gewisse Bereiche abdecken. Jede Familie hat ein Oberhaupt, dem gegenüber jedes Mitglied zu absolutem Gehorsam verpflichtet ist! Das Ganze ist also streng hierarchisch gegliedert! Die ursprüngliche Cosa Nostra ist ein reiner Männerverein – Frauen haben hier keinen Zutritt. Findet jemand Einlass in diese Gesellschaft, so muss er sich einem strengen Ehrenkodex unterwerfen. Verstösse gegen diesen Kodex – insbesondere gegen die Verschwiegenheitspflicht (“Omertà”) werden schwer bestraft – wir kennen die Bilder aus den unzähligen Hollywood-Krimis (Betonschuhe von Flussleichen etwa). Dies alles macht auch die Bekämpfung der Organisation so schwer, da – wenn die Familien vielleicht auch untereinander zerstritten sind – doch nach aussen hin dicht halten und zusammengearbeitet wird.
Nach dem 2. Weltkrieg hat sich die Mafia zu einem weltweiten, gut funktionierenden Wirtschaftsimperium entwickelt. Die Gelder, die über kriminelle Wege eingenommen wurden, müssen irgendwie gewaschen werden, weshalb so mancher Pate fleissig in Wirtschaftsprojekte investiert hat! Ein solcher “sauberer Investor” hat sich schon oftmals als Mafia-Boss herausgestellt, nachdem er alle möglichen Wirtschaftswege infiltriert hat. So wird etwa einer der wohl grössten Finanzskandale in der Schweiz, der Konkurs der an der Genfer Börse notierten SASEA Holding AG im Herbst 1992 hinter vorgehaltener Hand ebenfalls mit verschiedenen, dubiosen Drahtziehern aus Italien in Verbindung gebracht. Dabei ging es u.a. auch um Erdöllieferungen an das damals unter UNO-Sanktion stehende Südafrika bzw. Waffenlieferungen in den Irak (gemeinsam mit einigen westlichen Geheimdiensten). Die Akten stehen mit dem Hinweis auf Staatsräson unter strengem Verschluss der Schweiz – die Konkurssumme belief sich damals auf rund 5 Mrd. Schweizer Franken. Neben direkten wirtschaftlichen Investitionen wird kräftig der Bau gemeinschaftlicher Einrichtungen (wie etwa Krankenhäuser) finanziert. Dies ermöglicht auch heute noch eine direkte Zusammenarbeit mit der Politik, Arbeitsplätze werden geschaffen, der Wohlstand der Bevölkerung ausgebaut! Und hier sind wir wieder bei der Verwurzelung in der Bevölkerung angelangt!!!
Die klassische Einnahmequelle der Cosa Nostra stellt die Schutzgelderpressung dar. Nach einem Bericht von “Confersecenti” (dem zweitgrössten italienischen Unternehmer- und Handelsverband vom 22. Oktober 2007 macht alleine dieser Bereich auf der Habenseite der Familien jährlich 40 Milliarden Euro aus. Während kleine Lokalbesitzer noch dezent zur Kasse gebeten werden, müssen Supermärkte schon mal 5.000,- € jährlich auf den Tisch legen, Bauunternehmer gar 10.000 pro Baustelle. So berichtete beispielsweise das deutsche Handelsblatt im Oktober 2007 wie folgt: “Der Schraubstock der Mafia hat bewirkt, dass von 2004 bis 2006 rund 165.000 kommerzielle Aktivitäten eingestellt wurden und 50.000 Hotels dichtgemacht haben!”
Die Betätigungsfelder liegen gegenwärtig neben der Schutzgelderpressung im Drogenhandel, der Prostitution, dem illegalen Glücksspiel, dem Menschenhandel sowie der Erschleichung von Subventionen. Dadurch soll die ehrenwerte Gesellschaft alleine in Italien pro Jahr rund 100 Mrd € einnehmen. Haben die unter Lebensgefahr agierenden Mafiajäger durch Razzien wieder führende Köpfe der Organisation festgenommen, so sind diese rasch durch Nachfolger (etwa der erwähnten “Unterbosse”) ersetzt. Und bei der Bekämpfung ihrer Gegner kennen auch diese in der Justiz kein Erbarmen: Staatsanwalt Paolo Borsellino – ermordet im Juli 1992; Staatsanwalt Rocco Chinnici – ermordet im Juli 1983; Staatsanwalt Gaetano Costa – ermordet im August 1980; Staatsanwalt Giovanni Falcone – ermordet 1992. Diese Reihe lässt sich noch beliebig lange fortsetzen.
Die “ehrenwerte Gesellschaft” betreibt in sehr vielen Länder dieser Erde Organisationen – in den USA etwa die La Cosa Nostra. Oder es bestanden oder bestehen nach wie vor sehr enge Verbindungen mit ähnlichen Organisationen, wie etwa den Drogenkartellen Kolumbiens oder der serbischen oder russischen Mafia, der japanischen Yakuza oder der chinesischen Triaden.
Das Wort “Mafia” wurde inzwischen zum Synonym für ein organisiertes Vorgehen mit kriminalistischer Prägung. Wer heute die Zeitungen aufschlägt, wird zumindest ein Mal über diesen Begriff stolpern, obwohl eigentlich gar nicht die ursprüngliche Mafia damit gemeint wird – Futtermittel, Ben Ali, pharmazeutische Industrie – ja sogar Politiker werden gerne hinzugezählt. Zumeist unrichtig – erweckt es doch den Groll eines so manchen, ungenannt bleiben wollenden, “ehrenwerten” Paten!

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Noch mal Schwein gehabt…

Eigentlich wollte ich ja heute ein Posting über den Begründer des Playboys Hugh Hefner verfassen (da geht’s derzeit nämlich ziemlich rund!!!), doch die Aktualität hierzulande hat mich leider vom Fotoschauen abgehalten! Vielleicht kommende Woche!
Wirklich nicht zu beneiden sind in diesen Tagen die Bauern! Nicht nur dass durch den Dioxin-Skandal der Umsatz bei tierischen Produkten ins Bodenlose absackt! Nein – jetzt hat uns auch die Schweinegrippe wieder in fester Hand. Im österreichischen Saalbach-Hinterglemm gab es einen Todesfall, der auf diese Influenza zurückzuführen ist. Vier Stammspieler des 1. FC Köln und der Technik-Trainer Thomas “Icke” Hässler sind an dieser H1N1-Virus-Infektion erkrankt, was für den Fussball-Bundesligisten den Start in die Frühjahrssaison dann doch etwas erschwert! Hierbei handelt es sich somit Sportler, die betroffen sind – damit wird also die althergebrachte Weisheit aus Grossmutters waisem Büchlein Lügen gestraft, die all jenen unter uns Gesundheit verspricht, die sich viel an der frischen Luft bewegen und gesund ernähren!
Doch Spass beiseite – dieser A/H1N1-Erreger hat’s wahrhaft in sich! Dabei ist er ja eigentlich nichts neues mehr. Zwischen 1918 und 1920 wütete auf dem Globus die “Spanische Grippe”. Ausgerechnet unmittelbar nach dem Ende des Ersten Weltkrieges eine mehr als prekäre Situation. Doch verlief ihre erste Weltumsegelung noch relativ harmlos. Erst, als sie wieder zurück kam und neuerlich tobte, fielen ihr Millionen Menschen zum Opfer (rund 50 Mio). Sechzig Jahre später erlebte der Erreger seinen zweiten Frühling. In den beiden Jahren 1977 und 78 forderte der Virus erneut weltweit rund 700.000 Todesopfer – vornehmlich unter den jüngeren Erdenbürgern, denn die älteren dürften noch Immunstoffe von damals im Körper gehabt haben. Dieses Mal gab der Volksmund der Krankheit den Namen “Russische Grippe”. Tja und im Jahr 2009 entsteigt plötzlich der A/H1N1-Erreger gleich einem Phönix der Asche! Die “Schweinegrippe” forderte weltweit Mio an Menschenleben. Am 11. Juni 2009 schliesslich ruft die Weltgesundheitsorganisation WHO die Pandemie aus.
Eine Pandemie wird durch zumeist eine Infektionskrankheit hervorgerufen, die über Kontinente hinweg tobt. Ein Kind der menschlichen Mobilität (die Zoologie spricht in diesem Sinne von einer “Panzootie”). Durch Fernreisende wird die Krankheit weltweit verbreitet – aus der örtlich begrenzten Epidemie wird damit ein globales Gesundheitsproblem. So kam beispielsweise die Pest in der Vergangenheit an Bord von Handelsschiffen nach Europa. Der HI-Virus oder auch SARS wurden durch Infizierte vornehmlich an Bord von Flugzeugen in alle Herrgottswinkel verbracht! Solche Pandemien erfordern im Zivilschutz verstärkter Massnahmen (Quarantäne, vermehrte Produktion und Einlagerung von Impfstoffen bei Viruserkrankungen und Antibiotika bei bakteriologischen Erkrankungen bzw. nichtmedikamentöser Schutzvorrichtungen wie etwa Gesichts- oder Atemschutz, Schulschliessungen,etc.). 2009 hatte der Virus praktisch freie Laufbahn, da er durch den trivalenten Impfstoff nicht bekämpft wurde. Dies ist jener Impfstoff, der bereits ab dem Herbst zur Immunisierung angeboten wird und eben solche Epidemien oder auch Pandemien verhindern soll. Um einen kurzen Vergleich anzustellen: Im Laufe einer Epidemie werden örtlich begrenzt rund 10-20 Prozent der Bevölkerung angesteckt. Bei einer Pandemie können Infektionsraten von bis zu 50 % weltweit auftreten! Nach Angaben der WHO wurden im abgelaufenen Jahr rund 1 Mrd solcher Impf-Dosen produziert.
Wieso aber gab man der Grippewelle von 2009 nun die Bezeichnung “Schweinegrippe”. Die “Schweineinfluenza” (Porzine Influenza) ist eine akute Erkrankung der Atemwege bei Hausschweinen. Sie wird durch schweineeigene Viren (Porzine) der Virusgattung Influenza-A hervorgerufen. Entdeckt wurde der H1N1-Virus bei einem Schwein erstmals 1930. Vermischen sich aber die genetischen Informationen zweier ähnlicher Virenstämme (etwa des RNA-Genoms solcher porziner mit humaner Viren), so kann dies zu Subtypen (Reassortanten) führen, die bislang unbekannt waren und deshalb nicht gleich bekämpft werden können. Dadurch dürfte auch die Schweinegrippe zu ihrer Bezeichnung gekommen sein. Doch sind dieser Erreger nicht wirklich die klassischen Erreger der Schweineinfluenza! Die häufigsten solcher Viren sind die Subtypen H1N1, H1N2 und H3N2. Doch wurde auch schon ein H3N1-Subtyp bei Schweinen festgestellt werden – ja sogar ein ansonsten bei Pferden vorkommender H3N8-Subtyp konnte bei Schweinen isoliert werden. Dem Schwein kommt beim Übertritt von tierischen Krankheiten auf den Menschen und umgekehrt eine entscheidende Bedeutung zu, weshalb Experten auch von einem “Mixing Vessel” (einem Mischgefäss) sprechen (zur Namensnennung möchte ich mich hier nicht äussern, schliesslich ist ein Schwein ja ein Lebewesen!). Der erste Übertritt eines solchen porzinen H1N1-Subtyps wurde 1976 beobachtet. Der Erreger konnte bei einem Soldaten des Fort Dix in Burlington County (New Jersey) isoliert werden. Vier GIs erkrankten, ein Patient verstarb. Die Grippewelle 2009 jedoch machte in Mexiko und den USA ihren Anfang. Sie wurde ganz eindeutig von Mensch zu Mensch übertragen, erkrankte Schweine wurden nicht entdeckt! Damit muss im natürlichen Reservoir auf andere Übertragungsmöglichkeiten zugegriffen werden, die mit Wasservögeln und Lungenwurmlarven (Metastrongylus) in Regenwürmern gefunden werden konnten.
Die Viren werden durch Tröpfchen-Infektion über die Schleimhäute der Atemwege aufgenommen. Hier nisten sie sich in den Epithel-Zellen ein! Bevor eine solche Wirtszelle abstirbt, werden rund 100.000 weiterer Influenza-Viren produziert. Die Inkubationszeit beträgt zwischen 1-4 Tage – die Erkrankung ist damit hochkontagiös. Was folgt ist ein schnell ansteigendes Fieber (bis zu 42 Grad Celsius), eine schwere Atemwegsentzündung mit einer gesteigerten Schleimsekretion in der Nase und den Augen. Der Experte spricht dabei von einer interstitiellen Pneumonia mit einhergehender akuter Bronchitis. Die Krankheitssymptome klingen normalerweise nach 5-7 Tagen ab. Sollte nun der Infizierte die Grippe vielleicht auch schadlos überstehen, so kann ein bereits vorher geschwächter Patient an den Folgen der Erkrankung sterben. Nach wie vor grosses Kopfzerbrechen bereiten den Wissenschaftlern und Medizinern allerdings die Superinfektionen (Sekundärinfektionen). Dabei geht zumeist eine bakteriologische Erkrankung einher, die das ganze Krankheitsbild komplett auf den Kopf stellen kann.
Nach Angaben des Robert-Koch-Institutes sterben jährlich in Deutschland rund 5-15.000 Patienten an der üblichen Grippe. Etwa 4,5 Mio Krankschreibungen gehen auf Kosten solcher Grippewellen jährlich. Die Schweinegrippe ist inzwischen in Deutschland, Österreich und der Schweiz nicht mehr meldepflichtig, deshalb sind genaue Zahlen in diesem Bereich nicht mehr nachvollziehbar. Aufgrund der einfachen Übertragung der sehr aggressiven Viren aber sollte die “Neue Grippe” (neutrale Bezeichnung der Schweinegrippe) nicht unterschätzt werden. Die Viren halten sich bei einer Raumtemperatur von 20 Grad “angetrocknet” zwischen 2-8 Stunden, bei 22 Grad nurmehr in Exkrementen. Im Wasser können sie bei einer Temperatur von 0-30 Grad rund vier Tage überleben. Im Eis wird der Erreger praktisch konserviert! In der Saison 2010/2011 werden keine eigenen Impfungen gegen die Schweinegrippe mehr durchgeführt, da das Serum im Impfstoff für die normale saisonale Grippeimpfung enthalten ist. Der volle Impfschutz gegen die Schweinegrippe ist erst nach der 2. Impfung gegeben. Nach der Impfempfehlung der WHO sind in Deutschland 50 Mio  Impfdosen aufgelegt worden – dies reicht für rund 30 % der Bevölkerung. Ärzte raten grundsätzlich zur Grippeimpfung, obwohl sie auch Nebenwirkungen aufweisen kann, wie etwa Schmerzen an der Injektionsstelle, leichte Erregbarkeit, Schläfrigkeit oder Durchfall bzw. Muskel- und Gelenksschmerzen. Dies ist auf die drei Inhaltsstoffe Celvapan, Focetria und Pandemrix zurückzuführen. Beide Impfungen kosten in Deutschland 28 € – dabei tragen die Krankenkassen rund die Hälfte der anfallenden Kosten. In Österreich gilt in etwa dasselbe (abhängig von der Krankenkasse), in der Schweiz macht eine solche Impfung 25 Franken aus! Erkundigen Sie sich bitte beim Arzt Ihres Vertrauens.

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Da bleibt einem der Bissen im Halse stecken!!!

Na – hat denn das Frühstück gemundet? Jaaaa – Huhn war genau die richtige Entscheidung zum Mittagessen – liegt nicht so schwer im Magen und ist aufgrund des geringen Fettgehalts sehr gesund!!! Ach ja? Wirklich? Beinahe minütlich werden uns neue skandalöse Nachrichten frei Haus geliefert! Deutschland hat seinen neuen Skandal – seinen Dioxin-Skandal! Und der hat\’s wahrhaft in sich!
Die freie Marktwirtschaft treibt langsam aber sicher gesundheitsschädigende Blüten! Immer billiger muss produziert werden, ansonsten wird der Anbieter vom unmittelbaren Konkurrenten ausgebootet! Das Ganze ist eine Kettenreaktion! Zum Einkaufen bleibt dem Konsumenten immer weniger Geld. Also versucht Mann/Frau das Glück mit Billigprodukten! Damit der Händler – inzwischen vollkommen gleichgültig, ob dies die Supermarktkette oder der Diskonter ist – die Produkte so billig anbieten kann, drückt er den Grosshandel. Der wiederum drückt die Produzenten. Diese ihre Zulieferer! Geiz ist geil! Leider auch in der Produktion unseres Essens – der Lebensmittel. Vor noch gar nicht allzulanger Zeit wurde Tiermehl verfüttert. Mit Prionen (virusähnliche somit infektiöse Proteine) kontaminiertes Tiermehl führte zu dem grössten Lebensmittelskandal der 80er Jahre – dem BSE (Bovine Spongiforme Encephalopathie) – landläufig auch als Rinderwahnsinn bezeichnet! Untersuchungen haben ergeben, dass dies durch beispielsweise den Genuss von v.a. Rückenmark und Hirn auch auf den Menschen übertragbar ist, der dann an den Symptomen der Creutzfeld-Jakob-Krankheit verstirbt. Diese Erkrankung war in früheren Zeiten sehr selten. Hallo? Welcher Landwirt kommt von sich aus auf die Idee, seinen Rindern und Kühen Tiermehl zu verfüttern! Es folgte die Vogelgrippe, deren tatsächliche Ursache noch nicht wirklich geklärt ist und jetzt die chemisch-biologische Keule – mit Dioxin verseuchtes Futtermittel.
Unter Dioxin versteht der Experte eine ganze Klasse von chemischen Substanzen, deren Gemeinsamkeit zwei durch Sauerstoff verbundene Benzolringe sind! Bis zu 75 unterschiedliche Dioxine sind möglich – Isomere hingegen noch wesentlich mehr. Das tödlichste Dioxin wurde 1976 beim Umweltskandal im italienischen Seveso freigesetzt: Das \”2,3,7,8 Tetrachlor – Dibenzo – p – Dioxin (TCDD)\”, das zu einer völligen Umkehr des hormonellen Stoffwechsels führte (Pierre A. Bertazzi). Die genaue Zahl der Todesopfer (etwa durch Krebs) ist nach wie vor unbekannt. Am 09. Dezember 1996 verabschiedete der EU-Rat die Richtlinie 96/82/EG. Mit dieser sog. \”Seveso-II-Richtlinie\” werden die Massnahmen geregelt, die eingehalten werden müssen, um solche schweren Betriebsunfälle mit gefährlichen Stoffen verhindern und die Unfallfolgen begrenzen zu können! Dioxine übrigens entstehen bei der Verbrennung organischen Materials. Die Konzentration hängt von der Verbrennungstemperatur und dem Chlorgehalt des Brennmaterials ab! Das Gift spaltet beim Abbau im Körper Chloratome ab, die dabei entstehenden Radikale führen in der Leber zu Fettsäureradikale, die das Lebergewebe zerstören. Dies führt zur Gelbsucht, Abmagerung und dem raschen körperlichen Zerfall.
Damit auch wieder zurück in die Gegenwart! Ein Unternehmen aus Uetersen in Schleswig-Holstein hatte Reststoffe aus der Gewinnung von Biotreibstoffen (sog. technische Mischfettsäuren), die eigentlich für die Papierherstellung gedacht waren, in den Produktionsvorgang von Futtermittel gebracht. Die Fette stammen von einem Unternehmen in Emden. Soweit so gut, denn dies ist eigentlich nicht gesetzlich verboten. Im Landwirtschaftsministerium in Kiel heisst es, dass alle vier Messungen, die im vergangenen Jahr im Unternehmen zum Thema Schadstoffe durchgeführt wurden, negativ ausgefallen sind. Ein drittes Unternehmen im niedersächsischen Bösel soll mit Dioxin belastetes Fett absichtlich oder unbeabsichtigt beigemischt und an weiterverarbeitende Betriebe ausgeliefert haben. So offenbar auch nach Uetersen. Dort ergab eine am 23. Dezember durchgeführte, betriebsinterne Messung einen erhöhten Dioxin-Wert. Dies wurde den Behörden auch vorschriftsmässig gemeldet, die allerdings erst zum Jahreswechsel hin aktiv wurden. Anfangs sprach man von Hunderten von Tonnen dieses belasteten Futters, das an mehr als tausend Bauernhöfe geliefert und dort an Schweine, Puten und Hühner verfüttert wurde! Inzwischen allerdings wurde bekannt, dass ein Testergebnis offenbar verheimlicht wurde. Dadurch soll – so zumindest die aktuellsten Meldungen – kontaminiertes Futter bereits seit 10 Monaten im Umlauf sein.
In einem Schlachthof in Brandenburg wurde belastetes Fleisch entdeckt – jedoch dürften von diesen Anfang Dezember dort verarbeiteten 63.100 Hühnern bereits 90 Tonnen als Frischfleisch und weitere 30 Tonnen als Tiefkühlware ausgeliefert worden sein. Hinzu kommen auch die Fleischprodukte wie Wurst oder sonstige Waren mit tierischen Bestandteilen. Glaubten die Verbraucherschutzzentralen vorerst, das Verbreitungsgebiet beschränke sich auf den deutschen Norden, so wurden Sie in dieser Woche Lügen gestraft! Das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit im bayerischen Erlangen hat Dioxin nachweisen können. Etwa 410.000 Dioxin-Eier sind in den Freistaat verbracht worden, 240.000 Eier wurden beschlagnahmt, ein kleiner Teil ist an Verarbeitungsunternehmen gegangen – die Eier stammen aus einem Betrieb in Niedersachsen. Damit zieht der Skandal immer weitere Kreise. Bundesverbraucherschutzministerin Ilse Aigner betont, dass mit Bayern inzwischen bereits neun Bundesländer involviert sein sollen. Auch in Österreich werden bereits einschlägige Stichproben-Untersuchungen durchgeführt.
Kurzes Rechenbeispiel (Süddeutsche Zeitung): Ein Huhn pickt pro Tag rund 160 Gramm Futter auf. Lt. Stand vom Dezember 2009 gibt es in Deutschland 26,4 Mio Legehennen. Damit werden in 47 Tagen rund 150.000 Tonnen Futter benötigt! Nach Untersuchungen des Landwirtschaftsministeriums in Kiel sollen etwa 3.000 Tonnen des belasteten Fettes an 25 Futtermittelhersteller geliefert worden sein. Mit dieser Menge können rund 150.000 Tonnen Tierfutter angereichert werden. Damit schliesst sich der Kreis des obigen Rechenbeispiels.
Bundesweit wurden und werden landwirtschaftliche Betriebe gesperrt (bislang mehr als 4.700; Stand 07.01.11); dazu gehören neben Hühnerfarmen auch Schweine-Mastbetriebe. In Schleswig-Holstein besteht derzeit ein komplettes Schlachtverbot bei solchen Schweine-Mastbetrieben.
Der deutsche Bauernverband hat inzwischen eine Klage auf Entschädigung angekündigt – wer den Schaden verursacht habe, solle diesen auch bezahlen, meinte Generalsekretär Helmut Born gegenüber des Tagesspiegels Berlin. Angesichts dessen überlegt sich auch der Futtermittel-Hersteller, den Betrieb dicht zu machen. Gegen diesen sind bereits Morddrohungen eingegangen. Die Politik reagiert ebenfalls inzwischen. Die Strafen für Futtermittel-Panscher müssten drastisch erhöht werden, damit ein Abschreckungseffekt da ist, so der Vorsitzende der deutschen Agrarministerkonferenz, Thüringens Landwirtschaftsminister Jürgen Reinholz.
Vonseiten des Bundesverbandes der Lebensmittel-Kontrolleure wird etwaige Kritik sofort im Keim erstickt. 2.500 Kontrolleure sind bundesweit für rund 1,1 Mio Betriebe zuständig. In bestimmten Regionen gibt es gar nur einen Mitarbeiter für 1.200 lebensmittelproduzierende Betriebe. Es fehlen derzeit ca. 1.500 Kontrolleure.
Verbraucherschützer raten zur Vorsicht oder zum gänzlichen Verzicht auf Eier. Das merken nun auch grosse Handelsketten wie Rewe, Tengelmann oder Edeka. Die Umsatzzahlen gehen zurück. Die Bundesregierung in Berlin warnt vor einer Panikmache. Der Genuss von belasteten Eiern führe nicht zu einer akuten Gesundheitsgefährdung. So auch der Tenor der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE). \”Gesunde Erwachsene\” dürfen nach wie vor wie gewohnt Eiergerichte zu sich nehmen – auch der Verzehr eines solchen belasteten Eis pro Tag sollte keinerlei gesundheitliche Folgen zeigen! Gestatten Sie mir eine Frage? Gehört ein verkühlter Erwachsener bereits zur Risikogruppe??? Ernährungsexperten raten grundsätzlich, pro Woche nicht mehr als zwei bis drei Eier zu verzehren. Bereits gekaufte Eier, die nicht aus der Bio-Produktion stammen, sollten – wenn Sie ganz vorsichtig sein wollen – weggeworfen werden. Eier gelten deshalb als mögliches Übertragungsprodukt, da Hühner aufgrund ihres Stoffwechsels Dioxin recht schnell weitergeben können. Bis  sich das Gift im Fleisch, also der Muskulatur angelagert hat, dauert es allerdings einige Zeit.
Fragt man sich zuletzt, weshalb es immer wieder zu solchen Skandalen kommen kann!? So lange sich die Menschen nicht breitgefächert dafür interessieren, was sie essen und unter welchen Bedingungen etwa die dafür vorgesehenen Tiere gehalten oder die Lebensmittel hergestellt werden, so lange wird es solche Lebensmittelskandale geben! Sorry – das ist somit nicht der letzte einer!!!

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