Archive for April, 2011

Meine teuflischen Nachbarn

Doch: Wer in diesem Falle die sprichwörtlichen Leichen im Keller vergraben hat, darüber streiten sich nach wie vor die Mainstreamer der unterschiedlichen politischen Couleurs!
Wir schreiben das Jahr 1961! Der sowjetische Staats- und Parteichef Nikita Sergejewitsch Chruschtschow hatte nur wenige Monate zuvor bei der UN-Vollversammlung in New York dem kapitalistischen Westen aufgezeigt, wie im Osten verhandelt wird, indem er schlichtweg den Schuh ausgezogen und damit auf den Tisch geschlagen hatte. In den USA hingegen sorgten Präsident John F. Kennedy und seine Jacqueline für eine euphorische Aufbruchstimmung. Doch hinter der Fassade sah die Realität komplett anders aus. In der Sowjetunion verlor der Nachfolger des gefürchteten Josef Stalin langsam aber sicher an Gewicht. Deshalb musste er sein Konzept der “friedlichen Koexistenz” mit dem Westen in die Schublade legen. Sein amerikanischer Gegenpart war vielen seiner Landsleute ebenfalls zu progressiv. Sie forderten ein vehementeres Vorgehen gegen den Kommunismus. Der Kalte Krieg steuerte auf seinen verhängnisvollen Höhepunkt hin.
1959 hatten die Rebellen rund um ihren Führer Fidel Castro auf der kubanischen Insel gegen den von den USA unterstützten Diktator Fulgencio Batista revoltiert! Dieser hatte abdanken und ins Exil flüchten müssen – die Revolution setzte den Grundstein für ein durch die Sowjetunion intensivst unterstütztes, kommunistisches Regime – direkt vor den Toren des Erzfeindes, der Vereinigten Staaten! Seit dieser Zeit übten Exilkubaner unter amerikanischen Ausbildnern auf der Insel Vieques östlich von Puerto Rico in Guatemala die Landung auf Kuba und die erneute Übernahme der Macht. Mit dem Wohlwollen des US-Präsidenten Dwight D. Eisenhower, der seinen Geheimdienst CIA hierauf angesetzt hatte. Geheimagenten wurden auf Kuba eingeschleust, sie sollten einen Aufstand in der Bevölkerung und dem Militär lostreten. Über die Mafia wurde ein Mordkomplott gegen Fidel Castro auspaldovert. Schliesslich hatte sie durch die Revolution all die gutgehenden Kasinos und Bordelle auf Kuba verloren. Diese Pläne übernahm JFK und sie kamen ihm durchaus gelegen, schliesslich führte der Demokrat den Präsidentschaftswahlkampf gegen den Republikaner Richard Nixon mit direkten verbalen Attacken auf den Kommunismus und auf Castro. Doch unterzeichnete Kennedy drei Monate nach Amtsantritt nur zögerlich das Unternehmen. Schliesslich nahm er aus dem State Department kritische Stimmen wahr und hatte Befürchtungen vor der negativen Presse. Allerdings glaubte er offenbar an den mit allen Wassern gewaschenen Richard Bisell. Der Yale-Absolvent hatte sich Kennedy bei einem Abendessen als “menschenfressender Hai” vorgestellt – Mr. President zeigte sich davon beeindruckt. Bisell war als Operationschef der CIA Kennedy’s zumindest geglaubter, engster Vertrauter und Draht in die dunklen Machenschaften der “Firma”. Der mächtigste Mann der Welt vertraute ihm, da er von Typen wie James Bond begeistert war. Bisell betonte, dass Castro zuhause über keine “Hausmacht” verfüge – weder in der Öffentlichkeit, noch in der Armee. Und das Schicksal nahm seinen Lauf – obwohl der Harvard-Historiker und enge Vertraute John F.s Arthur Schlesinger sich vehement gegen die Aktion einsetzte. Deshalb ordnete der Präsident auch an, dass niemand die US-amerikanische Handschrift des CIA erkennen solle.
Am 15. April 1961 begann die Operation “Bumpy Road”. Acht B26-Bomber mit kubanischem Hoheitszeichen flogen von Nicaragua und Guatemala aus Ziele auf der Zuckerinsel an. Dadurch sollte die Luftwaffe Castros zerstört werden. Doch ausgerechnet die kleinen und sehr gefährlichen Sea Furies blieben davon verschont. Als Propagandagag führte einer dieser Bomber eine Notlandung in Miami durch. Dort allerdings fiel es Journalisten auf, dass Kleinigkeiten, wie etwa Pilotenkanzel oder Maschinengewehr eher auf eine amerikanische als eine kubanische Machart schliessen liessen. Daneben schützten nach wie vor Abdeckungen die Mündungen der Maschinengewehre vor Staub. Das ging schon mal voll daneben. Kennedy befürchtete weltweite Proteste und stoppte vorerst aus amerikanischer Sicht die Invasion. Castro hatte durch diesen “Coitus interruptus” der Amerikaner Zeit genug, sich zu formieren. Natürlich hatte man dort sofort den Braten gerochen (schliesslich berichteten im Vorfeld ja auch Zeitungen über das Ausbildungscamp in Guatemala) und auf diplomatischer Ebene eine Protestnote überreicht. Darin wurde von einem Söldner-Angriff mit amerikanischer Unterstützung gesprochen. Mit der Inbrunst vollster Überzeugung dementierte der US-Botschafter bei der UNO, Adlai Stevenson; er wurde offenbar von seiner Regierung im Regen stehen gelassen.
In den frühen Morgenstunden des 17. Aprils schliesslich landeten 1.400 Kämpfer in der Bahia de Cochinos (der Schweinebucht). Mit Problemen! So ist offenbar bei der Aufklärung übersehen worden, dass sich vor der Küste Korallenriffe befanden. Sie schlitzten die Landungsbote weit vor dem Festland förmlich auf. Im Wasser tummelten sich ausserdem Unmengen von Haien. Die Invasoren mussten teilweise schwimmend die Küste erreichen. Am Festland wartete dichtester Morast und eine Streitmacht von 25.000 kubanischen Soldaten und 200.000 Milizionären auf die Landungstruppe, die sofort unter Feuer genommen wurde. Der Versorgungsfrachter “Houston” mit Benzin und Munition an Bord wurde durch Enrique Carreras Rojas, einem kubanischen Kampfpiloten getroffen, der dadurch zum Superstar der Insel avancierte (eine andere Version spricht von einer Artilleriegranate). Inzwischen war der Commandante, Fidel Castro höchstpersönlich am Kriegsschauplatz eingelangt. Das Foto, auf welchem er im Kampfanzug vom Panzer springt, gilt seither als Siegessymbol im Kampf des Kommunismus gegen den Kapitalismus.
Die eingeschlossenen Exilkubaner funkten verzweifelt um amerikanische Luftunterstützung. Doch Kennedy hatte inzwischen jegliche Kampfhandlung mit US-amerikanischer Beteiligung unterbunden, der Flugzeugträger “Essex” wurde aus der Karibik wegbeordert. Nach rund 2 Tagen mussten die Kämpfer in der Schweinebucht aufgeben – die Munition ist schlichtweg ausgegangen. 118 von ihnen waren gefallen (auf kubanischer Seite 176), 1.202 gefangen genommen. Darunter auch einige CIA-Leute, die 1962 gegen die Lieferung von Nahrungsmitteln und Medikamenten im Wert von 53 Mio US-Dollar freigekauft wurden.
Kennedy, der Liebling der Presse und Gott für die Massen, hatte sich seine Finger unmittelbar vor der Haustüre ganz gewaltig verbrannt. Castro ging als Sieger aus diesem Duell hervor! Die kleine Insel trotzte den grossen USA und zwang damit den Kapitalismus in die Knie. Fidel gilt seit dieser Zeit als Ikone, als glorifizierter Herrgott der Insel. Jedes seiner Worte war Religion und wurde sofort umgesetzt. In diesem Siegesrausch liess er auch den Bündnispartner, die Sowjetunion, im Oktober 1962 Mittelstreckenraketen mit Nuklear-Sprengköpfen auf der Insel aufstellen. Kennedy, durch die Schweinebucht-Affäre vorsichtig geworden, verhinderte einen Militärschlag durch die USA, obwohl ihm Geheimdienste und die Army dies empfohlen hatten. Jetzt im Nachhinein betrachtet – gottlob, denn dies hätte durchaus den 3. Weltkrieg auslösen können. Mr. President wollte die Konflikte mit den Sowjets nun auf eine andere Art lösen – nicht mehr militärisch, sondern ohne Waffen. Das kostete ihn sehr viele Sympathien und vielleicht sein Leben. Auch wenn der erste Mensch auf dem Mond ein Amerikaner war! Nette Geschichte noch am Rande: Kennedy soll den James-Bond-Autor Ian Flemming gefragt haben, was dieser gegen Castro vorschlagen würde. Flemming meinte, man könne ja das Gerücht in die Welt setzen, dass Castro impotent sei!
Angesichts dieser Geschichte, fragt sich der Interessierte heute, weshalb die USA immer wieder als selbsternannte Weltpolizei vorpreschen. Nicht immer sind es wirtschaftliche Überlegungen, wie etwa im Iran/Irak oder gegenwärtig in Nordafrika. Schliesslich folgte 1965 der Vietnamkrieg und 2001 die Intervention in Afghanistan! Auch die UNOSOM-Mission 1992 in Somalia fand unter US-amerikanischer Führung statt. Gründe und Erklärungen mag es derer viele geben. Doch bin ich mal so frei und stelle eine These auf: Die USA sind eine Siegernation! Nicht nur in solchen militärischen Auseinandersetzungen wie dem Unabhängigkeitskrieg, dem Ersten und Zweiten Weltkrieg konnte die Siegerleiter erklommen werden. Mit Korea und Kuba allerdings hagelte es innerhalb nur einer Generation gleich zwei Niederlagen, die die Volksseele nicht wirklich verkraftet haben dürfte!!!
Der Bezwinger, Fidel Castro, hingegen sonnte sich Zeit seines Lebens in diesem Triumph. Er hat sich nun komplett aus dem politischen Leben zurückgezogen! In seiner heiss geliebten Trainingsjacke verabschiedete er sich – 50 Jahre nach dem Sieg in der Schweinebucht – am Parteitag der PCC auch von seiner Funktion als Parteivorsitzender der kommunistischen Partei Kubas, nachem er drei Jahre zuvor bereits die Regierungsgeschäfte an seinen Bruder Raúl übergeben hat.

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Hier gelten einfach andere Gesetze

Über den Öffentlich-Rechtlichen kreist derzeit das Schwert des Damokles – ja es wird sogar von einer sich verschlechternden Liquidität der Hessischen Rundfunks und “weitreichenden Massnahmen” gesprochen, um die “Finanznot” zu überwinden. Soweit der Intendant des HR Dr. Helmut Reitze zu Beginn des Jahres! Moment mal – habe ich das auch wirklich richtig verstanden??? Offenbar ja, denn ähnliche Meldungen kommen auch vom Bayerischen Rundfunk. Nach einem Bericht der Süddeutschen Zeitung muss nun massiv eingespart werden. Dies betrifft vornehmlich das Hörfunkprogramm. Bitterste Pille dabei ist, dass die Sendung “Nahaufnahme” auf Bayern 2 anstatt wie bisher fünfmal wöchentlich auf nurmehr einmal gekürzt wird. Der Rotstift wird also dort angesetzt, wo es der Hörer bzw. Seher am meisten zu spüren bekommt: Im Programm! Da stellt sich doch bei mir die Frage, inwieweit die öffentlich-rechtlichen Stationen finanziell noch in der Lage sind, den öffentlichen Auftrag zu erfüllen! Hat hier etwa die KEF (Kommission zur Überprüfung und Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten) kläglich versagt? Denn schliesslich müssen die Anstalten ja Zahlenwerke – auch zu Sparmassnahmen vorlegen! Wurde dies in der Vergangenheit ernsthaft praktiziert? Stellen wir dem eines gegenüber: Der Neubau des Sendezentrums des SWR in Stuttgart! Am 15. April 1997 haben die beiden Ministerpräsidenten von Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz, Erwin Teufel und Kurt Beck den Staatsvertrag zur Fusion von SDR und SWF unterzeichnet – damit entstand der Riesen-Apparat “Südwestrundfunk” mit Sendeanstalten in Mainz, Baden-Baden und Stuttgart! Im Herbst 2011 wird nun der Probe-/im folgenden Januar der Regelbetrieb im neuen Funkhaus im Stuttgarter Osten starten. Einem mehrstöckigen Gebäude, das rund 480 Mitarbeitern Platz bieten soll und die stattliche Summe von 86 Mio € kostet! Ein Pappenstiel, denn schliesslich ist dieses neue Zentrum unbedingt erforderlich! Oder?
Die Öffentlich-Rechtlichen ÖRA in Deutschland finanzieren sich über die Rundfunkgebühr GEZ  (Rundfunkgebührenstaatsvertrag und Rundfunkfinanzierungsstaatsvertrag) und durch Werbung. Die GEZ wird derzeit gerade umstrukturiert, da in manchen Bundesländern zeitweise bis zu 20-25 % der Teilnehmer gebührenbefreit sind (etwa Hartz IV-Empfänger). Ab 2013 wird jeder Haushalt/jede Betriebsstätte gebührenpflichtig (15. Rundfunkänderungsstaatsvertrag). Und nicht nur dies: Auch bei rundfunkbeschallten Geschäftsflächen wird in die Vollen gegriffen: Jeder Lautsprecher, der ausserhalb des hauptbeschallten Raumes hängt und nicht zur Verbesserung des Empfangsignales dient, gilt als eigene Empfangseinheit und wird derzeit noch entsprechend vergebührt! Lohnt sich da überhaupt noch eine Rundfunkbeschallung? Kommt doch noch die Gema und VGMedia hinzu! Den ÖRAs laufen also die Gebührenzahler davon (oder werden sie schlichtweg nicht mehr finanzierbar?)! In München wird von einem Minus von 2 % an Gebührenzahlern im kommenden Jahr im Vergleich zu 2008 gesprochen. In Frankfurt müssen bis 2012 satte 64 Mio eingespart werden! Meine Herren – wohin sind die Gelder bislang geflossen? In Prachtbauten? In das Budget für Morgensendungen, das bei so manchem privaten Radiosender ein gutes Jahresbudget ausmachen würde? Hinzu kommen ja noch die Werbeeinnahmen, die – angesichts der Vormachtstellung von Programmen wie SWR 3 oder Bayern 2 – nicht der Geringsten einer sind! Immer mehr werden die TV- und Hörfunkprogramme der Quote angepasst, wodurch man sich in das Revier der Privaten begibt! Für den öffentlichen Auftrag müssen dann die ebenfalls sündhaft teuren 3.  oder gar Spartenkanäle herhalten!!!
Gleiches Bild auch in Österreich, wobei der rot-weiss-rote Staatsfunk (mit 2 Ausnahmen) bis 1998 ja noch Platzhirsch am Markt war. In der Gegenwart sind die Einschaltquoten der privaten TV- und Hörfunkanbieter zumeist nicht wirklich ernst zu nehmen. Auch hier wird die Rundfunkgebühr GIS (ORF-Gesetz) mit allen Mitteln und Methoden nach oben geschraubt, schliesslich werden von den Radio- und Fernsehgebühren seit 2009 (!!!) jährlich 5 Mio € abgezwackt. Diese kommen in den Medienförderungsfonds, aus welchem auch die privaten Radiobetreiber einen Beitrag erhalten. Sollte dies mit der Meinungsvielfalt begründet werden, so kann man aufgrund der unternehmerischen Verschachtelungen der meisten privaten Rundfunkanbieter im Alpenstaat nicht wirklich von einer “bunten Radioszene” sprechen. Bei der Eintreibung der Gebühren werden nicht zuletzt auch die Melderegister der Gemeinden und Städte durchforstet! Das ist also der hochgelobte Datenschutz im öffentlichen Dienst! Schliesslich handelt es sich hierbei um sensible Daten – zu welchen etwa die Haushaltsgrösse und das religiöse Bekenntnis gehört. Bei Geschäftsflächen hingegen reicht in Österreich eine Anmeldung für zehn Geräte. Parallel dazu werden werbetechnisch alle Register gezogen – auch wenn sie durch das ORF-Gesetz eigentlich verboten wären. Normale Werbeclips oder -spots bringen immer weniger Geld – also wird das Sponsoring oder Product Placement in Angriff genommen. Es ist ein wahrhaft schmaler Grad, auf welchen man sich damit begeben hat! Wenn dementsprechend im Musikantenstadel etwa eine Bierflasche mit Etikett zu sehen ist, muss davon ausgegangen werden, dass die Brauerei dafür bezahlt hat. Apropos: Einer niederländischen Brauerei gelang dieses Kunststück, indem sie eine Horde von schönen Frauen zu einem Spiel des niederländischen Teams bei der Fussball-WM in Südafrika ins Stadion eingeladen hatte. Diese trugen alle dasselbe Bier-T-Shirt! Die Damen wurden von der FIFA aus dem Stadion entfernt, die Brauerei musste eine recht hohe Strafe bezahlen – sie hatte keinen Vertrag mit der FIFA. Versteckte Werbung wird immer wieder versucht – ist jedoch eigentlich verboten! Eine Studie im Kino beispielsweise zeigt auf, weshalb: Während einer Aufführung wurden einzelne Bilder einer bekannten Cola-Marke so in den Film reingeschnitten, sodass diese bewusst nicht wahrzunehmen waren. Kurz danach wurde diese Cola-Marke im Kinosaal zum Verkauf angeboten! Die Verkaufszahlen lagen weitaus höher als bei der Kontrollgruppe, bei welcher nur der Film (ohne Zusatzbilder) gezeigt wurde! Umgelegt auf den Alpenstaat: Entdeckt der Zuseher ein solches Product Placement in einer Fernsehdarbietung, in welcher dieses eigentlich gar nichts zu suchen hätte (ausgenommen Lt. ORF-Gesetz sind beispielsweise Sportsendungen oder TV-Serien, die eingekauft wurden), so kann er dies über die Rundfunkregulierungsbehörde RTR bei der Kommunikationsbehörde KOMM Austria zur Meldung bringen! Theoretisch zumindest(§ 1 (4) iVm § 14 (2) und (5) ORF-Gesetz)! In der Praxis nämlich erhält der aufmerksame Seher oder Hörer jedoch ein Schreiben zurück, wonach dies nur GIS-Zahlern möglich ist (auch in Österreich besteht eine Zwangsmitgliedschaft, sobald ein betriebsbereites Empfangsgerät vorhanden ist). Ausserdem muss aufgelistet werden (§ 36 Abs. 1 Ziffer 1 f der ORF-Gesetzes), inwieweit der Betroffene durch die Werbeeinblendung unmittelbar geschädigt wurde. Diese Beschwerde muss durch 120 Personen, die aus einem gis-pflichtigen Haushalt stammen, unterzeichnet werden! Aber hallo – ist das Mitbestimmung in einer Zwangsgemeinschaft? Sicherlich gibt es da auch noch den Publikumsrat, der gewählt werden kann! Dieser sollte eigentlich das Publikum vertreten und entsprechend in das Programm regulierend eingreifen können! Bei der Durchsicht der aktuellen Mitgliederliste stechen einem solche Namen wie  Univ.-Prof. Dr. Roman Hummel (Hochschulen), Präsident Dr. Franz Küberl (Römisch-Katholische Kirche), Univ.-Prof. Dr. Siegfried Meryn (Eltern/Familien), Beppo Mauhart (ältere Menschen), Ivica Vastic (Sport) und Parteienvertreter sofort direkt ins Auge. Also durchaus Vertreter der normalen Zuseher- oder Hörerschaft. Einzig Kathrin Zettl könnte eine solche sein! Oder habe ich doch den Namen schon mal in einem anderen Zusammenhang gehört??? Dieses Gremium heisst in Deutschland “Rundfunkrat” und in der Schweiz ebenfalls “Publikumsrat”. In Deutschland ähnlich besetzt wie in Österreich, bildet die Schweiz eine Ausnahme: Hier sitzen wirklich die Nachbarn im Gremium – darunter übrigens sehr viele Lehrer und Journalisten!
Ah – die Schweiz! Auch hier die ähnliche Situation wie bislang geschildert! Die Rundfunkgebühr heisst Billag (Radio- und Fernsehgesetz) und ist derzeit noch etwas höher als in den Nachbarstaaten! Auf der Webseite des Unternehmens ist zu erfahren weshalb: Die Schweiz ist ein viersprachiges Land mit jeweils eigenen TV- und Rundfunkprogrammen in den Sprachregionen. Ausserdem werden die Gebühren von weitaus weniger Haushalten als in Deutschland oder Österreich beglichen. Rund 3 Mio Haushalte und Betriebe sind billag-pflichtig. Das Unternehmen ist übrigens eine 100%-ige Tochtergesellschaft der Swisscom (nicht der SRG/SSR) und hat ein Inkassovolumen von nicht weniger als 1,3 Milliarden Schweizer Franken. Doch wird dieser Kuchen aufgeteilt. Das grösste Stück erhält der privatrechtlich organisierte Verein SRG/SSR, der vom Bundesrat den gesetzlichen Sendeauftrag erhalten hat. Daneben bekommen auch all jene privaten TV- und Rundfunkstationen etwas ab, die gemäss ihrer Konzession einen besonderen Leistungsauftrag zu verrichten haben. Zusätzlich geht auch ein gewisser Anteil in die Förderung neuer Technologien bzw. die Nutzungsforschung. Und: Betriebe bezahlen für beschallte Geschäftsflächen pro Standort!!!
Wäre das eidgenössische Modell nicht erneut das erstrebenswertere – auch für die Nachbarstaaten? Oder vielleicht gar die britische Lösung: Die staatliche BBC wird zur Gänze aus Gebühren finanziert (TV Licensing). Die Werbung bleibt den Privaten überlassen. Hier sorgte eine Massnahme des Staatsfunks anno 2007 für einen Riesenwirbel: Auf der Homepage der BBC wurde für die Seher und Hörer ausserhalb Gross Britaniens Werbung eingeplant! Der BBC World Service wird über Kurzwelle bzw. via Satellit weltweit ausgestrahlt.
Ich jedenfalls bin inzwischen der Meinung, dass das kürzlich angeschaffte DVB-T-Empfangsgerät eine fehlgeleitete Investition war. Vielleicht kann das SOS-Kinderdorf oder eine andere gemeinnützige Einrichtung etwas damit anfangen! Denn: Ein solches Programm, das über die Flimmerkiste läuft, ist zumeist vergeudete Zeit! Spielfilme, die ich sehen möchte, bekomme ich günstiger über Auktionsplattformen. Und hier bestimme ich die Häufigkeit der Wiederholungen selbst! Nach einer Grundsatzentscheidung des österreichischen Verwaltungsgerichtshofes (Zl. 2008/17/0059) muss keine TV-Gebühr für jene Geräte entrichtet werden, die nicht in der Lage sind, die Fernseh-Programme des ORF wiederzugeben! Hierfür ist nämlich ein DVB-T-Receiver bei terrestrischem Empfang oder eine ORF-Karte für einen entsprechenden Receiver bei Satelliten-Empfang notwendig.

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Wie einst Ikarus der Sonne am nächsten

Weitestgehend unbemerkt wurde diese Woche ein rundes Jubiläum gefeiert: Am 12. April 1961 umrundete der sowjetische Kosmonaut Juri Alexejewitsch Gargarin in 108 Minuten die Erde. Der Oberst der sowjetischen Luftwaffe (geboren 1934 in Kluschino bei Gschatsk) war der erste Mensch im Weltall. Er ging nicht nur in die Geschichte der Raumfahrt ein, sondern wurde auch der erste wirkliche Star des Ostblocks! Der Held des Volkes zwang dadurch den grossen Feind der UdSSR, die Vereinigten Staaten in die Knie.
Dem Ganzen voraus ging ein erbitterter Wettlauf. Zu zeiten des Kalten Krieges wollte jeder der beiden Staaten der Erste am Himmel sein. Dadurch erwartete man sich nicht nur einen politisch perfekt zu nutzenden Sieg – ganz nach dem Motto: “Wir sind die Ersten und damit auch die Besten!”, nein – selbstverständlich gingen auch militärische Ziele einher: Es eröffneten sich hierdurch bislang ungeahnte Spionage- und Angriffsmöglichkeiten. Gottlob weiss Otto Normalbürger nicht, was wirklich alles über unseren Köpfen den Globus umkreist! Gegenstände in der Grösse eines Tennisballes können inzwischen gestochen scharf aus dem All fotografiert werden.
Die Sowjets hatten also insofern die Nase vorn – leider auch mit einem bitteren Beigeschmack: Die Sowjetunion schickte am 03. November 1957 eine Hündin ins All! Laika – so ihr Name – war in Sputnik II dermassen eingezwängt, sodass sie sich nicht einmal bewegen konnte (http://www.avgoe.de/StarChild/DOCS/STARCH00/SPACEL00/LAIKA.HTM). Sie starb einige Stunden nach dem Start vermutlich an Überhitzung und Stress. Gargarin allerdings überlebte den Flug – nicht zuletzt aufgrund der Erkenntnisse, die der Flug Laikas gebracht hatte. Nette Anekdote: Bei der Landung des ersten Weltraumtouristen hatten sich die Experten gewaltig verrechnet. Die Kapsel zerschellte in einem niemals ins Kakül gezogenen Acker an der Wolga – zwischen den beiden Städten Saratow und Engels. Gargarin, der zuvor ausgestiegen war, schwebte an einem Fallschirm zu Boden. Doch es waren nicht die Reporter der Prawda oder die Funktionäre des Obersten Sovjets, die den 27-jährigen willkommen hiessen, sondern die Waldarbeiterin Anna Tachtarowa und ihre Enkelin, die wohl beide den Schreck ihres Lebens davontrugen.
Die Amerikaner machten dies natürlich anders. Sie hatten zwar den Wettlauf ins All verloren – strebten allerdings dann ein anderes Ziel an: Den Mann im Mond! Auch hier hatten die Sowjets die Nase vorn: Am 13. September 1959 schlug mit Lunik 2 das erste, durch Menschenhand geschaffene Objekt auf dem Mond auf. Doch war es der US-Amerikaner Neil Armstrong, der am 21. Juli 1969 um genau 03.56 Uhr MEZ die Worte sprach: “Es ist ein kleiner Schritt für einen Menschen, aber ein grosser für die Menschheit!” Skeptiker glauben nach wie vor an eine gestellte Szene in einem Fernsehstudio, mit welchem die rund 500 Millionen TV-Zuschauer in aller Welt getäuscht wurden. Doch hatten damit die Amerikaner die Vormachtstellung am Himmel an sich gerissen. Die Missionen Apollo 12,14,15,16 und 17 innerhalb der nächsten drei Jahre zeigten danach auf, dass die erste Mondlandung der beiden Männer Neil Armstrong (Kampfpilot bei der US Air Force) und Edwin “Buzz” Aldrin (Oberst der US Air Force – promovierte übrigens in Raumfahrttechnik) durchaus technisch realisierbar war.
Natürlich gab es auch immer wieder Rückschläge! Bei Apollo 13 explodierte auf dem Flug zum Mond ein Tank, die Mondlandung konnte nicht mehr durchgeführt werden, die Besatzungsmitglieder konnten nur mit Müh’ und Not wieder lebend zur Erde zurückkehren. Am 28. Januar 1986 brach nur 73 Sekunden nach dem Start die Raumfähre Challenger in rund 15 Kilometern Höhe auseinander – alle sieben Astronauten kamen um’s Leben. Die Raumfähre selbst war zuvor neunmal im All und absolvierte während dieser 69 Tage 987 Erdumrundungen. Insgesamt starben während eines Weltraumflugs bislang 18 Menschen auf sowjetischer und amerikanischer Seite (Apollo I, Soyuz 1 und 11 sowie Challenger) sowie zwei weitere Hunde (Wostok 8K72 – ohne nähere Projektbezeichnung).
Welche Kräfte notwendig sind um die Erdanziehungskraft zu überwinden wird erst bei einem genauen Blick in die technischen Daten der Trägerraketen bewusst. Die Wostok-K (GRAU-Index 8K72K), die Gargarin mit Wostok I in die Umlaufbahn brachte, schaffte es durch die Verbrennung eines Kerosin-Sauerstoff-Gemischs auf einen Startschub von 4.060 kN (eine direkte Umrechnung in PS ist nicht möglich – vergleichbar aber mit etwa 20 Mio PS)! Die Saturn V der amerikanischen Mondmissionen (ebenfalls ein Treibstoffgemisch aus Kerosin und flüssigem Sauerstoff in der Stufe 1, in den beiden restlichen Stufen dann Wasserstoff und Sauerstoff) brachte es auf einen Startschub von 33.851 kN, die europäische Ariane 5 ECB auf rund 13.000 kN.
Immer wieder werden die hohen Kosten der Weltraumfahrt kritisiert! Das ist auch mit der Grund, weshalb die Mondlandungen beendet wurden und mit den Weltraumfähren mehrfach verwendbare Shuttle-Möglichkeiten gefunden wurden. Der Flug zum Mars – dem nächsten erdnahen Planeten wird ebenfalls nur mit angezogener Handbremse vorangetrieben. Einerseits dauert ein solcher Flug mindestens 15 Monate. Die Auswirkungen der kosmischen Strahlung ohne das schützende Magnetfeld der Erde und der Schwerelosigkeit auf den menschlichen Körper können nur erahnt werden – die psychische Belastung ist ebenfalls enorm. Andererseits liess der damalige US-Präsident George W. Bush 1992 durch die NASA Kostenberechnungen durchführen – 400 Milliarden US-Dollar im optimalen Verlauf – das ist eindeutig zu viel.
Trotzdem haben wir alle die Erkenntnisse der Weltraumfahrt bereits kennengelernt. Solar- und Photovoltaikzellen etwa. Zweitere liefern die Energie für die Satelliten und Teleskope, die unsere Erde umkreisen und uns neben Fernsehbilder und Rundfunkwellen auch Wetterkarten frei Haus liefern oder mittels GPS-Navigation punktgenaue Zielangaben ermöglichen. Ohne sie wäre die Betriebsdauer eines solchen Himmelsflugkörpers stark eingeschränkt. Stoffe wie Karbon, Kevlar oder Glaskeramik werden nicht nur in der Flugzeug- und Automobilindustrie eingesetzt, sondern finden sich unter Umständen im Geschirr oder der Glaskeramikfläche des Elektroherds im Haushalt wieder. Teflon oder die bis 2.700 Grad beständige Superkachel, der Klettverschluss,… – lauter sog. “Spin-Offs”, die aus der Raumfahrt den Weg in unseren Alltag gefunden haben. Teflon übrigens wurde bereits 1938 erfunden, doch erst als Kabelisolierung in der Raumfahrt verwendet trat es den Siegeszug in Form der Teflonpfannen an.
Die Astronauten und Kosmonauten werden nach wie vor (sofern noch am Leben) als die letzten, wahren Helden verehrt. Ihre Schilderungen fesseln Millionen von begeisterten Menschen. Unseren Planeten von oben zu sehen, einen Sonnenaufgang oder -untergang im Orbit zu erleben, der Start mit Belastungen von bis zu 4 g, oder beim Wiedereintritt von bis zu 6,4 g und nicht zuletzt die Schwerelosigkeit – für sehr viele der letzte Traum der Menschheit.

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Currywurst, Burger, Pizza – macht Fast Food doof???

Es war einmal eine kluge Frau aus Hamburg, die wusste nicht so recht, was sie ihren Lieben zu Mittag servieren sollte. Da kam sie auf die Idee, eine plattgedrückte Frikadelle in ein Brötchen zu legen und diese mit Mostrich und Ketchup zu würzen und mit einem Blatt Kopfsalat und einem Tomatenring zu verzieren! Das war die deutsche Version – die österreichische  geht in etwa so: A gonz a wiffe Frau (der Begriff “Oide” ist mir zu negativ behaftet – sorry!), irgendwo aus Deutschland, hot net wirklich g’wusst, was sie zu Mittag auf’n Tisch bringen sollt. Do hot sie da Geistesblitz troff’n und sie hot a Flaaschlaberl g’nummen und flachdruckt in a Semmerl einigeb’n. Zum Würz’n an Senf und Ketchup, garniert mit am grünen Salot und aner Scheib’n von am Paradeiser!!! Das war die Geburtsstunde des Hamburgers (kurz: Burger)! Schöne Geschichte – oder? Ob dies wirklich so gelaufen ist, kann heute niemand mehr nachvollziehen. Im englischen versteht man unter “hamburger” jegliche Art von zubereitetem mageren Rinderhackfleisch, während im deutschen Sprachgebrauch das Gesamtgebilde als solches so bezeichnet wird. Ob nun diese Zusammenstellung aus der deutschen Stadt Hamburg oder der amerikanischen Stadt Hamburg bei Buffalo (US-Bundesstaat New York) benannt worden oder vielleicht doch aus “ham” und “burg” entstanden ist – wen interessiert’s! Hauptsache es scmeckt! Und dass es offenbar schmeckt, das beweist am 19. April der “National Hiring Day” des grössten Anbieters dieser Burger in der Vereinigten Staaten! Ronald M… wird an diesem einen Tag nicht weniger als 50.000 neue Mitarbeiter einstellen. Eine Massnahme, die erforderlich wurde, da immer mehr seiner Filialen auch in der Nacht geöffnet haben werden! Ein durchaus gut gewählter PR-Gag, schliesslich beteiligen sich alle 14.000 Standorte an der Aktion und es werden nicht nur Vollzeit-Arbeitskräfte sondern auch Aushilfen eingestellt, die nur stundenweise zur Verfügung stehen. Somit also als “relativ” anzusehen! Dadurch versuche die Fast-Food-Kette ihren Ruf als schlechter Arbeitgeber (wie vor 25 Jahren durch Günter Wallraff an’s Licht gebracht) loszuwerden, meinen Marketing-Profis. Seither habe sich nicht wirklich viel geändert: Schlechte Bezahlung, Schufterei in der Küche, rüder Umgangston, Aushilfsjob für Studenten – dies prangerte der Aufdeckungsjournalist damals an. Die Konzernzentrale in München weist dies zurück: 45 % der 62.000 in Deutschland tätigen Arbeitskräfte sind Vollzeitangestellte!
Auch wenn Fastfood zumeist auf diese Burger beschränkt wird, so hat auch so mancher glühender Verehrer der Slow Food schon mal zu dem einen oder anderen Produkt aus dem “schnellen Bereich” gegriffen, ohne dass er dies mitbekam. Tatsächlich nämlich versteht man unter “Fast Food” all jenes, das möglichst rasch zubereitet oder als bereits fertige Speise über den Tresen (österr.: “Die Budel!”) gereicht und sofort verzehrt wird. Somit gehört die Berliner Currywurst oder die Wiener Eitrige hier ebenso hinzu wie das französische Baguette, die italienische Pizza oder der türkische Döner. Fast Food gibt es also in jedem kulinarischen Kulturkreis. Ja – ich möchte sogar behaupten, dass auch der fix und fertige Salat aus dem Supermarkt die Voraussetzung erfüllt, in diesen immer wieder als ungesund abwertend bezeichneten Wortbereich des Fast Food aufgenommen zu werden! Doch diese meine Meinung wird die Ernährungsexperten auf die Barrikaden treiben, da hierdurch ein Feindbild aufgeweicht wird. Apropos Feindbild – für alle Gegner des Neu-Deutschen werde ich auch von “Schnellimbiss” reden – das trifft meines Erachtens ohnedies den Nagel besser auf den Kopf.
Bereits unsere Grossväter haben auf diese Form der Nahrungsaufnahme zurückgegriffen, wenn mal keine Zeit war, um ausgiebig zu essen. Trotzdem sind die meisten Eltern dagegen, dass sich ihre Kinder auf diese Art ernähren. Dies hat zwei Meinungen zum Hintergrund: Solche Schnellimbisse sind arm an Nährstoffen dafür aber reich an Salz und Fett – somit auch nicht gesund, da etwa Ballaststoffe oder Vitamine fehlen! Dies mag für so manches dieser Produkte stimmen, doch wird die Fleischscheibe eines solchen Burgers im Deutschen Lebensmittelbuch definiert als “grob entsehntes Rindfleisch mit gegebenenfalls Salz und Gewürzen” – nichts mehr. Hinzu kommen dann die unterschiedlichsten Beilagen – so etwa auch Salat oder Tomaten. Auch sehr viele Tomatenhasser wurden bereits im einen oder anderen Burger-Restaurant beim leidenschaftlichen Verzehr dieser Weichbrötchen ertappt. Ich möchte damit nicht behaupten, dass ebensolche gesund sind! Dies etwa wurde auch durch den Selbsttest “Super Size me” des US-Amerikaners Morgan Spurlock aufgezeigt. Er hat sich 30 Tage lang nur über die Speisekarte des grössten Burger-Verkäufers ernährt. Bereits nach kurzer Zeit zeigte die Ernährungsstudie erste Auswirkungen – nicht unbedingt die positivsten. Spurlock wollte damit auf den miserablen Zustand der Schulkantinen und dem mangelnden Verantwortungsbewusstsein der Konzerne aufmerksam machen. Die Dokumentation wurde mehrfach ausgezeichnet. Tja – auch ich muss zugeben, dass ich einmal pro Halbjahr diesen für die meisten Jugendlichen “anbetungswürdigen Ort der kulinarischen Einkehr” aufsuche – dabei aber nach dem ersten Burger ebenso viel Hunger habe wie zuvor! Lassen Sie uns doch mal in medias res gehen und einen Vergleich anstellen:
1g Eiweiß = 4 kcal
1g Kohlenhydrate = 4 kcal
1g Fett = 9 kcal
1g Alkohol =     7 kcal
100 g Apfel haben 50 kcal, 11,0 g Kohlenhydrate, 0,4 g Fett und 0,3 g Protein
100 g Bambussprossen haben 17 kcal, 0,9 g Kohlenhydrate, 0,3 g Fett und 2,6 g Protein
100 ml Bier haben 41 kcal, 3,1 g Kohlenhydrate, 0,0 g Fett und 0,5 g Protein
100 g Bratwurst haben 286 kcal, 0,3 g Kohlenhydrate, 24,9 g Fett und 13,1 g Protein
100 g Eisbergsalat haben 13 kcal, 1,7 g Kohlenhydrate, 0,2 g Fett und 1,0 g Protein
100 g Rindfleisch haben 219 kcal, 0,0 g Kohlenhydrate, 11,3 g Fett und 27,8 g Protein
100 g Schweinefleisch haben 216 kcal, 0,0 g Kohlenhydrate, 11,5 g Fett und 26,8 g Protein
Sicherlich sollte dies nicht einzeln betrachtet werden. Hinzu kommen die ganzen Zutaten wie Senf, Ketchup, Pommes, Cola,… Begeisterte Kopfrechner werden ihre hellste Freude bei der Kalorienberechnung eines solchen Besuches bei Ronald oder beim King haben!!! Gleiches gilt selbstverständlich auch für die Würstelbude von nebenan oder dem Pizzamann um die Ecke, der gerne nach Hause liefert! Eine 2005 durch US-amerikanische Wissenschaftler veröffentliche Langzeitstudie (Beobachtungszeitraum: 15 Jahre) zeigt auf, dass der ständige Konsum solcher Produkte einerseits für Übergewicht sorgt, andererseits auch Diabetes Typ-2 begünstigt. Es kann sogar zu einer Art Heisshunger nach möglichst kalorienreichem Essen kommen – möglicherweise durch das Hormon Ghrelin ausgelöst!
Parallel dazu allerdings macht Fast Food aber auch ungeduldig. Ich gehe zu all diesen Restaurants und Ständen, da ich weiss, dass das Essen binnen Sekunden vor mir steht. Dieser Meinung ist auch der kanadische Psychologe Sanford DeVoe von der University of Toronto, der gemeinsam mit Chen-Bo Zhong (Rotman School of Management) die Studie “You are how you eat: Fast Food and Impatience” in dem Fachmagazin “Psychological Science” veröffentlichte. Ergebnis: Durch den ständigen Besuch solcher Schnellimbisse werden wir ungeduldiger, da wir ständig an die Einsparmöglichkeiten in Sachen Zeit erinnert werden (Zeiteffizienz). Die Fast-Food-Probanden-Gruppe in dieser Untersuchung hatte zwar schneller gelesen, war allerdings wesentlich ungeduldiger als ihre Kollegen von der Kontrollgruppe und hatte einen grösseren Belohnungsbedarf!
Ob nun der schnelle Imbiss Auswirkungen auf die Intelligenz hat oder nicht, das möchte ich hier und heute unbeantwortet lassen. Doch zeigten andere Studien, dass Fast Food und Softdrinks Kinder glücklicher machen. Somit lässt sich auch der Andrang der Kinder und Jugendlichen bei diesen Burger-Farmen erklären – sie sind hip, cool und gehören dazu. Eltern, die versuchen, ihren Nachwuchs auf andere Art und Weise glücklich zu machen, brauchen verflucht viel Fantasie und Möglichkeiten, betonen etwa Rodolfo Nayga (University of Arkansas) und Hung-Hao Chang (Universität von Taiwan) unisono (Journal of Happiness Studies).
Und übrigens macht dieser Schnellimbiss auch reich! So hat beispielsweise der grösste Burger-Anbieter mit dem Mc in seinem Namen im Jahr 2008 alleine in der Schweiz 630,5 Mio Franken Umsatz erzielt. Dessen Schweizer CEO Martin Knoll meinte damals, Fast Food sei krisensicher. Nicht weniger als 93,9 Mio Gäste/Kunden besuchten die 147 Filialen in der Schweiz und dem Liechtenstein. Positiv ist, dass 80 % der angebotenen und verkauften Lebensmittel in der Schweiz geordert wurden. Dies ist ein Umsatzvolumen von 124,6 Mio CHF.
Dass den Kreativen die Ideen ausgehen, kann insofern keineswegs behauptet werden. Neben Kindergeburtstagen mit Betreuung werden inzwischen sogar auch Hochzeiten angeboten!!!
Nette Anektote zum Schluss: US-Bürger gehen gerne auch in Europa in die Filialen von US-amerikanischen Fastfood-Ketten. Nicht nur, da sie es von zuhause gewohnt sind, sondern auch deshalb, da die Burger weniger fett und die Restaurants hierzulande wesentlich sauberer als jenseits des grossen Teiches sind.

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Fasten, Almosen geben und beten

Ostern ist nicht mehr gar so fern – in den Supermärkten haben die Schokolade-Osterhasen die Schokolade-Weihnachtsmänner unmittelbar ersetzt – der sportbegeisterte Leser spricht dabei von einem “fliegenden Wechsel”. Doch wie jedes Jahr wundere ich mich, wie die Zeit vor den Festtagen – mit immerhin dem höchsten Feiertag der evangelischen Kirche und dem Hochfest in der katholischen Kirche -  begangen wird. Im Fasching/Karneval wird gefeiert bis zum Exzess – am Aschermittwoch wird dann alles auf beinahe null zurückgefahren! Ein Bekannter meinte einst mir gegenüber, dass er keinen Fasching feiere, also müsse er auch nicht fasten! Was spielt sich in diesen 40 Tagen nun wirklich ab?!
Heutzutage kommt oftmals der Eindruck auf, die Fastenzeit sei eine Erfindung von Wellness- und Ernährungsberatern! Der Körper muss entgiftet, gereinigt und wieder auf Vordermann gebracht werden – nach der Zeit der Ausschweifungen hat er es sich auch redlichst verdient! Ähm – na ja – ganz so falsch ist dies nicht! Doch geht der Ansatz der Fasten- oder Passionszeit (Quadragesima) auf den christlichen Glauben zurück. Soweit dürfte jeder noch aus dem Religionsunterricht in das spätere Leben mitgenommen haben. Damit soll an das Fasten Jesu Christi zur Vorbereitung auf seine Bestimmung verwiesen werden. Festgelegt wurde diese Zeit allerdings erst auf dem Konzil von Nicäa 325 n. Chr. (entscheidend war der erste Sonntag nach dem Jerusalemer Frühlingsvollmond). Seit der Synode von Benevent im Jahre 1091 sind jedoch die Sonntage ausgenommen. Deshalb rückte der Beginn um sechs Werktage vor – der Aschermittwoch war geboren! Hiernach müssen sich dann auch der Karneval, die Fastnacht oder der Fasching richten. Das Ende fällt auf die Osternacht – der nächtlichen Vigil, des Stundengebets vor dem Karfreitag. In dieser Osternacht wurden sehr viele Erwachsene getauft! Freitag und Samstag in der Osterwoche sind nicht Bestandteile der Fastenzeit – sie werden mit dem Osterfasten begangen, das nichts mehr mit der Buße zu tun hat. Eine andere Zählweise endet mit dem Palmsonntag – danach beginnt die heilige Woche, die gesondert betrachtet werden muss. In dieser Zeit sollten weder Fleisch noch Milchprodukte (bis 1486) verzehrt, kein Wein getrunken und keine Tanzveranstaltungen abgehalten werden. Im 20. Jahrhundert jedoch wurde sehr vieles gelockert! Immer mehr an deren Stelle trat der Verzicht auf so manche Gewohnheit oder Annehmlichkeit im täglichen Leben – Auto, Genussmittel (Süssigkeiten, Nikotin,…),  Handy, Internet oder gar der Sex! Die Fastenzeit soll demnach eine Zeit der Entbehrungen darstellen. Das Fleisch war in früheren Zeiten das Essen der Reichen – das normale Volk bekam es höchstens am Sonntag. Der Tanz gehörte zu den Volksfesten hinzu, war also Anlass für Vergnügen und Ausschweifungen – vor allem in den unteren Bevölkerungsschichten. Dies hat sich im Wandel der Zeiten geändert! Auch in anderen Religionen sind solche Abschnitte des Entbehrens enthalten – im Islam etwa gleichbedeutend mit dem Ramadan.
Doch zu sehr möchte ich eigentlich gar nicht auf die kirchliche Bedeutung der Fasten- oder Passionszeit eingehen, denn ansonsten würde dies den Umfang des Blogs sprengen. Tatsächlich steckt also der Gedanke des Büssens dahinter. Der gläubige Mensch soll sich seiner Fehler bewusst werden und diese durch Entbehrungen büssen. Doch wie büsst man am besten?
Körperlich zeigt uns dies die Gesundheits- und Lebensmittelindustrie vor. Spezielle Produkte sollen den gewohnten und zumeist ungesunden Ernährungsplan ersetzen und die Rettungsringe verkleinern. Ein Blick in die Bestandteile sehr vieler der Produkte widerlegt allerdings diese These. Diät ist eine gute Massnahme, den Körper wieder auf Vordermann zu bekommen – allerdings hat diese nur mittelbar mit der Fastenzeit zu tun. Busse – ja durchaus, denn die Kalorien, die durch die fettreiche Kost im Winter aufgefuttert wurden, sollen purzeln. Doch sollte hier wirklich mit Vorsicht agiert werden, denn nicht jede Diät ist zielführend und gesund. So lässt etwa eine Nulldiät die Kilos sehr rasch purzeln – Nebenwirkungen sind Mangelerscheinungen und v.a. psychischer Stress. Ist die Diät vorbei, geht auch der Zeiger auf der Waage innerhalb kürzester Zeit wieder in unerwünschte Regionen. Eine solche Nulldiät ist somit eine Selbstkasteiung und hat nichts mit dem Fasten zu tun. Denn: Die Sonntage sind ausgenommen! Sie gelten sozusagen als “Atempause während des Fastens”! Dies zeigt uns etwa auf, dass man das, was man tut, aus Überzeugung und Freude tun soll. Während der Fastenzeit sollte sich der Mensch mit sich selbst beschäftigen. Hinterfragen, was eigentlich getan wird und wie man es besser machen kann. Damit sind wir beim Kern des Fastens: Genussmittel sind zum Genuss da – nicht als Grundnahrungsmittel vorgesehen. Essen in Maßen und körperliche Bewegung sind wesentlich besser als grosse, gefüllte Teller und der anschliessende Mittagsschlaf. Dies empfehlen auch die Ernährungsberater: Öfter am Tag eine gesunde Kleinigkeit gegessen als dreimal in die Vollen zu greifen! Der Unterschied zwischen Diät und Fasten liegt also in der bewussten Änderung der Essensgewohnheiten, der Umkehr. Dabei können einem so manche Ansätze aus den unterschiedlichen Kuren durchaus behilflich sein! Buchinger, F.X. Mayr, SchrothKur, Basen-, Molke- oder Lichtfasten – jeder sollte selbst testen, was ihm gut tut.
Neben diesen körperlichen Entbehrungen aber sollte noch wesentlich mehr zum Fasten dazugehören: Weniger Konsum im Allgemeinen! Schalten Sie mal bewusst den Fernseher einmal die Woche nach den Nachrichten ab und nehmen ein gutes Buch zur Hand. Verbringen sie mehr Zeit mit der Familie. Muss jede Strecke mit dem Auto zurückgelegt werden? Zu Fuss gehen oder Radfahren – gerade wenn es in der Grupe geschieht, macht sehr viel Spass. Machen Sie einen Waldspaziergang. Lassen Sie sich davon begeistern, wie schön eigentlich die Natur ist. Seien Sie ausnahmsweise nicht erreichbar! Handy oder Internet machen unsere Zeit immer kurzlebiger – alles muss noch schneller, noch erfolgreicher gehen! Machen Sie eine Pause! Eine Pause von dem, was Sie aus sich gemacht haben! Schalten Sie einfach mal ab!
Erleben Sie dadurch die Gegenwart bewusster! Sollten Sie das nicht aus eigener Kraft können – nein nicht ins Wellnesshotel! Lassen Sie es sich beispielsweise mal im Kloster zeigen, mit wie viel der Mensch eigentlich das Auslangen findet. Sehr viele Ordensgemeinschaften bieten gerade in der Fastenzeit eine solche Einkehrmöglichkeit an (Franziskaner, Benediktiner, Zisterzienser, Pallottiner,…). Auch für Nicht-Gläubige durchaus eine Möglichkeit, wieder zu sich selbst zu finden. Zu erkennen, dass der Tag nicht mit dem Aufstehen beginnt, mit Meetings vollgestopft ist und mit dem Zu-Bett-Gehen endet ohne mal eine Minute Zeit für sich selbst gefunden zu haben. Sollte das Kloster doch zu abschreckend für Sie sein: Verplanen Sie für den Rest der Fastenzeit zehn Minuten am Tag für Vogelgezwitscher, Wassergeplätscher, Ausblick geniessen,… Ich bin mir sicher, sie entdecken sehr vieles wieder, das sie völlig vergessen haben (bewusstes Erleben der Naturschönheiten). Ausserdem hilft Ihnen dies, um durchzuatmen, Kraft zu schöpfen, den eigenen Rhythmus wiederzufinden. Und: Geniessen Sie es!!!

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Poppen für’s Herz

Sex dient der Arterhaltung ist damit ein legitimes Mittel des Menschen, in die Geschehnisse der Natur unmittelbar einzugreifen! Das meint auch die Kirche, doch ist in den meisten Religionen hierfür das Sakrament der “Ehe” erforderlich – also der durch Gott abgesegneten Partnerschaft zwischen Mann und Frau! Dass Sex aber auch Spass macht – damit hat die christliche Kirche seit inzwischen mehr als zwei Jahrtausenden zu kämpfen. Und jetzt wird noch eines obendrauf gegeben: Sex macht gesund!!!
Das, was uns schon Generationen von Sexualtherapeuten und -forscher versuchen zu erklären, wurde nun durch eine Studie in den USA bestätigt. Unregelmässiger Sex kann gefährlich werden!!! Hier die Erklärung: Zur “körperlichen Vereinigung” zwischen Mann und Frau ist immer Bewegung erforderlich! Bei dem Einen mehr, bei dem Anderen weniger. Vergleichen wir es mit einem 100-m-Läufer, so sollte eine gewisse muskuläre Grundausstattung und ein Trainingszustand auf jeden Fall vorhanden sein, da ansonsten die Leistung nicht erbracht werden kann und die Strecke immens lang werden kann. Ähm – wollen wir für so manchen hoffen, dass nicht die Kurzstrecke den sexuellen Teil einer Partnerschaft bestimmt – förderlicher wäre doch eher die Mittel- oder Langstrecke!!! (Anmerkung des Redakteurs) Der Körper wird also wie beim Sport bewegt, die Verbrennung läuft auf Hochtouren. Dabei bleibt aber nicht nur aufgrund eines Anblickes manchen Menschen die Luft weg!!!
Um dies alles verstehen zu können, müssen wir einen Blick in den cardio-pulmonalen Kreislauf unseres Körpers werfen. Das Herz-Kreislauf-System ist im wahrsten Sinne des Wortes die Lebensader der höherwertigen Geschöpfe, der Tiere und des Menschen. Zwei hintereinandergeschaltete Abschnitte entscheiden sozusagen über Leben und Tod. Der grosse Kreislauf versorgt alle Stellen des Körpers mit Nährstoffen, die die Zellen für die Verbrennung in den Energiezentren, den Mitochondrien brauchen. Der grosse Kreislauf geht vom linken Herzen weg und mündet im rechten Vorhof. Der kleine Abschnitt beginnt im rechten Herzen und führt zur Lunge; er mündet im linken Vorhof. In der Lunge findet der Gasaustausch statt: Vornehmlich Kohlendioxid wird abgegeben und über die Atmung ausgeschieden, Sauerstoff aufgenommen. Funktionieren diese beiden Kreisläufe nicht mehr richtig, so wird dies lebensgefährlich, da der Körper einerseits nicht mehr mit Nährstoffen, andererseits auch nicht mit Sauerstoff versorgt wird! Somit ist es umso wichtiger, dass der Kreislauf regelmässig trainiert wird. Dadurch wird das Herz kräftiger – es sorgt durch eine grössere Pumpfunktion (obwohl es weniger schlägt!) für bessere Durchblutung – die Regionen des Körpers erhalten mehr Nährstoffe, können also bessere Arbeit abliefern. Die Lunge vergrössert ihre Aufnahmekapazität (Lungenvolumen) und kann somit nicht nur mehr CO2 abgeben sondern auch mehr Sauerstoff aufnehmen. Deshalb raten 99,99 % der Mediziner zu Sport. Es muss ja nicht gleich der Marathon sein – regelmässige und ständige Bewegung sind durchaus ausreichend.
Ein nicht unwesentlicher Faktor beim Sex spielt allerdings beim Menschen auch das Hormonsystem. Bereits beim Kuss werden zwar die meisten Gesichts- und Halsmuskeln bewegt – das jedoch kann man auch durch etwa das Schneiden von Grimassen oder das Lachen erreichen. Viel entscheidender sind die Sexualhormone. Die unheimliche Macht dieser Sexualhormone wird spätestens in der Pubertät bewusst bzw. bei Frauen mit der Menopause und dem Menstruationszyklus. Ihre Produktion beginnt schon bei Streicheleinheiten, wird zusehends gesteigert und endet mit einem wahren Hormonfeuerwerk beim Orgasmus. Die sog. “Flugzeuge im Bauch” werden durch die Glückshormone – wie Endorphine, Oxytocine und Serotonine (um nur die wichtigsten zu nennen!) – ausgelöst. Daher auch die Ausdrücke “verleiht Flügel” oder “rosa Brille”. Daneben steigert eine Liebesnacht auch das Selbstwertgefühl. Eine Untersuchung der Universität Leipzig hat nachgewiesen, dass sexuell aktive Menschen weniger an Depressionen oder Angststörungen, also Neurosen leiden. Diese Glückshormone haben nun die unterschiedlichsten Auswirkungen auf unseren Körper. Altbekannt deshalb auch die Volksweisheit: “Lachen hält jung!” Sex als Jungbrunnen? Ja – ist wirklich so. Regelmässiger Sex sorgt für eine vermehrte Hormonproduktion, mehr Bewegung und Ausgleich, da der psychische Panzer, den Frau und Mann heutzutage in der Arbeitswelt braucht, abgelegt werden kann. Hierdurch kann gegen Krankheiten vorgesorgt werden. Durch die gesteigerte Tätigkeit des Lypmphsystems werden schädliche Abbauprodukte schneller zu den Entsorgungsstellen transportiert. Auch die Prostata des Mannes wehrt sich keineswegs gegen regelmässige Aktivitäten in diesem Bereich!!! Schmerzforscher haben ferner festgestellt, dass die starken Kontraktionen der Bauch- und Beckenmuskulatur beim Höhepunkt (also der An- und Entspannung der Muskeln) auch die benachbarten Muskelgruppen etwa im Rücken- oder Nackenbereich in Fahrt bringen – Verspannungen lösen sich, Schmerzen lassen nach! “Nein – heute nicht! Ich hab’ Migräne!” Dieser Satz gehört in der Männerwelt wohl zum Bereich “non grata” – also absolut unerwünscht! Dabei gebe es ein ganz einfaches Mittel gegen Migräne: Sex! So betont beispielsweise Dr. Alexander Lowen vom International Institute for Bioenergetic Analysis in New York, dass 25 % seiner Migräne-Patientinnen von einer Linderung der Kopfschmerzen und Übelkeit während eines Migräneanfalles berichtet haben, wenn Sie sich um die wichtigste Sache der Welt gekümmert haben! Doch – ist Vorsicht geboten: Sollte es nicht helfen, kehren Sie besser wieder zu den althergebrachten Migräne-Bekämpfungsmethoden zurück!
So – stellen Sie sich mal vor, all dies wird nur unregelmässig betrieben! Der Körper kommt einerseits mit den gesteigerten Bewegunganforderungen nicht mehr zugange! Andererseits explodiert das Hormonfeuerwerk in einer Heftigkeit, die Mann/Frau nicht gewohnt ist! Bezeichnen wir es also als “Schuss nach hinten”! Neben Muskelkater (dem geringsten Übel) oder anderen Muskelverletzungen ist davon wohl am meisten das Herz-Kreislauf-System betroffen. Training ist also das Um und Auf! Doch wer dies als Freifahrtschein für Seitensprünge sehen sollte, der liegt falsch. Denn einerseits bringt Sex mit ständig wechselnden Partnern einen unheimlichen Erfolgsdruck (nicht nur beim Mann), denn schliesslich will jeder im Vergleich gut dastehen, sondern auch die ständige Angst, ertappt zu werden und den Stress bei der Koordinierung der Dates!!! Auch dies kann durchaus negative Folgen haben, die die positiven schlecht aussehen lassen.
Doch bei all dem sollte auf eines nicht vergessen werden: Der Schutz vor ungewollten Schwangerschaften – v.a. aber gegen die Übertragung von Geschlechtskrankheiten wie Aids etwa. Hier hilft zumeist nur ein Kondom! Sollten auch ab einem gewissen Zeitpunkt die Hormone die Kontrolle des Gehirns übernommen haben, so sollten sich beide Partner erwachsenerweise im Klaren sein, ob ein Moment der ungeschützten Glückseligkeit dieses Risiko wert ist!

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