Archive for November, 2012

Gefahr: Insektenstich!

Als ich meinen Dienst bei einer Radiostation an der Adria versah, wunderte ich mich am ersten Abend nicht schlecht, dass ein LKW durch Grado fuhr, der ganz gewaltig Dampf abzulassen schien. Am nächsten Morgen wusste ich auch weshalb. Es schien, als hätten die kleinen Blutsauger geradezu auf mich gewartet und alle Stechmücken der nördlichen Adria zum feierlichen Festtagsmenü geladen – ein Flashmob der Stechbiester! Alter Schwede – habe ich ausgesehen! Mein erster Gang führte mich dann auch direkt in der Supermarkt, wo ich mir ein Fläschchen für die Steckdose besorgte. Zu Beginn meines dritten Tages am italienischen Meer weigerte ich mich anfangs noch vor dem Blick in den Spiegel, konnte jedoch dann erfreut aufatmen. Jeder, der dies alles schon mal mitgemacht hat, kann sich in meine Haut versetzen.
Konzentrieren sich diese kleinen Monster, deren Existenzberechtigung auf diesem Planeten mir nach wie vor äusserst schleierhaft ist, in unseren Breitengraden an sich in Form der Gelsen, Bremsen (Dasen) oder Taufliegen auf Feuchtgebiete, so wunderten sich viele Südtirol-Urlauber in diesem Jahr, dass sie von einer unbekannten, jedoch sehr aggressiven Fliegenart richtiggehend angegriffen schienen. Bozen wurde heuer von der Tigermücke heimgesucht. Keiner weiss warum, doch hat die schwarz-weiss-gestreifte Mücke aus Südost-Asien den Weg ins nördliche Italien gefunden. Auch wenn sie noch so lästig ist, ist sie ebenso wie die Gelse und Bremse eigentlich harmlos. Treten jedoch im Verbreitungsgebiet der Mücke Krankheiten auf, so können diese durchaus übertragen werden. Südtirol allerdings ist kein Einzelfall. In nördlicheren Gefilden sorgte die Asiatische Buschmücke für teilweise grosse Angst. Durchaus berechtigt übrigens, gilt doch die Aedes (Ochlerotatus) j. japonicus als ausgezeichneter Wirt. V.a. der gefährliche West-Nil-Virus, das Dengue- und das Chikungunya-Fieber kann von ihr übertragen werden. Einzelne Erkrankungen an Tieren gab es schon in diesem Jahr. Doch auch hier gilt, dass die Krankheit bereits verbreitet sein muss.
Sticht nun die Mücke einen Erkrankten, so werden die Krankheitserreger (neben Viren auch Bazillen oder Parasiten) durch den Speichel der Mücke auf das nächste Opfer übertragen. Dazwischen liegt die sog. „extrinsische Inkubationszeit“ (10-14 Tage), während derer die Mücke selbst infiziert und ihre Speicheldrüsen befallen werden. Die direkte Weitergabe durch Anhaftungen auf dem Stechrüssel des Insektes ist ebenfalls möglich.
Insektenforscher nun gehen davon aus, dass diese exotischen Mückenarten durch den Reifenhandel aus Fernost in unsere Breitengrade gelangen (Wirtschaftsflüchtlinge???). In den Pfützen, die sich an Bord der Schiffe in den Reifen bilden, finden die Insekten hervorragende Brutplätze. In Deutschland und Österreich angekommen, sind keine Blumenvasen, Giesskannen oder andersartige Wasserbehälter vor ihr sicher. Nach und nach verdrängt die Asiatische Buschmücke auch die heimischen Arten. Auf Friedhöfen beispielsweise wurden nurmehr die Asiaten vorgefunden.
So ist es etwa auch zu erklären, dass Mediziner und Wissenschaftler in diesem Jahr erstmals wieder Malaria in Griechenland diagnostiziert haben. Malaria wird durch Plasmodien übertragen. 2012 gab es gleich fünf aufsehenerregende Erkrankungsfälle: Dieses gefährliche Andenken brachten zwei Mitglieder des Rennstalls Red Bull Racing sowie drei Journalisten aus Dänemark, Gross Britannien und Portugal vom Formel I-GP auf dem indischen Subkontintent mit. Doch auch in Europa sollte die Gefahr nicht unterschätzt werden. So warnt die Vereinigung “Ärzte ohne Grenzen” vor Krankheitsfällen in den südlichen Regionen von Griechenland, in Ost-Attika und Takonia, wo Malaria seit 1974 als ausgerottet galt. Hier fehlt in grossem Umfang Geld, um den Obdachlosen oder Arbeitslosen medizinische Hilfe zukommen zu lassen. Der Erreger der tropischen und damit schweren Malaria (Plasmodium falciparum) wird durch die weibliche Anopheles gambiae-Mücke in der Nacht bis zur Dämmerung übertragen (“Stich bis zum Morgengrauen”). Einmal gestochen gelangen die Parasiten in Form von einkernigen Sichelkeimen (Sporozoiten) über die Blutbahn in die Leber, wo sie sich zu vielkernigen Gebilden (Merozoiten) vermehren. Danach werden die roten Blutkörperchen infiziert (hier bilden sich wieder Sporozoiten). Wenn diese dann an unterschiedlichen Orten des Körpers platzen, werden noch mehr der Plasmodien freigesetzt. Durch diese ständige Wandlung des Erregers tut sich das menschliche Immunsystem extrem schwer mit der Bekämpfung der unerwünschten Eindringlinge. Malaria äussert sich durch hohe Fieberschübe, Gelenks- und Kopfschmerzen, Erbrechen und Schüttelfrost. In weiterer Folge werden Hirn und Organe durch Blutarmut und Sauerstoffmangel (der ja durch die roten Blutkörperchen transportiert wird) geschädigt. Setzt keine entsprechende Therapie (z.B. die artemesinin-basierte Kombinationstherapie ACT) ein, so endet die Krankheit tödlich. Artemisinin übrigens ist ein pflanzlicher Wirkstoff, der aus den Blättern und Blüten des einjährigen Beifusses gewonnen wird. 2010 verstarben insgesamt 655.000 Menschen – rund 91 % davon auf dem afrikanischen Kontinent. Jede Minute stirbt ein Kind an den Folgen von Malaria. 2010 gab es schätzungsweise 216 Millionen Fälle der unkomplizierten Malaria, die normalerweise nicht tödlich endet. Dennoch entwickeln sich jährlich nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO 8 Mio Erkrankungsfälle davon zur schweren Malaria. Die Krankheit galt in Europa insofern als ausgerottet, da nur Asien- und Afrikareisende sie bereizs als Infektion mitgebracht haben. Der Experte spricht zudem von der “Flughafen-Malaria”, wenn Flugzeuge aus Afrika oder Asien Moskitos mitgebracht haben. Dabei ist die Bevölkerung rund um solche internationale Flugplätze besonders betroffen. 22 der 75 Neuerkrankungsfälle in Südgriechenland wurden inzwischen Mückenstichen zugeordnet. Die griechischen Mitglieder der Ärzte ohne Grenzen müssen nun anstelle in der Subsahara im eigenen Land aushelfen – in Griechenland gibt es keinen Aktionsplan gegen die Krankheit. Die Wissenschaft arbeitet fieberhaft an der Entwicklung eines Impfstoffes (gegen die Sporozoiten) bzw. Hemmer (Vermehrung der Merozoiten). In den Vereinigten Staaten versuchen Gentechniker die DNS der Mücken dermassen zu verändern, dass sich der Erreger nicht mehr in der Mücke festsetzen kann – ein sehr langwieriges Projekt. Derzeit ist nur eine Nachsorge durch Medikamente möglich.
Die andere gefährliche Krankheit ist das West-Nil-Fieber. Erste letale Krankheitsfälle konnten bereits an Vögeln in unseren Regionen festgestellt werden. Sie gelten als natürliche Wirte des Viruses. Damit erscheint es auch als möglich, dass heimische Gelsen die Krankheit übertragen können. Die AGES (Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit) geht davon aus, dass schon in ein bis drei Jahren erste Humanerkrankungen vorliegen. Das gefährliche an dieser Krankheit ist deren schleichender Verlauf – nur jeder fünfte zeigt Symptome, die einer Grippe ähneln. Nach einer Inkubationszeit von drei bis 21 Tagen treten Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen auf, der Erkrankte fühlt sich abgeschlagen, die Lymphknoten schwellen an. Das Fieber und mit ihm die anderen Krankheitserscheinungen klingen nach kurzer Zeit wieder ab, weshalb zumeist ein grippaler Infekt vermutet wird. Bei einem von 150 Fällen jedoch tritt eine Enzephalitis oder Meningitis auf, da das Virus die Blut-Hirn-Schranke überwinden kann. Dies ist durchaus lebensbedrohlich. Erste Anzeichen hierfür sind bekannt: Krämpfe, Nervenausfälle, Nackensteifheit und Verwirrtheit (neuroinvasiver Krankheitsverlauf). Doch wie bereits geschrieben – dies betrifft gerade mal knapp 0,6 % der Erkrankungen. Bei allen anderen könnten somit durchaus bereits Erkrankungen vorliegen, doch spürt der Betroffene nichts davon. Den Beweis liefert die Baxter BioSience-Studie. In den Jahren 2006 bis 2010 wurden Blutspenden überprüft. In 0,5 % von 1.000 Proben wurden Antikörper gegen das West-Nil-Fieber festgestellt. Auch das Virus kann sich über Blutspenden verbreiten, weshalb etwa in Staaten, in welchen die Krankheit ausgebrochen ist, und deren Nachbarstaaten jede Spende gescreent werden muss. Österreich gehört hier ebenso dazu, traten doch drei Fälle in Ungarn und 14 Fälle in Italien auf. 200 Krankheitsausbrüche wurden bereits aus Griechenland und Rumänien gemeldet. Die erste Erkrankung in den USA wurde 1999 registriert. Vermutlich gelangten infizierte Stechmücken in einem Flugzeug über den grossen Teich. Eine nordamerikanische Epidemie in den Jahren 2002 und 2003 führte zu 5.800 Erkrankungen mit nicht weniger als 600 Todesfällen. Es ist also keineswegs mit der Krankheit zu spassen. V.a. da sich auch Impfstoffe derzeit erst im Erprobungstadium befinden.
Neben den angesprochenen Krankheiten können zudem parasitäre Würmer übertragen werden, die sich im Blut- oder Lymphsystem einnisten (Filariose bzw. Dirofilariose), Viren (Gelbfieber, Rift-Valley-Fieber) und Bakterien (Tularämie). Auch im an sich kühlen Skandinavien sind Stechmücken weit verbreitet. Sie sorgen beispielsweise für die Übertragung des Sindbis-Viruses, der Fieber, Gelenksschmerzen und Hautausschläge hervorrufen kann (Ockelbo-Erkrankung).
Zum Schutz gegen eben die Übertragung gefährlicher Krankheiten wurden Überwachungssysteme in der EU eingerichtet. Eines davon ist der Mückenatlas (www.mueckenatlas.de). Experten warnen aber inzwischen: Die Gelsendynamik erreicht wieder Ausmasse wie in Überschwemmungsjahren! Gesundheitsbehörden versuchen zu beruhigen: Gelsen bedeuten keine vektorielle Gefahr für den Menschen. V.a. die beiden eiskalten Monate Februar und März (Temperaturen beinahe durchwegs unter dem Nullpunkt) wirkten in diesem Jahr dem Aufbau eines grösseren Bestandes entgegen. Trotzdem konnte eine Vielzahl unter der Eisdecke so manchen Tümpels oder Teiches überwintern. Es entstanden ungewöhnlich grosse Exemplare. Die Zeitung “Heute” titulierte sie als “Goliathgelsen”. Immer wieder führt Hochwasser zu einer ungewöhnlich hohen Zunahme an Gelsen. Heuer etwa auch in der österreichischen Bundeshauptstadt Wien.
Schützen gegen Stechmücken kann man sich grundsätzlich durch helle und körperbedeckende Bekleidung. Vorsicht bei Parfüms oder Deos – sie ziehen die Stechbiester vermehrt an. Zudem gibt es insektenabweisende Mittel, die auf der Haut aufgetragen oder im Haus versprüht werden können. Auch Fliegengitter bieten einen guten Schutz. Denn ein Schmerz wird nur dann empfunden, wenn die Stechmücke einen Nerv trifft. Ansonsten liegt der durch den Stich empfundene Schmerz unter der Schmerzgrenze, sodass er gar nicht wahrgenommen wird. Das unverkennbare Stichmerkmal ist eine Rötung und das Anschwellen der Einstichstelle, gefolgt von Juckreiz. Dies ist die Abwehrreaktion des Körpers auf die aufgenommenen Proteine. Hier helfen Antihistaminika oder auch das lokale Erhitzen der Einstichstelle, wodurch die Proteine denaturieren.
Viele zieht es in den kalten Wintermonaten in ferne, warme Länder. Vergessen Sie bitte nicht die rechtzeitige Immunisierung, daneben können mit Insektiziden behandelte Moskitonetze im Sinne Ihrer Gesundheit wahre Wunder bewirken!

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All das unglaubliche Leid – wofür???

Hinweis:
Die in diesem Blog enthaltenen Videos dienen der Aufklärung und dem Nachweis dieser schrecklichen Versuche unter dem Mantel der “Wissenschaft”. Es ist nicht angedacht, dass sich abnormale, triebveranlagte Menschen daran ergötzen können. Lesern mit schwächeren Nerven empfehlen wir, diese Clips nicht anzusehen!

“Niemand darf einem Tier ohne vernünftigen Grund Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügen.” (§1 Dt. Tierschutzgesetz)

Bei der Recherche zu diesem Blog klickte ich mich auch durch die Bilder und Videos. Ehrlich? Mir kam das grosse Heulen und ich musste bei so manchem Video anhalten um mich wieder zu fassen (da sehr häufig Videos von Gruppierungen missbraucht werden, muss ich den Clip vor dessen Veröffentlichung gesehen haben). Ich frage mich, welcher Mensch wehrlosen Lebewesen ein solches Leid zufügen kann. Und wieso es nach wie vor Leute gibt, die sich Kosmetika ins Gesicht schmieren, an denen dermassen viel unschuldiges Blut klebt. Ein befreundeter Chemiker, der eigentlich nichts mit den Versuchen zu tun hatte, wechselte die Firma, nachdem er zum ersten Mal das Tier-Versuchslabor seines Arbeitgebers gesehen hatte. Ich hoffe, ich kann mit den folgenden Ausführungen etwas zum Bewusstsein der Menschen beitragen. Habe ich damit auch nur einem Tier das Leid erspart, so haben sich die Zeilen gelohnt.
Vergangene Woche hat das deutsche Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) die Tierversuchszahlen für das Jahr 2011 vorgelegt. Wurden im Jahr zuvor noch 2,86 Mio Tiere alleine in Deutschland zu Tode gequält, so waren es 2011 bereits 2,91 Mio. Alle 11 Sekunden stirbt ein Tier in einem deutschen Labor. Darunter über 2 Mio Mäuse, 400.000 Ratten, etwa 200.000 Fische, rund 106.000 Vögel, 1.796 Affen, 585 Katzen sowie 2.074 Hunde und andere Tierarten. Hier nicht eingerechnet sind jene Tiere, die schon in der Zucht oder dem Transport krepiert sind bzw. in der Gentechnik verwendet wurden. Tritt bei Genveränderungen nicht der gewünschte Effekt auf, wird nämlich das Tier getötet. So blöd dies nun klingen mag: Gut hatten es jene Tiere, die als Überschuss getötet wurden. Ihnen blieb ein grauenvolles Leiden erspart.

http://www.aerzte-gegen-tierversuche.de/images/pdf/tierversuchszahlen_2011.pdf

Erfreulich ist dabei die Tatsache, dass die Zahlen im Rahmen der Giftigkeitsprüfungen rückläufig sind: 6 % der Tiere lassen ihr Leben für solche Tests. Die Zahl jener Tiere, die der Herstellung von Arzneimitteln zum Opfer fallen, ist mit 16,5 % in etwa gleichbleibend. Und dann kommt der grosse Topf der Grundlagenforschung (inkl. der Gentechnik). Nicht weniger als 1,018 Mio Lebewesen gingen zumeist jämmerlich in diesem Forschungsbereich zugrunde. Tatsächlich ist der “Tierverbrauch” hier jedoch weitaus höher anzusiedeln. 1999 waren es noch 438.000 Tiere – seither steigt die Zahl.
Die Giftigkeitsprüfungen können sich inzwischen mehrerer alternativer Methoden wie Zellkulturen, Gewebeschnitte oder auch Computersimulationen bedienen. Gleiches gilt auch in der Arzneimittelindustrie, wo in sehr vielen Fällen Tierversuche ohnedies mehr als fragwürdig sind, da Tiere komplett anders anatomisch, physiologisch und auch physiognomisch aufgebaut sind als der Mensch. Auf diesem Irrtum basiert etwa auch der Contergan-Skandal. Somit können die Ergebnisse aus dem Arzneimittel-Tierlabor niemals direkt auch auf den Menschen umgelegt werden.
Versuchstiere werden immer im Überschuss gezüchtet, damit man kurzfristig jederzeit auf neue Tiere zurückgreifen kann. Werden sie jedoch nicht mehr benötigt, so werden sie getötet. Diese Lebewesen scheinen ebenso wenig in den offiziellen Statistiken auf, wie etwa die wirbellosen Tiere (Schnecken, Insekten,…). Damit Sie einen globalen Überblick erhalten, wenn Sie der Meinung sind, dass diese beinahe 3 Mio getöteten oder verendeten Tiere ohnedies wenig sind für die menschliche Gesundheit: In nur 37 in einer 2006 erarbeiteten Studie aus Grossbritannien (veröffentlicht im Wissenschaftsmagazin ATLA) der berücksichtigten Länder werden Tierversuchsstatistiken geführt. Diese Studie spricht von ca. 115 Mio Tiere, die für Tierversuche herangezogen wurden! 115 Mio Einzelschicksale, die grossteils qualvoll in irgendeinem Käfig verendet sind. Das Ranking der ungehörten Schreie führen die Vereinigten Staaten (17 Mio) vor Japan und der EU mit jeweils 11 Mio an.
Im Jahr 2008 ging ein Aufschrei durch die Medien, als bekannt wurde, dass die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) für die umstrittenen Versuche des Hirnforschers Andreas Kreiter an der Universität Bremen nicht weniger als 1,2 Mio € an Subventionen investierte. Nach zahlreichen Protesten hatte zuvor die Bremer Bürgerschaft und die Bremer Landesregierung alle Zahlungen eingestellt. Kreiter liess Makakenaffen Geräte in deren Schädel implantieren. Danach wurden sie auf sog. Primatenstühlen festgebunden und der Kopf unbeweglich festgeschraubt. Nur bei guter Kooperation gab es ein paar Tropfen Saft. Somit liessen die Affen alles mit sich machen um an Flüssigkeit heranzukommen. Das nennt sich dann Grundlagenforschung! Die Vereinigung “Ärzte gegen Tierversuche” meint hierzu: “…ist der Nutzen für kranke Menschen gleich null.” Ähnliche Versuche lehnten zuvor die Behörden in Berlin und Bayern ab. In Tübingen (Baden-Württemberg) jedoch werden nach wie vor auf die selbe Art wie in Bremen Rhesusaffen in der Hirnforschung gequält. Über ein Loch in der Schädeldecke der Tier werden Elektroden direkt am Hirn der Tiere angebracht oder gar eingeführt. Das Leiden der Affen kann oft Jahre andauern. Zahlreiche Aktionen wie Demonstrationen oder Infoveranstaltungen waren ebenso zwecklos, wie die Übergabe von 60.000 Unterschriften an die grün-rote Landesregierung Baden-Württembergs. In Tübingen selbst regiert zudem noch ein grüner Oberbürgermeister.
Affen sind leider gern verwendete Versuchstiere. Besonders Schimpansen gleichen dem Menschen in ihrem kognitiven und sozialen Verhalten, der Gemeinschaftskultur, dem Verwenden von Werkzeugen und dem Gebrauch von Emotionen. Deshalb haben einige europäische Länder Versuche mit Menschenaffen bereits verboten. Auch Brüssel möchte mit der Richtlinie 2010/63/EU solche Versuche dermassen erschweren, dass sie nahezu nicht mehr durchgeführt werden können. Doch sind Schimpansen, Gorillas und Orang-Utans nur eine kleine Familie der Ordnung der Primaten. Zur Gattung der Makaken gehören beispielsweise auch die Rhesusaffen – beide sind in der Familie der Meerkatzenverwandten zu finden – also keine Menschenaffen. Somit trifft diese EU-Richtlinie nicht auf sie zu. Auf Mauritius wurde zu diesem Zweck die Affenzuchtfarm Noveprim eingerichtet. Die Untersuchungen der Vereinigung British Union for the Abolition of Vivisection (BUAV) bringen unglaubliche Tatsachen an’s Licht der Öffentlichkeit. Verendete Tiere sind zumeist aufgeschlitzt oder verstümmelt. Sie werden wie Müll entsorgt. Im Oktober und November dieses Jahres sind wieder die männlichen Affen, die mehr als 4 kg gewogen haben ebenso wie schwangere Weibchen oder Jungtiere, die zum Überschuss gehörten, getötet worden. Die Versuchslabore nehmen nur Tiere bis 3,5 kg, da die Käfige weltweit auf dieses Gewicht ausgelegt sind.

https://www.youtube.com/watch?v=aYpsp0YxvYA

Neben dieser Zuchtfarm gibt es auch in Vietnam und China solche Stationen. Es ist pervers, gelten doch sehr viele der Affen in freier Wildbahn aufgrund des Artenschutzes als streng geschützt. Durch die Abrodung des Regenwaldes zugunsten riesiger Plantagen für Nahrungsmittel und Biokraftstoff geht der natürliche Lebensraum der Tiere verloren, die Population nimmt ständig ab. Nur auf Mauritius dürfen diese in freier Natur gejagt werden, da sie sich auch von Zuckerrohr ernähren und damit als Schädlinge eingestuft werden. Für die Bevölkerung dort ein mehr als lukratives Geschäft, wird doch in Europa für einen solchen Langschwanzmakaken nicht weniger als 2.600 € bezahlt. In den ersten zehn Jahren dieses Jahrtausends wurden alleine von Deutschland etwa 250 wildgefangene und 3.000 direkte Nachkommen von wildgefangenen Affen aus Mauritius importiert. Sie müssen Giftigkeits- und Serentests in der Pharmazie überstehen oder werden eben in solcher Grundlagenforschung eingesetzt.
Unter dem Link

http://www.tierschutzbund.de/versuchsaffen-importe_protest.html

können Sie ein Protestschreiben an den Botschafter von Mauritius in Deutschland unterzeichnen (aufgesetzt durch den Deutschen Tierschutzbund).
Im Februar 2012 hat das Europäische Patentamt mit EP1456346 gar ein Patent für einen gentechnisch veränderten Schimpansen für das US-Unternehmen Intrexon ausgestellt. Die Tiere sollen für die Pharma-Industrie verwendet werden. Ihre DNA wurde mit einer synthetischen DNA manipuliert, die eigentlich von Insekten stammt. Elf Tierschutzorganisationen aus den drei deutschsprachigen Ländern haben gegen dieses Patent Einspruch eingelegt, denn schliesslich sollten Tiere “mit Respekt behandelt und vor kommerziellem Missbrauch geschützt werden”, meint Christoph Then von der Vereinigung Testbiotech und fordert das Aus für Patente auf Tiere. Insgesamt wurden durch das EPA bislang nicht weniger als 1.200 solcher und ähnlicher Patente ausgestellt.
Am 17. November gab es in Stuttgart einen Trauerzug für Tiere durch die Innenstadt. Dort wurde der Bevölkerung auch ein solcher Primatenstuhl präsentiert. Am selben Tag wurde in Regensburg eine Mahnwache mit Demo gegen Tierversuche abgehalten. In Bremen demonstrierten im April des Jahres gemeinsam mit dem Deutschen Tierschutzbund tausende Menschen. Im selben Monat wurde eine Aktion vor dem Deutschen Bundestag abgehalten. Solche weltweite Proteste zeigen offenbar nun endlich Wirkung: Zumindest in der Kosmetik sollen Tierversuche bald der Vergangenheit angehören! Ab März 2013 wird es ein ausnahmsloses Verkaufsverbot von an Tieren getesteten Kosmetika geben. Verantwortlich dafür ist eine Verordnung des EU-Kommissars für Gesundheit und Verbraucher, Tonio Borg. Manche Kosmetik-Unternehmen werben schon seit Jahren damit, dass für ihre Produkte kein Tier sterben musste. Logisch – seit 2003 sind in der EU Tierversuche für solche Zwecke verboten. Doch – wie sieht es mit den Grundbestandteilen aus? Die an Tieren ausgetesteten Rohstoffe wurden einfach aus dem Ausland importiert. Dem soll nun mit dieser neuen Richtlinie mittels eines Importverbotes ab dem 11. März 2013 der Riegel vorgeschoben werden. Den ersten Anlauf machte der EU-Kommissar John Dalli. Doch wollte er vor seinem Rücktritt (aufgrund von Korruptionsvorwürfen) dies um zehn Jahre nach hinten schieben. Dem Ganzen voraus ging auch eine Unterschriftenaktion mit nicht weniger als 242.000 Unterzeichnenden, die sich ebenso wir der Initiator, Ärzte gegen Tierversuche, für das Aus dieser grauenvollen Experimente eingesetzt haben. Die davor bestehenden Tierschutzgesetze erwiesen sich als komplett nutzlos. Schon ab 1986 waren Tierversuche für dekorative Kosmetika verboten. Die Produzenten deklarierten alsdann sogar Lippenstifte oder Lidschatten als pflegende Kosmetika, die solche Versuchsreihen noch gestatteten. Hier fehlte die klare Abgrenzung zwischen dekorativ und pflegend. 12 Jahre später wurde ein neues Gesetz auf Schiene gebracht, das Tierversuche für Kosmetikprodukte und deren Rohstoffe untersagte, solange diese nicht unter das Chemikaliengesetz fielen. Die vielen Gesetzeslücken wurden jedoch zur Gänze ausgenutzt. Erst die 7. Änderung der Kosmetikrichtlinie der EU (Richtlinie 2003/15/EC) versuchte, ab dem 11. März 2003 das leidige Thema zu beenden. Die Kosmetikindustrie hat stets damit argumentiert, dass nur die Tierversuche die Unbedenklichkeit der Mittelchen garantieren und vor etwaigen Schäden schützen.
Die Palette solcher Tests ist unheimlich lang. Um Giftigkeit auszutesten, wird Ratten und Mäusen über eine Magensonde ein Toxin verabreicht (akute Giftigkeit). Sie verrecken jämmerlich; anderen wird über längere Zeit ein Gift zugeführt (chronische Giftigkeit). Krebsauslösende Mittel werden verabreicht um Tumore überprüfen zu können (Teratogenität). Kanninchen, Meerschweinchen und Ratten werden die Stoffe auf die Haut aufgetragen oder in die Haut gespritzt um die Hautverträglichkeit zu kontrollieren. Andere werden in enge Rohre gesteckt , damit sie sich nicht bewegen können und stundenlang mit UV-A-Licht bestrahlt (Phototoxität). Kanninchen werden Flüssigkeiten in die Augen geträufelt, um evt. Schleimhautreizungen zu überprüfen (Draize-Test). Trächtigen Tieren wird die Substanz zugeführt um zu überprüfen, ob die Mittelchen zu Missbildungen oder Totgeburten führen (Teratogenität). Doch all dieses Leid der Tiere hat nichts genutzt, finden bei Analysen die Chemiker von Stiftung Warentest immer wieder Stoffe oder Bestandteile, die eigentlich nichts in dem Produkt zu suchen haben sollten: Arsen, Blei, Quecksilber oder Barium in Lippenstiften oder Dioxan in Shampoos, künstliche gesundheits- und umweltschädigende Duftstoffe… Wofür dann überhaupt die Tierversuche? In einer Untersuchung des Verbrauchermagazins Öko-Test im Jahre 2001 wurden in 18 von 22 Blondierungsmitteln bedenkliche Farbstoffe und Konservierungsmittel festgestellt. All diese Stoffe gelangen über die Abwässer, Flüsse und Ströme ins Meer und lagern sich dort in den Fischen und anderen Meeresbewohnern an, sodass die Gifte über die Nahrungskette wieder zurück zum Menschen kommt.

https://www.youtube.com/watch?v=g1hpI6V19rY

Die Produzenten von Kosmetika oder Arzneimitteln sichern sich durch Tierversuche vor Schadensersatzklagen, sollte tatsächlich etwas geschehen. Das Gesetz schreibt sogar vor der Zulassung eines Medikamentes eine gewissen Anzahl an Tierversuchen vor. Wenn sie unerlässlich sind! Doch habe ich sehr wohl etwas dagegen, wenn bereits 15 Mittelchen gegen eine Krankheit oder für einen gesunden Teint auf dem Markt sind und die reine Gewinnsucht von Anlegern und Aktionären unbedingt noch ein 16. solches Mittelchen herausbringen möchte. Das Elend in den Tierlabors dient somit zumeist nicht der Gesundheit des Konsumenten, sondern vielmehr der rechtlichen Absicherung des Produzenten im Rahmen ihrer Profitsucht. Und hier noch das Paradoxon schlechthin: In China sind Tierversuche in der Herstellung von Kosmetika vorgeschrieben. Wer somit auf den riesigen Markt nicht verzichten will, muss dafür Tiere sterben lassen. In jenem Land, in dem Menschen durch miserable Arbeitsbedingungen sterben, das keine Umweltverschmutzung kennt und Schwermetalle in angeblichen medizinischen Produkten in den goldenen Westen schickt.
Ethisch weitaus vertretbarer sind gerade in der kosmetischen Industrie sog. “In-vitro”-Untersuchungen. Dabei werden Zellkulturen (menschliche und tiereische) die Stoffe im Reagenzglas verabreicht. Zellen reagieren sofort, wenn beispielsweise ein Gift zugeführt wird. Diese Tests sind nicht nur günstiger, schneller und wirksamer sondern helfen auch, vielen Tieren das unfassbare Leid zu ersparen. So könnte der Draizé-Test beispielsweise durch den HET-CAM-Test ersetzt werden, bei dem die Flüssigkeit auf die direkt unter der Schale liegende Haut eines Hühnereis geträufelt wird. Erbgut-Schädigungen können durch den Ames-Test, Phototoxität durch den 3T3-Neutralrot-Test überprüft werden. Die Teratogenität kann durch Stammzellentests (etwa den Limb Bud Micromass-Test), die Wirkung krebsauslösender Stoffe durch beispielsweise den Transformationstest untersucht werden.
Mein Gott – wenn es Alternativen gibt, die besser geeignet sind, einen Stoff zu überprüfen: Weshalb müssen dann nach wie vor Tiere leiden und qualvoll verenden???

https://www.youtube.com/watch?v=OubPpjDOhGc

Einige Kosmetika-Hersteller sind von diesen ethisch nicht vertretbaren Untersuchungen abgekommen. Sie finden sich auf einer “Positiv-Liste” des Deutschen Tierschutzbundes und anderer Organisationen wieder (unten angeführt). Und ich würde inständigst an Ihren Verstand und v.a. Ihr Herz appellieren: Verwenden Sie keine Kosmetika oder Arzneimittel mehr, für welche Tiere sterben mussten. Erkundigen Sie sich in Ihrer Parfümerie, Drogerie oder Apotheke nach einem vergleichbaren, tierversuchslosen Mittel oder schauen Sie sich im Internet die Positivlisten bekannter Tierschutzorganisationen an. Solange es Käufer für solche Produkte gibt, solange werden auch unschuldige und wehrlose Tiere dafür sterben müssen. Vielen Dank – im Namen der Tiere!!!

Produzenten, die auf Tierversuche verzichten:

Amniofluid GmbH
Goethestr. 38
61462 Königstein im Taunus
Tel.: 069 17 42 75 05
Fax: 0721 1 51 33 28 05
E-Mail: info (at) amniosan.de
Internet: www.amniosan.de
Hautpflege

Belmar Cosmetics GmbH
Arberstrasse 9
84030 Landshut
Tel: 0871 / 9740375
Fax: 0871 / 3192675
E-Mail: info (at) belmar-cosmetics.de
Internet: www.belmar-cosmetics.com
Pflegende Kosmetik

Biokraft
Theresia Mosthaf
Kirchstr. 7
74235 Erlenbach
Tel.: 07132 60 87
Fax: 07132 74 05
Pflegende Kosmetik, Wasch- und Reinigungsmittel

C’etrange
Claudia Wunderlich
Dürerstrasse 9
63739 Aschaffenburg
Tel.: 06021 37 53 72
E-Mail: info (at) cetrange.com
Internet: www.cetrange.com
Seifen und Körperpuder

Bärbel Drexel GmbH
Aichacher Str. 7
86674 Baar
Tel.: 08276 51 80
Fax: 08276 51 85 05
E-Mail: service (at) baerbel-drexel.de
Internet: www.baerbel-drexel.de
Pflegende Kosmetik

EMIKO Handelsgesellschaft mbH
Unterer Dützhof
Vorgebirgsstra?e 99
53913 Swisttal–Heimerzheim
Tel.: 02222 93 95 – 0
Fax: 02222 93 95 – 19
E-Mail: info (at) emiko.de
Internet: www.emiko.de
Pflegende Kosmetik

Stephanie Faber
Frischkosmetik
BIO Ritter GmbH
Verlag und Versand
Monatshauserstr. 8
82327 Tutzing
Tel.: 08158 80 21
Fax: 08158 71 42
E-Mail: bioritter (at) aol.com
Internet: www.ritter24.de
www.magazin-bio.de/
Pflegende Kosmetik

Martina Gebhardt
Naturkosmetik GmbH
St. Wendelinstr. 3
86935 Rott
Tel.: 08194 9 32 10
Fax: 08194 17 97
E-Mail: info (at) martina-gebhardt-naturkosmetik.de
Internet: www.martina-gebhardt-naturkosmetik.de
Pflegende Kosmetik

Hagina Cosmetic GmbH
Seeshaupter Str. 7
82393 Iffeldorf
Tel.: 08856 20 68 – 9
Fax: 08856 98 55
E-Mail: info (at) hagina-cosmetic.de
Internet: www.hagina-cosmetic.de
Naturgeist® Naturkosmetik, Parfüm, dekorative und pflegende Kosmetik, Kräuteröle

Hanf-Faser-Fabrik
Uckermark GmbH
Brüssower Allee 90
17291 Prenzlau
Tel.: 03984 80 77 30
Fax: 03984 80 72 64
E-Mail: info (at) hanffaser.dehanffaser (at) t-online.de
Internet: www.hanffaser.de
Hanfpflegeöl (Baby-und Kinderöl)

Hassoun Bio-Haar-Ex
Schmittener Str. 12
60489 Frankfurt/M.
Tel. u. Fax: 069 7 89 68 03
Enthaarungsmittel

Gisela Heussinger
Naturkosmetik
Heidenheimer Str. 91
90441 Nürnberg
Tel.: 0911 66 12 42
Pflegende Kosmetik

Irmgard Holbach
Naturkosmetik
Gassenäcker 13
89195 Steinberg
Tel.: 07346 58 00
Fax: 07346 82 13
E-Mail: irmgard (at) holbach-naturkosmetik.de
Internet: www.holbach-naturkosmetik.de

Laboratorium Soluna
Heilmittel GmbH
Artur-Proeller-Str. 9
86609 Donauwörth
Tel.: 0906 7 06 06 20
Fax.: 0906 7 06 06 78
E-Mail: info (at) lunasol.de
Internet: www.lunasol.de
Lunasol Kosmetik

Leib & Lebens-Kunst
Dr. Gertrude Kamper und Francine Duroy GbR
Ueckermünder Strasse 16
10439 Berlin
Tel: 030 444 48 12
Internet: www.karitebutter.de

Light-of-Nature
GmbH + Co. KG
Lanzenhainer Str. 5
36369 Lautertal
Tel.: 06643 91 86 82
Fax: 06643 91 86 83
E-Mail: webmaster (at) light-of-nature.de
Internet: www.light-of-nature.de
Pflegende Kosmetik

Linden Kosmetik GmbH
Postfach 10
91457 Markt Erlbach
Hochstr. 1
91459 Markt Erlbach / Ot. Linden
Tel.: 09106 9 68 93
Fax: 09106 62 93
E-Mail: info (at) linden-kosmetik.de
Internet: www.linden-kosmetik.de
Gesichts- und Körperpflege

Brigitte Mahlenbrey GmbH
Konviktstrasse 17u
79098 Freiburg
Tel.: 0761 388 48 35
E-Mail: info (at) mahlenbrey.com
Internet: www.mahlenbrey.com
Körperöle

Maienfelser
Naturkosmetik
Im Burgfrieden 17
71543 Wüstenrot/Maienfels
Tel.: 07945 25 82
Fax: 07945 15 71
E-Mail: maienfelser-naturkosmetik (at) t-online.de
Internet: www.maienfelser-naturkosmetik.com
Pflegende Kosmetik, ätherische Öle

MCH-Vertrieb
Werner Ke?ler
Weilerer Weg 14
56154 Boppard
Tel.: 06742 6 06 45
Fax: 06742 6 06 65
E-Mail: infos (at) mch-produkte.de
Internet: www.mch-produkte.de

Hilke Milarch
Lebensgemässe Produkte
Schmiedgasse 17
89182 Bernstadt
Tel.: 07348 65 29
Duftöle, Duftbalsam

Miss Flip Kräuterkosmetik GmbH
Wiener Str. 18 A
71522 Backnang
Tel.: 07191 97 00 97
Fax: 07191 97 00 98
E-Mail: info (at) miss-flip.de
Internet: www.miss-flip.de
Pflegende und dekorative Kosmetik, Baby-Pflege, Körper- u. Duschöle, ätherische Öle, Fusspflegeprodukte, Deo-Sprays, Hennapulver,
Totes-Meer-Badesalz

Athanor

Risana

Mogador
Mohamed Hassani e.K.
Am Heilbrunnen 47
72766 Reutlingen
Tel.: 07121 48 66 10
Fax: 07121 48 66 25
E-Mail: info (at) argavital.com
Internet: www.argan-oil.de

Natupur Frisör GmbH
Villenstr. 1
93142 Maxhütte-Haidhof
Tel.: 09471 22 30
Fax: 09471 2 19 14
E-Mail: natupur@t-online.de
Internet: www.natu-pur.de
Haarpflege

naturARTen
Engelhardt Friedrich GbR
Lärchenweg 10
65520 Bad Camberg
Tel.: 06483 80 07 739
Fax.: 06483 99 11 537
Internet: www.naturarten.de

Naturkosmetik
Karla Wagner
Nelkenstr. 50
46569 Hünxe/Drevenack
Tel.: 02858 27 17
E-Mail: ukwagner (at) t-online.de
Internet: www.karlawagner.de
Pflegende Kosmetik

Oxin Reinigungsmittel GmbH
Schwindstr. 15
80798 München
Tel. u. Fax: 089 52 42 22
E-Mail: info (at) oxin-online.de
Internet: www.oxin-online.de
Umweltfreundliche “sofort”-Kalklöser, “sofort”-Fettlöser

Primavera Life
Naturparadies 1
87466 Oy-Mittelberg
Tel.: 08366 8 98 80
Fax: 08366 89 88 40 00
info (at) primaveralife.com
www.primaveralife.com
Pflegende Kosmetik, ätherische Öle

Princess Natur-Cosmetic
Jörg Wünsch
Haarbach Str. 123
59227 Ahlen
Tel.: 02528 – 37 866 2
Fax: 02528 – 37 866 1
E-Mail: princess (at) ahlencom.biz
Internet: www.princess-natur-cosmetic.de
Haut- und Haarpflegeprodukte

Rentsch Handels AG
Katharina Rentsch
Sihleggstrasse 23
CH – 8832 Wollerau
Tel.: 00 41 44 7 87 40 50
Fax: 00 41 44 7 87 40 59
E-Mail: info (at) rentsch.ch
Internet: www.myathanor.ch
www.swissalpinecosmetics.ch

Rutano – all natural cosmetics
Matthias Klughardt
Münchenreuth 19c
95652 Waldsassen
Tel.: 09632 84 08 54
Mobil: 0163 2 12 64 06
Fax: 09632 8 40 93 87
mk (at) rutano.de
www.rutano.de
www.all-natural-cosmetics.de

Sanoll Biokosmetik e.U.
Staudach 1
A – 6422 Stams
Tel.: 00 43 52 63 61 84
Fax: 00 43 52 63 54 44
E-Mail: info (at) sanoll.at
Internet: www.sanoll.at

Sheagold
Florian Ehret
Bismarckstrasse 1
76833 Siebeldingen
Telefon: 06345 949 151
Mobil: 0177 655 86 73
E-Mail: info(at)afrikahandel.de
Internet: www.afrikahandel.de
Hautpflege

Styx-Naturcosmetic GmbH
Am Kräutergarten 1
A – 3200 Obergrafendorf
Tel.: 00 43 27 47 32 50
Fax: 00 43 27 47 32 50 – 10
E-Mail: info (at) styx.at
Internet: www.styx.at
Pflegende Kosmetik (Kräutergarten), ätherische Öle

Tapir Wachswaren GmbH
Allerbachstr. 29
37586 Dassel-Amelsen
Tel.: 05562 94 02 30
Fax: 05562 94 02 31
E-Mail: mail (at) tapir.de
Internet: www.tapir.de
Lederpflege

Tol Cosmetik GmbH
Ossenbruch 5
46446 Emmerich
Tel.: 02822 96 67-0
Fax: 02822 96 67-21
E-Mail: info (at) tol-cosmetik.de
Internet: www.tol-cosmetik.de
TOL – pflegende Kosmetik, komplettes Henna-Haarpflege-Programm, Kosmetik auf der Basis von Salz aus dem Toten Meer

TREIBHOLZ Naturprodukte GmbH
Kleinenbroicher Str. 104
41352 Korschenbroich
Tel.: 02161 64 33 88
Fax: 02161 64 34 00
E-Mail: mail (at) treibholz.de
Internet: www.treibholz.de

W. Ulrich GmbH
Gewerbering 10
86922 Eresing
Tel.: 08193 93 12 – 0
Fax: 08193 93 12 – 80
E-Mail: info (at) ulrichgmbh.de
Internet: www.ulrich-natuerlich.de
Wasch- und Reinigungsmittel

Ulso Kosmetik Versand GmbH
Dr. Gerd Sobota
Lamberggasse 17
A – 5020 Salzburg
Tel.: 00 43 6 62 64 24 05
Fax: 00 43 6 62 64 96 86
E-Mail: ulso (at) aon.at
Internet: www.ulso.at
Pflegende und dekorative Kosmetik

Vegana
Sylvia von Oppenkowski
Kohlsteiner Str. 16
81243 München
Tel. u. Fax: 089 87 39 58
Körper- u. Schönheitspflege (Cremes, Seifen, Zahnpflege)

Wegwartehof – Stutenmilch und Kräuter
Andreas Höritzauer
Merkenbrechts 1
A – 3800 Göpfritz
Tel.: 00 43 – 28 25 – 72 48
Fax: 0043 – 28 25 – 8 00 59
E-Mail: office (at) wegwartehof.at
Internet: www.wegwartehof.at
Wegwartehof Stutenmilch- und Kräuterkosmetik

Zartgefühl Manufaktur
Eduard-Rhein-Str. 58
53639 Königswinter
Tel.: 02244 8 87 53 47
E-Mail: info (at) zartgefuehl.com
Internet: www.zartgefuehl.com
Pflegende Kosmetik

ZHENOBYA
Aleppo- und Naturseifen aus Syrien
Nawras Al Machout
Forststr. 133
70193 Stuttgart
Tel.: 0711 6 36 62 78
Fax: 0711 1 20 03 21
E-Mail: zhenobya (at) aol.com
Internet: www.zhenobya.de

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Heute fett – morgen krank

Obst, Leitungswasser und nur ganz wenig Fleisch – Süssigkeiten, Limonade und Fast-Food. Die Zeiten ändern sich – es ist verdammt schwer, sich nicht anzupassen, denn als ewig Gestriger will niemand gehalten werden. Auch bei den Essensgewohnheiten. Gab es früher noch Schwarzbrot zum Frühstück, so müssen es heute Frühstückszerebralien sein, die eigentlich gar nicht wirklich so gesund sind (meist zu viel Zucker). Und jene, die noch beim gesunden Schwarzbrot bleiben möchten, zahlen sich inzwischen krumm und dämlich. War es für die Kinder der Vergangenheit toll, nach den Hausaufgaben zum Spielen raus zu gehen, so vergräbt sich die Jugend der Gegenwart lieber in ihren abgedunkelten Zimmern, um die Freizeit mit Computerspielen und Social Networks bzw. smsen zu verplempern. Dies bringt für das wirkliche Leben leider nur ganz wenig bis überhaupt nichts – wenn Sie sich im Vorstellungsgespräch breitbeinig als der Warlord oder als Raidboss, der die Gilde Nihilim besteht (stimmt das so???) präsentieren, wird so mancher Personalchef hellauf begeistert und erfreut ausrufen: “Na und?”. Im Gegenteil: Die Teenies bewegen sich zu wenig, sie werden faul und fauler bzw. dick und dicker. Nicht selten benötigen deshalb bereits Kiddies Übergrössen. Übergewicht im Kindes- und Jugendalter (BMI ab 25) führt nicht nur zu schwerwiegenden sozialen Problemen sondern hat auch Auswirkungen auf das spätere Leben. Adipöse werden sehr häufig ausgegrenzt – in Deutschland kann es zudem Auswirkungen bei der Aufnahme in den öffentlichen Dienst oder der Verbeamtung haben. So warnt etwa die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) davor, dass XXL-Kinder zeit Ihres Lebens an dem als Altersdiabetes bekannten Diabetes Typ 2 zu leiden haben.
Diese Fettleibigkeit bereits im Kindesalter kann mehrere Ursachen haben: Einerseits die zuvor angesprochene falsche Ernährung und zu wenig Bewegung. Werden die Kohlenhydrate, die durch die Nahrung aufgenommen werden, nicht zur Energie-Gewinnung etwa beim Sport oder der Arbeit benötigt und verbrannt, so werden diese als Reserve aufgebaut und lagern sich in Form von Fett vornehmlich im Hüft- und Oberschenkelbereich an. Solche Fettpolster wieder wegzutrainieren, ist sehr schwer. Hier spricht man vom “Birnentyp”.
Andererseits ist auch die Ernährungs- und Stoffwechselkrankheit “Adipositas” weitläufig bekannt. Die Krankheit äussert sich in einer über das normale Maß hinausgehenden Vermehrung des Körperfetts mit krankhaften Auswirkungen. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO spricht man von Adipositas, wenn der BMI (Körpermassenindex/Body Mass Index) bei 30 kg/m² und mehr liegt. Zur Messung wird vornehmlich auf den Bauchumfang und das Verhältnis zwischen Taille und Hüfte zurückgegriffen. Der Experte unterscheidet dabei drei Schweregrade:
Adipositas Grad I     30–34,9 BMI
Adipositas Grad II     35–39,9 BMI
Adipositas Grad III ab 40 BMI.
Das Fett in diesem Falle verteilt sich vornehmlich in der Bauchgegend – hier spricht man deshalb vom “Apfeltyp”
Fettleibigkeit kann durchaus für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkte, Schlaganfälle, Arteriosklerose (kardiovaskuläre Risikofaktoren) oder auch fpr Gelenksprobleme, degenerative Wirbelsäulen- bzw. Gallenblasenerkrankungen, Gicht, Schlafapnoe oder Sodbrennen verantwortlich sein. Lagert sich nun das Fett an den inneren Organen an (viszerales Fettgewebe), so kann dies in ganz entscheidendem Ausmass den Fett- und Kohlenhydratstoffwechsel des Körpers beeinflussen. Der Mediziner spricht vom “metabolischen Syndrom”, das dann vorliegt, wenn Diabetes (Diabetes mellitus Typ 2), Fettstoffwechselstörungen (hohe Cholesterin- und Trigylcerid-Werte) sowie Herz- und Kreislaufstörungen gemeinsam auftreten. Während die Birnentypen davon weniger betroffen sind, sollten die Apfeltypen dies im Auge behalten. Erstes Alarmsignal ist der Bauchumfang: Liegt dieser bei erwachsenen Frauen bei oder über 88, bei Männern bei 102 cm, so sollte unbedingt gehandelt werden, denn es könnte eine abdominale Adipositas (Bauchfettsucht) vorliegen. Vierzigjährige mit Übergewicht oder Adipositas büssen dadurch zwischen 3-6 Lebensjahre ein, Menschen mit schwerer Adipositas gar bis zu 20 Lebensjahre! Bei Kindern muss der Entwicklungsstand mit Alter und Grösse berücksichtigt werden.
Übergewicht entsteht also durch ein “zu wenig” an Bewegung und ein “zu viel” an Nahrung. Wobei es nicht unbedingt auf die Menge der Nahrung ankommt. Soweit das Ergebnis der Nationalen Verzehrstudie II ( NVS II) des Max Rubner-Instituts in Zusammenarbeit mit dem Bundesforschungsinstitut für Ernährung und Lebensmittel (MRI) im Auftrag des deutschen Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz. Die Daten wurden zwischen November 2005 bis Dezember 2006 erhoben und zwei Jahre später veröffentlicht. Das erste Ergebnis ist katastrophal: 37,4 % der Teilnehmer waren übergewichtig, 20,8 % gar adipös. Etwas bessere, aber durchaus vergleichbare Zahlen meldet auch Österreich – hier sind beinahe 400.000 Menschen adipös. Dabei sind ab dem 40. Lebensjahr Frauen mehr als Männer betroffen: Bei der Adipositasprävalenz um 0,6 %, beim Taillenumfang um 4,4. Die Zahlen haben sich gar noch weiter verschlechtert! Nurmehr rund ein Drittel der erwachsenen Bevölkerung Deutschlands hat ein gesundheitlich wünschenswertes Körpergewicht!
Die Untersuchung stellte zudem eine starke Adipositas-Zunahme bei Jugendlichen fest. Dies weist auch die KiGGS-Studie des Robert-Koch-Instituts nach. Zirka 15 % der untersuchten Kinder und Jugendlichen waren übergewichtig, 6,3 % davon adipös. Vergleichbare Werte beinhaltet zudem der Bericht “Obesity and the Economics of Prevention: Fit not Fat” der OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung). Demnach ist in den industrialisierten Ländern nahezu jeder Zweite übergewichtig, jeder fünfte gar adipös. Immer mehr jedoch steigt auch in den Schwellenländern wie Indien, China oder Brasilien die Quote.
Das zweite Ergebnis der NVS II stellte einen kausalen Zusammenhang zur Ernährung her. Dies wird im Kinder- und Jugendbereich auch durch die sog. “VERA-Studie” untermauert. Nicht unbedingt die aufgenommenen Kalorien sind verantwortlich, sondern vielmehr die vielen gesättigten Fettsäuren und die in der Nahrung zu wenig enthaltenen Vitamine und Mineralstoffe. Zudem können Geschmacksverstärker, wie etwa Glutamat, den Appetit anregen, Zucker wird ausserdem oftmals als Geschmackspräger eingesetzt (Softdrinks etwa).
Eine ganz entscheidende Rolle kommt ferner dem sozialen Status (Höhe der Ausbildung, Haushaltseinkommen und berufliche Stellung) zu. Je niedriger dieser anzusiedeln ist, desto grösser ist das Adipositas-Risiko. So leiden an deren Folgen wie Bluthochdruck oder Diabetes nur rund 10 % der Frauen und 13 % der Männer der Oberschicht – im Vergleich zu
25 % der Männer und gar 35 % der Frauen aus der Unterschicht.
Auch die genetische Veranlagung sollte nicht ausgeschlossen werden. Bei Zwillingsstudien wird ein Übereinstimmungswert von 70 % erreicht. Auch Adoptivkinder wiesen in entsprechenden Untersuchungen wesentlich mehr Parallelen zu ihren leiblichen als zu den Adoptiveltern auf.
Adipositas kann jedoch auch seine Ursachen in Krankheiten haben: Schilddrüsenunterfunktion, Störungen des Kortisolhaushaltes oder auch Glucosestoffwechselstörungen mit Hyperinsulinismus. Auch ein Virus kann hierfür verantwortlich sein (Adenovirus des Typs Ad-36). Dieses Metier ist jedoch noch zu wenig genau erforscht. Vermutet wird, dass das Virus Stamm- zu Fettzellen umwandelt.
Biochemisch wird v.a. dem Hormon Leptin die Schuld zugeschoben. Es bildet sich in Fettzellen und signalisiert dem Zentralnervensystem, dass der Körper gerade hungert. Je mehr Fett in den Fettzellen enthalten ist, desto höher ist auch die Leptinkonzentration, das zudem das Hungergefühl mildert. Hier stimmt entweder etwas beim Transport oder bei den Rezeptoren des Hormons nicht. Insulin wird in der Bauchspeicheldrüse gebildet. Es regelt den Glucosegehalt im Blut. In Tierversuchen konnte leichtes Übergewicht bei jenen Tieren nachgewiesen werden, die keine Insulin-Rezeptoren besassen. Das Peptid Ghrelin wird im Magen gebildet und wirkt appetitanregend; PYY, GLP-1,Oxyntomodulin und Cholecystokinin aus dem Darm hingegen arbeiten gegen das Hungergefühl. Ein komplexes Zusammenspiel der unterschiedlichsten Faktoren. Die kleinste Änderung kann bereits spürbare Gewichtsschwankungen nach sich ziehen.
2008 beschloss das Bundeskabinett den Nationalen Aktionsplan “INFORM – Deutschlands Initiative für gesunde Ernährung und mehr Bewegung”. Sie soll eine ähnliche Auswirkung zeigen, wie die Trimm-Dich-Bewegung in den 70ern. Zwei Jahre zuvor hatten die Delegierten der Europäischen Ministerkonferenz der WHO die sog. “Istanbul Charta 2006″ verabschiedet. Politiker, Ernährungs- und Entwicklungsexperten, Vertreter von Organisationen und der Privatwirtschaft haben sich dabei zum Ziel gesetzt, Adipositas als Volkskrankheit zu bekämpfen. Neben Rauchen und Alkohol ist Adipositas der im wahrsten Sinn des Wortes schwergewichtigste Grund für Erkrankungen und Todesfälle.
Die Therapierung ist insofern diffizil, da neben einer Änderung der Ernährung und dem Mehr an Bewegung auch am Verhalten gearbeitet werden muss. So verbraucht beispielsweise die Verdauung ballaststoffreicher und proteinhaltiger Nahrung wesentlich mehr Energie als die Verdauung gegarter (gekochter) Nahrung. Blöd formuliert: Sie können während des Essens auch abnehmen. Bei der Bewegung ist anzumerken, dass sich bereits regelmässiges, leichtes Training positiv auswirkt. Es muss kein Marathon sein! Erst wenn durch diese Methoden keinerlei Erfolg eintritt, wird zu schwerwiegenden Medikamentierungen (nur mit ärztlicher Beobachtung) und chirurgischen Eingriffen geraten. Apropos Medikamente: Interessant war zu beobachten, dass beispielsweise das Absetzen von NO-Donatoren zu einer Gewichtsreduktion führte. Ein solcher NO-Donator ist neben anderen auch das Viagra! Mei liaber Schorle (als ich das letzte Mal diesen Ausspruch tätigte, haben sich einige Leser beschwert. Es müsse “mein lieber Scholli!” heissen! Ähm nein – bei mir muss es nicht!) – ich war bislang der Überzeugung, dass durch heissen Sex Kalorien abgebaut werden!? Bei Jugendlichen müssen die Eltern und auch die Betreuer miteinbezogen werden (“familienbasierte Therapie”). Wohlfühlen, genussvolles Essen, besserer Lebensstil und nicht zuletzt auch die Lust an der Bewegung können die ersten Anreize schaffen, gegen Übergewicht oder Adipositas vorzugehen. Diäten ohne gleichzeitige Änderung des Lebensstils und des Bewegungsverhaltens sind meist nicht oder nur kurzfristig von Erfolg gekrönt.

PS: Inzwischen wurde ein Zusammenhang von Diabetes mellitus und Demenzerkrankungen bzw. Alzheimer nachgewiesen. Was dies für die kommenden Jahrzehnte bedeutet – Sie können es sicherlich erahnen!

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Was können denn die Gänse dafür???

Warnung: Der heutige Blog ist nichts für Zartbesaitete! Leser/-innen mit schwachen Nerven sollten v.a. Abstand von den verlinkten Videos nehmen. Trotzdem wieder mal ein trauriger Fingerzeig darauf, was Menschen an unschuldigen und wehrlosen Tieren verbrechen!

Der heilige Martin von Tours war ein gar bescheid’ner Mann! Als ihn das Volk von Tours zum Bischof wählen wollte, soll er sich in einem Gänsestall versteckt haben. Einem Bettler gab er seinen Mantel, den Kranken half er, die Sterbenden begleitete er. Sein Namenstag wird am 11. November gefeiert! Weshalb hingegen sehr viele der armen Gänse ausgerechnet rund um diesen Tag ihr meist qualvolles Leben beenden müssen, ist noch nicht ganz geklärt. Denn: auch die Gänse sind Geschöpfe Gottes (Genesis, Moses 2-19), die nicht auf diese unmenschliche Art gehalten oder getötet werden sollten – besonders nicht zu Ehren von Heiligen! Doch wie ist es möglich, hier einen Bezug herzustellen?!
Einerseits begann in früheren katholischen Zeiten am 11. November eine vierzehntägige Fastenzeit. Davor wurde nochmals so richtig geschlemmt. Andererseits ist der 11. November ein sog. “Zinstag”. Hier begannen und endeten etwa Pachtverträge, Arbeitsverhältnisse,… Das musste natürlich gefeiert werden. Auch die Lehnspflicht (“Martinsschoss”) war am 11. November fällig. Sie bestand meist aus einer Gans. Viele Bauern wollten ihre Gänse zudem nicht durch den Winter füttern. Die Legende vom Heiligen Martin besagt ferner, dass eines schönen Tages eine ganze Gänseschar die Predigt des Bischofs störte. Das Federvieh wurde eingefangen und zu einer Mahlzeit für die Kirchengemeinde verarbeitet – andere Zeiten, andere Gebräuche.
Somit lässt sich also das Naheverhältnis zwischen dem Heiligen Martin und der Martinigans erklären. Und schön knusprig gebraten, mag sie vielleicht auch tatsächlich ausgezeichnet schmecken, kann ich mir vorstellen. Hatte der Vogel ein erfülltes Leben, habe ich eigentlich auch nichts gegen diese Schlachtungen. Doch werde ich in diesem Blog aufzeigen, dass dies in den meisten Fällen nicht so ist.
Viele der Gänse sterben noch bevor sie ein Jahr alt sind. Zeit ihres Lebens wurden sie wegen Ihrer Daunen gerupft oder mussten im Akkord Küken produzieren. Das jedoch war schon einmal Inhalt einer meiner Ausführungen. Die Schlachtung ist vielfach eine Erlösung für die armen Geschöpfe.

https://www.youtube.com/watch?v=pNmJ2jflh20

Und dann gibt es die anderen. Jene, die gemästet werden. Glücklich können sich jene schätzen, die wie in diesem Video genügend Auslauf haben.

Andere hingegen verbringen die Hölle auf Erden – v.a. wenn sie gestopft werden. Diese Tiere sollen keinen Auslauf haben, da es weniger um ihr Fleisch als vielmehr um ihre Leber geht. In Frankreich eine gern gesehene Delikatesse (Foie gras) – auch hierzulande finden sich immer wieder sog. “Kulinarische Feinspitze”, die zu Gabel und Messer greifen und sich dieses grausame Machwerk der Tierhaltung schmecken lassen. Aus der Fettleber entsteht übrigens auch die Gänseleberpastete (Paté de Foie). Bei diesem “Stopfen” (“Gavage”) wird dem Tier über drei bis vier Wochen 3 bis 4mal täglich ein 50 cm langes Rohr in den Hals geschoben. Durch dieses wird ein stark gesalzener Futterbrei direkt in den Magen gepumpt – jede Fuhr entspricht rund 20 % des Gesamtgewichtes der Vögel! Der Brei besteht zu 95 % aus Mais und zu 5 % aus Schweineschmalz. Meist sind auch Antibiotika enthalten. Ein Gummiband um den Hals soll das Erbrechen der Tiere verhindern. Eine solche gestopfte Leber wiegt bei der Schlachtung zwischen einem bis zwei Kilogramm, eine normale im Vergleich hingegen nur 300 Gramm. V.a. Triglyceride lagern sich in dem Organ an. Eine solche Überfütterung der Vögel fand bereits im alten Ägypten gegen 2500 v. Chr. statt. Frankreich ist in der “Produktion” mit 75 % Weltmarktführer. Damit Sie eine Vorstellung über das Ausmass des Ganzen bekommen: Im Jahr 2008 wurden alleine 26.500 Tonnen (!) Fettleber produziert, rund 96 % davon kam von Enten. Mehr als 25 Mio Tiere mussten hierfür ihr Leben lassen. Zirka 30.000 Menschen sind in diesem Industriezweig vornehmlich im Elsass und im Perigord beschäftigt. Hauptabnehmer der traurigen Delikatesse ist neben Frankreich selbst auch Spanien. Doch Deutschland liegt mit 121 Tonnen (im Jahr 2004) bereits an Stelle Nummer 5 – Verbrauch übrigens steigend. Bis zu 70,- € muss der Konsument für ein Kilogramm Stopfleber auf den Tisch blättern. 70,- € für sechs Monate Höllenqualen eines Tieres! Und nun zur perversen Tatsache: In deutschen Landen, aber auch in Österreich und der Schweiz ist das Stopfen verboten – der Verkauf der Produkte jedoch genehmigt! Alter Schwede! In Frankreich ist die “Gavage” gar seit 2004 “Nationales und gastronomisches Kulturerbe” und damit von etwaigen Tierschutzgesetzen ausgenommen. Enten etwa werden innerhalb von nur 7-8 Wochen dermassen gemästet, dass ihre Leber zum Schlachtzeitpunkt 4-5mal grösser als das normal Organ ist.
Und damit leider noch kein Ende! Nach all dieser lebenslangen Tortur hat sich in Rouen und Umgebung eine weitere grausame kulinarische Spezialität gebildet: Die Blutente (Canards au sang)! Hier wird die Ente in einem Vakuumkasten erstickt. Somit bleibt das Blut im Körper – es sorgt für ein etwas rötliches Fleisch. Das Tier muss innerhalb von zwei Stunden nach seinem Tod zubereitet werden und wird hierfür nur kurz angebraten, damit das Blut und das Eiweiss nicht gerinnt. Das deutsche Tierschutzgesetz verbietet diese Tötungsart, das Lebensmittelgesetz das Schlachten ohne Blutentzug. In Österreich ist dies hingegen durch die Schlachtverordnung v.a. für rituelle Tötungen genehmigt. Nach EU-Gesetz dürfen jedoch auch Blutenten hierzulande verkauft werden.
Lobend zu erwähnen sei, dass der Promi-Starkoch mit österreichischen Wurzeln, Wolfgang Puck, seit 2006 keine Gänseleber mehr anbietet. Zudem wurde 2004 in Kalifornien ein Gesetz auf den Weg geschickt, das die Herstellung und den Verkauf mit Federn oder anderer Produkte von gestopften Enten und Gänsen verbietet. Es trat zum 01. Juli des heurigen Jahres in Kraft. Wieso ist es dort machbar – in unseren Breitengraden jedoch nicht? Die Unterschrift unter dieses Gesetz hat übrigens kein Geringerer als der 38. Governor des Landes, der in Österreich geborene Arnold Schwarzenegger gesetzt.

Welche Qualen diese Tiere durchzumachen haben, war ihnen anzusehen. Immer mehr Prominente unterstützen deshalb Initiativen, die an die Gaumenfreude unserer Mitbewohner appellieren: Nein zur Martini-Gans und v.a. Nein zur Stopfleber. So meinte beispielsweise der Obmann des Tierschutzvereins “Animal Spirit”, Dr. Franz-Joseph Plank: “Es ist unmoralisch, ein´’Luxus’-Produkt zu verkaufen bzw. zu verzehren, welches so viel Leid verursacht hat!” Auch die beiden durch die UNO anerkannten Tierschutzorganisationen “WSPA” und “Advocates for Animals” haben zum Verzicht auf französische Gänseleber-Produkte aufgerufen.
Zurück zum Heiligen Martin: Jedes Jahr landen alleine in Österreich vornehmlich zu Martini oder zu Weihnachten rund 300.000 Gänse auf den Festtagstischen. Und mit “heimischer Produktion” ist da leider nicht viel los: Etwa 90 % stammen von industriellen Mastbetrieben aus Ungarn, Polen oder Frankreich. Keulen und Brust sind in der Stopfleber-Produktion zumeist Abfallprodukte – finden sich jedoch nicht selten auf den Tellern der Feinspitze wieder. Auch in Deutschland werden 7 von 8 Gänsen importiert. In diesen Dunstkreis der Tierfolter fallen nun auch jene Gänsebauern, die Ihren Tieren sechs Monate “Leben” ermöglichen. Mit Auslauf, normaler Nahrung und der benötigten Weidemöglichkeit. Deshalb sollte es doch auch im Interesse jener Bauern sein, wenn solche grauenhafte Tierhaltung und der Handel der daraus entstehenden Produkte verboten wird. Da lobe ich mir den Martini-Brauch in Süddeutschland, wo die Kinder, die gerade vom Martini-Laternenumzug zurückkommen, kleine Martinigänse aus gebackenem Keks- oder Hefeteig erhalten.
Die Gans hat in den Legenden und Sagen immer wieder eine herausragende Bedeutung. Gänse haben im alten Griechenland die Tempel bewacht, das römische Capitol soll aufgrund des Geschnatters der Gänse vor dem Angriff der Gallier gerettet worden sein. Julius Cäsar rühmte den Anmut und den Geist der Gänse, Konrad Lorenz baute seine Verhaltenspsychologie nicht etwa auf Beobachtungen der Spezies “Mensch” auf, sondern verdankt seine Erkenntnis den Graugänsen. Wieso vergehen sich dann ausgerechnet jene Menschen an den anmutigen Vögeln, die von sich aus behaupten, etwas besseres zu sein und sich diesen Luxus leisten wollen? Zudem – weshalb schiessen Jäger zusätzlich Wildgänse aus Skandinavien, die in Bundesländern wie Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt überwintern möchten (im Jahr 2001 waren es nicht weniger als 35.000 Vögel, nach Angaben des Komitees gegen den Vogelmord). Darunter auch sehr viele Kraniche. Immer wieder jagen Hobbyschützen ausserdem in Naturschutzgebieten – 2003 wurden 27 solcher illegaler Jäger angezeigt.

PS: Angesichts solcher Bilder, solcher Zahlen empfinde ich es als mehr als geschmacklos, dass der Morgenmoderator eines landesweiten bayrischen Rundfunksenders am 08. November um kurz nach halb sechs meinte, dass er nun auch alle Martinigänse begrüsse, an diesem Tage, der ihr letzter sein werde! Sie unterstützen also ein solches Tun, gegen das es eigentlich in Deutschland Gesetze gebe???

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Sparen auf Kosten der Gesundheit???

Dieser Tage fiel mir ein Artikel aus einer westösterreichischen Tageszeitung in die Hände – keine Ahnung, weshalb ich diesen aufbehalten habe. Der Titel lautet: “Grippeimpfstoff wird knapp”! Datum: 15. Januar 2009!!! Jedes Jahr, meist gegen den November hin, ist dasselbe zu lesen. Herrgott – wieso wird denn dann nicht mehr davon hergestellt?
Diese Frage stellte sich höchstwahrscheinlich auch der eidgenössische Pharmakonzern Novartis und liess am Fliessband produzieren. Offenbar mit zu wenig oder gar keiner Qualitätskontrolle, denn der Impfstoff Agrippal (in Deutschland Begripal) flockte in einer Charge, die für den italienischen Markt bestimmt war aus, was zu erheblichen allergischen Nebenwirkungen führen kann. Daraufhin haben die Schweiz, Italien und Österreich das Serum vom Markt genommen. Auch in Deutschland und Frankreich startete eine grosse Rückholaktion. Betroffen waren die beiden Impfstoffe Begripal und Fluad. Nach Herstellerangaben ist die Ursache für diese Ausflockungen unbekannt. Die Eiweissflocken bestünden jedoch zum überwiegenden Teil aus Hämagglutinin, also vom Grippevirus selbst. Somit ein durchaus notwendiger Bestandteil des Serums. Auf der Website des Pharmariesen heisst es, dass “von Natur aus sehr geringe Mengen an Protein-Aggregaten vorkommen, die sich in der Regel beim Schütteln auflösen”! Dieses “Vor Gebrauch schütteln” stehe auch in der Packungsbeilage. Bereits über eine Million Dosen seien verabreicht worden – Nebenwirkungen habe es keine gegeben. Während in Österreich Ende Oktober beinahe ausschliesslich Sandovac von Novartis im Umlauf ist, mussten in Deutschland rund 750.000 Ampullen zurückgerufen werden. Lachende Dritte sind nun die beiden Pharmakonzerne GlaxoSmithKline und Abbott, die diese Lücke mit ca. 620.000 Dosen füllen konnten – andere Hersteller wie etwa Ratiopharm sind bereits ausverkauft. Damit stünden insgesamt nun 14 Mio zur Verfügung, die allerdings grossteils schon gespritzt wurden. 2011 kamen 15 Mio zum Einsatz. Genau dieser Engpass wird aber nun von Ärzten und Apothekern kritisiert. Die Krankenkassen gefährden durch Einsparmassnahmen die Gesundheit ihrer Patienten! Durch einen exklusiven Liefervertrag gibt es nämlich höhere Rabatte. Deshalb muss nun eine Reihung (Priorisierung) vorgenommen werden. Zuerst Patienten mit Immunschwäche, dann die Ärzte und das sonstige medizinische Personal und schliesslich Senioren und Kinder. Gesunde Frauen und Männer müssen nehmen, was übrig bleibt.
Zuständig für die Genehmigung von Sera ist in Deutschland das Paul-Ehrlich-Institut, in Österreich das Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen (BASG), das auf den Untersuchungen des Österreichischen Instituts für Gesundheit und Ernährungssicherheit Geschäftsbereich AGES PharmMed aufbaut. Trotzdem gilt für Impfstoffe das Gemeinschaftsrecht; soll heissen, dass beispielsweise ein Serum, das in Portugal zugelassen wurde, auch in Finnland gespritzt werden darf. In welcher Region welcher Impfstoff verwendet wird, entscheiden in Deutschland und Österreich die Krankenkassen. Die bayerischen Kassen hatten übrigens einen solchen Exklusivvertrag. Hier wurden 1,9 Mio Dosen bei Novartis bestellt – aufgrund von Lieferschwierigkeiten erhielten die Ärzte und Apotheken im Freistaat bislang nur 800.000 und stehen nun vor riesigen Lieferausfällen (Angaben lt. Bayerischem Apothekenverband). Ähnliches Bild auch In Hamburg und Schleswig-Holstein. Durchaus verständlich erscheint somit anhand dieser Zahlen die Kritik an den Exklusivverträgen.
Grippe-Epidemien (nicht unbedingt bereits Pandemien) treten im Winter zumeist zweimal in Erscheinung. Einmal zu Beginn der kalten Jahreszeit (in leicht zu behandelnder Form) und später – nach der Umrundung des Erdballs ein zweites Mal in abgewandelter Form im Januar bzw. Februar (Antigendrift). Deshalb empfehlen die meisten Experten auch eine vorzeitige Immunisierung, damit der Körper auf den Impfstoff früh genug Antikörper aufbauen kann (10 bis 14 Tage). Doch ist die Grippeimpfung für gesunde Menschen, die keiner Risikogruppe angehören, auch bei Medizinern umstritten. Nicht etwa, da sie die Krankheit unterschätzen. Nein! Schliesslich sterben jedes Jahr Menschen an der Grippe oder deren Folgeerscheinung. Diese Spritze wirkt nicht gegen alle Grippeviren. Zur kalten Jahreszeit herrscht Ballsaison für Viren und Bazillen. Grippaler Infekt, Lungenentzündung, Erkältung oder einfach nur ein Schnupfen – dies sind Erkrankungen, gegen welche auch der beste Grippe-Impfstoff nicht schützt. Durch die Antigendrift können neue Viren-Subtypen entstehen, gegen welche die Impfung keine oder nur wenig Wirkung zeigt. Zudem kann es zu Nebenwirkungen kommen (bei rund 13 % der Geimpften). Rötungen, Schwellungen und Schmerzen an der Einstichstelle, leichtes Fieber, Mattigkeit und Gliederschmerzen – diese Symptome aber klingen nach einigen Stunden bzw. Tagen ab (Abwehrreaktion des Körpers). Sehr selten ist eine Entzündung der Gefässe bzw. eine vorübergehende Absenkung der Blutplättchen zu bemerken. Die schlimmste Nebenwirkung jedoch könnte eine gefährliche Nervenentzündung darstellen, das Guillan-Barré-Syndrom. Es tritt statistisch in einem von 700.000 Fällen auf. Aus der Literatur sind jedoch auch Erkrankungsfälle aufgrund von Insekten- und Zeckenstichen, Operationen und Schwangerschaften bekannt. Deshalb ist ein Zusammenhang hier sehr schwer nachweisbar.
Fakt aber ist, dass mit einer hohen Durchimpfung weniger Krankenstände auftreten und andersweitig dringend benötigte Krankenhausbetten frei bleiben. Da kann auch eine Impfung im Dezember noch Sinn machen. Das Robert-Koch-Institut hat die Zahlen der letzten Saison gesammelt: 2,1 Mio Deutsche liessen sich beim Arzt aufgrund einer Influenza-Erkrankung behandeln. 810.000 Krankenstandstage gab es in der Altersgruppe der 16-60-jährigen. Nicht weniger als 4.700 Personen mussten ins Krankenhaus eingeliefert werden. In der Saison 2008/2009 beispielsweise starben rund 19.000 Menschen in Deutschland an den Folgen einer Grippe.
Heuer gelangt auch erstmals ein Lebend-Impfstoff zur Anwendung, der Kindern über ein Nasenspray verabreicht wird. Erste Tests mit dem Serum “Nasaflu” führten im Jahre 2001 zu vorübergehenden halbseitigen Gesichtslähmungen, weshalb der Stoff wieder überarbeitet werden musste. Bei der Impfung von Kleinkinder, die jünger als 24 Monate sind, geht die Experten-Meinung auseinander. Während in Deutschland durch die Ständige Impfkommission (STIKO) davon abgeraten wird, wird dies in den USA durchaus praktiziert. Apropos Kinder: Sie werden von den Wissenschaftlern und Medizinern auch gerne als das “Feuer der Influenza” bezeichnet. Jedes Jahr infizieren sich 20-30 % unseres Nachwuchses und tragen diese Viren dann auch in ihre Familien. Auf diese Art und Weise breiten sich saisonale Grippewellen in der gesamten Bevölkerung aus. Und: Gehen wir vom abgelaufenen Winter auf der Südhalbkugel aus, so steht uns ein besonders schweres Grippejahr ins Haus. In Australien wurden beispielsweise im Juni doppelt so viele Erkrankungsfälle als im Jahr zuvor gemeldet. Ärzte jedoch versuchen zu beruhigen: Jede Grippewelle kann sich regional komplett unterschiedlich auswirken.
Das Serum wird nach genauen Untersuchungen zusammengestellt. Die Stammzusammensetzung muss dabei jährlich an die epidemiologische Situation (Zirkulation der Influenza-Viren) angepasst werden. So wurden heuer ein Influenza A- und ein Influenza B-Virusstamm ausgetauscht. Die Empfehlung liefert jedes Jahr die Influenza-Überwachung der Weltgesundheitsorganisation WHO. Anhand dieser Vorgaben erhalten die Hersteller ein sog. “Saatvirus”. Als erstes erfolgt die “High Growth-Reassortierung”. 10-11 Tage alte Hühnereier (Specific pathogen free eggs) werden mit dem Virus infiziert (inokuliert) und für drei Tage bei 32 Grad Celsius bebrütet. Danach werden die Eier geöffnet und rund 6-7 ml der virushaltigen Flüssigkeit pro Ei “geerntet”. Nun geht die Produktion getrennte Wege. Bei den Tot-Impfstoffen werden die Viren mit der Chemiekeule abgetötet (Formaldehyd etwa). Die wichtige Virushülle bleibt bestehen. In einer anderen Variante wird die Virushülle gänzlichst zerstört, wichtige Bestandteile wie Hämagglutinin- und Neuraminidase-Proteine werden herausgereinigt. Bei Lebend-Impfstoffen wird zwischen den kälte-adaptierten Stämmen (grösste Vermehrungsrate bei 25 Grad) und den temperatur-sensitiven Stämmen (38-39 Grad) unterschieden. Beide greifen nur die oberen Atemwege an wodurch es zu “milden Symptomen” kommt. Die Herstellung eines solchen Serums dauert rund 6 Monate. Lebende Viren halten das Immunsystem länger am Arbeiten, was grundsätzlich besser ist. In der Produktion werden Millionen von Hühnereier gebraucht, wodurch sich die Bekämpfung einer Pandemie auf dieser Herstellungsart als unmöglich erweist. Daneben bleiben Restbestandteile des Hühnereiweises im Impfstoff, die bei Allergikern zu Problemen führen können (Kontraindikationen).
Deshalb kommt immer mehr die Herstellung in Vero-Zellen zum Einsatz. In Bioreaktoren (1.000 l Fassungsvermögen) werden zumeist Pandemie-Virusstämme eingeleitet. Die aufwendige HG-Reassortierung (bis zu 6 Wochen) fällt hier nun weg. Dadurch wird der Produktionsprozess ganz entscheidend verkürzt – es kann rascher auf grossflächig zu erwartende Erkrankungen eingegangen werden.
Patienten, die grundsätzlich überempfindlich reagieren oder bei welchen kein Antikörperaufbau zu erwarten ist, erhalten prophylaktisch Oseltamivir oder Zanamivir. Doch ist die Impfung die günstigste und sicherste Immunisierung. Die Wirksamkeit liegt bei jungen, immunkompetenten Menschen bei rund 90, bei älteren Personen zwischen 30-40 %, da deren Immunsystem schlechter als bei jüngeren auf eine Impfung anspricht. Doch verläuft eine allfällige Erkrankung nach einer Impfung milder als bei keiner. Hier knüpft auch Professor Gerd Glaeske von der Universität Bremen bei Stiftung Warentest an, der gesunden älteren Menschen von der Impfung abrät. Hoffnungen macht das österreichische Bio-Unternehmen Intercell. In den dortigen Labors wird ein Pandemie-Pflaster entwickelt. Dieses enthält den Impfstoff in geringen Mengen, der dadurch nach und nach von der Haut aufgenommen wird. Nun kann der Körper die Antikörper bilden. Dem US-amerikanischen Gesundheitsministerium sind diese Forschungen nicht weniger als 128 Mio Dollar wert. Dadurch könnte nämlich wertvoller Impfstoff für tatsächliche Pandemien aufgespart werden.
Begripal und Fluad sind sog. “Influenza-Untereinheiten-Impfstoffe aus einem Oberflächenantigen”. Beide werden intramuskulär, also mittels Spritze verabreicht. Die Herstellung erfolgt im italienischen Siena/Toskana.
Die Risikogruppen wurden bereits schon angeschnitten. Mediziner empfehlen die jährliche Impfung bei älteren Menschen ab 60, immun-geschwächten Personen, Säuglingen und Schwangeren. Zudem bei Personal im Gesundheitswesen, da diese Menschen sehr häufig mit Erkrankten zu tun haben. Viele Unternehmen bieten ihren Mitarbeitern eine kostenlose Impfung an. Hier haben Studien gezeigt, dass die Zahl der Krankenstände gegenüber der Placebo-Impfungs-Kontrollgruppe um 20 % niedriger waren.

Zuletzt noch einige grundsätzliche Regeln, wie man sich vor einer Ansteckung schützen kann:
- Halten Sie Abstand zu anderen Menschen und gehen sie grösseren Ansammlungen aus dem Weg
- Meiden Sie das Handgeben und waschen Sie sich häufig mit Seife die Hände
- Halten Sie Ihre Hände möglichst vom Gesicht fern, da die häufigsten Übertragungen durch Körperkontakt über die Nase bzw. den Mund, nicht etwa durch das Inhalieren von Tröpfchen erfolgen

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