Archive for Oktober, 2013

Das kann Menschenleben kosten!!!

08. Dezember 2006 – in der Region rund um Basel erbebt die Erde. Bei einer Stärke von 3,4 auf der nach oben hin offenen Richterskala pflanzt sich das Beben auch ins benachbarte Breisgau fort.
03. Oktober 2013 – gegen 16.22 Uhr bebt im Raum St. Gallen/Schweiz die Erde. Die Erdstösse haben eine Magnitude von 2,0 – sie werden von der Bevölkerung kaum wahrgenommen. Seit Juli des Jahres bebt in dieser Region immer mal wieder die Erde – die Experten sprechen in diesem Zusammenhang von Mikrobeben.

Kein Aufstossen von Mutter Erde! Nein: Für beide Erdbeben zeigen sich Bohrungsarbeiten für die Geothermie verantwortlich, die im unmittelbaren Umfeld des Epizentrums durchgeführt wurden. Diese Form der Energiegewinnung ist an sich eine tolle Sache. Nach Angaben des Büros für Technikfolgen-Abschätzüng im Deutschen Bundestag könnte die komplette Grundlast durch Erdwärme abgedeckt werden. Doch was geschieht, wenn unser Planet wirklich mal ausgekühlt sein sollte? Und was geschieht, wenn sich die Erde auch weiterhin mit Beben auf solche Arbeiten zu Wort meldet? Erdstösse, die viel heftiger werden können als die bisherigen! Auch der Untertage-Abbau von Kohle hat solche Probleme im Ruhrgebiet und Saarland aufgeworfen – zudem brechen heute schon längst stillgelegte Abbaustätten ein! Wie das Beben in Basel beweist, muss diese seismische Reaktion durchaus ernst genommen werden. In der Richterskala verdoppelt sich nämlich die Stärke des Bebens logarithmisch. Soll heissen, dass ein Beben der Stärke 4 zehnmal so stark ist wie eines der Stärke 3. Erdstösse ist der Breisgau gewohnt – jedoch nicht in einer solchen Intensität (zuletzt im Dezember 2004 mit 5,4 nach Richter). .
Ein Erdbeben entsteht, wenn sich im Boden hoher Druck aufbaut, der nicht abgeleitet werden kann. Die Ursachen hierfür können mannigfaltig sein: Tektonische Plattenverschiebeung, Wasser, Gas, menschliches Werk,… Solche Erdstösse entstehen normalerweise in einer Tiefe von 10 bis 20 km. Die Bebenaktivitäten sind dort am häufigsten und heftigsten, wo die Kontinentalplatten aufeinander zu- oder voneinander wegdriften (etwa beim “Ring of fire”). Das bekannteste Bebengebiet liegt im Bereich des Marianengrabens im Pazifik und erfasst zudem Japan. Doch auch hier in Europa kommt es immer wieder zu Verschiebungen. Etwa entlang des Alpenhauptkammes im Bereich des Brenners oder einige hundert Kilometer nordwestlich beim Oberrhengraben gibt es solche Erdbebenzonen. Die Schallwellen eines solchen seismischen Ereignis haben eine Geschwindigkeit von 6-8 km/sec.
Im Sittertobel bei St. Gallen wurde weitergearbeitet. Trotz Nachbeben! Am 20. Juli des Jahres schlugen die Seismographen mit 3,6 recht hoch aus. Bei den Bohrarbeiten drang in mehr als 4000 Metern Tiefe plötzlich Erdgas in das Bohrloch ein. Von oben wurde mit 650 Kubikmeter Wasser und schwerer Bohrspülung dagegen gehalten. Die Nachbeben begannen am 30. September in Herisau mit einer Magnitude von kaum spürbaren 0,8. Kurz nach 12.00 Uhr am 02. Oktober mittags bebte alsdann in St. Gallen die Erde. Zuerst mit nur 0,6, zwei Stunden später mit der Magnitude 2. Am selben Tag gab es noch zwei Nachbeben. Interessanterweise wurde jedoch an diesem Tag gar nicht am Bohrloch gearbeitet – trotzdem war das Epizentrum nur einige hundert Meter entfernt lokalisiert worden! Auch der eidgenössische Erdbebendienst bestätigt die Zunahme der Beben seitdem Wasser in das Bohrloch gepumpt wurde. Trotzdem will die Stadt an diesem Geothermie-Projekt festhalten. Bis zu 3.000 Haushalte sollen schliesslich mit Fernwärme beheizt werden – aus dem städtischen Geldsäckel werden dafür rund 160 Mio € locker gemacht werden. Allerdings haben sich Experten dafür ausgesprochen, das Bohrloch von Ende Oktober bis vorerst Sommer 2014 provisorisch zu verschliessen. Das mit der Bohrung beauftragte Unternehmen betont, dass weitere Erdbewegungen bei der Wiederaufnahme der Bohrungen nicht ausgeschlossen werden können – auch keine stärkeren Beben. Nichtsdestotrotz muss verbrauchernah gebohrt werden, um die Erdwärme in den Fernwärmenetzen auch entsprechend nutzen zu können. Derzeit wird durch ein dünnes Rohr Stickstoff eingeblasen, der sowohl Gas als auch Formationswasser an die Oberfläche blasen soll. Erst wenn dies abgeschlossen ist und die Berechnungen der Experten durchgeführt wurden, soll über den Verlazf der weiteren Bohrungen entschieden werden. Die Entwicklung in St. Gallen ist aber deshalb wirtschaftlich so tragisch, da Anfang September die letzte Bohrstrecke im Malmkalk in der Tiefe von 4.386 Metern abgeschlossen wurde. Das Bohrloch hätte also nurmehr gesichert und konserviert werden müssen. Anfang November sollte die Bohranlage abgebaut werden. Nun steht das ganze Projekt vor seinem möglichen Ende. Im eidgenössischen Nationalrat pladierten als Erste die Grünen dafür, die geplanten 130 Mio Franken Geothermie-Fördergelder für andere Möglichkeiten wie Wind- oder Solar-Energie einzusetzen. St. Gallen liegt zudem im Grenzgebiet zu Österreich. Doch gibt es bislang von dieser Seite her nur vereinzelte Statements.

http://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&v=oV45rmMugVw

(Stand: September 2009 – perfekt informierte Lokalpolitiker in voller Inbrunst)

Ähnlich auch damals die Situation in Basel. So betonte das durchführende Unternehmen Geopower, dass die Erdstösse nur deshalb spürbar waren, da sie sich relativ nahe an der Erdoberfläche abgespielt haben. In fünf Kilometern – normalerweise finden in dieser Region die seismischen Aktivitäten in 10-20 km Tiefe statt. Deshalb wird nach wie vor versucht, die Volksseele zu besänftigen: Es werde nur so tief gebohrt, wie unbedingt vonnöten! Ah ja – der Arzt sticht ja auch mit der Nadel der Spritze nur so tief, wie nötig – trotzdem tut eine solche Spritze unter Umständen verdammt weh! Mögen dies nun die Schweizer verstehen und vielleicht auch mit solchen Beben leben wollen, so sehen das die Bewohner etwa der benachbarten deutschen Stadt Weil am Rhein nicht wirklich ein. Empörte Bürger haben sich bei der Staatsanwaltschaft gemeldet und auch der Bürgermeister bei seinem Kollegen interveniert. Das alles führte zum Aus des Projektes. In diesem sog. “Hock-Dry-Rock-Verfahren” (HDR) hätte Wasser in das Bohrloch gepresst werden sollen (3.500 Liter pro Minute), das sich im Granitgestein in 5.009 m Tiefe erwärmt – das heisse Wasser wäre über ein zweites Bohrloch abgesogen, zur Dampf- und damit zur Stromgewinnung verwendet worden. 5.000 Haushalte hätten auf diese Weise mit heissem Wasser und Strom versorgt werden sollen. Am Tag des Bebens wurden 12.000 Kubikmeter Wasser in das Bohrloch geschossen. Mikrophone des Schweizer Erdbebendienstes erfassten tausende Mikrobeben durch die Zerklüftung des Granits. Das Beben begann alsdann mit einer lauten Detonation. Die Folge der Erdbewegungen: Über 1.000 Schadensmeldungen! Aufgrund dieser Erfahrungen wurden die Wassereinleitungen gestoppt. Bis zum 02. Februar gab es drei weitere Nachbeben mit einer Stärke von bis zu 3,4 auf der nach oben hin offenen Richterskala. Diese waren auch in Südbaden zu spüren. Basel wäre für ein solches Projekt geradezu prädestiniert, da aufgrund einer geologischen Anomalie hier die Erdkruste heisser als in anderen Regionen ist. Soll heissen: 200 Grad Celsius in bereits 500 m Tiefe!
In Deutschland wurden solche Versuche ebenfalls bereits durchgeführt, jedoch verschwanden sie recht rasch wieder in der Schublade. Zu Beginn des Jahrtausends wurden in Bad Urach bei Tübingen zwei Löcher gebohrt. Auch hier hätte das HDR-Verfahren zum Einsatz kommen soillen. In das eine Bohrloch wurde Wasser reingepresst, dass durch die unterirdischen Gesteinsspalten fliessen und sich dadurch erhitzen sollte. Allerdings kam das Wasser nie beim zweiten Bohrloch an, sodass das ganze Projekt 2004 abgebrochen wurde. In Rudersberg im Rems-Murr-Kreis brach 2009 das Bohrgestänge, das Bohrloch ist heuer mit Ton verschlossen worden. Bereits ein Jahr zuvor sank aufgrund der Bohrungen im benachbarten Schorndorf der Grundwasserspiegel. Die Erdoberfläche senkte sich, wodurch zahlreiche Gebäude beschädigt wurden. Ähnliches geschah auch in Kamen. Dort liess ein oberflächennahes Projekt den Erdboden einbrechen, 48 Kubikmeter Erdreich verschwanden in einem Loch – im Juli 2009 haben sich mehrere Häuser gesetzt. Und so weiter. Die Geschädigten stecken teilweise nach wie vor in Haftungsprozessen.
In Österreich wurden die ersten Geothermie-Projekte vor einigen Jahren bereits in den Funktionsbetrieb genommen. 15 Anlagen bestehen. wobei zwei davon kombiniert auch für die Stromproduktion verwendet werden. Die grösste Wärmeanlage steht im oberösterreichischen Altheim; hier erhalten 700 Haushalte durch das Fernwärmenetz warmes Wasser. Doch erfolgen im Alpenstaat solche Projekte zumeist fernab grosser öffentlicher Publicity. Mag sein, dass dies nicht zuletzt auch daran liegt, dass bislang nicht dermassen grosse Schwierigkeiten wie etwa in der Schweiz aufgetreten sind.
Die “seichte” Geothermie wird zudem für Privathaushalte immer attraktiver. Mich schreckte (als ich baute) noch der Preis der Bohrung davon ab. Alleine diese kostete damals nahezu 20.000,- €! Dabei wird ein rund 16 cm breites Loch bis zu 80 bis 100 m tief in’s Erdreich gebohrt. Hier zirkuliert in weiterer Folge eine Wärmetausch-Flüssigkeit, die sog. Sole. Das Erdreich erwärmt sich um rund 3 Grad Celsius pro 100 m. Dadurch ist eine gleichbleibende Wassertemperatur von 40 Grad garantiert (nach Angaben des Installateurs). Dies reicht locker für die Beheizung des Hauses. Ab 100 m Tiefe übrigens gilt das Bergbaurecht mit entsprechenden Auflagen. Solche Anlagen werden in Nordrhein-Westfalen bei rund 3 % der Neubauten verwendet – in der Schweiz bei bereits 40 %. Da bekommt doch der Ausspruch “Löchrig wie Schweizer Käse” eine komplett andere Bedeutung.
Doch auch bei öffentlichen Bauten wird die Energie des Erdreichs immer öfter genutzt. Beispielsweise in Tunnels. So werden in Österreich Kollektoren in die Tübbinge (Betonfertigteile) eingebaut, die die Erdwärme ableiten. Am Südportal des Gotthard-Strassentunnels in der Schweiz wird das Wasser, das aus dem Erdreich kommt, gesammelt und für die Fernwärme verwendet. Ähnliche Anlagen gibt es am Nordportal des Gotthard-Basistunnels bzw. beim Lötschberg-Bahntunnel. Das rund 34 bis 36 Grad warme Wasser beheizt etwa ein Tropenhaus. Tunnelwasser muss ansonsten aus ökologischen Gründen vor der Einleitung in einen Fluss oder Bach in Staubecken abgekühlt werden.
Die Erdkruste ist am Festland rund 25 bis 50 km dick, im Bereich der Ozeane nur 6-10 km. Sie schützt uns vor dem Erdmantel und dem heissen Erdkern, in dem durch radioaktive Zerfallsabläufe und die Gezeitenkräfte (durch die Anziehungskraft des Mondes) nach wie vor Energie produziert wird. Bei jedem Vulkanausbruch wird bewiesen, welche Temperaturen im Inneren unseres Planeten herrschen. Schätzungen gehen bis auf 7.700 Grad Celsius hoch. Die tiefste Bohrung erfolgte bislang in der damaligen Sowjetunion. An “Kola SG-3″ wurde nicht weniger als 19 Jahre lang gearbeitet – es wurde eine Tiefe von 12,3 km erreicht. Das tiefste Bohrloch in Deutschland reicht bis auf 9,1 km Tiefe hinunter, “KTB Oberpfalz HB” wurde von 1990 bis 1994 angelegt.
Ich durfte bislang zwei Beben, die spürbar waren, miterleben. Als kleines Kind in Vorarlberg, an welches ich mich jedoch kaum mehr erinnern kann, und 2001 im Tiroler Stubaital. Letzteres hatte eine Stärke von 5,2 nach Richter – das reichte, um Bücher aus den Regalen purzeln zu lassen. Ein Urlaubsgast erlitt einen Herzinfarkt. In Südtirol starben vier Menschen, es kam zu teils erheblichen Gebäudeschäden. Das Epizentrum lag nahe Meran. Ich kann Ihnen somit aus eigener Erfahrung sagen: Es gibt unheimlich viele, wesentlich angenehmere Gefühle! Dieses Erlebnis zählt eher zu jenen, die man niemals wieder durchmachen möchte. Was also geschieht, wenn solche Bohrungen zu stärkeren seismischen Aktivitäten führen? Oder – Gott behüte – der Druck wird dermassen gross, sodass es zu einer unterirdischen Explosion kommt, die gar einen Lavafluss freisetzen könnte? Sie lachen, doch so abwegig ist dies gar nicht. Immer lauter werden die Bestrebungen, auch hierzulande Erdgas oder Erdöl durch Fracking zu fördern. Dabei werden mit hohem Druck Chemikalien in das Schiefergestein gepresst, damit die kleinen Kammern, in welchen sich Erdgas- oder Erdöl-Vorkommen befinden, aufplatzen und den heiss begehrten Rohstoff freigeben. Einerseits ist es der hohe Druck, andererseits ist es nach wie vor noch nicht erforscht, welche Folgewirkungen die Chemikalien auf den Boden haben. Dass durch derartige Explosionen Risse entstehen können, ist auch nichts neues. Pflanzt sich nun eine losgetretene Schallwelle anstatt horizontal tiefer in den Planeten – grande malheur! In den Alpen liegt der Erdmantel unter rund 56 km Erdkruste, am Oberrheingraben bei ca. 26 km. Deshalb sind auch die unterirdischen Atomtests dermassen umstritten! Solche Detonationen sind immer wieder Ausgang vieler Beben.
Auch im Untertage-Abbau von Kohle kommt es stets zu Beben. 2006 beispielsweise im Raum Lippe nicht weniger als 488 mal, betonte der Landtag von NRW damals auf eine Anfrage hin. Auch hier gibt es besorgte Zwischenrufe. Allerdings beginnen im Vergleich dazu solcher Art hervorgerufene Beben dort, wo das Steinkohle-Revier liegt – das ist zumeist nicht unittelbar dort, wo die Menschen leben.
Die andere Seite ist selbstredend anderer Meinung: So betont alsdann die deutsche Geothermie-Vereinigung, dass solche Tiefenbohrungen sogar den Druck entlasten und dadurch weitaus Schlimmeres verhindern. Umso erklärbarer wäre es, dass die Schweizer Kollegen ausgerechnet Basel für eine Bohrung ausgewählt haben: 1356 fand hier ein verheerendes Beben der Stärke 6,5 nach Richter (geschätzt) statt. Die Zahl der Opfer war verdammt hoch. Seismologen sind der Ansicht, dass sich hier bald wieder die Erde lautstark melden könnte. Durch derartige Bohrungen nun kommt es zwar zu mehreren kleineren Erschütterungen, die grossen aber sollten ausbleiben. Dieser Technik wird auch im erdbebengeschüttelten Kalifornien nachgegangen. Durch Bohrungen werden immer wieder kleinere Beben ausgelöst, um dadurch ein grosses zu vermeiden. In Kalifornien stösst die pazifische Platte auf die nordamerikanische. Während sich die zweite so gut wie nicht bewegt, driftet erstere um nahezu 60 Millimeter im Jahr nach Osten. Kaum vorstellbar, dass dermassen kleine Stiche durch Menschenhand eine solche Kraft eindämmen können sollen!
Ganz nach dem biblischen Spruch “Denn Sie wissen nicht, was Sie tun!” möchte ich an den gesunden Menschenverstand appellieren! Weshalb wird hier etwas betrieben, dessen Folgen nicht absehbar sind? Kommt es zu Beben, stürzen Häuser ein, zerstören Brände ganze Häuserblocks (starke Erdbeben führen immer wieder zu Bränden, da Gas- bzw. Stromleitungen gekappt werden) oder reagiert der Mensch mit etwa einem Herzinfarkt. Es werden doch dadurch Menschenleben auf’s Spiel gesetzt! Ist denn dies unbedingt notwendig? Das Geothermie-Projekt in St. Gallen schreibt selbst: “Diese Ungewissheit wird auch die Produktionstests begleiten.” Wieso wurde hier keine Risikoanalyse angestellt? Nach Angaben des eidgenössischen Erdbebendienstes gibt es in der Schweiz pro Jahr acht natürliche Erdbeben in der Intensität von jenen in Basel bzw. St. Gallen.
Nachdem Mineralölunternehmen anscheinend dermassen wild darauf sind, Schiefergas und -öl durch Fracking in der Nordschweiz abzubauen, sollte es den Experten doch bewusst gewesen sein, dass sie eine Gasblase anbohren oder einen Druckausgleich mit Schiefergas herbeiführen könnten. So meinte der Chef der Stadtwerke St. Gallen, Ivo Schillig: “Die Bohranlage drohte in die Luft zu gehen!” (Quelle: Sonntagszeitung). Ah ja! Eine kleine Bissi-Bissi-Detonation! Mitnichten! Etwaige Schäden an Natur, Mensch und Umwelt werden offenbar einkalkuliert! Wissen die Einwohner von St. Gallen (Stadt und Kanton) von der Gefahr, die durch eine solche Geothermie ausgeht?
Die abschliessenden Worte überlasse ich dem ehemaligen Basler SP-Nationalrat und Energiepolitiker Rudolf Rechsteiner. Er meinte gegenüber der Tageszeitung “NZZ am Sonntag”: “Geothermie zur Stromgewinnung ist ein Hobby für Geologen. Der Gewinn steht in keinem Verhältnis zu den Risiken!”

Interessante Links:

http://www.stadt.sg.ch

http://www.geothermie-bodensee.ch/

http://alternative-energiequellen.info/

http://www.geothermie-zentrum.de/

http://www.geothermie.de

http://www.geothermal-energy.org/

http://regioenergy.oir.at/geothermie

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Lug und Trug

Naturbelassene Lebensmittel? Da müssen Sie sogar im eigenen Garten mit grösster Akribie bei der Wahl der Samen bzw. Setzlinge arbeiten. Gentechnik ist heutzutage in nahezu jedem Lebensmittel enthalten – Untersuchungen des Bundes für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde haben aufgezeigt, dass 60 bis 80 % aller im Supermarkt angebotenen Lebensmittel in irgendeiner Weise mit Gentechnik in Verbindung kamen. Sogar in Bio-Babynahrung wurde gentechnisch verändertes Gemüse festgestellt. Betroffen sind davon vornehmlich Soja- bzw. Mais-Produkte, aber auch Nahrungsmittel, die mit Importhonig hergestellt werden. In Deutschland werden jährlich rund 92.000 t Honig verzehrt – nahezu 70.000 t stammen aus dem Ausland und hier v.a. aus Mittel- und Südamerika. Wir müssen alsdann damit leben! Leider! Ausser es werden bei Kontrollen Spuren von gentechnischen Veränderingen an Pflanzen festgestellt, die in der EU nicht zugelassen sind. In diesem Falle muss dieses Produkt als nicht verkehrsfähig vom Markt genommen werden. So etwa geschehen bei Import-Honig. Hier wurden Spuren des in Kanada angebauten, in der EU jedoch nicht zugelassenen gv-Raps GT73 gefunden. Untersucht wurden in der vorhin erwähnten Studie übrigens vor allem 1.100 soja- und 800 maishaltige Produkte.
Vergangenes Wochenende riefen Naturschutzorganisationen weltweit zum Marsch gegen Monsanto auf. Dieses riesige Unternehmen ist einer der Global Player auf dem Samen- und Lebensmittelmarkt. Allerdings auch ein vehementer Befürworter der Gentechnik. Schliesslich geht es darum, Pflanzen möglichst schädlingsresitent zu machen, damit noch grössere Monokulturen aufgebaut werden und gleichzeitig dem Ackerbauern die höchste Ausbeute gewährleisten zu können. Die grössten Erwartungen werden alsdann in die Gentechnik gesetzt! So versuchen die Lobbyisten immer wieder grossflächioge Anbau-Testreihen von Gentechnik-Pflanzen durchzusetzen. Experten, wie etwa auch der Vorstand des Umweltbundesamtes in Berlin, Prof. Andreas Troge warnen davor. Die Auswirkungen für die Umwelt sind nicht absehbar, da sich die gentechnisch veränderten Pflanzen ja auch vermehren. So können Pollen von Genpflanzen zudem auf Bio-Ackerfläche landen. Pufferzonen und Pollenbarrieren müssten geschaffen, Haftungsfragen geklärt werden. Zudem ist etwa im Genmais auch ein Gen eingepflanzt, das die Pflanze Zeit ihres Lebens ein eigenes Insektizid produzieren lässt – das Bt-(Bacillus thuringensis)Toxin. Damit werden alle Insekten vergiftet – auch Nutztiere, wie etwa die Bienen. Die Fauna im Boden kann sich verändern. Schädlinge hingegen, wie der Maiszünsler könnten sich den Gegebenheiten anpassen und resistent gegen das Mittel werden. Ausserdem wird dabei der Konsument gar nicht in die Versuchsreihe implementiert. Es wird nicht berücksichtigt, welche Auswirkungen solche gentechnisch veränderte Pflanzen oder Tiere auf die Gesundheit des Menschen haben können.

http://www.youtube.com/watch?v=R44dIGuFoow

(Quelle: ARTE)

Unter Gentechnik versteht man die Veränderung des Erbgutes einer Zelle. Dieses befindet sich in der sog. “Desoxyribonukleinsäure” (DNS), einem zweifachen Strang, der für die Bildung von Proteinen zuständig ist. Werden nun Bestandteile dieser DNS ausgetauscht, so kann man perfekte Pflanzen züchten, die gegen Insektenbefall, Witterungsverhältnisse und sonstige schädigenden Einflüsse resistent sind. Tiere können gezüchtet werden, die besonders viel Fleisch abwerfen oder gar als Ersatzteillager für den Menschen dienen. Und schliesslich – der perfekte Mensch geschaffen werden, der hochintelligent, sportlich durchtrainiert, niemals krank wird und ohne Ermüdungserscheinungen 14 Stunden durcharbeiten kann. Letzteres gilt zwar noch als ethisch verwerflich (der gv-Mensch, nicht die 14 h-Arbeit!), allerdings glauben Experten, dass dies in China bereits schon hinter verschlossenen Türen der Fall ist. Wie das Ganze gemacht wird und welcher Lobbyismus dahintersteckt – darüber habe ich an dieser Stelle schon mal berichtet. In den kommenden Zeilen sollen die Auswirkungen auf den menschlichen Körper, die Gesundheit etwas genauer beleuchtet werden.
Ich stelle nun mal eine Behauptung in den Raum, die ich gleich untermauern werde:
Nahezu jedes Lebensmittel hat irgendetwas mit Gentechnik zu tun!
Die Nahrungsmittelbranche ist ein Milliarden-Geschäft ohne Umsatzrückgang! Die Menschheit wird immer grösser, immer mehr müssen versorgt werden. Ob nun Raubbau an der Natur durch die Intensivlandwirtschaft oder ein möglichst rasches Wachstum von Getreide, Mais und Tieren – mit biologischem Anbau hat dies schon lange nichts mehr zu tun. Es zählt die möglichst rasche Fruchtfolge damit auch mehr verkauft werden kann. Geht das auf Kosten des Geschmacks (Glashaustomaten aus Holland etwa sund nach meiner Ansicht geschmacksneutral!), so kann dieses Manko durch Lebensmittelzusatzstoffe ausgeglichen werden. Gewonnen durch zumeist veränderte Mikroorganisamen, werden die fertigen Produkte aromatischer. Ergo: Sollte vielleicht der Grundbestandteil frei von Gentechnik sein, so können solche Aromastoffe (wie etwa Chymosin) für den Gentechnikanteil im Lebensmittel sorgen, ohne dass dies dem Konsumenten jemals bekannt sein sollte. Chymosin beispielsweise wird immer häufiger auch in Molkereien anstelle des Labs aus dem Kälbermagen bei der Herstellung von Käse verwendet.
Vor rund 30 Jahren haben die beiden Molekularbiologen Jeff Schell und Marc van Montagu aus Köln und Gent erstmals ein anderes Gen (jenes des Bodenbakteriums Agrobacterium tumefaciens) in das Erbgut einer Tabak-Pflanze eingebaut. Sie ahmten damit eine Laune der Natur nach. So ist die Erbsubstanz bei Bakterien als ringförmiges Chromosom angeordnet – aber auch auf anderen Zellteilen, den Plasmiden enthalten. Diese können über Artgrenzen hinweg eine Zellwanderung durchführen: Vom Bakterium auf die Pflanze. Dort programmieren sie die Pflanzenzellen um – es kommt zu tumorartigen Wucherungen.
Die Gentechnik gibt es schon sehr lange, doch erst durch die Zulassung der ersten gentechnisch veränderten Pflanze vor rund 17 Jahren wurden auch die notwendigen Gelder freigemacht , wodurch die Forschung einen rasanten Aufschwung nahm. Schon 2009 wurden solche “transgenen Pflanzen” in 25 Ländern dieser Erde auf nicht weniger als 134 Mio Hektar Fläche angebaut – das meiste davon in Form von Mais, Baumwolle, Soja bzw. Raps. Jedoch gibt es noch keinerlei Langzeitstudien. Wie reagiert der menschliche Körper, wenn er über Jahre hinweg gentechnisch veränderte Pflanzen oder Fleisch erhält? Störung des Immunsystems? Krebs? Bei Versuchen an Mäusen waren Beeinträchtigungen bei der Fruchbarkeit und Veränderungen im Immunsystem zu erkennen. Wird auch beim Menschen die Zelle bzw. deren Zellkern mit der Zeit verändert? In einigen Jahren werden wir es wohl wissen – doch derzeit können es Experten nur erahnen. Dass aber viele Erkrankungen darauf zurückzuführen sind, die nicht unbedingt erst in einigen Jahren ausbrechen, das ist kein Geheimnis mehr.
So sind beispielsweise viele Getreideallergien eigentlich gar keine Getreide- sondern vielmehr Erdnuss-Allergien. Erdnussgene werden gerne auch in Kartoffeln und zeitweise Tomaten eingesetzt um die Pflanze resistenter gegen Witterungseinflüsse zu machen (Dürren,…). Alles Baustoffe der Lebensmittelindustrie, die der Nussallergiker dann nicht mehr essen darf. Kartoffeln werden mit dem Gen einer in arktischen Gewässern vorkommenden Flunderart ausgestattet, damit diese auch in kälteren Gebieten angebaut werden können. Plötzlich können Eiweiss-Allergiker keine Kartoffeln mehr essen. Auch das gentechnisch veränderte Soja (gv-Soja) führt bei immer mehr Menschen zu allergischen Reaktionen. Hier sollte nicht unerwähnt bleiben, dass Soja zum Füttern von Tieren verwendet wird. Der Gesetzgeber schreibt zwar derzeit eine Kennzeichnungspflicht vor, doch müsste dann auch auf Brotverpackungen oder Fleischtassen geschrieben stehen, dass sie Bestandteile von Erdnüssen bzw. Soja beinhalten können. Durch die Kreuzung der Gene können zudem komplett neue Proteinie entstehen, die heute noch unbekannte Krankheiten auslösen. Auf Allergiker kommen somit schwere Zeiten zu.
In gv-Pflanzen werden zudem immer wieder aus “technischen Gründen” Gene mit Antibiotikaresistenz eingebaut. So wird beispielsweise in japanischem Reis ein Gen eingepflanzt, das helfen soll, den Vitamin A-Mangel in Asien zu bekämpfen. Erkrankt nun ein Mensch, der seit Jahren solche Pflanzen bzw. Produkte daraus verzehrt hat, kann dies bedeuten, dass Antibiotika keine Wirkung mehr zeigen. So wurde etwa 2010 die Amflora-Kartoffel in der EU zugelassen. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit sah kein Risiko darin, dass in dieser Kartoffel Resistenzgene gegen Kanamycin enthalten waren. Dieses Antibiotikum wird in den meisten Therapien gegen Tuberkulose verwendet. Begründung aus Brüssel: Einerseits sei es nicht nachgewiesen, dass ein Gentransfer von Pflanzen auf Bakterien stattfinden kann. Andererseits sei die Kartoffel nur für industrielle Zwecke eingesetzt und die Überreste verfüttert worden. Was allerdings solche Verfütterungen bewirken können, haben nicht zuletzt Rinderwahnsinn und Dioxineier aufgezeigt. Die Kartoffel wird übrigens nicht mehr gepflanzt, da auch die Gefahr einer Vermischung mit nicht veränderten Kartoffeln zu gross war (Pollenflug). Hierdurch kann es zur Verdrängung der konventionellen Sorte kommen. Die Kreuzungen könnten als Unkraut ungeahnte Wildwucherungen bilden. Dieser angesprochene Gentransfer übrigens muss sehr ernst genommen werden. Schafft er doch Super-Bakterien, die nurmehr schwer zu bekämpfen sind. In China wurde ein solcher Super-Bazillus anno 2012 entdeckt. Untersuchungen ergaben, dass rund ein Viertel auf künstliche Gene zurückzuführen war. China produziert in grossem Ausmass gv-Pflanzen!
Das erste gentechnisch veränderte Tier entstand mit dem Lachs “AquAdvantage 1995 in den USA. Seine Gene wurden mit einem Gen des Königslachses (Wachstumshormon) und einem Gen des Fisches Zoarces americanus (kältere Umgebung) gekreuzt. Hierdurch erreichte der gv-Lachs mit 16 bis 18 Monaten die Schlachtreife, für die der normale Fisch rund drei Jahre benötigt. Die zulassende Behörde FDA erteilte damals die Genehmigung unter der Voraussetzung, dass die Veränderungen stabil sind, die Fische in abgeschlossenen Tanks gehalten werden und weiblich sowie steril sind, sodass sie sich nicht vermehren können. 2010 schrieb das Veterinary Medicine Advisory Committee (CMAC) der FDA, dass der AquAdvantage ebenso unbedenklich für den Verzehr und die Gesundheit wie im Vergleich dazu der Atlantische Lachs sei. Auch könnten negative Umwelteinflüsse bei der kommerziellen Zulassung der Gen-Lachse ausgeschlossen werden. Dies brachte aber Umweltaktivisten und einige Politiker auf die Barrikaden. Der folgenden Abstimmung zum Antrag des Abgeordneten Don Young von Alaska wohnten gerade mal 12 Abgeordnete im Repräsentantenhaus bei. Dadurch wurde jedoch der FDA untersagt, Geld in die Zulassung von gentechnisch-manipulierten Lachs zu investieren. Später fand die Gentechnik dann auch Einzug in die Viehwirtschaft – es wurden BSE-resistente Rinder gezüchtet, mageres und Omega3-Fettsäuren-haltiges Fleisch produziert.
Gentechnisch veränderte Mikroorganismen wie Hefepilze oder Milchsäurebakterien werden bereits in der Brauwirtschaft (kalorienarmes Bier) bzw. der Käse- und Enzymherstellung eingesetzt. Sie können die Flora im Darm angreifen und nachhaltig verändern. In Fernostasien etwa werden sehr viele Krankheiten auf einen nicht funktionierenden Darm zurückgeführt.

(Quelle: Greenpeace 2009)

Futter- und Nahrungsmittel müssen erst ab einem Anteil von 0,9 % an gentechnisch verändertem Material gekennzeichnet werden, während die Kennzeichnung in den USA grossteils gar verboten ist. So wurde beispielsweise in die Sojabohne ein Gen eingebaut, das die Pflanze zwar resistenter gegen ein Unkraut werden lässt, gleichzeitig aber das Milchfett der Kühe verändern könnte – Untersuchungen hierzu laufen. Dies nun bedeutet für den Verbraucher, dass er bereits seit Jahren gv-Produkte verzehrt. Das in Deutschland seit 1998 verbreitete Siegel “Ohne Gentechnik” ist kein amtliches, sondern ein freiwilliges Siegel. Auch hier sind Verunreinigungen durch gentechnisch veränderte Produkte durchaus möglich. Diese können unbeabsichtigt durch Verpacken oder Transport hinzu kommen. Genfood ist leider nicht aufzuhalten. So hat der Europäische Gerichtshof im September einer Klage von Pioneer Hi-Bred International stattgegeben, wonach Zulassungsentscheidungen wie diese (hierbei geht es um gv-Mais) nicht mehr länger verschleppt werden dürfen. Der Platzhirsch Monsanto beispielsweise hat nicht zuletzt aufgrund der Entscheidungsträgheit der EU-Kommission Anbau-Anträge zurückgezogen. Durch die Tatsache, dass der Saatgutweltmarkt von einigen wenigen Konzernen bestimmt wird, werden natürliche Sorten zurückgedrämngt und könnten schliesslich aussterben, da schlichtweg keine Samen mehr produziert werden. Deshalb sollte alles getan werden, damit sich kritische Konsumenten davor schützen können. Und hier ist die Politik gefordert! Denn die Bedingungen für den kontrollierten biologischen Anbau sind nach wie vor mehr als bescheiden. Und werden immer schwieriger (Pollenflug, Saatgut,…). In Spanien hat zum Beispiel der Anbau von gv-Mais (MON 810) zuletzt um 20 % zugenommen. Hier ist es somit nurmehr eine Frage der Zeit, wann der natürliche Mais abgelöst sein wird.

Interessante Links:
www.genfoodneindanke.de
www.greenpeace.de/einkaufsnetz
www.transgen.de

Interessante Adressen:
BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz), Im Rheingarten 7, 53225 Bonn
Gen-ethisches Netzwerk, Winterfeldstraße 3, 10781 Berlin
Die Verbraucher Initiative e.V., Breite Straße 51, 53111 Bonn

Interessante Literatur:

„Lügen, Lobbies, Lebensmittel“ (Wer bestimmt, was Sie essen müssen), Ingrid Reinecke & Petra Thorbrietz, ISBN 3- 88897-180-2, Kunstmann Verlag
“Grüne Gentechnologie. Aktuelle wissenschaftliche, wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklungen.”; Bernd Müller-Röber, Mathias Boysen, Lilian Marx-Stölting, Angela Osterheider (Hrsg.): Dornburg, 2013. ISBN 978-3-940647-05-4.
“Mit Grüner Gentechnik gegen den Hunger?”; Frank Kempken; APuZ. 6-7/2009, S. 21–26.

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Was wäre, wenn…

Die meisten Märchen beginnen mit dem Satz: “Es war einmal…” Auch diese Geschichte beginnt hiermit, doch ist es keine erfundene Story sondern bitterböse Realität.
Es war einmal ein afroamerikanischer Berufspolitiker, der Sohn einer weissen Amerikanerin und eines Kenianers, der sich als Junior-Senator für den Bundesstaat Illinois in den Kongress in Washington wählen liess, obwohl er eigentlich auf Hawaii geboren wurde. Als 44. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika hat sich Barack Obama dann auch verdammt viel vorgenommen. Doch nur ganz wenig davon konnte der angeblich “mächtigste Mann der Welt” auch tatsächlich umsetzen. Eigentlich pervers: Aussenpolitisch entscheidet er eigenständig über Kriege und US-amerikanische Interventionen, innenpolitisch hingegen ist Obama auf die Hilfe seiner politischen Gegner angewiesen. Ursache des Ganzen: Die Pattstellung im Kongress. Während im Senat die Demokraten die Mehrheit besitzen, bestimmen die Republikaner im Repräsentantenhaus, wo der Bartl den Most herholt. Wird nun ein Gesetzesentwurf in einer der beiden Kammern beschlossen, bringt die andere Kammer das Ganze wieder zu Fall.
Doch dies, was derzeit jenseits des grossen Teiches vonstatten geht, entbehrt jeglicher rationaler Grundlage. Bereits in seiner ersten Amtszeit versuchte Mr. “Yes, we can!” eine flächendeckende Krankenversicherung in den USA einzuführen. Denn bislang ist diese nicht verpflichtend, kann aber dazu führen, dass gewisse Krankenhäuser die medizinische Versorgung verweigern, besteht kein Versicherungsschutz. Obama scheiterte jedoch. Nun – in seiner 2. Amtszeit – unternimmt er einen erneuten Anlauf: Die Gesundheitsreform soll auch die bislang unversicherten rund 30 Millionen US-Bürger unter einen Versicherungsschutz stellen. Die Republikaner versuchen allerdings, dies juristisch zu kippen. Während zwei Gerichte die Gesetzesvorlage gestützt haben, erklärte der kleine Bezirksrichter Roger Vinson aus Pensacola/Florida das Gesetz für verfassungswidrig. 26 Bundesstaaten hatten dagegen geklagt – mit einer Ausnahme lauter republikanisch geführte Regierungen. Im Speziellen dreht sich alles um die Frage, ob die Regierung die Befugnis hat, jedem Amerikaner eine Krankenversicherung vorzuschreiben. V.a. der erzkonservativen republikanischen Tea-Party ist dies ein Dorn im Auge, denn schliesslich ist es die letzte grosse Freiheit des Cowboys, selbst entscheiden zu können, ob er sich krankenversichert oder nicht! Kippt er allerdings vom Pferd, hat er Pech gehabt und wird zum Privatpatienten, den ein Krankenhausaufenthalt in den Ruin schlittern lassen könnte. Bis zu einer Entscheidung am Obersten Gerichtshof könnten zwei lange Jahre in’s Land ziehen. Und nun kommt der Knackpunkt des Ganzen: Vinson hat das Gesetz nicht ausgesetzt! Die Chancen auf eine Aufhebung im Kongress sind relativ gering, da nicht wie in Mitteleuropa dort das Gesetz beschlossen wird, sondern sowohl das Abgeordnetenhaus als auch der Senat gegen ein Gesetz der Regierung voten müssten. Somit stehen die Republikaner eigentlich auf verlorenem Posten! Wäre da nicht das Überbrückungsbudget!

https://www.youtube.com/watch?v=xpkTfVhfVx8

(Quelle: New York Times)

Am 01. Oktober hätte das neue Fiskaljahr 2014 der USA beginnen sollen. Doch konnte sich die Regierung der Demokraten niemals mit der republikanischen Opposition auf ein gültiges Budget einigen. Während die Republikaner unbedingt Sparmassnahmen vornehmen wollen, hat Barack Obama sehr viel angekurbelt, was auch einen richtig guten Griff in das Portemonnaie erforderlich macht: Der Umstieg auf alternative Energien, die Gesundheitsreform,…. So müssten etwa Bedürftige Zuschüsse erhalten, damit sie sich eine solche Krankenversicherung leisten können. Hier spielen nun die Republikaner nicht mit. Der unglaubliche Schuldenstand von 16,7 Billionen Dollar (12,29 Billionen Euro) wurde eigentlich schon im Mai erreicht – durch spezielle Massnahmen verschaffte man sich jedoch noch etwas Luft. Damit nun der Staat nicht zahlungsunfähig wird, muss immer wieder ein Überbrückungsbudget, also eine Erhöhung der Schuldenobergrenze, beschlossen werden. Schon einmal 2011 wurden bestimmte Ressorts auf Sparflamme gesetzt – Bildung und Soziales etwa, aber auch beispielsweise die Landesverteidigung. Jetzt kam es zum Shutdown. Rund 800.000 Staatsbedienstete wurden in den unbezahlten Zwangsurlaub geschickt. Sie entstammen zwar alle Bereichen oder Ebenen, auf welche kurzfristig notfalls verzichtet werden kann: Nationalparks, Museen, Tourismus… Dennoch sitzen auch viele Ministeriumsangehörige derzeit auf der heimischen Couch – ein Grossteil davon aus dem Pentagon. Hier gehen viele Zivilbedienstete ihrem Brotjob nach. Sie wurden alsdann inzwischen wieder zur Arbeit gerufen – verantwortlich dafür ist ein erst kürzlich beschlossenes Gesetz, das diesen Shutdown für jene Bereiche aussetzt, die für die nationale Sicherheit der USA wichtig sind. Hierunter fällt auch der komplette militärische Bereich. Unvorstellbar was geschehe, wenn etwa die aktiven Truppen in Afghanistan keinen Sold mehr bekämen. Erstmals kommt es damit zur Ausnahmesituation, dass für gewisse Angelegenheiten zu wenig Personal vorhanden ist. So mussten die USA ihre Teilnahme an internationalen Treffen wie der Syrien-Konferenz oder dem Freihandelsabkommen mit Europa absagen. Zudem sind auch die meisten Regierungsbeamte in den Zwangsurlaub geschickt worden, die für das Embargo gegen den Iran und Syrien zuständig sind. Somit hat erstmals seit dem 2. Weltkrieg eine innenpolitische Krise auch aussenpolitische Auswirkungen. Doch kann es noch viel schlimmer kommen!
US-Finanzminister Jacob Lew warnte bereits davor, dass die schlimmste weltweite Krise nicht auszuschliessen sei, wenn sich die Politiker nicht bis zum 17. Oktober entscheiden sollten. Dann nämlich gehen den USA die Barreserven aus. An diesem Tag wird die Schuldenobergrenze unverrückbar erreicht sein, mit dem Rest von 30 Milliarden ist nicht mehr sehr viel anzufangen. Das Land stürzt innerhalb nur weniger Tage in den Staatsbankrott, die Folge wäre eine Weltwirtschaftskrise. Die Kreditmärkte sind für die USA eingefroren, der Dollar stürzt in’s Bodenlose, die Zinsen hingegen erreichen immer wieder neue Rekordmarken – die Depression in den 1930er Jahren wäre im Vergleich dazu Peanuts. Auf Jahrzehnte hinweg wären die Folgen zu spüren. Diese Meinung teilen auch viele Finanz- und Wirtschaftsexperten. Der Shutdown belastet inzwischen zusehends mehr die Privatwirtschaft. So hat Lockheed Martin rund 3.000 Mitarbeiter ebenfalls in den Zwangsurlaub geschickt – United Technologies (UTC) deutete ähnliches an. Hier wären 2.000 Mitarbeiter betroffen. Andere Rüstungsfirmen kündigten bereits an, tausende Mitarbeiter entlassen zu wollen, da Aufträge auf den Staats-Schreibtischen liegen bleiben.

https://www.youtube.com/watch?v=HGP6eYyEg7s

(Quelle: ABC-News)

Ein Politikum wird derzeit also auf dem Rücken der kleinen Leute ausgetragen. Auch Barack Obama forderte dazu auf, diese “Farce” endlich zu beenden. Inzwischen wurde im Abgeordnetenhaus einstimmig beschlossen, dass die Bediensteten ihr Gehalt trotz des Zwangsurlaubs auch weiterhin bezahlt bekommen – nach der Krise.
Die Börsen reagieren mit grosser Vorsicht. Investoren halten sich zurück, obwohl steigende Kurse erwartet werden. DAX und Dow Jones sind gefallen. Hinzu kommt, dass der US-Aluminium-Riese Alcoa dieser Tage seine Quartalsergebnisse veröffentlicht hat – dies gilt als inoffizielles Startzeichen der US-Bilanzsaison. Experten erwarten sich allerdings Verbesserungen, sobald sich die Streithanseln im Kongress geeinigt haben. Dann kehren die Staatsdiener wieder an ihre Arbeitsplätze zurück, die Arbeitsmarktzahlen werden in Folge dessen ebenso wie die Einzelhandelsumsätze veröffentlicht. Ersteres diente zuletzt gerade den Investoren immer wieder als Indikator.
Erstaunlich ruhig zeigten sich aber auch die Ratingagenturen, welche die europäischen Staaten mit offensichtlichem “Vergnügen” in die Krisen schlittern liessen. Frankreich beispielsweise verlor bei einem Schuldenstand von 90 % die Triple-A-Bewertung (als letztes von der Agentur Fitch entzogen). Die USA hingegen stehen schon seit einiger Zeit bei einem Schuldenstand von 103 %! “Standard and Poor’s” liess noch im September verlautbaren, dass dieser Disput über die Obergrenze der Staatsschulden keinerlei Auswirkungen auf die Bonität habe! Hallo? Wenn nicht das, was dann??? Hier wird ganz eindeutig in zweierlei Klassen bewertet! Allerdings muss erwähnt werden, dass S&P den USA bereits 2011 das Triple A entzogen hatte. Moodys sieht alles bewältigbar, Fitch meint ebenso, dass nicht alles so heiss gegessen wird, wie gekocht. Dennoch stellt letztere einen negativen Ausblick an. Die nächste Zinszahlung für die Regierung Obama steht mit dem 31. Oktober ins Haus: 6 Milliarden Dollar! Ohne Übergangsbudget nicht bezahlbar! Dann rutschen die USA von Triple A direkt auf D – “Default”! Trotzdem stehen die Ausblicke bei Moody’s und S&P auf “stabil”! Den Chinesen allerdings wird langsam etwas mulmig um’s Herz: Peking besitzt US-Anleihen in der Höhe von 1,3 Billionen Dollar! Das Land der Mitte ist somit der grösste Gläubiger der Vereinigten Staaten. Gleich danach folgt mit 1,1 Billion Japan. Auch dort wird eine Sicherung der Invesitionen gefordert.
Zuletzt zeigten nun die Republikaner doch ihre Bereitschaft zum Einlenken – zumindest im Ansatz! Der republikanische Sprecher des Repräsentantenhauses, John Boehner, meinte, man stimme einem Übergangsbudget zu, wenn Präsident Obama über den Haushalt verhandelt. Dies wiederum schwebt Obama nicht vor – das war, ist und soll Hoheitsgebiet des Präsidenten bleiben! Ausserdem lasse er sich nicht mit vorgehaltener Pistole erpressen! Die Staatsdiener hingegen, die derzeit nicht wissen, wie sie ihre Miete bezahlen sollen, sprechen von kindisch und fordern ein Ende dieser Sandkastenspiele.

https://www.youtube.com/watch?v=jf30O8A85Xg

(Quelle: BR)

Nettes Detail übrigens noch zum Schluss: Die USA und Grossbritannien hatten sich in den letzten Monaten immer wieder in die EU-Rettungsschirme und Fonds eingebracht. Sparen ist gut und schön – doch sollte einfach mehr investiert werden! Soll heissen – mehr Geld wird gedruckt! Damit steigt allerdings auch die Inflation, Produkte und Dienstleistungen werden teurer bei Lohnerhöhungen, die unter der Inflationsrate liegen! Nun steht die NOCH weltgrösste Volkswirtschaft vor dem Abgrund! Hoffen wir, dass sie nicht all jene Staaten mitnimmt, die eine halbwegs vernünftige Finanzpolitik betrieben haben!

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Der stille Tod der Koalas

Einst war der australische Kontinent – zumindest dessen Waldgebiete – bevölkert von einem Tier, das schon im 18. Jahrhundert aufgrund seines Aussehens für Aufsehen sorgte, dabei aber niemals dem Menschen zu Schaden kommt. Nicht zuletzt aufgrund der Tatsache, dass dieses für unsere Augen sehr exotisch aussehende Tier bis zu 20 Stunden schläft und dann aktiv ist, wenn wir Menschen Matratzenhorchdienst leisten: Der Koala (Phascolarctos cinereus). Der Koala ist kein Bär, weshalb auch der Name “Koala-Bär” grundsätzlich falsch ist. Koalas sind Beutelsäuger. Früher massenhaft vorhanden, ist er inzwischen in vielen Teilen Down Unders ausgerottet. Zwar haben die Aborigines ihn als Nahrung gejagt – allerdings setzte das grosse Sterben erst mit der Fremdbesiedelung des Kontinents ein. Nachdem etwa 1924 noch rund 2 Mio Koala-Felle exportiert wurden, ist das Tier jedoch 1937 unter Schutz gestellt worden – seine Gesamtpopulation zwischen Queensland, New South Wales und Victoria wird gegenwärtig auf nurmehr 50-80.000 geschätzt. Verwandt mit den Wombats (nicht mit den Kletter-Beuteltieren) erreichen die Exemplare eine Grösse von 60 bis 85 cm und ein Gewicht von 4 bis 14 kg. Es gibt nur eine Art, die sich jedoch regional etwas unterscheidet. Männchen werden rund 10, Weibchen 15 Jahre alt. Ausser in der Paarungszeit (von September bis Januar) sind sie Einzelgänger und leben in Eukalyptusbäumen. Pro Tag futtern die Schwarznasen zwischen 200 bis 400 g der Blätter, Früchte und Rinde der Bäume, auch das notwendige Wasser beziehen sie über diesen Weg. Daher rührt zudem der Name “Koala” her – “Der, der nicht trinkt” (Aborigines). Bei ihrer Nahrung sind die Koalas sehr wählerisch – ist auch kein Wunder, enthalten doch viele Sorten des Eukalyptus bzw. vor allem die jungen Blätter sogar für die kleinen Kletterer zu viel Blausäure. Von den mehreren hundert unterschiedlichen Arten von Eukalyptusbäumen eignen sich nur rund 70-120 als Nahrungsquelle, wobei sich jedes Tier im Laufe seines Lebens auf nur drei bis sechs unterschiedliche Arten konzentriert. Die Wahl wird dabei durch die sehr empfindliche Nase der Tiere getroffen. Was gefressen werden darf und was nicht, zeigt Muttern vor. Apropos – kleine Koalas gewöhnen sich folgendermassen an die Phenole und ätherischen Öle in den Blättern: Sie massieren den Bauch ihrer Mutter so lange, bis diese anstelle des Kots auch halbverdaute Nahrung aus ihrem Blinddarm ausscheidet. Dieser Brei wird gefressen und hilft den Jungtieren, die dafür erforderliche Bakterienkultur im Blinddarm aufzubauen. Dieser ist mit rund 2,5 m sehr lange, dient er doch der Aufarbeitung der Zellwände des Grünfutters.

http://www.youtube.com/watch?v=3YghEK1VgpM

Den Baum übrigens verlassen die Beuteltiere nur, wenn sie einen anderen Baum in Angriff nehmen oder ihr Gebiet wechseln. Das Männchen markiert sein Revier durch eine Duftdrüse im Brustkorb, das Weibchen durch Urin. Die Habitate überlappen sich recht häufig. Dies ist wichtig für die Sozialkontakte untereinander. Bei männlichen Nachbarn jedoch wird jeglicher Kontakt vermieden. Revierkämpfe finden meist während der Paarungszeit statt. Untereinander verständigen sich die Koalas durch das sog. “Gebrüll” – einem grunzenden Bellen, das bei Männchen besonders laut ist um die Dominanz klar aufzuzeigen und damit einen energieaufwendigen Kampf schon im Vorfeld abzublocken. Weibchen gebären nur rund alle zwei Jahre ein Junges. Bei der Geburt bringen die Koalas weniger als ein Gramm auf die Waage und haben die Grösse eine Gummibärchens. Das Neugeborene muss von selbst in den Beutel der Mutter klettern. Nach ca. 7 Monate verlässt der Nachwuchs den Beutel und verbringt die meiste Zeit auf dem Rücken der Mama. Acht Monate später werden die Jungen flügge (oder dazu getrieben) und ziehen hinaus in die grosse weite Welt. Die Feinde des Koalas sind der Dingo, die Python, der Waran sowie der Adler und – der Mensch! Wurden die Koalas früher gezielt aufgrund ihres Fells gejagt, so zerstört der Mensch heute zunehmend den Lebensraum der Beuteltiere. Grossflächige Abholzungen von Eukalyptus-Wäldern machen es ihnen immer schwerer, genügend Nahrung zu finden. Kühl gemässigten Buschwald und hochstämmige Eukalyptusbäume wie etwa im Monga-Nationalpark in New South Wales oder im Brisbane Forrest Park sind inzwischen selten geworden. Und dies obwohl die Menschen der Städte auf das Wasser-Reservoir dieser Wälder angewiesen sind. Somit rotten sich immer mehr der Tiere auf engem Raum zusammen, es kommt zu Überpopulationen, Rufe nach Abschüssen werden laut, da eine Umsiedelung der Tiere sehr aufwendig und schwierig ist.

Pinkwood (Eucalyptus moorei) ist zwar hauptsächlich, jedoch nicht alleine aufgrund des Holzes wirtschaftlich interessant. Das Eukalyptus-Öl ist im Non-Food-Bereich zu einem grossen Wirtschaftsfaktor avanciert. Weltweit gibt es rund 600 unterschiedliche Eukalyptusarten. Firmen wie die Flora Ecopower aus München bewirtschaften solche Eukalyptus-Wälder (in diesem Falle ein 2.200 ha grosses Waldgebiet in der äthiopischen Region Amhara). Bis zu einer Million Kubikmeter “Ernte” wird jedes Jahr eingefahren – angeblich nachhaltig. Dabei wird der Baum bis auf eine Höhe von einem Meter “gestutzt”, sodass er binnen acht Jahre wieder seine ursprüngliche Höhe erreicht hat. Das Unternehmen ist übrigens auch auf Madagaskar tätig. Soll heissen, dass nicht nur abgeholzt sondern wieder aufgeforstet wird. Gewonnen werden vornehmlich biogene Öle, aber auch Holz für die Bauwirtschaft und Papierindustrie. Andere Konzerne roden die Wälder und bauen anstelle dessen Castro- und Jatrophapflanzen an, die für die Gewinnung etwa von Rhizinusöl verwendet werden. Oder auch durch die Eingeborenen. So etwa 2005 als rund einhundert bewaffnete Indianer in Kriegsbemalung in Brasilien in einen Eukalyptuswald einfielen und zu roden begannen. Doch hatte dies einen anderen Hintergrund: Das Waldgebiet gehörte dem weltgrössten Zellulose-Produzenten Aracruz. Die Indianer meldeten für rund 11.000 Hektar ihren Besitzanspruch an.
Tja und so fällt immer mehr Busch- und Eukalyptuswald der menschlichen Raffgier zum Opfer. Auf dem australischen Kontinent fressen sich riesige Maschinen durch die Eukalyptus-Wälder. Binnen Sekunden wird ein Baum abgesägt und entastet. Pro Tag werden auf diese Weise rund 1.000 Bäume gefällt. Das Holz findet Verwendung in riesigen Zellstoff- und Papierfabriken, die den chinesischen und japanischen Markt beliefern. Dabei wird auch keine Rücksicht darauf genommen, ob der Baum noch Bewohner hat. Die Koalas flüchten immer häufiger in durch den Menschen errichtete Eukalyptus-Monokulturen, da keine natürlichen Wälder mehr zur Verfügung stehen. Für die Flucht vor den riesigen Maschinen aber sind die kleinen Tiere zu langsam.

Holzarbeiter selbst haben nun auf den leisen Tod der Koalas aufmerksam gemacht. Abgetrennte Gliedmassen, klaffende offene Wunden, Verletzungen am Kopf oder der Wirbelsäule – die Tiere bleiben meist liegen und verrecken jämmerlich. Manche finden Aufnahme in Pflegestationen wie dem Koala Hospital in Port Mcquarie. Die Plantagenbesitzer selbst verweisen auf das sog. “Bonner Forest Stewardship Council (FSC)”-Label, eine Auszeichnung für angeblich “verantwortungsvolle Waldwirtschaft”. Fühlen sich Koalas bedroht, so steigen sie noch höher in die Wipfel der Bäume. Fällt ein Stamm, klammern sie sich bis zuletzt an ihn. Auch bei Buschbränden ist dieses Fluchtverhalten fatal, verbrennen die Tiere doch hilflos in den Wipfeln. Aufgescheuchte und damit gestresste Tiere erkranken recht häufig an “Chlamydia”. Die Krankheit schwächt das komplette Immunsystem und kann zur Erblindung der Tiere führen – sie finden keine Nahrung mehr und verhungern bzw. dehydrieren. Koalas, die sich in menschlicher Umgebung angesiedelt haben, fallen meist Haushunden oder Autos zum Opfer. Aufgrund der sehr speziellen Nahrung ist die Zoohaltung dieser Tiere extrem schwierig. In Europa können sie nur in den Zoos von Lissabon und Duisburg bestaunt werden. Damit ist die Rasse extremst vom Aussterben bedroht.

Sie können den Koalas beim Überleben helfen, indem Sie die untenstehende Petition unterschreiben.

https://www.regenwald.org/aktion/925/australien-der-hilfeschrei-der-koalas

Interessante Links:
www.koalahospital.org.au/
www.visitphillipisland.com/listing/koala-conservation-centre/
www.koalahilfe.de/
www.koala.net
www.koala.li/
www.koala-support.de
outback-info.de/australien/koalaa.html
www.visitbraidwood.com.au/monganatpark

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