Archive for Juli, 2017

Macht Rockmusik depressiv???

Mit dem Suizid des Frontmannes der Rock-Band Linkin’ Park, Chester Bennington, stehen viele Fragen im Raum, die es zu klären gilt, die aber höchstwahrscheinlich niemals zur Gänze erklärt werden können. Eine davon ist sicherlich: Weshalb bringen sich dermassen viele Rockmusiker auf dem Höhepunkt ihrer Karriere selbst um? In den 70ern des 20. Jahrhunderts war es zumeist ein tödlicher Cocktail aus Drogen und Alkohol, dem beispielsweise Janis Joplin, Jimi Hendrix, Jim Morrison oder später auch Bon Scott zum Opfer fielen. Doch war es bei diesen möglicherweise vorherzusehen, standen sie doch zumeist nigelnagel dicht oder komplett zugedröhnt bereits zu Lebzeiten auf der Bühne. Bei den folgenden vier Beispielen war es den Insidern vorbehalten, dies zu erkennen bzw. mitzuverfolgen. Die Fans hatten zumeist keine Ahnung und reagierten dementsprechend geschockt auf die Todesnachricht.
Macht Rockmusik tatsächlich depressiv? Oder ist es vielmehr der Druck des Erfolgreich-Seins und der ständigen Präsenz in der Öffentlichkeit. Viele der sog. “Rampenschweine” erzählen zudem von einem megatiefen Loch nach einer Tour. Noch vor wenigen Tagen begeisterten sie jeden Abend Zigtausende – zuhause sind sie alleine und können diese Stille nicht ertragen. Manch einer wird durch seine Familie aufgefangen und auf Normal-Level gebracht, viele andere hingegen nicht! Ich denke, es sind die unterschiedlichsten Faktoren, die einen derart prominenten Menschen soweit treiben, dass er seinem Leben selbst ein Ende setzt.
Chester Bennington hatte sechs Kinder. Bekannt ist, dass er den Tod seines Freundes Chris Cornell nicht verkraftete. Die letzte Aktion in seinem Twitter-Account war ein Retweet eines Riesenhaufens Plastikmüll am 19. Juli – an sich für uns Normalos nichts Ungewöhnliches. Sein letzter eigener Tweet stammt vom 5. Juli und zeigt ihn auf einem schwarz-weiss Bild inmitten seiner Fans während eines Konzertes: “Me and my peeps”. Lässt all dies auf Suizid-Gedanken schliessen??? Am Geburtstag seines Freundes Chris Cornell hat er schliesslich seinem Leben ein Ende bereitet!
Am 5. April 1994 wurde der Gottvater des Grunge, Kurt Cobain, tod in seiner Villa aufgefunden. Der Sänger, Gitarrist und Komponist der meisten Hits der Seattle-Grunge-Band Nirvana hatte sich mit einem Gewehr in den Kopf geschossen. Diese musikalische Stilrichtung des Grunge – oder wie es heute heisst des “Nu Metals” – ist ohne Nirvana gar nicht vorzustellen. Sie lieferten Hit auf Hit und waren des öfteren mit mehreren gleichzeitig in den Charts vertreten. Der bekannteste “Smells like teen spirit” war weltweit auf Nummer eins zu finden, das Album “Nevermind” ebenfalls. Am 11. Januar 1992 verdrängte es in den USA Michael Jacksons Album “Dangerous” von Platz 1. Danach folgten noch die Singles “Come as you are” (1992) und “Heart-shaped box” (1993) sowie die drei Alben “Incesticide” (1992), “In Utero” (1993) mit Nirvana und das gemeinsame Projekt Cobains mit dem amerikanischen Schriftsteller William S. Burroughs “Priest they called him”. Zu dieser Sprech-CD lieferte Cobain die Gitarren-Riffs. Er verbrachte seine Kindheit in Aberdeen im US-Bundesstaat Washington. Als er neun Jahre alt war, liessen sich die Eltern scheiden. Zuerst bei der Mutter, kam er mit deren neuem Freund nicht mehr aus und zog zum Vater. Als auch dieser eine neue Beziehung einging, litt der kleine Curt noch mehr:

“Ich wollte immer einen Vater haben, doch stattdessen bekam ich einen Papa. Ich möchte dich nur wissen lassen, dass ich dich nicht mehr hasse. Es gibt nichts, was ich sagen könnte, das ich nicht schon vorher dachte.”
(Auszug aus “Serve the servants” (1993) auf dem Album “In Utero”)

Zudem meinte er einst gegenüber eines Punk-Magazins, dass er als Kind Medikamente gegen Hyperaktivität zu sich nahm – darunter auch Ritalin. Er vermutete die Nervenkrankheit Narkolepsie, liess sich aber nie daraufhin untersuchen. Drei seiner Grossonkel und ein Junge aus der Nachbarschaft begingen Selbstmord, als Cobain noch Jugendlicher war. Nach der Auseinandersetzung mit seinem Vater lebte der Jugendliche bei seinen Grosseltern und neun weiteren Familien innerhalb von nur vier Jahren. Mit 18 brach Kurt die Schule ab und war arbeitslos. 1987 schliesslich entstand Nirvana. Bei einem Auftritt in Portland traf er am 11. April 1989 auf Courtney Love, die er am 24. Februar 1992 in Waikīkī/Hawaii heiratete. Im August desselben Jahres kam die gemeinsame Tochter Frances Bean zur Welt. Nachdem Ärzte keine Ursache für Cobains Magenprobleme fanden, zog es ihn anno 1990 zum Heroin, von dem er nicht mehr loskam. Angeblich wegen dieser Magenprobleme musste Anfang März 1994 die “In Utero-Tour” unterbrochen werden. Am 04. März wurde Cobain im Koma in ein Krankenhaus in Rom eingeliefert. Er hatte Beruhigungsmittel und Alkohol zu sich genommen. Danach begann er einen Drogenentzug im Exodus Recovery Center in Marina del Rey, den er jedoch durch Flucht abbrach. Inzwischen hatte sich Nirvana aufgelöst. Nur vier Tage nach seiner Flucht aus der Entzugsklinik wurde Cobain mit einer Überdosis Heroin und einem Kopfschuss aus einer Browning Auto-5 Selbstlafeflinte in seiner Villa in Seattle aufgefunden. In seinem Abschiedsbrief verwendete er die Worte aus einem Song von Neil Young:

“It’s better to burn out than to fade away.”

Die Behörden von Seattle verweigerten eine Grabstätte – man wolle keine Pilgerstätte am Friedhof errichten. Ein Teil seiner Asche wurde von Courtney Love an einem Baum auf dem letzten gemeinsamen Grundstück vergraben, weitere Teile in einem buddistischen Tempel in New York bzw. im Wishkah River verstreut. Hier entstand auf einer Sandbank anno 1987 die Band Nirvana. Der Rest wurde im Mai 2008 bei einem Einbruch in Love’s Haus gestohlen. Sie hatte die Urne in einer Tasche in ihrem Kleiderschrank versteckt gehalten!
Aufgrund seines exzessiven Heroin-Konsums und nicht zuletzt auch aufgrund seiner düsteren Comics war ein unnatürliches Ende Kurt Cobains vorherzusehen. Nicht jedoch wie!

“Zum Beispiel wenn wir Backstage sind und die Lichter ausgehen und das manische Gebrüll der Menge beginnt, berührt mich das nicht in der Form, in welcher es Freddie Mercury berührt zu haben schien. Er schien die Manie und Anbetung der Fans zu lieben und zu genießen. Das ist etwas, was ich total bewundere und beneide.”

(Kurt Cobain)

Seine Fans feierten ihn wie einen Gott – Nirvana verkauften nicht weniger als 75 Millionen Platten und CDs. Sie brachten den Indie-Rock in die kommerziellen Charts. Das letzte Album mit Kurt Cobain “In Utero” stieg in den Album-Charts in Grossbritannien und den USA auf Platz 1. Auch nach seinem Tod gab es noch jede Menge Preise. So verkaufte sich beispielsweise das Akkustik-Album “MTV Unplugged in New York” innerhalb nur zweier Monate über 3 Mio Mal – eine klare weltweite Nr. 1. Kurt Cobain gehört zu den Interpreten, die auch nach ihrem Tod noch Millionen einbrachten.

https://www.youtube.com/watch?v=CRBsxutmbdM

Mit dem zweiten Suizid-Promi verbindet mich eine persönliche Erfahrung. Klar – auch ich stand wie Millionen anderer Männer und Michael Hutchence selbst auf seine beiden Frauen Kylie Minogue und Helena Christensen. Das war es aber nicht. Ich traf wenige Wochen zuvor den INXS-Drummer Garry Gary Beers zu einem Interview in Wien. Er erzählte mir, dass die Aufnahmen für das damals neue Album bereits eine Trennung darstellten. Während die Band gemeinsam im Studio im kanadischen Vancouver eintrudelte, nahm Hutchence seine Gesangspassagen zuvor alleine in Studios in Irland und Spanien auf.
Hutchence verbrachte seine Kindheit in Hongkong. Als die Familie 1972 wieder nach Sydney zurückkam, entstand am 16. August 1977 die Schulband “The Farriss Brothers”, aus der zwei Jahre später INXS wurde. Mit der Exfrau von Bob Geldof, Paula Yates, hatte er eine gemeinsame Tochter. Heavenly Hiraani Tiger Lily wuchs nach der Überdosis von Yates später in der Familie Geldof auf. Michael Hutchence erhängte sich am 22. November 1997 mit einem Gürtel im Hotel Ritz Carlton in Sydney. Kurz zuvor erschien das vorhin angesprochene Album “Elegantly wasted”. Sein Millionenvermögen blieb bis heute spurlos verschwunden. Die beiden Polizisten Mark Smith und Michael Gerondis rekonstruierten für die Zeitung “Sunday Telegraph” die letzten Stunden der australischen Pop-Rock-Ikone. Anscheinend versuchte er an Kokain ranzukommen, was aber misslang. Daraufhin durchwühlte er Mülleimer nach Überresten. Auffällig waren die offenbar von Zigaretten stammenden Brandwunden an den Händen. Yates behauptete damals, er sei das Opfer eines Sexspiels gewesen, was jedoch nachgewiesenermassen nicht stimmt. Die Textzeilen eines halbfertigen Songs, die die Ermittler im Hotelzimmer gefunden hatten, wurden dem Testamentsvollstrecker übermittelt – auch sie sind offenbar nicht mehr auffindbar. INXS prägten die Charts in den 80er und beginnenden 90er Jahren. Nach dem Tod des Frontmanns konnte die Band nie mehr an die Erfolge davor anknüpfen. Bei einem Konzert im November 2012 in Perth, bei der INXS als Vorgruppe von Matchbox Twenty spielten, wurde die Band aufgelöst. Die erfolgreichsten Alben waren “Kick”, “X”, “Welcome to wherever you are” und “The greatest hits” – die erfolgreichsten Singles “Need you tonight”, “New Sensation”, “Mystify” und “Never tear us apart”.

https://www.youtube.com/watch?v=DNqLVPN1hBg

Am 18. Mai 2017 wurde Christopher John Boyle nach einem Auftritt in Detroit erhängt im Bad seines Hotelzimmers aufgefunden. Bekannt war Boyle als Chris Cornell und als Sänger, Gitarrist und Songwriter der Bands Audioslave bzw. v.a. Soundgarden. Auch bei Chris war es die Scheidung seiner Eltern, die ihn aus dem Gleichgewicht brachte. Seither litt er angeblich unter Depressionen und Angststörungen. Mit 13 erste Erfahrungen mit Drogen, mit 15 Schulabbruch, Arbeit am Fischmarkt und als Souschef in einem Fischlokal. Im März 1990 heiratete er seine Bandmanagerin Susan Jean Silver, im Jahr 2000 kam seine Tochter zur Welt. Nach dem Aufenthalt in einer Entzugsklinik liessen sich die beiden 2002 scheiden. Nach der Heirat mit der Publizistin Vicky Karaylannis konvertierte Cornell zum orthodoxen Christentum. 2004 folgte eine zweite Tochter, ein Jahr später ein Sohn. In Paris betrieb das Paar das Lokal Black Calvados, mit der Stiftung “Chris und Vicky Cornell Foundation” wurden obdachlose Kinder unterstützt. Cornell stand also mit beiden Beinen im Leben, möchte man meinen. Auch Soundgarden hatte enorme Bedeutung in der Welt des Seattle-Grunge. Daneben betätigte sich Cornell als Songwriter für u.a. Alice Cooper und schrieb Filmmusik – wie etwa für “Mission Impossible II” oder “James Bond – Casino Royale” und “Gun Preacher”. Zudem arbeitete Chris in der Rockband Audioslave mit einigen Musikern der Band Rage Against The Machine zusammen. Als sich diese zu einer Reunion entschlossen, stieg Cornell aus. Es folgte eine Solozeit, dann die Zusammenarbeit mit Timbaland und 2010 schliesslich die Reunion von Soundgarden. Anfang 2017 folgte ein letzter Auftritt mit Audioslave und schliesslich die US-Tour mit Soundgarden.
Die Band wurde 1984 gegründet, das erste Album “Ultramega OK” erschien 1988 auf SST Records. Ausgerechnert mit dem überproduzierten Album “Superunknown” (live war es nicht zu spielen) feierte die Band ihren ersten grossen Erfolg und landete mit dem Song “Black Hole Sun” einen Chartbreaker. Chris Cornell kämpfte 1996 mit stimmlichen Problemen – ein Jahr später wurde die Band aufgelöst.

“Nach zwölf Jahren haben die Mitglieder von Soundgarden in Freundschaft und gegenseitigem Einverständnis entschieden, sich zu trennen, um sich anderen Interessen zu widmen. Im Moment gibt es nichts weiteres über die zukünftigen Pläne der einzelnen Mitglieder zu sagen.”

(Soundgarden in der offiziellen Pressemitteilung)

Knapp 10 Millionen Platten verkauften Soundgarden, Chris Cornell brachte ebenfalls mehrere Solo-Alben auf den Markt.

https://www.youtube.com/watch?v=L-2dNOK__oE

“Ich kann mir keine Welt ohne dich vorstellen!”
(Chester Bennington auf Twitter)

Einer der wohl besten Freunde Cornells war Chester Bennington. Mit einer ergreifenden Version von Leonard Cohens “Hallelujah” hatte sich der Sänger von Linkin Park am 28. Mai von seinem Freund auf dem Hollywood Forever-Friedhof in Los Angeles verabschiedet.

https://twitter.com/LPLive/status/868232848658108417

An Cornells Geburtstag (20. Juli) erhängte sich auch Bennington in seinem Haus im kalifornischen Palos Verdes Estates. Es war mehr als eine Männerfreundschaft – es war eine Leidensgemeinschaft, die die beiden pflegten. Bennington hatte ebenfalls schlechte Erfahrungen mit Drogen und Alkohol gemacht – hinzu kamen auch bei ihm schwere Depressionen. Im Alter von 11 Jahren liessen sich seine Eltern scheiden, danach kümmerte sich weder der Vater, der das Sorgerecht zugesprochen bekam, noch die Mutter wirklich um Chester. Hinzu kamen jahrelanger sexueller Missbrauch durch einen Freund seiner Eltern. Bereits als Jugendlicher griff er zur Flasche und den Drogen. Die musikalische Karriere begann er 1993 in der Band “Sean Dowdell and his Friends”. Nach dem Schulabschluss 1994 an der Washington High School arbeitete Chester bei Burger King und einem Immobilienunternehmen. 1995 baute er mit seinem ehemaligen Bandleader Sean Dowdell eine Tatoo-Studio-Kette auf. Ein Jahr später heiratete er Samantha Olit – den Ehering musste er aus Geldmangel versetzen. Nach der Band Grey Daze folgte Xero, die sich sehr rasch Hybrid Theory und schliesslich Linkin Park umbenannte. Am 24. Oktober 2000 erschien das Debut-Album (“Hybrid Theory”), das alleine 15 Millionen mal über die Ladentische ging. Daneben war er auch Frontman bei den Stone Tempel Pilots und Dead by Sunrise, führte einige Soloprojekte durch und sang gemeinsam mit Paul McCartney den Song “Yesterday” ein. Auch mit Carlos Santana hatte er 2010 ein Projekt. Bennington war an insgesamt 14 Alben beteiligt. Linkin Park galt bis zu seinem Tod als eine der bestverkaufenden Rockbands der Gegenwart. Mit so vielen Spitzenplätzen ihrer Alben in den US-Charts wie ansonsten keine andere Band dieses Jahrtausends.
Nach der Scheidung von Samantha im Jahre 2005 heiratete Chester noch im selben Jahr Talinda Bentley – aus beiden Ehen kommen sechs Kinder. In vielen seiner älteren Songs versuchte Bennington die düsteren Erlebnisse zu verarbeiten. Erst nachdem er den Alkoholmissbrauch beendet hatte, hörte auch das auf. Nicht alle seiner Fans erklärten sich mit dieser stilistischen Kehrtwende einverstanden. Linkin Park waren gerade in Vorbereitung auf die Tournee zu ihrem aktuellen Album “One more light” als die Todesnachricht kam. Bis November hätte sie diese durch die USA, Kanada und Japan geführt (drei Termine für Japan am 02./04. und 05. November sind noch auf der Website zu finden). Chester Bennington war mit seinen Bandkumpels auf dem Höhepunkt ihrer Karriere angelangt. Wie sehr die Fans Chester verehrten zeigt etwa auch die Tatsache, dass viele, die bereits die Karten für die abgebrochene Tour gekauft hatten, sich das Geld zwar zurückzahlen lassen, dies dann aber Organisationen spenden, die depressiven Menschen helfen und sich präventiv gegen Suizid einsetzen. Manche auch für die von Chester Bennington und Linkin Park gegründete Hilfsorganisation “Music for Relief”. Die Organisation kümmert sich um Opfer von Naturkatastrophen. In Santa Monica hat sich inzwischen eine Bürgerinitiative auf die Füsse gestellt, die die Umbenennung des für die Band namensgebenden Lincoln Parks in Linkin Park anstrebt.

https://www.youtube.com/watch?v=OmoWky1I1S4

Grundsätzliche Erklärung:

Ich vertrete die Ansicht, dass ein Selbstmord niemals eine Lösung darstellt – ganz im Gegenteil: Er verursacht meist noch grösseres Leid für die Hinterbliebenen. Sollten Probleme bestehen, so gibt es unzählige Möglichkeiten, diese zu lösen. Der erste Schritt sollte dabei stets der Weg zu Experten sein. Anlaufstelle Nummer eins könnte die anonyme Telefonseelsorge sein.
Deutschland: 0800-1110111 oder 0800 3344533
Österreich: 142
Schweiz: 143

Filme:

.) Last Days, Spielfilm, 2005, Regie: Gus Van Sant
.) Kurt Cobain: About a Son, Dokumentarfilm, 2007, Regie: A. J. Schnack
.) Cobain – Montage of Heck, Dokumentarfilm, 2015, Regie: Brett Morgen
.) Kurt & Courtney, Dokumentarfilm, 1998, Regie: Nick Broomfield

Lesetipps:

.) Tagebücher; Kurt Cobain; Kiepenheuer & Witsch 2002
.) Entertain Us: The Rise of Nirvana; Gillian G. Gaar; Jawbone Publishing 2012
.) Devil Music – Die Kurt Cobain Story; Christopher Sandford; vgs 1996
.) Kurt Cobain und Nirvana Chronik – Tagebuch einer Karriere; Carrie Borzillo-Vrenna; Verlagsgruppe Koch GmbH/Hannibal 2004
.) Der Himmel über Nirvana – Kurt Cobains Leben und Sterben; Charles R. Cross; Verlagsgruppe Koch GmbH/Hannibal 2002
.) Come As You Are; Michael Azerrad; Verlagsgruppe Koch GmbH/Hannibal 1994
.) Nirvana Teen Spirit – Die Story zu jedem Song; Chuck Crisafulli; Verlag Buhmann & Haeseler 2004
.) Soundgarden; Jon Ewing; Music Book Services Corporation 1996
.) Soundgarden: New Metal Crown; Chris Nickson; St Martin’s Press 1996
.) Linkin Park: The Unauthorised Biography in Words and Pictures; Billy Dancer; Chrome Dreams 2001
.) From the Inside: Linkin Park’s Meteora; Steve Baltin/David Fricke/Greg Watermann; Bradson Press 2004

Links:

- www.nirvana.com
- www.cobain.com
- inxsonline.com
- michaelhutchence.org
- www.soundgardenworld.com
- www.chriscornell.com
- www.linkinpark.com
- musicforrelief.org
- www.telefonseelsorge.de

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Eurofighter – Die güldenen Sparbüchsen

Als ich für diese Zeilen recherchierte, stiess ich auch auf folgende bezahlte Anzeige:

“Eurofighter bei Amazon.de – Niedrige Preise, Riesenauswahl‎”

Na ja – ein Abnehmer wird sich für die Kampfjets sicherlich finden. Ansonsten werden sie wohl ebenfalls als Unfall-Autos von bulgarischen Kleintransportern nach Polen und Weissrussland verbracht! Aus Deutschland und Österreich, Grossbritannien und Spanien, Italien, Kuwait, Oman, Bahrein und Saudi Arabien – in diesen Ländern fliegt der Eurofighter Typhoon seine Runden oder steht am Boden!!
Mit dem heutigen Thema breche ich mit einem meiner Grundsätze und schreibe über ein anhängiges und somit noch nicht abgeschlossenes Thema, das jedoch sicherlich auch Österreichs Nachbarn im Westen – v.a. jedoch jene im Norden interessieren dürfte: Die wohl grösste Farce der alpenländischen 2. Republik – die Eurofighter bzw. “wie die Politik aus Scham errötete, dabei aber dennoch die Hand aufhielt”!
Nun – es ist ja nichts neues, wenn sich Politiker wie ein Segel im Wind verhalten und immer jene Brise nutzen, die sie gerade am weitesten bringt. Dass dabei auch so manch einer eine oder gar beide Hände aufhält – das hat’s auch schon zu Zeiten des Fürsten von und zu Metternich in seinem tanzenden Ballroom gegeben. Inzwischen lief jedoch im Alpenstaat der bereits zweite Untersuchungsausschuss zur Causa “Eurofighter” – und siehe da – auch dieses Mal waren die meisten Akten unbrauchbar, da grossteils geschwärzt! Was ist das für eine Untersuchung – ja ich möchte glatt auch sagen: Was ist das für eine Demokratie, wenn das Volk nicht erfahren darf, wer was bei wem und durch was steuerbegünstigt auf ein Schweizer Bankkonto überwiesen bekommen hat. Schliesslich waren es Verfehlungen, die nichts mit dem Sinn einer Geheimhaltung aufgrund der Staatssicherheit zu tun haben! Das Beste wäre wohl Strafanzeige (etwa Missbrauch im Amt, Steuerhinterziehung, Bestechung, Erpressung,…) zu stellen um dieses Schildburga endlich zu beenden. Doch zuerst zur Vorgeschichte!
Vor rund 15 Jahren verfügte die stolze österreichische Luftraumüberwachung neben mehreren Propeller-Maschinen auch über zwei Serien von Kampfjets: Der Saab 105 und der Saab Draken – beides wie der Namen schon sagt: Made in Sweden – wenn auch nicht by IKEA! Beide Jets gelangten sozusagen direkt aus den Flugzeugmuseen in die Fliegerhorste nach Hörsching und Zeltweg. Die 105 wurde in den Jahren 1963 bis 1972 produziert und diente vornehmlich Trainingszwecken. Insgesamt 40 Maschinen des Typs Saab 105Ö wurden angeschafft – sie waren etwas modifiziert (verstärkte Flügel für eine bessere Bewaffnung und auch bessere Steigflugeigenschaften). Zumindest 22 dieser Maschinen kamen auf rund 1.500 Total-Flugstunden im Jahr.

https://www.youtube.com/watch?v=KiXqvQWRPNg

1985 entschloss sich die Regierung Sinowatz zur Anschaffung von 24 gebrauchten Saab Draken vom Typ J-35D, die in den Jahren 1964/65 produziert und in so manch anderem Land bereits dem Rostverfall preisgegeben wurden. Es war ein durchaus perfekter Deal, schliesslich sollte es zu Gegengeschäften in der Höhe von 130 % des Ankaufpreises kommen – die Schweden erfüllten sogar 180 % bis zum Jahr 1993. Zwei Volksbegehren (“Anti-Draken-Volksbegehren” bzw. “Volksbegehren gegen Abfangjäger”) bekamen dermassen viele Stimmen, dass sie den Weg in’s Parlament schafften, dort jedoch abgelehnt wurden. Nachdem während der Jugoslawienkrise eine jugoslawische MiG-21 im Tiefflug sogar bis nach Graz vorgedrungen ist, erhielten die Draken-Piloten den Einsatzbefehl zur Sicherung der österreichischen Südgrenze gegenüber des heutigen Sloweniens. Ab diesem Zeitpunkt verstummten die Kritiker. Die Draken haben sich auch danach weiterhin bewährt – immerhin kam es in den mehr als 17 Dienstjahren in Österreich zu keinem einzigen Absturz des fliegenden Altmetalls.

https://www.youtube.com/watch?v=BdXouOwD_T8

Im Sommer 2004 jedoch wurde die Northrop F-5 (genannt: “Tiger”) über die benachbarte Schweiz angemietet – sie sollte bis zum Nachfolgemodell die Draken nach und nach ersetzen.
Bereits im Jahr 2002 hatte sich die ÖVP/FPÖ-Regierung Schüssel zum Ankauf einer Eurofighter-Flotte entschieden, bestehend aus 24, dann 18 Flugzeugen (tatsächlich waren es jedoch nur 15). Neun neue und sechs gebrauchte Maschinen. Der bei EADS (jetzt: Airbus) produzierte Kampfjet liess dabei den US-amerikanischen Konzern Lockheed Martin, die französischen Kollegen von Dassault Mirage und gar auch die Schweden mit ihrem Saab Gripen hinter sich. Allerdings waren es nicht etwa die Eigenschaften des Luftüberlegenheitsjägers mit der extremen Manövrierfähigkeit und dem hohen Schub-Gewichts-Verhältnis, die diese Entscheidung bedingten. Letzteres wird auch als “Leistungsüberschuss” bezeichnet. Errechnet in der “Energy-Maneuverability-Theorie”, die Anfang 1960 von Colonel John Boyd und dem Mathematiker Thomas Christie entwickelt wurde, enthält diese derartige Entscheidungsfaktoren wie kurzzeitige Wenderate, dauerhafte Wenderate, Steigleistung, Beschleunigung und Verzögerung, die wichtige Aussagen über die Manövrierfähigkeit eines Kampfjets machen.

https://www.youtube.com/watch?v=Vz_EaynpIuo

Der Eurofighter sollte lt. erster Ausschreibung 6.000 Flugstunden mit 8.000 Landungen überstehen, was einer Betriebsdauer von rund 25 Jahren gleich kommt. Material-Ermüdungen wurden in Simulationen entdeckt und in die Serienproduktion integriert – so mancher Frühanschaffer hingegen ist um diese Weiterentwicklungen umgefallen. Die Simulation übrigens soll Mitte 2018 die 18.000 h-Betriebsdauer erreichen. Die Dt. Luftwaffe errechnete 2009 die Kosten für eine Flugstunde mit 73.992 Euro! Das zuvor verwendete Waffensystem Tornado kostete im Vergleich dazu “nur” 42.834 Euro. Im spanischen Verteidigungsministerium wird von neun Stunden Wartung pro Flugstunde gesprochen! Das deutsche Wochenmagazin DER SPIEGEL berichtete im Oktober 2013 davon, dass nur 50 % der Eurofighter der Dt. Luftwaffe einsatzbereit wären. Die Journalisten bezogen sich dabei auf die Angaben des Inspekteurs der Luftwaffe. Alle österreichischen Maschinen sind übrigens beim Überwachungsgeschwader in Zeltweg stationiert, wenn auch nicht einsatzbereit. Werden nun diese Aspekte in die Betrachtungen einbezogen, so dürfte die ständige Luftraumüberwachung während der EM 2008 sowie der alljährliche Einsatz anlässlich des Weltwirtschaftsgipfel in Davos den österreichischen Steuerzahler hunderte Millionen Euro kosten bzw. gekostet haben. Kein Wunder, dass dem ehemaligen Verteidigungsminister Klug das Kerosin ausgegangen ist!

“Der EUROFIGHTER bildet die aktive Komponente der österreichischen Luftraumüberwachung.”
(bundesheer.at)

Aktiv???

Offenbar spielte bei der Anschaffung das Schmiergeld eine nicht ganz ungewichtige Rolle, wenn auch alle daran Beteiligten standhaft aussagen, dass sie keinen Cent aus diesen Geschäften bekommen hätten. Schliesslich erhielt nach der ersten Angebotserstellung der US-Konzern Lockheed Martin mit seiner F-16 den Zuschlag, woraufhin eine erneute Ausschreibung durchgeführt wurde! Diese Angebotsabgabe ging dann klar an den Eurofighter.
Im Februar des Jahres brachte die österreichische Bundesregierung Strafanzeige gegen den Flugzeug-Konzern ein. Über den tatsächlichen Kaufpreis sei man ebenso seit 2002 getäuscht worden wie über die Lieferfähigkeit und Ausstattung. Dadurch sei ein Schaden in der Höhe von satten 1,1 Milliarden Euro entstanden. Der Gesamtpreis belief sich zum Vergleich auf rund 2 Milliarden. Eine ähnliche Anzeige übrigens steht auch in Grossbritannien im Zivilflugbereich gegen den Konzern an: Wegen besonders schweren Betrugsdelikten (SFO Serious Fraud Office).
Ohne diese arglistige Täuschung hätte sich das Verteidigungsministerium wohl nicht auf den Deal eingelassen, so die offizielle Aussage. Ich meine – DOCH! Weshalb wird ansonsten nach wie vor der Kaufvertrag durch das österreichische Verteidigungsministerium geheim gehalten? Gilt es denn etwas vor dem Volk, dem eigentlichen Souverän, aber auch dessen Vertreter im Parlament zu verbergen??? Seit Jahren laufen staatsanwaltliche Untersuchungen über mögliche Schmiergeldzahlungen in 3-stelliger Millionenhöhe. Offiziell wird dies bezeichnet als „legale, aber auch kriminelle Gegengeschäftskosten“ in der Höhe von 180 Millionen Euro! Von Lobbyisten über Beamte bis zu den Politikern sollen hier viele mitkassiert haben. Im ersten parlamentarischen Untersuchungsausschuss ab 2006 fielen mehrere Namen, darunter: Alfons Mensdorff-Pouilly (Waffen-Lobbyist), Anna Maria Frühstück-Wolf (Gattin des Generalmajors Erich Wolf – zuständig für die Bewertung der Angebote), Erhard Steininger (EADS-Lobbyist), Erich Deutsch (Chef des Abwehramtes), Gernot Rumpold (ehemaliger BZÖ-Wahlkampfleiter), Kurt Lukasek (ehemaliger FPÖ-Klubsekretär), die Eurofighter-Lobbyisten Klaus-Dieter Bergner, Alfred Plattner und Walter Schön, der italienische Finanzbetrüger Gianfranco Lande und einige andere mehr (für alle – noch – nicht rechtskräftig verurteilten Personen gilt natürlich die Unschuldsvermutung). Erstgenannter sass auch nach Ermittlungen des britischen SFO mit dem Ministry of Defence Police (MDP) auf Antrag der Europäischen Einheit für justizielle Zusammenarbeit in Untersuchungshaft. Die Anklage wurde dann jedoch fallengelassen. Obgleich seine Frau “nur” Gesundheitsministerin war, kam er nicht zuletzt durch sie zu Kontakten auf allerhöchster Ebene. In dieser Causa ging es schliesslich darum, die Präferenz des FP-Verteidigungsministers Herbert Scheibner für die Saab Gripen und jene des FP-Finanzministers Karl-Heinz Grasser für die F-16 in ein Votum für den Eurofighter umzuwandeln. Nach wie vor sehr dubios sind jene 5 Mio €, die der EADS-Konzern an den Wiener Fussballclub Rapid bezahlte. Waren das Schmiergelder oder ein Teil der vereinbarten Gegengeschäfte??? Diese übrigens sollten sich nach Aussage des damaligen Bundeskanzlers Wolfgang Schüssel (ÖVP) auf 200 % des Kaufpreises belaufen und zu einem Drittel budget-wirksam werden, also direkt wieder in den Staatssäckel fliessen. Der Rechnungshof hielt dies für möglich, schloss aber eine Überprüfung aufgrund der “intransparenten und missverständlichen Anrechnungskriterien” aus. So auch das Ergebnis des Antrages “eines Bürgers” nach dem Auskunftspflichtgesetz an das Wirtschaftsministerium anno 2013. Dieser Bürger beantragte die Bekanntgabe jener Unternehmen, die von diesen Gegengeschäften profitiert hätten. Das allerdings wurde verweigert. Offizieller Grund: Die vereinbarte Kompensationshöhe sei noch nicht erreicht, wodurch sich hier vieles noch ändern könnte. Zudem liege kein “gesichertes Wissen” vor. Was wollte wohl das Ministerium dem mehr oder weniger ahnungslosen Bürger dadurch mitteilen??? Erst als der Verwaltungsgerichtshof im Mai 2015 von einer rechtswidrigen Auskunft sprach, brachte der damalige Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner Licht in die Sache:

https://www.bmwfw.gv.at/Aussenwirtschaft/oesterreichswirtschaftsbeziehungen/gegengeschaefte/Seiten/Eurofighter-Gegengeschaefte.aspx

Das Ergebnis des ersten Untersuchungsausschusses war ein Vergleich der Republik Österreich mit dem Hersteller – die Zahl der bestellten Flugzeuge wurde auf 15 festgelegt.
Der zweite Untersuchungsausschuss wurde auf Antrag der Grünen und (hört hört) der FPÖ eingebracht und am 27. März 2017 im Parlament beschlossen. Auch er brachte bislang keine grösseren Ergebnisse – ausser geschwärzte Akten! Oder – ist der Ausstieg des derzeitigen Verteidigungsministers Doskozil aus dieser Kampfjet-Serie möglicherweise darauf zurückzuführen?
Im Herbst letzten Jahres zahlte der Airbus-Konzern mehrere zehn Millionen € an Steuern nach – resultierend aus damals abgesetzten, angeblichen Sonder-Betriebsausgaben über 90 Millionen Euro – mehr als fragwürdig. Die österreichische Staatsanwaltschaft ermittelt gegen insgesamt 16 Personen – darunter auch Airbus-Chef Thomas Enders.
Dass eine derartige Strafverfolgung für die Betroffenen und deren Arbeitgeber sehr teuer werden könnte, zeigt der Fall “Rolls Royce” auf. Der Triebwerkshersteller wurde zu einer Strafe in der Höhe von 585 Mio € wegen Korruption verurteilt. Beispielsweise wurden 2,25 Mio US-Dollar und ein “Silver Spirit” an einen Vermittler bezahlt, der dem indonesischen Präsidenten sehr nahe stehen soll. Der Inhalt des Geschäftes: Sechs Airbus-Maschinen A330 mit Rolls Royce-Triebwerken! Inzwischen wurden auch in Frankreich Ermittlungen aufgenommen. Steckt hinter all dem vielleicht der Verkaufsleiter von Airbus, John Leahy, der das Unternehmen erst gross und zu dem machte, was es jetzt ist??? 15.000 verkaufte Einheiten – wusste er vom Schmiergeld??? Steckte er vielleicht gar dahinter???
Österreich wird sich somit als erster Staat weltweit von einer ganzen Kampfjet-Flotte nach nur einem Drittel ihrer Betriebszeit trennen. Kein Wunder, würden diese 16 Maschinen doch in der Gesamtbetriebszeit rund 5,1 Milliarden € an Betriebs- und Nachrüstungskosten verschlingen. Zu viel! Nun stehen ab 2020 nach Experten nurmehr zwei Nachfolge-Modelle zur Auswahl: Die US-amerikanische F-16 Block 70 (von Lockheed Martin) und die Gripen E/F (vom schwedischen Saab-Konzern). Moment mal – haben wir doch soeben erst gehört bzw. gelesen. Stimmt – hätte sich Wien nicht auf das sündhaft teure Eurofighter-Spiel eingelassen, würde heute diese Debatte nicht stattfinden. Die Sonderkommission “Aktive Luftraumüberwachung” brachte nun an’s Tageslicht, dass einige Fähigkeitszuwächse in den Eurofightern waren, die aber beim Vergleich mit EADS im Jahr 2007 entfernt wurden. Diese zeichneten den Flieger jedoch gegenüber den anderen aus, die Radarerkennung oder die Nachtflugfähigkeit beispielsweise. Nun stehen viele Maschinen am Boden, sind nicht einsatzbereit und verursachen horrende Betriebskosten. Neue F-16 wird’s allerdings nur dann geben, wenn sich auch Indien für einen Ankauf entscheidet. Dann würden diese Maschinen in Bangalora gefertigt – US-Wehrtechnik Made in India! Beide zur Diskussion stehenden Maschinen jedoch sind Kampfbomber – keine blossen Abfangjäger!

Lesetipps:

.) RAF Typhoon Manual; Anthony Loveless; J H Haynes & Co Ltd 2013
.) Der Eurofighter; Bernd Vetter/Frank Vetter; Motorbuch 2008
.) Eurofighter 2017 – Die Täuschung der Republik; Georg Vetter; Ibera Verlag – European University Press Verlagsgesellschaft m.b.H. 2017

Links:

www.eurofighter.com
saab.com
www.lockheedmartin.com
www.bundesheer.at/
www.tigerstaffel.at/de/
www.airpower.gv.at
www.flugrevue.de
www.janes.com/defence
www.luftwaffe.de
tag-der-bundeswehr.de

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Die Radio-Totengräber

In diesen Tagen gingen die Lokalrundfunktage in Nürnberg über die Bühne. Eine Einrichtung, deren Hintergrund vornehmlich im Gedankenaustausch und der Vernetzung von deutschsprachigen Radiomachern zu finden ist. Durchaus treffend besetzt war das Workshop “Don’t kill the Radiostar” mit einem gewissen Robert K. Den österreichischen Lesern dieser Zeilen dürfte er als Wecker im landesweiten dritten Programm des rot-weiss-roten Radios bekannt sein. Eine mehr als gelungene Auswahl, spiegelt er doch die derzeitige Situation des Lokalradios par excellance wieder. Herr K. hat beim österreichischen Staatsfunk begonnen, kann auf einen ganzen Stab von Sendungsredakteuren, Producern und Gagschreibern zurückgreifen und verfügt alleine für die Comedies (einen Bereich, dem er früher selbst angehörte) über ein Budget, mit dem so manche Lokalradiostation das ganze Jahr über auskommen muss. Kurz vor Sendungsbeginn kommt Herr K. in’s Studio – die nahezu komplette Sendungsvorbereitung haben andere übernommen. Um die Ängste, Probleme und Arbeit eines Lokalradiomachers weiss er somit rein gar nichts. In den tiefen, unterirdischen Höhlen der kleinen Rundfunkbetreiber würde es Herr K. wohl kaum eine Woche aushalten: Dunkel, staubig, Eigeninitiative, Handarbeit und ein Gehalt, für das er wohl nicht mal in’s Mikrophon lächeln würde. Wesentlich mehr hingegen weiss er unbestrittenermassen über das Star-Dasein. Die sog. “Personalities” wurden über Jahre hinweg als unbequem so lange durch Air-Checks, Sendungsvor- und v.a. -nachbesprechungen etc. bearbeitet, bis sie entweder von selbst das Boot verlassen oder sich als claim-wiederholender Roboter in die Zahl der anderen eingeordnet haben. Jetzt, nachdem das mediale Schlachtschiff “Radio” nach und nach unterzugehen droht, jetzt sollen es ausgerechnet derartige Personalities wieder retten! Sehr viele davon haben jedoch inzwischen die Schnauze vom Radiomachen gestrichen voll oder sind auf ihrem eigenen Internet-Sender zu finden, der allerdings in Ermangelung von Ports und damit der entsprechenden Genehmigungen durch die Landesmedienanstalten nur über eine sehr eingeschränkte Hörerschaft verfügen, dort jedoch Kultstatus haben!
Radio ist meines Erachtens das interessanteste Medium, das uns der Erfindergeist gebracht hat. James Clerk Maxwell machte die theoretische Basisarbeit – Heinrich Hertz hat die Radiowellen bereits 1887 im Experiment nachgewiesen. Seither machte die Rundfunktechnik unglaubliche Fortschritte bis sie schliesslich beim heutigen Digitalradio ankam, das auch zur Weiterleitung von Informationen jeglicher Art verwendet werden kann. Sehr rasch traten die Funkwellen ihren Siegeszug rund um den Globus an, vorerst auf Kurz-, Lang- und Mittelwelle, schliesslich auch auf UKW. Für so manch Einen ist das Aufstehen, der Weg zur Arbeit,… ohne Radio gar nicht mehr denkbar. Im Durchschnitt hört beispielsweise jeder Deutsche für vier Stunden seinen Lieblingssender (in Österreich sind es 203 Minuten, in der Deutsch-Schweiz nurmehr 119 Minuten). Die Tendenz: Abnehmend! Dieser Entwicklung möchte ich heute gleich in mehrfacher Hinsicht auf den Grund gehen.
In meiner Rundfunk-Ausbildung lernte ich jene drei Faktoren kennen, die einen Hörer zum Einschaltknopf seines Radiogerätes greifen lassen:
1. Die Musik
2. Die Information
3. Die Moderation

In genau dieser Reihenfolge findet die Entscheidungsfindung nach dem Liebnlingssender des Konsumenten statt. Wer etwas anderes behauptet, liegt grundlegend falsch! Ist die Information noch so top oder die Moderatoren einsame Spitze, die Musik hingegen taugt nichts, wird das Studiomischpult rasch wieder ausgeschaltet werden können. Die Stunden-Hörerzahlen der fünften Programme der ARD-Sender beweisen dies immer wieder:
BR1 1,027 Mio
BR5 155.000
(Zahlen: Mediaanalyse 2016, Zielgruppe: 10+)
Im Vergleich dazu sei die SWR1-Hitparade erwähnt, die einmal jährlich durch Hörerbeteiligung ermittelt wird und für eine ganze Woche im Sendegebiet zum Strassenfeger avanciert. Doch genau bei der Musik happert es wohl bei den meisten Rundfunkanstalten. In nahezu allen Programmen der unterschiedlichen Zielgruppen läuft derselbe entsprechende Format-Klangteppich. Da brauche ich keine sündhaft teuren Music-Researches um den Hörergeschmack ausfindig zu machen, sondern spiele nur die Top 100 rauf und runter. Früher nannte man dies das “Hot-AC-Format”. 300 Titel, die in einer Dauerschleife laufen, jede Woche werden zwischen 10 bis 30 herausgenommen und durch neue ersetzt! Zieht man hingegen in Betracht, dass am Tag rund 300 bis 350 Songs benötigt werden, wiederholt sich die Rotation noch am selben Tag. Dieses Format wurde inzwischen von den meisten Hitradios übernommen und nur vereinzelt mit guten Klassikern aufgepeppelt. Doch Vorsicht: Mancherorts avanciert ein Song bereits nach nur wenigen Jahren zum Klassiker – gestern noch in der Hot-Rotation, heute schon wieder dort. Bei den meisten Sendern konzentrieren sich die Musikchefs auf die Hitparade – kaum einer beweist hier den Hit-Riecher und holt frische Titel in’s Programm. Wenn denn überhaupt die Musikredaktion besetzt ist und nicht nur als Sammelraum zugemusterter CDs dient.
Weshalb viele Radiosender gleich klingen kann durchaus damit zu tun haben, dass sie denselben Geselllschaftern gehören – zumeist grosse Verlagshäuser, die neben ihrem eigentlichen Kerngeschäft, der Printpresse, auch ein entsprechend grosses Stück vom E-Medienkuchen abhaben möchten. So ist etwa der Hubert Burda-Verlag deutschlandweit an nicht weniger als 21 Radioanstalten beteiligt; die Funke Medien Gruppe (ehemals WAZ-Verlag) an 14, die Axel Springer SE an 5 Radiosendern in Deutschland und vielen mehr in Grossbritannien. Im Vergleich dazu Österreich. Im Alpenstaat ist zumeist das grösste Verlagshaus des Bundeslandes zu 25 – 90 % am jeweiligen Regionalsender und zu max. 10 % an den anderen Bundesländer-Privatradios beteiligt. Die grosse Ausnahme bildet hierbei die Mediaprint GmbH & Co KG, die mit dem KroneHit-Radio einen eigenen nahezu bundesweit empfangbaren Sender betreibt, der auf einem Verbund kleinerer Lokalradios beruht. Auch hierzu mehr etwas später. So ist etwa die Russ Media Gruppe Hauptgesellschafter der Antenne Vorarlberg, daneben jedoch auch beteiligt an Radio Arabella Wien und über Beteiligungsverflechtungen an anderen Radiostationen. Ähnliches gilt für die Fellner-Gruppe mit Beteiligungen an Radio Ö24 und den Antennen Salzburg, Wels und Tirol! Für derartige Grossgesellschafter ist ein Ansprechpartner besser als mehrere – auch in der Musikredaktion, sodass oftmals bei der Fahrt durch die Bundesländer in den jeweiligen Regionalradios zeitgenau derselbe Song zu hören ist. Problematisch aber wird es auch in anderen Bereichen. So war etwa bei einem Unternehmen, in dem ich meiner Arbeit nachging, Krisenstimmung angesagt, als ein Jahres-Werber der Zeitung sein Budget zum Radio gab. In einem anderen Falle wurde ich redaktionell eingebremst, als ich in einem anderen Unternehmen einen Beitrag über Ballungsraum-TV machen wollte. Der Hauptgesellschafter des Radio-Senders war auch Gesellschafter dieser TV-Station. Soweit also zum heiligen Redakteursstatut!
Und dann sind da auch noch die Mantelprogrammanbieter! Der wohl grösste Irrsinn, den die Radio-Branche jemals hervorgebracht hat. Als in Deutschland und wesentlich später auch in Österreich der Radio-Markt geöffnet wurde, freuten sich die meisten Hörer der öffentlich-rechtlichen Sender, dass endlich mal Programmvielfalt Einzug in das Radiowellen-verstaubte, heimische Wohnzimmer hält. Was daraus geworden ist, spottet allerdings jedem Grundsatz. Hier seien vier Beispiele erwähnt!
In Nordrhein-Westfalen gibt es 45 Lokalradiosender. Allen dieser Radioprogramme wird mehr oder weniger durch die radio NRW GmbH zugeliefert. Teilweise nur die Nachrichten, Beiträge, Comedy, grossteils die Musik und vielfach ganze Sendestrecken, die nur durch lokale Werbung und Nachrichten unterbrochen werden. Und der grosse Witz wird klar, wenn man sich die Gesellschafter der radio NRW GmbH etwas genauer anschaut:

Pressefunk Nordrhein-Westfalen GmbH & Co. KG 59%
Westdeutscher Rundfunk (WDR) 24.9%
RTL Radio Deutschland GmbH 16.1%

Der Westdeutsche Rundfunk ist die öffentlich-rechtliche Landesrund-funkanstalt in NRW. Damit mischt also ein durch Hörergelder finanzierter Anbieter munter im Privatradio-Sektor mit. Wie pervers ist das denn!!! Fahre ich von Köln über Düsseldorf nach Dortmund oder Essen, so höre ich in den Lokalradios jeweils dasselbe Programm. Wieso wurden die Frequenzen dann nicht direkt an die radio NRW GmbH vergeben sondern an lauter kleine Anbieter mit mehrfach denselben Geschäftsführern? Um Programmvielfalt vorzuspiegeln? Ich lach’ mich kaputt! Die radio NRW GmbH wirbt auch ganz unverblümt auf ihrer Website, dass ein Werbekunde durchschnittlich 6,722 Mio Stundenhörer (Mo. – Fr.) erreicht. Durch die Ersparnis aufgrund der niedrig gehaltenen Kosten bedingt durch gleichzeitige Nutzung kann hier auch mit einem unschlagbaren Tausend-Kontakt-Preis (TKP) gearbeiter werden, der es anderen Anbietern unmöglich macht, wirtschaftlich zu überleben. So hält der öffentlich-rechtliche Sektor seine private Konkurrenz in Grenzen. Ein Hoch also dem freien Wettbewerb!!!
Ein ähnliches Bild in Bayern. Schon seit 1991 bietet die BLR ganze Programminhalte wie auch radio NRW an, damit sich die “Sender voll und ganz auf ihre lokalen Programmbestandteile konzentrieren” können. Auch hier reicht die Angebotspalette von den Lokal- und Weltnachrichten bis hin zum kompletten Mantelprogramm. Die Gesellschafter sind:

- Mediengesellschaft der Bayerischen Tageszeitungen für Kabel-kommunikation mbH & Co. – Radio 2000 KG mit Sitz in München
- RSG Rundfunk Service GmbH, mit Sitz in Nürnberg
- Studio Gong GmbH & Co. Studiobetriebs KG mit Sitz in München

Das Mantelprogramm wird als oldie-based bezeichnet, obgleich sich einschlägige Internetplattformen schon anno 2015 darüber beschwerten, dass kaum mehr Titel aus den 60ern und 70ern gespielt würden. Klar – die Anhänger dieser Musik sind inzwischen älter als 49 Jahre und fallen dadurch aus der kaufkräftigen Umfrage-Zielgruppe der Medienanalyse heraus. Angeschlossen sind 39 kleinere und grössere Rundfunksendern – von insgesamt 70 Anbietern (inkl. BR, DW,…). Ergo: Eine durchaus marktbeherrschende Situation! Unter diesen Stationen erfolgt auch der rege Austausch redaktioneller Beiträge – ähnliches läuft übrigens zwischen den Antenne-Stationen in Österreich. Insofern bedenklich, als ein freiberuflicher Radio-Journalist etwa einen Beitrag nur einfach verkaufen kann, dieser aber trotzdem u.U. bei 39 Sendern läuft! Auch hier die Frage nach Programmvielfalt und Wettbewerb? Hat sich insofern erledigt, als die meisten dieser Radiostationen ohnedies zur Oschmann-Gruppe zählen, die über die Neue Welle Rundfunk-Verwaltungsgesellschaft mbH & Co. KG und deren Tochter Müller Medien GmbH & Co. KG an den meisten der bayerischen und immer mehr Radiosendern in anderen Bundesländern bzw. über einen Telefonbuchverlag auch Anteile an vielen der österreichischen Stationen inne hat. Etwa an Arabella Wien!
Apropos – am Standort des alten AKHs in Wien wird einerseits das Programm für die österreichische Bundeshauptstadt gemacht, andererseits auch das Programm für den Rest Österreichs. Über Satellit zugeliefert, bietet dieses nur lokale Fenster für Werbung und Nachrichten bzw. regionale 1,5 Minuten langen Beiträge, wie Veranstaltungshinweise, Wetter, Verkehr etc. Alle Radiostationen, die den Namen “Arabella” führen, haben auch Arabella Wien drinnen. Dem Funkhaus Innsbruck wurde das zu viel – es switchte wieder auf das eigene Welle-Programm zurück. In Vorarlberg wurde das Schema trotz meiner Warnung durchgezogen, mit dem Effekt, dass der Sender nach nur wenigen Monaten zusperren musste. Niemand wollte in einem zweiten Wiener Radio (neben Ö3) werben – hören wollte Wien im äussersten Westen Österreichs sowieso niemand mehr. Arabella nutzt in der österreichischen Bundeshauptstadt eine, in Niederösterreich 5 und in Oberösterreich 6 Frequenzen. Aus den ehemaligen Super-Oldies und Mega-Schlagern wurde ebenfalls aufgrund der “kaufkräftigen Gruppe der 14-49-jährigen Radiotest-Hörer” ein undefinierbarer Mischmasch mit starker Tendenz in Richtung des AC-Formates. Das allerdings überschneidet sich in vielfacher Hinsicht mit dem Musikformat der Antennen-Kette, die in Form der Oschmann-Gruppe jeweils zumindest einen gemeinsamen Gesellschafter aufweist. Aus einem Adult-Spartenradio als direkte Konkurrenz zum Bundesländer-Radio des ORF wurde ebenfalls ein Hitradio mit nurmehr 900 Titeln in der Rotation als direkte Konkurrenz der privaten Regionalradios. Auch hier somit von Programmvielfalt keine Spur.
Neben der NRJ-Kette, die ebenfalls auf der Suche nach Frequenzen ist, gibt es noch den grössten Platzhirsch in fünf Bundesländern: Kronehit. Produziert wird das Programm ebenso in Wien. Ausgstrahlt über die Frequenzen kleiner, dem Verbund angehörender Lokalradiosender nach demselben Schema wie in NRW: Ein Mantelprogramm mit nur kleinen lokalen Sendefenstern für Werbung und Nachrichten. Zumindest in zwei Punkten unterscheidet sich Kronehit von den anderen: Die Musik entstammt dem CHR-Format – die Moderatoren sind zumeist nicht ausgebildet bzw. lassen dies nicht vermuten. Als Gesellschafter agiert zu 100 % die Kurier Hörfunk Beteiligung GmbH. Wer sich etwas in der Printlandschaft Österreichs auskennt, weiss, dass einer der wichtigsten Gesellschafter der Mediaprint (Kronenzeitung und Kurier) die NKZ Austria-MedienbeteiligungsGmbH aus Essen ist, die wiederum zur Funke-Gruppe (ehemals WAZ-Verlag) gehört. Zu dieser zählern 12 dieser Phantom-Lokalsender in NRW. Womit wir wieder am Anfang meiner Zeilen und dieser ach so bunten Radio-Landschaft angelangt sind.
Die Freude der Hörer nach der Öffnung der UKW-Frequenzen in Deutschland und Österreich über unzählige Alternativen zu den bisherigen öffentlich-rechtlichen Angeboten wurde also bitterlichst enttäuscht. Einige kehrten wieder zu diesen zurück (siehe Mediaanalyse 2016), andere bewaffneten sich mit MP3-Playern und hören nurmehr ihre eigenen Downloads oder Streaming-Plattformen via Handy. Wen nimmt’s Wunder, schaufeln sich dadurch doch die selbsternannten Radio-Neuerfinder das eigene Grab. Radio als Selbstzweck zu machen, vielfach am Hörer vorbei – wen interessiert das noch?!

Lesetipps:

.) Private Parts; Howard Stern; Goldmann Wilhelm GmbH 1997
.) Radio: Eine Einführung; Hans J. Kleinsteuber; VS Verlag für Sozialwissenschaften 2012
.) Radio (Grundlagen der Medienkommunikation, Band 6); Jürg Häusermann; De Gruyter 2013
.) Radio (utb Profile, Band 3333); Hans-Jürgen Krug; UTB GmbH 2010
.) Radio-Geschichte(n); Steffen Lieberwirth; Verlag Klaus-Jürgen Kamprad 2000
.) Das wundervolle Radiobuch – Personality, Moderation und Motivation; Patrick Lynen; Fischer, Reinhard 2004
.) Radios der 50er Jahre Band 2: Detaillierte Anleitungen zur Fehleranalyse: Messen, Signalverfolgung und Hilfsmittel; Eike Grund; Books on Demand 2014
.) Radio, TV, Schallplatte: Erinnerungen an die Nachkriegsjahre; Reinhard Bogena; Einhorn-Vlg. 2016

Filmtipps:

.) Good Morning Vietnam
.) Private Parts

Links:

www.kek-online.de
www.agma-mmc.de
www.rtr.at
www.medienindex.de
lokalrundfunktage.de/
www.radionrw.de
www.blm.de
www.blr.de
www.axelspringer.de
www.funkemedien
www.russmedia.com
www.wko.at
www.arabella.at
www.kronehit.at

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