Archive for Juni, 2016

Das leise Sterben des Buchs

Es ist jedes Wochenende dasselbe: Nach einem Samstag im Garten bin ich am Sonntag wie gerädert – Kopfschmerzen, tränende Augen, rinnende Nase, starker Husten und heftiges Niessen. Lange Zeit wusste ich nicht, weshalb ich derartige Symptome aufwies, muss aber erwähnen, dass ich seit einigen Jahren unter Pollenallergie, also Heuschnupfen leide. Doch sind diese allergischen Reaktionen meist nicht derart stark ausgeprägt. Vor kurzem nun ging ich der Sache auf den Grund: Buchsbäume und mit diesen auch der Buchsbaumzünsler und dessen Härchen! Der Buchsbaum ist eine der beliebesten Pflanzen der heimischen Gärten. Er galt als pflegeleicht und robust sowe einfach zu schneiden. Ich selbst habe Koniferen rund um mein Grundstück gesetzt – viele meiner Nachbarn aber erfreuen sich solcher Buchsbäume! Der Buchsbaumzünsler (Cydalima perspectalis) ist ein Schädling, der dem Menschen gleich zweifach schaden kann. Einerseits durch das Vernichten der mit viel Liebe und Ausdauer aufgezogenen Buchsbäume, andererseits durch die Netze und Haare der Raupen. Doch – eines nach dem anderen!
Der Falter legt seine bis zu 150 Eier zumeist an der unteren Blätterseite des Gewöhnlichen (Buxus sempervirens) und des Kleinblättrigen Buchsbaumes (Buxus microhylla) ab. Die daraus schlüpfenden Raupen fressen zuerst die Blätter, dann auch die Rinde des Astes. Jener Teil oberhalb der Frassstelle stirbt ab. Der Baum wird mit der Zeit beige-gelblich, trägt kaum noch Blätter und ist meist komplett von den Raupen eingesponnen. Die Raupe selbst sind gelblich- bis dunkelgrün und schwarz gepunktet, besitzt weisse Borsten und eine schwarze Kopfkapsel. Sie kann bis zu 5 cm lang werden. Ursprünglich stammt das Insekt aus Ostasien – höchstwahrscheinlich wurde es über ein Containerschiff nach Deutschland eingeschleppt (die ersten Befallsherde waren 2004 rund um Rhein-Binnenhäfe zu bemerken) und verbreitet sich seither rasend schnell auf dem europäischen Kontinent – seit 2007 auch in der Schweiz und 2009 in Österreich. Experten gehen davon aus, dass alle zwei Monate eine neue Generation entsteht – so können pro Jahr vier Generationen heranwachsen.

https://www.youtube.com/watch?v=emaAAsz5qjc

Der Zünsler selbst ist ein weisser Falter mit schwarzem Muster. Seine Flügelspannweite beträgt zwischen 40 bis 45 mm. Die meiste Zeit seines nur 8-tägigen Lebens verbringt er unter den Blättern nicht unbedingt ausschliesslich des Buchsbaumes. Die Weibchen legen ihre Eier nur in noch nicht befallene Bäume. Die letzte Generation im Jahr überwintert in Kokons aus verklebten und verformten Blättern eingesponnen im Geäst des Buchsbaumes. Steigt das Thermometer dann wieder konstant auf über 7 Grad Celsius beginnen die Larvenstadien. Innerhalb von zehn Wochen werden so bis zu sieben Larvenstadien durchlaufen. Bei Temperaturen von 20 Grad und mehr kann dies auf nur drei Wochen reduziert werden. Anschliessend verpuppen sich die Vielfrasse in Kokons und schlüpfen nach einer Woche als Falter.
Zu Beginn eines Befalles sind die Schäden meist gering und nur bei genauer Betrachtung zu sehen. Er beginnt an den inneren Ästen des Baumes. Erst wenn die Raupen den Aussenbereiche der Pflanze erreichen, wird der Befall erkennbar. Dann aber ist der Schaden bereits enorm. Die Pflanze muss nicht zwangsläufig durch den Befall absterben, allerdings sollten auf jeden Fall mehrere dieser Befälle verhindert werden. Befallene Einzelpflanzen sollten am besten entfernt und verbrannt werden.
Das Paradies für derartige Zünsler könnte übrigens der grösste Buchs-Wald im Wildwuchs nördlich der Alpen bei Grenzach-Wyhlen sein: 100 Hektar stehen seit 1939 unter Naturschutz! Hier wütet jedoch derzeit ein Pilz (siehe weiter unten), dass es so manchem Förster die Tränen in die Augen treibt! Der Raupenfrass aber hält sich stark in Grenzen, da hier den natürlichen Feinden der Raupen, den Haussperlingen und Buntspechten noch genügend Lebensraum gegeben wird.
Das sog. “Gespinste”, also die Spinnweben, sind viel dichter als jene der Spinnen verwebt. Dieses und v.a. die feinen Härchen der Raupen sind der wahre Horror für manchen Allergiker, da das Immunsystem auf 100 % hochfährt!
Aufgrund seiner rasend schnellen Ausbreitung und der fehlenden Langzeituntersuchungen ist es sehr schwer, etwas gegen die vielfressenden Raupen zu unternehmen. Es beginnt bereits beim Kauf der Pflanze. Vermeiden Sie den Ankauf von Billigpflanzen aus dem Baumarkt. Sie sind meist aus Fernost importiert und somit die Überträger des Schädlings. Jede einzelne sollte auf einen möglichen Befall hin untersucht werden. Ist es dann trotzdem geschehen, so sollen die unterschiedlichsten Mittelchen helfen.

.) Bacillus thuringiensis
Dieses Bakterium spielt eine wichtige Rolle in der biologischen Schädlingsbekämpfung, aber auch dem Kampf gegen Stechmücken. 1901 erstmals durch den Japaner Ishiwatari Shigetane beschrieben (er fand das Bakterium in Seidenraupen), lebt es vonehmlich an den Wurzeln der Pflanzen. Es produziert über 200 der sog. “Bt-Toxine”, kristalline Proteine (“Cry-Proteine”), die auf Käfer, Schmetterlinge, Haut- und Zweitflügler sowie Nematoden tödlich wirken, bei Wirbeltieren wie Mensch und Tier jedoch wirkungslos und komplett biologisch abbaubar sind. Die kristallinen Endotoxine zerstören die Darmwand und setzen Stoffwechselgifte frei. Die Larve verendet nach wenigen Tagen. Für Bienen unschädlich – wird sogar von Imkern gegen die Wachsmoitte eingesetzt.!

.) Buchsbaum-Zünsler-Falle
Sie funktioniert in etwa wie die Mottenfalle: Durch Pheromone (Duftstoffe) werden die Männchen angelockt und bleiben auf dem Leim am Boden der Falle kleben. Einerseits kann so festgestellt werden, ob der Zünsler auch in Ihrem Garten aktiv ist, andererseits bleiben dadurch viele der Weibchen unbefruchtet! Hilft allerdings nicht gegen einen grossflächigen Befall. Dient vornehmlich dem Monitoring!

.) Azadirachtin
Diese 1968 erstmals gewonnene chemische Verbindung findet sich im sog. “Neem-Baum”, der ursprünglich aus Indien und Pakistan stammt, inzwischen aber in allen tropischen und subtropischen Regionen wächst. Synthetisch wurde es erstmals 2007 hergestellt. Es gehört zu den Limonoiden – hemmt also die Larvenentwicklung sehr vieler Insekten (Ecdyson-artige Wirkung). Für Säugetiere soll es relativ ungefährlich sein. Die Halbwertszeit liegt bei 13 bis 94 Stunden – je nach UV-Einwirkung. Beobachtet wurden nur In Flugkäfigen bei Kleinstvölkern der Honigbiene (etwa zur Königinnenzucht) Auswirkungen bei der Brut.

.) Pyrethrine
Der Extrakt “Pyrethrum” wird aus verschiedenen Chrysanthemen-Sorten isoliert und in den Bereichen Pflanzenschutz, Schädlingsbekämpfung, aber auch der Medizin angewendet. Eingesetzt erstmals durch die US-Marine im Jahr 1917 im Kampf gegen Fliegen und Stechmücken, erfolgt heutzutage die Herstellung grossteils auf synthetischer Basis. Während das natürliche nur über wenige Tage Wirkung zeigt, behält das synthetische diese über ca. sechs Wochen. Als Kontaktgift finden Pyrethrine Verwendung gegen Blatt-, Woll- und Schmierläuse, der Weissen Fliege, Spinnmilben, Zikaden und Käfer-Larven. Die Wirkung tritt innerhalb weniger Minuten ein (“Knock-Down-Effekt”). Inzwischen gelingt es aber vielen Schädlingen, die Wirkstoffe abzubauen. Deshalb wird er häufig auch mit dem Synergisten Piperonylbutoxid vermischt. Allerdings kann der Wirkstoff auch auf Wirbeltiere einwirken. So beläuft sich etwa die letale Dosis bei Nagern auf 130 bis über 600 mg/kg. Der Wirkstoff ist für Bienen giftig, weshalb von dessen Gebrauch abgeraten wird.

.) Thiacloprid
Dieses Insektizid gehört zur Klasse der Neonikotinoiden und wird vornehmlich gegen Blattläuse, Mottenschildläusen, Blattflöhen, Apfelwicklern und Rüsselkäfer eingesetzt. Es kann allerdings auch für Warmblütler wie dem Menschen gefährlich werden (Atemprobleme), allerdings muss die Dosis sehr hoch sein. Das Gift wirkt als Kontakt- und Frassgift. Es dringt in die Pflanze ein und gelangt somit auch über die Kartoffel oder die Tomate in die Nahrungskette des Menschen. 2013 hat die EU-Kommission viele Pestizide, die diesen Wirkstoff enthalten, auf eine Liste zur Wiederbewertung gesetzt, das deutsche Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit hat daraufhin die entsprechenden Produkte vom Markt genommen. Gift für die Bienen, wird auch die Fortpflanzung des Menschen möglicherweise beeinflusst (reproduktionstoxisch).

.) Acetamiprid
Auch diese heterocyclische, aromatische Verbindung zählt zur Gruppe der Neonikotinoide. Eingesetzt wird der Wirkstoff gegen Schild-, Mottenschild- und Schmierläuse, der Weissen und der Kirschfruchtfliege sowie der Trauermücke. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit schliesst eine Beeinflussung des sich entwickelnden Nervensystems beim Menschen nicht aus. Deshalb gibt es in der EU Tagesdosen, in der Schweiz einen Toleranzwert. Wie alle Neonikotinoide gefährlich für Bienen.

Bei all diesen Mitteln hingegen – Insbesondere bei Thiacloprid – sollte an die Nützlinge, wie der Bienen gedacht werden. Wenn auch das Mittel selbst nicht unbedingt direkt tödlich ist, so kann die Biene dadurch die Orientierung verlieren, nicht mehr zum Stock zurückfinden und dadurch zugrunde gehen. Auch im Hinblick auf die Vögel sollte mit biologischer Voraussicht gearbeitet werden. So liebt beispeilsweise der Buntspecht die Zünsler-Raupen – zumindest für einen Moment. Sind diese vergiftet, so wird auch der Vogel und im Speziellen seine Brut daran zugrunde gehen. Deshalb sollte vor dem Einsatz der Chemiekeule auch von alternativen Methoden Gebrauch gemacht werden:

.) Giessen mit Brennesseljauche
.) Besprühen mit einer Chiliöl-Spülmittel-Wasserlösung
.) Bestäuben mit Kaffeesatz
.) Abspritzen mit dem Hochdruckstrahler (kann aber auch der Pflanze nicht gut tun)
.) Ablesen der Raupen und Kokons (im Hausmüll entsorgen)
.) Buntspechte, Haussperlinge (sie erbrechen allerdings die Raupen wieder, da Buchs giftig ist)
.) Blindschleichen

https://www.youtube.com/watch?v=1gc2f4x2YeE

Auch das in Österreich käufliche “Pro Loh” soll recht gut wirken. Es besteht aus Wasser, Mineralien und pflanzlichen Gerbstoffen, erhöht die Widerstandsfähigkeit der Pflanze und schützt zudem vor Pilzbefall. Der Zünsler mag den Geschmack der Gerbstoffe nicht.
Experten, wie etwa jene des Verbandes der Gartenbaumschulen NRW raten inzwischen gar davon ab, abgestorbene Bäume durch neue zu ersetzen, da diese ebenfalls innert kürzester Zeit befallen sein werden. Zur Plage der Buchsbaumzünsler kommt nämlich auch noch der Pilz Cylindrocladium buxicola hinzu. Auch er führt zum Triebsterben. Erkennbar ist der Pilz an schwarzen Streifen auf den Trieben. Bei dieser Erkrankung muss die komplette Pflanze und ein Teil des Erdreichs in den Hausmüll gegeben oder verbrannt werden. Beide dieser Unsitten der Natur lassen so manchen Hobby- aber auch Profi-Gärtner an seinem Können zweifeln. Die wärmeren Winter und feuchtkühlen Wetterperioden begünstigen den Befall. Denken Sie vielleicht über Alternativen nach – wie etwa die Japanische Hülse (Ilex crenata) mit ihren Untersorten “Dark Green” oder “Caroline Upright” oder der Tatra-Seidelbast, dem Rhododendron bzw. der Polsterberberitze! Auch der kleinwüchsige Lebensbaum oder die Steineibe finden immer mehr Fans unter den Gärtnern.
Übrigens gilt grundsätzlich:
- Je grösser die Artenvielfalt in einem Garten ist, desto weniger kann ein einzelner Schädling anrichten!!!
- Erkundigen Sie sich beim Kauf eines Insektizids immer auch, ob Nützlinge wie Bienen, Hummeln etc. ebenfalls davon betroffen sind!
- Insektizide dürfen nicht vorbeugend gespritzt werden
- Achten Sie darauf, dass das biologisch abbaubare Insektizid mittels Drucksprüher auch bis tief in’s Innere des Buchsbaumes gelangt

Lesetipps:

.) Pflanzenschutz im Bio-Garten; M.-L. Kreutler; BLV 1990

Links

www.buchsbaumzuensler.net
www.lepiforum.de/
www.bund-rvso.de
www.landwirtschaftskammer.de
www.fva-bw.de
www.proplanta.de
echa.europa.eu/de/
www.bund.net
www.bienenjournal.de
www.imkerei-technik.de
www.bvl.bund.de
www.ltz-bw.de
www.nuetzlinge.de
www.naturimgarten.at
www.aha.ch
oekologischerlandbau.jki.bund.de

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Die Erdmännchen

Diese Zeilen möchte ich all jenen widmen, die ihren schweren Job mit dem Leben bezahlen mussten! Im Gotthard waren es vier Deutsche, drei Italiener, ein Österreicher und ein Südafrikaner!

Das Mölltal ist ein kleines, wunderschönes Tal in Kärnten, direkt an der slowenisch-östereichischen Grenze. Es ist dort, wo sowohl deutsch als auch bereits slowenisch gesprochen wird. Den Namen hat das Tal von dem Fluss Möll, den Abschluss bildet der Mölltaler Gletscher. Somit muss eigentlich nicht erwähnt werden, dass die Haupteinnahmequelle der Tourismus darstellt. Ansonsten spricht der Experte von einer “strukturschwachen Region”. Landwirtschaft, Hotelerie und Gastronomie – das war’s denn auch schon. Alle anderen müssen zum Geldverdienen pendeln. Die einen aus dem Tal heraus nach Spittal oder Klagenfurt, die anderen über hunderte oder gar tausende Kilometer. Vor der Eröffnung der Tauernautobahn und des Tauerntunnels frequentierten viele Urlauber auf ihrem Weg in den Süden zumindest noch den Talanfang – verantwortlich dafür war die Verladestation Böckstein. Seit damals aber ist es relativ ruhig geworden, im Mölltal.
Allerdings geniessen die Mölltaler einem international ausgezeichneten Ruf! “Das Tal der tausend Gummistiefel” ist bekannt für seine Tunnelfachleute. Kaum eine Tunnelbaustelle in Europa, die nicht mit Hilfe der Mölltaler Mineure auskommt.

“So etwas wie den Gotthard-Basistunnel baut man nur einmal im Leben!”

(Maschinenführer Johann Gössnitzer, Mölltal)

Als im westlichsten Bundesland Österreichs (Vorarlberg) der Achraintunnel gebohrt wurde, arbeitete ich gerade im Vorarlberger Medienhaus (heute: Russ-Media), neben dessen Parkplatz das Containerdorf des Tunnels aufgebaut war. Ich sah sie täglich in ihren orangen Overalls und gelben Gummistiefeln, dachte mir dabei: “Na ja, Bauarbeiter!” Erst jetzt, durch die Recherche zu diesem Blog habe ich eine Vorstellung davon, welch brutaler Knochenjob das ist. Es sind die “wild’n Hund”, die bei teilweise bis zu 40 Grad Celsius, Tonnen von Staub, beissendem Geruch der Sprengungen, grossem Lärmpegel, einer sehr hohen Luftfeuchtigkeit und dem Verkehr wie auf einer Schnellstrasse Jahre ihres Lebens im selben Berg verbringen (beim Gotthard-Tunnel waren es beispielsweise bis zu 17 Jahre – beim Brenner-Basistunnel wird es wohl ähnlich lange dauern). Stets in dem Bewusstsein, dass jeder Tag auf Arbeit der letzte sein könnte. Besonders beim sog. “Alimak”, dem Schachtbau, der von unten nach oben gesprengt wird. Es ist wohl das gefährlichste im Tunnel- und Bergbau, da meist niemand weiss, was und wieviel davon runterkommt. Deshalb sind die meisten Mineure auch sehr gläubig. Die Schutzpatronin der Berg- und Tunnelbauer ist die Heilige Barbara. Jeder bekreuzigt sich, wenn es an ihr vorbei wieder unter Tage geht. Doch selbst sie konnte Andrea Astorino am 21. Januar 2005 nicht helfen. Der italienische Tunnelbauer feierte noch wenige Tage zuvor am 4. Dezember, dem Tag der Heiligen Barbara, seinen 31. Geburtstag – ein gutes Omen, wie er meinte. Er wurde gemeinsam mit seinem Arbeitskollegen Salvatore di Benedetto an dessen letztem Arbeitstag im Gotthard-Basistunnel von einem stehenden Zug, der durch einen entgleisten Unterhaltszug in Bewegung gesetzt wurde, überrollt. Ein Schicksal, das sie mit vielen ihrer toten Kollegen teilen: Bei den meisten der tödlichen Unfällen im Berg handelt es sich nicht etwa um Unachtsamkeit bei der Arbeit selbst sondern vielmehr um Opfer von Verkehrsunfällen im Stollen! Ganz im Gegensatz zu den Arbeiten am ersten Gotthardtunnel vor rund 130 Jahren – damals kamen 199 Menschen zumeist durch die unmittelbare Arbeit um! Astorino wäre nur wenige Monate danach Vater geworden. Da schweizerische Gerichte in letzter Instanz urteilten, dass es sich um eine Verkettung unglücklicher Umstände gehandelt hatte, erhielt seine Familie gerade mal das, was die Unfallversicherung auszahlte.
Im Drei-Schicht-Betrieb zu jeweils acht Stunden, zehn Tage lang hinein in den Berg – fünf Tage frei! Geschlafen wird hauptsächlich in Container-Baracken. Sechs “Tunnelgroba” arbeiten beispielsweise jeweils pro Schicht im Brenner Basis-Tunnel, im St. Gotthard waren es 17 – auf vielen Tunnelbaustellen stammen bis zu 80 % davon aus dem Mölltal.

https://www.alptransit.ch/de/media/kurzfilme/#collapse-383

Der Vortrieb ist ein knochenharter, körperlich mehr als fordernder Job. Auch wenn die meiste Arbeit durch die hunderte Tonnen schwere Vortriebsmaschine geleistet wird. Bedacht mit meist weiblichen Namen, graben sich diese riesigen Bohrer durch den Berg. “Sissi” etwa ermöglichte eine um ein Jahr verkürzte Bauzeit im schweizerischen Rekordtunnel, dem St. Gotthard. 450 m lang frass sie sich täglich um einige Meter durch das Gebirgsmassiv. Von der anderen Seite kam “Heidi” – 400 m lang, 2.700 t schwer. Durchmesser des Bohrkopfes: 9,58 m – 62 Rollenmeißeln, angetrieben von zehn Motoren zu je 350 kW. “Trude” wurde in der 4. Röhre des Hamburger Elbtunnels eingesetzt – mit 2000 Tonnen ebenfalls ein wahres Schwergewicht! Sie schaffte rund 6 m pro Tag. Das Herz einer solchen Tunnelvortriebsmaschine (TVM) ist der Bohrkopf. Er besteht aus einem Meißelträger und meist bis zu 33 rotierenden Rollenmeißeln, die das ausgebrochene Material nach hinten verfrachten. Der Durchmesser eines solchen Bohrkopfes beträgt zwischen 3 und 6 m. Der daran anschliessende Teil der Maschine kann bis zu 200 Meter lang sein: Staubschild mit Gummidichtung, Räumer und Schaufeln, Einkettenkratzförderer oder Mulden-Gummiband, zwei bis vier Elektromotoren (im Durchschnitt) mit einer Gesamtleistung zwischen 240 bis 950 kW sowie ein Antrieb- und Hydrauliksystem, basierend auf Druckluft. Zudem erfolgen durch diese Maschinen auch die ersten Stütz- und Ausbaumassnahmen. Übrigens kann dieses riesige Drum von Maschine auch eine Kurve fahren – mit 80 m Radius bei einem 2m-Bohrkopf und 150 m bei einem 6m-Bohrkopf. Der Antransport solcher Riesenbohrer findet in Einzelteilen statt, die vorort zusammengebaut werden. In Deutschland erzeugen nur die beiden Betriebe Herrenknecht aus Schwanau und Aker Solutions aus Erkelenz derartige Ungetüme. Übrigens: Beim Bau des Euro-Tunnels wurde rund 90 m vor dem Zusammentreffen der britischen mit der französischen TBM jene aus dem Norden in den Fels umgeleitet und dort stehengelassen (Wert: 20 Mio). Nur in China werden Maschinen mehrfach eingesetzt – hierzulande meist abgebaut und nur die Standard-Teiule wiederverwendet. Wie auch jene, die sich von Frankreich aus kommend unter dem Ärmelkanal durchfrass. Die beiden Eurostollen trafen mit einer Abweichung von gerade mal 2 cm aufeinander!

http://www.bauforum24.tv/herrenknecht-entwicklungen-im-tunnelbau-vdbum-2015-1200

Findet nicht gerade der Vortrieb statt, so ist dies für die Tunnelbauer richtiggehend lockere Arbeit: Das Setzen der Anker etwa in der Neuen Österreichischen Tunnelbaumethode NÖT. Normalerwiese werden Tübbinge verwendet, in dieser Methode hingegen trägt sich das Gebirge selbst, unterstützt mit Gebirgsanker, Spritzbeton und Gitterträger. Anker sind also jene Träger, die in der Decke des Tunnels eingebohrt und mit Spritzbeton fixiert werden, damit sie die auftretende Spannung verteilen und so verhindern, das der Berg das Loch wieder zuschüttet. Temperaturen unter 30 Grad Celsius und nur wenig Staub! Unsereins als Schreibtischtäter würde wohl nach auch nur einem derartigen Tag die Gummistiefel in die Ecke werfen und “Ihr könnt mich mal!” zumindest denken! Auch wenn die monatlichen 8.000 Franken (Gotthard-Tunnel) durchaus reizvoll wären.

“Es ist aber in jedem Beruf so, dass man bei schönem Wetter lieber etwas anderes täte als arbeiten.”

(Harald Bachmann, Mölltal)

Eine Situation, die mehr als belastend ist. Doch viele der “Dunkelbauer” können sich ein normales Leben gar nicht mehr vorstellen. Jeden Abend zuhause, kein Abschalten können nach der harten Schicht, gleich der tägliche Stress mit der Familie. Da sind die fünf Tage Heimat doch richtiggehender Erholungsurlaub. Dennoch: Jeder Mineur hat eine starke Frau zuhause, die es gewohnt ist, selbst anzupacken – oder ist ledig. Allerdings kritisieren viele der Pendler, dass sie Ihre Kinder nicht aufwachsen sahen, nicht da waren für ihre Probleme oder einfach nur zum Zuhören oder Gute-Nacht-Geschichten-Erzählen. Da kann das eigene Haus noch so schön geworden sein – das kann niemand nachholen! Trotzdem zieht es sie immer wieder dorthin, wo noch nie ein Mensch zuvor war – es ist der Lockruf des unterirdischen Unbekannten. Denn – der Ruhm wird von anderen eingesammelt. Die Mineure kennt nach dem Ende der Bauarbeiten niemand mehr. Bei der Freigabe oder feierlichen Eröffnung sind sie bereits zu einer anderen Baustelle weitergezogen.

http://www.srf.ch/sendungen/dok/tod-im-berg-die-opfer-des-gotthards#


Grosse Tunnelbaustellen:

.) Arlberg-Strassentunnel (Tirol/Vorarlberg)
14 km langer Strassentunnel
Baubeginn: 5. Juli 1974
Freigabe: 1. Dezember 1978
.) Brenner Basistunnel (Tirol/Südtirol)
55 bzw. 63 km langer Eisenbahntunnel
Baubeginn: 30. Juni 2006
Voraussichtliche Eröffnung: 2025
Ausbruchmaterial: 11,1 Mio. m³ (geschätzt)
.) Elb-Tunnel (Hamburg)
3,3 km langer Strassentunnel
Baubeginn: 19. Juni 1968
Freigabe: 10. Januar 1975
.) Eurotunnel (Frankreich/England)
50,4 km langer Eisenbahn-Tunnel
Baubeginn: 15. Dezember 1987
Freigabe: 14. November 1994
Mit nahezu 4 Mio m³ Kreideaushub nur auf englischer Seite wurde die Landzunge Samphire Hoe bei Folkstone aufgeschüttet
11 Todesopfer
.) Fildertunnel (Bahnprojekt Stuttgart 21)
9,5 km langer Eisenbahntunnel
Baubeginn: 10. Juli 2014
Voraussichtliche Eröffnung: Dezember 2021
Ausbruchmaterial: 2,73 Mio m³ (geschätzt)
.) Gotthard-Basis-Tunnel (Schweiz)
Baubeginn: 15. April 1996
Eröffnung: 1. Juni 2016
57 km langer Eisenbahntunnel
Ausbruch-Material: 28,2 Mio t
8 Todesopfer
.) Koralm-Tunnel (Kärnten/Steiermark)
32,9 km langer Eisenbahntunnel
Baubeginn: 20. März 2009
Voraussichtliche Fertigstellung: 2022
.) Lötschberg-Basistunnel (Schweiz)
34,6 bzw. 27,2 km langer Doppel-Eisenbahn-Tunnel
Spatenstich: 12. April 1994
Inbetriebnahme: 16. Juni 2007
16,6 Millionen Tonnen Material
5 Todesopfer

Glück auf!

PS:
Leider erhielt ich auf meine Anfrage während der Recherche weder von der Montan-Uni Leoben, dem Berufsverband Österreichischer Psychologen noch von den Unternehmen Swietelsky und Östu-Stettin eine Antwort. Schade – sie hätten mit Informationen aus erster Hand ganz wesentlich dazu beitragen können, das Bild der Mineure detaillierter darstellen und den Job auch von mentaler Seite aus aufzeigen zu können!

Lesetipps:

.) Hamburgs dunkle Welten. Der geheimnisvolle Untergrund der Hansestadt; Ulrich Alexis Christiansen; Ch.Links Verlag 2008
.) Tunnelblick. Der Brennerbasistunnel. Fakten – Argumente – Meinungen; Jutta Kußtatscher (Hrsg.); Studien Verlag 2007
.) Risikomanagement im Tunnelbau; Dipl.-Ing. (FH) Thomas Hofbauer; Bauverlag 2009

Links:

www.moelltal.at
www.bbt-se.com/
www.alptransit.ch
www.suva.ch
www.bls.ch
www.asfinag.at
www.bbtinfo.eu/
www.oebb.at
www.stuva.de
www.unibw.de
www.tunnel-online.info
www.eurotunnel.com

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Im freien Fall nach unten

Gleich zu Beginn dieser heutigen Zeilen möchte ich ein Bekenntnis abgeben – nicht dass ich in weiterer Folge falsch verstanden werde:

Ich bekenne mich zu den heimischen und regionalen Klein- und mittelgrossen landwirtschaftlichen Betrieben. Sie sorgen durch ihre Arbeit für Nahrungsmittel in höchster und gesündester Qualität und erwirken zudem einen wunderschönen Lebensraum ausserhalb der Städte! Dafür sage ich: Danke!

Derzeit kommt kein Nachrichtenblock ohne zumindest auch nur eine Meldung von der Milchpreisfront aus. Dabei sind alsdann auch Aufschreie, die für unsereins nicht verständlich erscheinen, wie etwa die Forderung der deutschen Milchbauern nach einer Steuerung der Milchmenge! Hallo? Jeder Milchbauer hat dies doch selbst in der Hand, ob er mehr oder weniger Milch abliefert. Seit Jahren wird in Deutschland und Österreich zu viel Milch produziert. Eine sündhaft teure Angelegenheit, mussten doch beide Länder hohe Strafen deshalb an die EU entrichten. Etwa im Jahr 2006: EU-weit waren 774.000 Tonnen zu viel Milch auf dem Markt, Brüssel kassierte Strafzahlungen von 221 Mio € – davon 176,3 Mio € aus Italien und 24,7 Mio aus Österreich.
Jetzt tritt der mehr als perverse Fall auf, dass sich die kleineren Landwirte gegen Notfallzahlungen von Bund unbd Ländern verwehren, da dies zuhauf den grossen Milch-Industrie-Bauern zukomme. Jenen Grossbetrieben also, die für dieses “zu viel am Markt” verantwortlich sind. Der Bundesverband Deutscher Milchviehhalter betonte gar zuletzt, dass für eine Drosselung der Milchmenge keine Kuh geschlachtet werden müsste. So könnten ohne blutigem Gesundschrumpfen die beim Berliner Agrargipfel Anfang Juni beschlossenen 100 Mio Soforthilfe an Steuergeldern fliessen, wenn sich im Gegenzug die Landwirte verpflichten, die Milchmenge selbst zu reduzieren! Als ich dies hörte, kam mir angesichts der Tragik und des Widerspruchs ein Lächeln des Unverständnisses aus: Wird der Bauer für jeden weggeschütteten Liter Milch bezahlt, so wäre das etwa dasselbe, wenn Lewis Hamilton von seinem Formel I-Rennstall Geld bekäme, damit er nicht fährt! Stellt sich nur die Frage, ob die Kläranlagen so viel Milch vertragen.
Nein, nein – es geht auch anders. Die heutigen Super-Kühe wurden herangezüchtet, damit sie möglichst viel des weissen Goldes in ihren Eutern haben. So bringt es eine Kuh durchschnittlich auf 7.400 Kilogramm Milch pro Jahr – in den 1970ern war es noch gerade mal die Hälfte! Dafür jedoch benötigen sie viel Energie, die ihnen über Kraftfutter zugeführt wird. Wird nun die Menge des zugegebenen Kraftfutters reduziert, so verringert sich auch die Milchmenge. Ganz ohne dieses Zufutter wird es jedoch bei diesen Kühen leider nicht mehr gehen. Da schimpft also der Grossbauer Huber über den zu niedrigen Milchpreis, füttert aber munter seinen Kühen weiterhin Kraftfutter zu. Ich muss kein Wirtschaftsstudium abgeschlossen haben um zu wissen, dass ein Überangebot am Markt für niedrigere Preise sorgt. Das haben wir alle im vergangenen Winter mit den Spritpreisen erlebt. Diese aber ziehen nun (leider) wieder an, da die OPEC-Staaten die Bohrer um einen Gang zurück geschaltet haben. Bleibt hingegen eine Schwemme am Markt, so werden sich auch die Preise auf einem dauerhaft niedrigen Niveau einpendeln. Zur Zeit liegt in Deutschland jener Teil, den der Bauer für einen Liter Milch erhält (Erzeugerpreis) bei unter 20 Cent, in Österreich knapp darüber. Noch vor zwei Jahren wurden zirka 39 Cent pro Liter bezahlt – Schätzungen aus Bayern sprechen bei 35 Cent pro Liter von kostendeckend! Der Konsument spürt dies allerdings nur bei der Milch selbst – nicht hingegen bei den Milchprodukten. So müssten ja eigentlich auch Käse, Butter, Joghurt und beispielsweise Eis günstiger werden!
Zum 01. April 2015 wurde europaweit die Milchquotenregelung abgeschafft. Diese Quote wurde durch die EG zum 01. April 1984 auf Basis der Milchanlieferung des Milchjahres 1981 plus einem Prozent eingeführt. Lieferte ein Bauer mehr als die Referenzmenge im Quotenjahr, so sollte er hohe Strafgelder bezahlen, die die Milcherzeugung unrentabel machen sollte. Diese machten 2014 in Deutschland pro Kilogramm Milch 27,83, in Österreich 22,60 Cent aus. Diese “Superabgabe” wurde vom jeweiligen Staat bezahlt, der dies anhand der Liefermengen von den Höfen wieder einkassierte. Tatsächlich aber war diese sog. “Superabgabe” günstiger als die Pachtpreise für Milchkontingente. Soll heissen, dass jene Bauern, die immer mehr produzieren wollten, einfach die Kontingente jener Bauern pachteten, kauften oder leasten, die ihre Viehhaltung aufgaben (“Sofamelker”). Später konnten Quoten über “Milchbörsen” zugekauft werden.
Bereits im Jahr 2007 befürwortete der Deutsche Bauernverband in seinen Bamberger Beschlüssen den Ausstieg aus der Milchquote, da es trotz dieser Einschränkungen niemals zu einer Preisstabilisierung gekommen ist (Schwankungen von bis zu 20 Cent/Liter). Viele Landwirte sahen mit dem Fall der Quotenregelung das Paradies auf sich zukommen: Sie konnten ab sofort wesentlich mehr produzieren. Politiker, Interessensverbände und selbstverständlich auch die Banken versprachen einen dynamischen Wachstumsmarkt, die Auslastung von Produktionskapazitäten, eine unternehmerische Entscheidungsfreiheit und den Anstieg der Nachfrage (!). Also wurden Kredite für den Ankauf von mehr Rindern und Umbauten an den Ställen aufgenommen. Dasselbe in der Milchverarbeitung: Nach Angaben der Kleinen Zeitung Steiermark investierten nur die drei Verarbeitungsgenossenschaften Berglandmilch, Obersteirische Molkerei und Ennstalmilch nahezu 100 Mio Euro. Allerdings schien man dabei zu vergessen, dass sich ein Überangebot auch auf die Preise niederschlägt. Ab diesem Zeitpunkt begann somit der Sturzflug des Milchpreises. Durchaus vorhersehbar! Stellt sich mir die Frage, weshalb sich nur wenige Molkereibetriebe auf spezielle Produkte konzentriert haben um damit eine Nische zu beliefern. Auch bei den Bauern haben sich nur wenige nach Alternativen umgesehen. Nach wie vor sind die Ställe mit Super-Kühen besetzt, obwohl beispielsweise das Fleisch von Hochland- oder etwa den japanischen Kobe-Rindern heiss begehrt ist. In Österreich beispielsweise produzierte eine Kuh im Jahre 2014 6.500 kg Rohmilch (1 kg entspricht 0,98 Liter), das entspricht einem Plus von 1,3 % im Vergleich zu 2013! Zudem bietet sich über die Schaf- oder Ziegenhaltung auch ein zweites Standbein. Ziegenmilch wird von den meisten Menschen vertragen, die an einer Laktose-Intoleranz leiden und deshalb keine Kuhmilch trinken können. Die Schafwolle erfährt zudem derzeit eine Renaissance. Nicht für jeden machbar ist hingegen der Umstieg auf Bio. Hier zahlen die Molkereien nach wie vor 48 Cent(Liter, allerdings ist dieser Markt auch nur 4,8 % gross. In Deutschland verkaufen jedes Jahr von den derzeit noch 70.000 Milchbauern (alleine 33.000 in Bayern) 4.000 ihre Kühe. In den 30 Jahren Milchquote (1984 bis 2014) ging die Zahl der Milcherzeuger Made in Germany von 369.000 auf 78.000 zurück (Quelle: Statistisches Bundesamt).Wie lässt es sich erklären, dass nach wie vor zu viel Milch produziert wird? In Österreich hingegen stieg alleine zwischen 2007 und 2014 die Zahl um rund 8.000 auf rund 534.000, nachdem sie zuvor leicht gesunken ist.
Für einen kleinen oder mittelgrossen Bauernhof ist die konventionelle Kuhmilchwirtschaft zu diesen Preisen unrentabel. Also vergrössern die Grossbauern immer mehr ihren Tierbestand. Hier wird aus der Landwirtschaft eine industrielle Produktion, mit allen negativen Aspekten, wie etwa der vielen Gülle, die ebenfalls irgendwie entsorgt werden muss. Das führt wiederum zu einer Übersäuerung der Böden. Methan durch die Rinder selbst oder auch die Düngung der Felder wird vermehrt freigesetzt. Es ist also ein Teufelskreis, wenn ein reicher Bauer noch reicher werden will. Jetzt sollen vornehmlich sie Steuergelder erhalten, obwohl sie die Milchpreisentwicklung selbst verschuldet haben!
Derzeit geht in der Agrarpolitik die Befürchtung um, dass immer mehr der Klein- und Mittelbetriebe, der Familienunternehmen zusperren müssen. Das würde zu einem Strukturbruch führen, da die flächendeckende Landwirtschaft nicht mehr garantiert werden kann. Den wassertragenden Besen wird man somit nicht mehr los! Gerade in Bayern und dem westlichen Österreich könnte das derzeit noch nicht abzuschätzende Folgen haben. In Bayern etwa geben gegenwärtig 1,2 Mio Kühe nicht weniger als 7,6 Mio Tonnen Milch pro Jahr. Im Durchschnitt stehen in einem bayerischen Stall 39 Kühe – in einem brandenburgischen hingegen 211! Reduziert somit ein kleiner oder mittelständischer Bauernhof die Milchliefermenge, so fällt dies im Gesamten nicht auf. Allerdings geht es dem kleinen Bauern um seine Existenzgrundlage! Im Vergleich dazu Österreich – 2014 erzeugten die vorhin erwähnten 534.000 Kühe 3,494 Mio t Rohmilch.
Klar – niemand konnte die Sanktionen gegen Russland und den zurückgehenden Milchpulver-Markt in China vorhersagen. Dafür wird der Absatz in den Schwellenländern steigen (Prognosen der OECD und der FAO) – sofern deren Einwohner Kuhmilch überhaupt vertragen! In Deutschen Landen wird inzwischen von einem bislang entstandenen Schaden und Wertschöpfungsverlusten in der Höhe von 7 Milliarden Euro durch ein “unterlassenes wirksames Krisenmanagement” (Quelle: BDM) gesprochen. Schliesslich stammen rund 20 % der in Europa produzierten Milch aus deutschen Ställen. Dabei werden von den Milcherzeugern immer wieder die Molkereien in die Pflicht genommen. Doch heisst es auch hier, dass man den Bauern nicht mehr bezahlen könne, als es der Markt zulasse. Mit einer Hochpreispolitik auf normale Vollmilch bleibt so mancher verarbeitende Betrieb auf seinem weissen Gold sitzen. Der schwarze Peter wird dem Handel zugeschoben. Dieser lehnt jedoch eine Absprache über einen Mindestpreis strikt ab – ebenso übrigens wie ein gleichfalls geforderter Solidarbeitrag. Staatliche Hilfen machen nur dann Sinn, wenn dadurch konsequent an einem nachhaltigen Umbau der Milchwirtschaft gearbeitet werde, so der Vorsitzende des Handelsverbandes Deutschland (HDE), Josef Sanktjohanser. Der Handel unterstütze durch den Verkauf von heimischen Erzeugnissen und Qualitätsprodukten ohnehin eine regionale Wertschöpfung. Edeka beispielsweise gewährt der “Heimatmilch” eine Preisgarantie – dafür ist sie auch um 10 Cent teurer. Aldi hingegen rechtfertigt den Preiskampf damit, dass man Preisvorteile beim Einkauf direkt an die Kunden weitergeben wolle.
Wohlgemerkt: Nur rund 1/6 der Milch kommt im Tetrapak in die Regale – alles andere wird verarbeitet. Auch hierzu einige Zahlen: Im Jahr 2013 wurden in Deutschland 30.314.500 Tonnen Rohmilch produziert – als Konsummilch kamen jedoch nur 5.159.200 Tonnen in den Handel; 2014 31.388.800 Tonnen und 5.192.00 Tonnen! Sollten die Produzenten nicht freiwillig die Mengen reduzieren, so könnte es – wie auf der Frühjahrsagrarministerkonferenz in Göhren-Lebbin beschlossen – zumindest in Deutschland staatliche Sanktionen nach Art. 221 GMO nach sich ziehen. Höchstwahrscheinlich die Lösung des Ganzen, da auch weiterhin die Fetzen fliegen: Zwischen Klein- und Grossbauern, Bauern und Molkereien, Molkereien und Handel! Auch die Konsumenten werden inzwischen lautstark dazu aufgefordert, Milch und Milchprodukte zu kaufen! Sollte eine Milchpreis-Einigung bis zum nächsten EU-Agrarministertreffen im September nicht erfolgt sein, so plädieren viele inzwischen für ein überregionales Eingreifen Brüssels! Dort gibt man sich optimistisch: Durch die GAP-Reform 2014 (Gemeinsame Agrarpolitik) wurden die Interventionsmengen für Butter angehoben und der Zeitraum der Intervention auf sechs Monate verlängert. Ausserdem können Magermilch-Pulver und auch einige zusätzliche Käsesorten in private Lagerhaltung genommen werden. Brüssel könnte also zügig reagieren, heisst es vonseiten der Kommission. Doch nutzt dies alles nur, wenn parallel dazu auch weniger produziert wird, da ansonsten nurmehr auf Lager gearbeitet wird.
Beim Deutschen Bauernverband erwartet man sich eine Nothilfe von 1 Mrd €. Als nächstes melden sich die Schweine- und Ackerbauern lautstark zu Wort: Sollten die Milchbauern mit Steuergeldern subventioniert werden, wieso nicht auch sie?! Alsdann die Industrie, die zu viel für den Markt produziert, könnte mit der Aussicht auf staatliche Zuwendungen aufschreien. Dann natürlich erneut die Banken…! Und – CETA und TTIP erlauben den grenzenlosen Import nordamerikanischer Milch und Milchprodukte – hormonbelasteter Billigmilch. Ein Schelm, der sich nichts dabei denkt!!!

PS: Die Milchindustrie hingegen betont, dass sich der günstige Euro zum Dollar positiv auf den Export auswirken und sich der Milchpreis im 3. Quartal des Jahres wieder erholen wird. Abwarten und Milch trinken – den Konsumenten freut’s, der Kleinbauer macht dicht!

Lesetipps:

.) Branchportrait der Milchwirtschaft in Deutschland; Julia Großmann; Grin Verlag Gmbh 2013
.) Milchwirtschaft ohne Quote: Märkte und Strategien im Wandel (Agrarökonomie); Ludwig Theuvsen/Christian Schaper; Eul 2009
.) Erstellen einer Marktanalyse: Markt für Frischmilch; Julia Danoci; Grin Verlag Gmbh 2013
.) Die Insolvenz landwirtschaftlicher Unternehmen (Schriften zum deutschen, europäischen und internationalen Insolvenzrecht, Band 24); Christina-Maria Ening; De Gruyter 2013

Links:

www.bauernverband.de
bdm-verband.org
www.abl-ev.de/
www.agrarministerkonferenz.de/
www.lko.at
www.ig-milch.at
www.ama.at
www.voem.or
www.agrarheute.com
www.meine-milch.de
www.milch-preis.de/
www.milchindustrie.de
www.kuh-projekt.de
www.heumilch.at

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Wütend und alleszerstörend

Schwere Gewitter, Schlagwetter mit Überflutungen und Hagelschauer – die Wetterphänomene werden auch in unseren Breitengraden eklatant schlimmer. Hinzu kommt immer mehr auch eine Erscheinung, die es vermeintlich zumindest in früheren Zeiten in Europa nicht gab: Tornados! Zu den Unwetterwarnungen des Deutschen Wetterdienstes zum letzten Mai-Wochenende gab es auch eine deutschlandweite Tornado-Warnung. Diese speziellen Stürme wüten eigentlich im Frühjahr in vielen Bundesstaaten der USA. Die Bevölkerung hat gelernt, damit umzugehen. Zu jedem Haus wird in den leidgeprüften Regionen des mittleren Westens der Staaten immer auch ein Tornadokeller gebaut. Zumeist ein sturmsicheres unterirdisches Verlies, das mit dem Notwendigsten zum Überleben ausgestattet ist. Bei entsprechenden Warnungen begeben sich die Bewohner mit den wichtigsten Unterlagen in diesen Keller. So mancher Hausbesitzer weiss nicht, ob er noch ein Dach über dem Kopf vorfindet, wenn er die gut verriegelbare Falltüre öffnet.
Der Tornado (auch Wind- oder Wasserhose) ist ein Wirbelsturm mit einer vornehmlich senkrechten Drehachse. Er ist deshalb so gefährlich, da er Haken schlägt, sehr schnell sein kann und über den sich auftuenden Schlauch alles aufsaugt, was er am Boden findet. Eine Vorhersage ist schwer, da die Lebenszeit einer solchen Windhose nur auf wenige Minuten beschränkt ist. Ein Killer!

https://www.youtube.com/watch?v=bjb7QtMEBUg

Vorraussetzung für diesen ganz speziellen Sturm sind Cumulus- oder Cumulonimbus-Wolken. Der Luftwirbel reicht vom Boden bis zur Wolkenuntergrenze. Dabei herrscht aussen Aufwind und im Inneren Fallwind. Für die Entstehung derartiger Wirbel ist eine starke vertikale Temperaturabnahme sowie grosse, labile Mengen von Wasserdampf in der Luft (Wolke) erforderlich. Der Wasserdampf speichert die Wärme besser als die trockene Luft – Energie, die der Tornado zuhauf benötigt, bezieht er aus diesen feuchten Luftmassen. Durch die Kondensation wird Wärme freigesetzt, die zu einem rasend schnellen Aufsteigen der Luft führt. In unseren Breitengraden wird ein starkes Gewitter oder eine Regenfront normalerweise durch kleine Böenfrontwirbel (auch “Gustnados”) eingeleitet. Findet nun die Verbindung mit einem solchen Aufwindbereich einer Wolke statt, kommt es zu einem Tornado, der in Europa gar nicht mal so selten auftritt, als viele denken.
Der Experte unterscheidet nun zwischen zwei Tornadotypen:

.) Mesozyklonale Tornados
Zu den bereits genannten Faktoren kommt eine starke Zunahme der Windgeschwindigkeit und Richtungsänderungen mit zunehmender Höhe hinzu. Dadurch entwickeln sich sog. “Superzellen” (Mesozyklen), also Gewitterzellen mit rotierendem Aufwind, die gepaart sind mit Sturzregen, grossem Hagel und Fallböen von teils mehr als 200 Stundenkilometern. Sie können längere Zeit am selben Ort verharren. Durch die stark rotierende Wolkenbasis wird am unteren Ende immer mehr Luft zur Drehachse (auf der Nordhalbkugel gegen den Uhrzeigersinn) hin angesaugt, was zu einer steten Steigerung der Geschwindigkeit führt.
.) Nicht-mesozyklonale Tornados
Sie entstehen durch den Zerfall der bodennahen horizontalen Windscherung (Temperaturunterschiede mit wechselnden Windrichtungen) in einzelne Wirbel mit vertikaler Achse. Die Temperaturabnahme in den unteren Schichten ist eklatant. Diese Tornados sind nicht so kräftig wie die mesozyklonalen Geschwister, da keine Superzelle aufgebaut wird. Die meisten Wasserhosen entstehen auf diese Art.

https://www.youtube.com/watch?v=7KDz6dGQ5RE

Tornados sind bei ihrer Geburt nahezu nicht zu erkennen. Erst wenn aufgrund des Druck- und Temperaturabfalls der Wasserdampf kondensiert oder Kleinteile wie Staub, Wasser bzw. kleinere Trümmer aufgewirbelt werden, wird der Wirbel sichtbar. Übrigens spricht man nur dann von einem Tornado, wenn er Bodenkontakt hat, ansonsten ist es für den Experten eine “Blindtrombe”. Der Trichter bzw. die Hose kann im Durchmesser einige Metern bis über einen Kilometer gross sein. Gerade bei den Riesen ihrer Art sind es zumeist mehrere Wirbel, die um ein gemeinsames Zentrum kreisen (“Multivortex”). Die Stärke eines Tornados wird mangels Messmöglichkeiten meist aufgrund der Schäden geschätzt. Dann erfolgt die Klassifizierung – in Europa in der TORRO-Skala, in den USA in der Fujita Scale F1 bis F6 bzw. der genaueren Enhanced Fujita Scale (EF0 – EF5 mit 28 zusätzlichen Merkmalen). Nur 1 % der US-amerikanischen Tornados sind verheerend (F4 und F5), 11 % sind stark (F2 und F3). Nicht-mesozyklonale werden meist nicht heftiger als F2.
Die Fortbewegungs-Geschwindigkeit des Tornados liegt bei rund 50 km/h – sie richtet sich nach jener der Mutterwolke (kann somit auch weitaus schneller oder wie bei Wasserhosen niedriger liegen). Die Rotations-Geschwindigkeit ist wesentlich höher – die schnellste wurde 1999 bei Bridge Creek (Oklahoma) mit 510 km/h gemessen – das entspricht der Druckwelle einer Atombombe. Ein Strohhalm, der mit dieser Geschwindigkeit durch die Luft fliegt, durchschlägt wie ein Speer den menschlichen Hals! Schätzungen gehen gar von Spitzengeschwindigkeiten von 800 Stundenkilometern im Rüssel eines starken Tornados aus – doch konnte dies noch nicht wissenschaftlich erwiesen werden. Im Schnitt beläuft sich die Verweildauer auf zirka 10 Minuten, kann jedoch auch auf wenige Sekunden schrumpfen oder über mehr als eine Stunde ansteigen.

https://www.youtube.com/watch?v=wLrM_LGgYYk

Wasserhosen treten zumeist in den Morgenstunden des Spätsommers auf, während die Kollegen auf dem Land die Abendstunden des Frühsommers bevorzugen. Der mittlere Westen der USA bietet die besten Voraussetzungen für Tornados und Superzellen: Östlich der Rocky Mountains liegen weitläufige Ebenen, südlich der warme Golf von Mexico. Hier ergibt sich nämlich folgendes Szenario: Von den Rockies strömt in höheren Luftschichten trockene und kühle Luft über die Ebenen. In den bodennahen Schichten hingegen strömt warme und feuchte Luft vom Golf in Richtung Norden. Dies führt zu einer sehr labilen Luftschichtung! Die meisten der jährlich etwa 1.200 Tornados werden deshalb in dieser “Tornado Alley” (Texas, Oklahoma, Kansas, Nebraska) gezählt.

https://www.youtube.com/watch?v=K1R_N_pysRs

Im Vergleich dazu sind in Europa 330 pro Jahr Durchschnitt, wobei etwa 160 über Wasser entstehen. Die meisten davon eher schwach – doch sind auch zwei F5- und acht F4-Tornados in Deutschland bzw. weniger in Österreich (bislang ein F4) dokumentiert. Alle 20 bis 30 Jahre gibt es in deutschen Landen einen Tornado mit Stärke F4. Die “Tornado-Alley” Deutschlands ist der Westen der norddeutschen Tiefebene. Als damals der Orkan im Winter über Norddeutschland hinweg fegte, hatte ich gerade mit einer jungen Frau telefoniert. Im Hintergrund war sehr laut der Sturm zu hören. Sie meinte nur ganz lapidar: Da bleibt man einfach im Haus, macht den Ofen an und fühlt sich so richtig heimelig! Auch hier wurde offenbar gelernt, mit den Sturmen zu leben. In Österreich werden jedes Jahr im Schnitt fünf Tornados beobachtet – alle 5-10 Jahre ist auch ein F3 mit dabei. Viele der Windhosen in der Südoststeiermark. Der letzte F4 auf europäischem Festland wurde 2008 in Nordfrankreich an der belgischen Grenze beobachtet. Er dauerte nur wenige Minuten, zog aber eine Spur der Verwüstung durch die 16.000 Einwohner-Kleinstadt Hautmont. Drei Personen kamen um’s Leben, ein 76-jähriger Mann erschoss sich, nachdem er sah, was der Wirbelsturm seinem Haus angetan hatte. Dass jedoch auch F2-Tornados riesige Schäden verursachen können, wurde im Juli 1993 in der Nähe des deutschen Neumünsters bewusst. Ein Wirbelwind entstand aus einer Gewitterzelle heraus. Seine Spur war nicht weniger als 13 Kilometer lang und 100 bis 150 m breit. Personen kamen gottlob keine zu Schaden, der Sachschaden jedoch war riesig. Er raste nur knapp südlich an Neumünster vorbei.

https://www.youtube.com/watch?v=P7aRR86VfTY

Experten sind sich einig: Derzeit kann noch keine Verbindung zur Klima-Erwärmung hergestellt werden. Vielmehr ist die ansteigende Zahl von Tornados auf die bessere Erfassung in den letzten Jahren zurückzuführen. So gibt es in den USA die systematische Tornadoforschung gar erst seit den 50er Jahren des vorhergehenden Jahrhunderts, eine Vorwarnmöglichkeit durch den Einsatz des Doppler-Radars seit 1948. Inzwischen wurde die Vorhersage präzisiert. Dabei laufen alle Infos bei der in Norman/Oklahoma stationierten NSSL (“National Severe Storms Laboratory”) zusammen. Auch die Beobachtungen der ehrenamtlichen “Spotter” (Beobachter) und “Storm chasers” (Sturmjäger). Das gute alte Europa war ab 1917 mit Alfred Wegener und Johannes Peter Letzmann schon etwas früher tätig, jedoch wurden die Forschungsarbeiten aufgrund des 2. Weltkrieges eingestellt und erst 1997 durch das Netzwerk TorDACH wieder professionell aufgenommen. Sehr wichtig zudem die ehrenamtlichen Spotter, mit ihrem eigenen Netzwerk “Skywarn”. 30 Wissenschaftler und Laien aus den unterschiedlichsten Fachrichtungen verarbeiten diese Infos neben vielen anderen auch vornehmlich bei Tornados, Wasserhosen und Gewitter-Fallböen (“Downbursts”). Dadurch sollen möglichst gute Klimamodelle für betroffene Gebiete erstellt, somit gezieltere Vorhersagen gemacht werden können. 2006 übernahm die meisten dieser Aufgaben das European Secere Storms Laboratory e.V. (ESSL) im Auftrag der EU. Hier wird auch die Unwetterdatenbank ESWD geführt.
Doch geschieht immer wieder auch Unglaubliches während solcher Twisters. So wurde am 11. April 1965 in Ohio ein Jugendlicher von einem Tornado aus dem Bett durch das Fenster gesogen und unbeschädigt auf der Strasse vor dem Haus wieder abgesetzt. Neun Jahre später wurde in Xenia/Ohio ein Bauernhaus komplett dem Erdboden gleich gemacht. Nur eine Schachtel Eier, eine andere mit Christbaumschmuck und ein Spiegel blieben heil!

Links:

www.dwd.de/
www.zamg.ac.at
www.meteoswiss.ch
www.essl.org/
www.tornadoliste.de/
www.skywarn.at/
skywarn.org/
www.tordach.org/
weather.rap.ucar.edu/
www.nssl.noaa.gov
www.ncdc.noaa.gov
www.spc.noaa.gov/
www.ready.gov/tornadoes
www.cswr.org/
stormtrack.org/community/
stormchaser.com/
tornadochaser.net/
www.naturgewalten.de
science.nasa.gov/science-news/science-at-nasa/2000/ast01may_1m/
www.thunderbolttours.com/

Lesetipps:

.) Wind- und Wasserhosen in Europa; Alfred Wegener; Vieweg 1917
.) Klimatologische-statistische Ausarbeitung von Tornado-Ereignissen in Europa (Diplomarbeit); Katharina Amstler

Filme:

.) Twister
.) Tornado
.) Im Auge des Tornados (MDR)

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