Ist unser Wald klimafit???

“Unsere Wälder klimafit zu machen, wird zu einer Herausforderung!”
(Hannes Gadermair, Obmann der österreichischen Forstbaumschulen)

Der Anstieg der Temperaturen und verbunden damit auch der Klimawandel setzen nicht nur dem Menschen zu – auch der Wald muss sich den ständig in Veränderung begriffenen Bedingungen anpassen. So verschiebt sich die Waldgrenze immer mehr nach oben, Flachwurzler, wie Fichten oder Weiden, werden durch Stürme umgerissen (Windbruch) oder finden im Sommer kein Wasser mehr (Trockenstress). Durch eine aktive und nachhaltige Waldbewirtschaftung kann die Widerstandsfähigkeit des Waldes jedoch erheblich verbessert, durch die gezielte Förderung von Mischkulturen der Waldboden und damit die Bäume gesund erhalten werden. 2017 wurde zu diesem Zweck durch den damaligen österreichischen Landwirtschaftsminister Andrä Rupprechter die Initiative „Holz verwenden ist gut für das Klima – Wir machen unseren Wald klimafit!” in’s Leben gerufen. Im Rahmen mehrerer Projekte soll den 2.100 österreichischen Gemeinden jene Unterstützung zuteil werden, die sie benötigen, um ihre Wälder auch für die Zukunft den klimatischen Gegebenheiten anzupassen: Erkenntnisse aus Dauerversuchsflächen, wertvolle Handlungsempfehlungen von Experten aus allen möglichen Wissenschaftsbereichen und Hilfe bei der Erstellung kommunaler Wald-bewirtschaftungspläne.
Die Bedeutung des Forsts ist immens wichtig und ganz einfach erklärt:
.) Holz als Bau-, Werk- und Energiestoff
.) Naherholungsmöglichkeit
.) Schutz vor Naturereignissen.
.) Heimat und Rückzugsgebiet von Fauna und Flora
Im Rahmen dieser Aktion “klimafitter Wald” sollen nun wichtige Informationen den Gemeinden zur Verfügung gestellt werden. Schliesslich ist zwar eine Aufforstung wie zuletzt oberhalb von Blons im Grossen Walsertal durch den Lions Club sehr lobenswert, wird sie jedoch ausschliesslich mit Fichten gemacht, so werden die Fehler der Vergangenheit wiederholt und aus dem Eschensterben keinerlei Erkenntnisse gesammelt bzw. umgesetzt. “klimafit” bedeutet nicht etwa einen schnellwachsenden Wald für möglicherweise die nachfolgende Nutzung aufzuziehen. Vielmehr gilt es, eine Biodiversität mit Klima- und Wirtschaftszielen zu vereinbaren. Waldbauliche Bewirtschaftungskonzepte müssen an die geänderten ökologischen Rahmenbedingungen angepasst werden. Nicht weniger als 300.000 Menschen beziehen in Österreich ihre Einkünfte unmittelbar oder mittelbar aus dem Wald, in der Schweiz sind es 86.000, in Deutschland 1,1 Mio Menschen. Danach wird sich der Holzeinschlag ebenso wie die Neuaufforstung zu richten haben. Hierzu hat sich Österreich im “Strategischen Plan für die Wälder” der Vereinten Nationen (United Nations Strategic Plan for Forests, 2017-2030) verpflichtet. Bei Schutzwäldern in Laubwaldhöhen (in den Alpen bis auf zirka 1.850 m) etwa bedarf es einer grossen Anzahl von Eichen und Lärchen, die beständiger und klimatoleranter als Fichten sind. Umso wichtiger ist nun für jede Gemeinde mit Waldfläche die Einbeziehung bewaldeter Flächen in das Regionale Entwicklungskonzept und die Erhaltung der Waldflächen.
Österreich zählt mit seinen 47 % Waldfläche zu den waldreichsten Staaten der EU, in Deutschland sind es nurmehr 32, in der Schweiz rund 33 %. Immer wieder gibt es Meldungen in den Medien, wonach sich der Wald wieder Platz zurückholt. So wurde zuletzt etwa im westlichsten Bundes-land Österreichs, Vorarlberg, betont, dass immer mehr Almen zu verwalden drohen und sich dieser pro Jahr rund 2 m mehr an Platz zurückholt. Messungen in der Schweiz belegen dies: Zwischen 1985 und 2013 nahm die Waldfläche um zirka 4.105 ha pro Jahr zu. Zu 90 % allerdings begrenzt auf die Alpen und die Alpensüdseite! Keine Frage – Kulturfläche ist enorm wichtig und macht die Alpen gerade für Millionen Touristen so erlebenswert. Doch nimmt die Bereitschaft der Bauern für diese Landschaftspflege immer mehr ab, da es einerseits immer weniger Bauern gibt und andererseits gerade in den Bergen oftmals nicht maschinell gearbeitet werden kann. Das widerspricht jedoch den Grundlagen der Intensivlandwirtschaft. Weshalb also überlässt man die Fläche dann nicht dem Wald? Gerade in den bevölkerungsarmen Bergen kommt dem Wald ja wie bereits beschrieben eine wesentlich wichtigere Rolle als im Tal zu.

https://www.youtube.com/watch?v=6UnoAJiWaRI

Gibt es derzeit auch in Brüssel keine einheitliche Forst-Politik, so haben sich dennoch einige wichtige Initiativen gebildet. Die wohl wichtigste ist die Ministerkonferenz zum Schutz der Wälder in Europa (Forest Europe). Allerdings konnten sich die Teilnehmer noch nicht auf eine einheitliche Europäische Waldkonvention einigen. Der ständige Forstausschuss der EU hat nur eine beratende Funktion, keine politische Entscheidungs-möglichkeit. In diesem Gremium wurde in den 1990er Jahren eine gemeinsame Forststrategie und 2006 ein Aktionsplan erarbeitet. In Österreich greift der “Walddialog” diese Ideen auf und diskutiert entscheidende Erkenntnisse zur Holznutzung sowie der Klimaanpassung.
Wie wichtig der Wald für Mitteleuropa ist, zeigen einige Zahlen:
.) Österreich
In den Jahren zwischen 1990 und 2014 wurden alleine im Alpenstaat jährlich nicht weniger als 76 bis 93 Megatonnen CO2-Äquivalente (Treibhausgase wie CO2, Methan, Lachgas u.a.) vornehmlich durch Verbrennung in die Atmosphäre abgegeben (Zahlen nach Anderl et al. 2016). Experten der Universität für Bodenkultur, des Umweltbundesamtes und des Bundesforschungszentrums für Wald haben errechnet, dass durch die richtige Waldbewirtschaftung und der Verwendung von Holz als Baustoff bis zum Jahr 2100 Treibhausgas-Emissionen in der Höhe von nahezu 1,5 Milliarden Tonnen CO2-Äquivalente vermieden werden können. Das entspricht den gesamtösterreichischen Treibhausgas-Emissionen von 20 Jahren. Dabei gilt jedoch: Jede Entwaldung muss von einer Bewaldung gefolgt sein, denn schließlich wächst Holz zwar nach, ist aber nicht grenzenlos verfügbar. Die Substitutionswirkung von Holz-produkten leistet somit einen enormen Beitrag zur Erreichung der Klimaziele.
.) Deutschland
90 Milliarden Bäume wachsen jeden Tag in Deutschland um einige Millimeter höher. Von 11,4 Mio ha sind 48 % der Waldfläche in privater Hand, den Rest teilen sich Bund, Länder, Gemeinden etc. auf. Pro Jahr werden durch den deutschen Forst nicht weniger als 52 Mio Tonnen Kohlendioxid verarbeitet. Der Holzvorrat beläuft sich auf 3,7 Milliarden m³ – jährlich wachsen etwa 121,6 Mio m³ nach. Nicht weniger als 1,149 Milliarden Tonnen Kohlenstoff sind in den heimischen Wäldern gespeichert. Auch wenn die Fichtenfläche seit 2002 um rund 8 % gesunken ist, nahm der Anteil der Laubfläche um 7 % zu.
.) Schweiz
Der eidgenössische Wald “produziert” jährlich rund 10 Millionen Kubikmeter Holz. Der Gesamtvorrat liegt derzeit bei rund 427 Mio m³. Generell gilt für die Schweiz, dass nur so viel “geerntet” wird, als nachwächst, derzeit jährlich rund 5 Mio m³ Holz. 6000 Menschen finden durch den Wald Arbeit, jährlich kommen 300 neu Ausgebildete hinzu. In der nachgelagerten Holzwirtschaft sind 80.000 weitere beschäftigt. Die Bruttowertschöpfung liegt bei 4,5 Milliarden Franken pro Jahr. Etwa die Hälfte der Grundwasserzonen der Schweiz liegen im Wald – rund 40 % des Trinkwassers kommt aus dem Wald. In den 1,26 Mio ha stehen zirka 535 Millionen Bäume. Sie speichern in etwa 150 Mio Tonnen Kohlenstoff bzw. vergleichbar 550 Mio Tonnen CO2. Wird anstelle von Öl mit Holz geheizt, bedeutet dies um 3 kg weniger CO2 pro Liter Heizöl. Nicht zu vergessen: Die Schutzwirkung gegenüber Naturereignissen liegt bei zirka 4 Milliarden Franken jedes Jahr!!!

https://www.youtube.com/watch?v=0kRGRnEOb1U

Wie nun wirkt sich der Klimawandel im Speziellen auf unsere heimischen Wälder aus?! Seit dem Ende des 19. Jahrhunderts, in dem die industrielle Revolution ad absurdum geführt wurde, stieg die Temperatur im Ostalpenraum um rund 2 Grad Celsius. Sprunghaft sogar seit 1970. Die Prognosen gehen von einer weiteren Steigung aus. Mit jedem zusätzlichen Grad jedoch kann die Luft mehr Feuchtigkeit aufnehmen. Das bedeutet somit wesentlich mehr Gewitter und Starkregenereignisse. Der Wald ist an sich ein perfekter Wasserspeicher, sofern es sich um einen gesunden Wald handelt. Ist er nun aus welchen Gründen auch immer angeknackst oder es wurden nur Flachwurzler gesetzt, so ist der Boden schon sehr bald gesättigt – weiterer Regen führt zu Rutschungen und Murenabgängen.
Zu Beginn des vorherigen Jahrhunderts wurden wesentlich mehr Stürme und Windbewegungen registriert als in der Gegenwart. Das führte zu einem besseren Ausgleich von Temperatur- und Drucklagen über dem Alpenhauptkamm. Erfolgt nun ein derartiger Ausgleich nicht mehr oder nurmehr schwach, so wachsen bzw. verstärken sich diese Drucklagen. Kommt es dann zum Ausgleich, so erfolgt dieser mit wesentlich grösserer Intensität. Soll also heissen, dass es zwar weniger Wind gibt, die Sturme aber umso höhere Geschwindigkeiten und Gewaltkraft erreichen. Ausserdem – bei weniger Wind bleiben auch die Wolken vermehrt an einem Ort. Das Unwetterpotential steigt eklatant an. Nahezu machtlos derartigen Stürmen ausgesetzt sind Fichten. Ihre tellerartigen Wurzeln reichen nicht weit in den Boden, zudem wachsen sie sehr hoch, besitzen aber im Vergleich dazu nur einen recht dünnen Stamm. Eichen beispielsweise wurzeln tiefer und weisen ein ausgeglicheneres Verhältnis Stamm/Höhe auf. Laubbäume haben ohnedies den grossen Vorteil, dass sie zu jener Zeit, in der die heftigsten Stürme toben (Winterhalbjahr) kein Laub besitzen und somit eine wesentlich geringere Angriffsfläche als Nadelbäume bieten. Windwürfe übrigens müssen von dafür ausgebildeten Forstarbeiter beseitigt werden, da das Holz meist unter grosser Spannung steht, kann es für Ungeübte lebensgefährlich werden. Ausserdem müssen Sturmschäden per Gesetz nachgepflanzt werden.
Luftbildaufnahmen aus den unterschiedlichen Jahrzehnten haben zudem nachgewiesen, dass die Anzahl und Grösse von Hangrutschungen (Rutschungsdichte) auf Landschaftsflächen mit verzögerter Wiederbewaldung, aber auch dem unkontrollierten Zuwachsen von Almflächen deutlich zugenommen haben. Und diese Hangrutschungen suchen sich in weiterer Folge den schnellsten Weg in’s Tal, sodass eine explizite Gefahr für Hochwasser und Vermurungen auch im Tal besteht. Hier wäre also eine kontrollierte Aufforstung unter nachhaltigen Prinzipien (Mischwald) dringend erforderlich.
Trockenphasen im Sommer werden immer länger und wärmer. Sehr häufig können flachwurzelnde Pflanzen diese nicht mehr überstehen und vertrocknen. Trifft nun Niederschlag auf einen derart trockenen Boden, so rinnt dieser zuerst oberflächlich ab (Sturzflut). In weiterer Folge versickert das Wasser zwar, doch besitzt der Boden keine Festigkeit durch beispielsweise gesundes und tieferreichendes Wurzelwerk. Nachdem er gesättigt ist, wird die erste Hangrutschung abgehen.
Seit 1990 nehmen die Steinschläge in den Westalpen erheblich zu. Kleinere Felsstürze mit bis zu 100.000 m³ Felsmaterial werden immer mehr – eine Steinschlag-Inventur ergab 150 solcher Ereignisse in dieser Zeit bis heute. Gerade lange und heisse Trockenperioden führen zu einer immens steigenden Ereignishäufigkeit. Hinzu kommen milde und regennasse Winter. Wasser versickert vermehrt. Gefriert nun das Wasser während einer Kälteperiode etwa im Februar, so dehnt es sich aus, die Gerinne werden grösser, der Fels wird richtiggehend gesprengt (Frostsprengung).
Diese Auslösefaktoren gelten auch für die Nassschneelawinen in den Höhenlagen von etwa 1.800 bis 2.500 m. Schnee und Regen abwechselnd verhindern die Bindung der unterschiedlichen Schichten. Nasser Schnee wird alsdann umso schwerer. Gerade an Hängen mit grossen Schneeansammlungen (Windverwehungen) besteht grosse Instabilität. Meist reicht schon eine Kleinigkeit für das Auslösen einer solchen Lawine. Berechnungen aus der Schweiz führten zu einer recht interessanten Gegenüberstellung: Ein Hektar künstliche Lawinenverbauung mit Stahl-werken kostet rund 2 Mio Franken – die Pflege einer ebenso grossen Schutzwaldfläche hingegen in 100 Jahren nur etwa 200.000 Franken!
Nicht zu vergessen sind die Schädlinge. Das Thema Wildverbiss und Schälschäden kann ich recht zügig abarbeiten, sind doch die Waldbesitzer in den meisten Fällen selbst dafür verantwortlich. Wird das Kronendach aufgelockert, gelangt mehr Licht bis auf den Boden. Das sorgt für mehr Äsungsangebot. Verteilt man nun diese Waldwiesen strategisch gut, so kann man dadurch auch die Wildkonzentration lenken. Ausserdem bekommt der Boden hierdurch mehr Wasser. Zudem sollten Äsungs- oder Pionierbaumarten (wie die Vogelbeere) belassen bleiben oder Verbiss-gehölze angelegt werden. Winterschlägerungen in Einstands- und Fütterungsbereichen sorgen für zusätzlichen Stress der Tiere – die folgenden Schälschäden v.a. an jungen Fichtenwäldern können teils verheerend sein. Und schliesslich sind naturnahe Waldbausysteme wie beispielsweise Schirm-, Saum- oder Femelschlag wesentlich weniger wildschadensanfällig als etwa Kahlschäge. Auch beim Aufkommen der anderen Schädlinge ist meist der Mensch nicht ganz unschuldig. So sind Monokulturen wesentlich anfälliger als Mischwälder. Bei Forstarbeiten sollte der Jungbestand unangetastet bleiben, der restliche Bestand nicht beschädigt und der Boden durch das Befahren mit schwerem Gerät tatsächlich nur im unbedingt erforderlichen Ausmass geschädigt werden. Er braucht meist Jahre um sich wieder erholen zu können. Auch durch unterschiedlichste Möglichkeiten bei den “Rückegassen”, also jenen Streifen, die befahren werden, kann die Bodenschädigung möglichst gering gehalten werden (Reisigmatten und -armierungen etwa). Am optimalsten hingegen ist die Rückkehr zu Pferden in der Waldarbeit. Insekten sind wechselwarme Tiere und damit von den Temperaturen abhängig. V.a. den eingeschleppten Schädlingen kommen die höheren Temperaturen sehr entgegen. Der Borkenkäfer hat sich inzwischen schon recht gut angepasst. So wird die Eiablage bereits im Herbst von Gefrierschutzmassnahmen begleitet, sodass dem Nachwuchs auch Temperaturen von -20 Grad nicht gefährlich werden können. Ansonsten gilt bei ihm: Bei 20 Grad Celsius gleichbleibender Temperatur dauert es zwischen Eiablage und Schlupf 48 Tage, bei 25 Grad hingegen nurmehr 33 Tage. Dies ermöglicht mehrere Generationen im Jahr, wodurch der Befallsdruck vornehmlich auf Fichten umso grösser wird. Dort bohrt er auch gesunde Bäume an, legt in die Gänge seine Eier ab, die schlüpfenden Larven fressen unter der Rinde weiter. Schwerwiegende Schäden können zudem die Nadelfresser Nonne und Kiefernbusch-hornblattwespe bzw. der Laubfresser Schwammspinner oder die wurzelfressenden Larven des Rüssel-, Schnell- und Maikäfers anrichten. Andere Insekten hingegen benötigen milde Winter um überleben zu können. Die Malvenwanze (Oxycarenus lavaterae) beispielsweise wurde aus dem Mittelmeerraum eingeschleppt. Weniger Minusgrade im Winter kommen ihr sehr entgegen. Die Larven des Pinienprozessionsspinners (Thaumetopoea pityocampa) im Gegensatz dazu benötigen keine Winter-Ruhezeit. Ab Temperaturen von -7 Grad gefrieren sie zwar, allerdings nicht letal. D.h. sie überleben den Frost. Das führte zuletzt zu einer enormen Ausweitung ihres Lebensraumes bis in’s nördliche Frankreich und bis in höhere Lagen der italienischen Alpen. Den Beginn der Ausbreitung allerdings war durch die Einfuhr von hier nicht heimischem, befallenem Pflanzgut durch den Menschen veranlasst. Gleiches gilt auch für den Citrusbockkäfer (Anoplophora chinensis), die Esskastanien-Gallwespe (Dryocosmus kuriphilus), dem transportholzreisenden Asiatischen Laubholzbockkäfer (Anoplophora glabripennis), aber auch Pilzen (etwa das Falsche Weiße Stängelbecherchen) und Bakterien aus Asien und Amerika nach Europa. Die Trockenphasen während der anderen Jahreszeiten kommen vornehmlich den Rindenbrütern zugute (Borkenkäfer oder auch dem Prachtkäfer).
Der Anstieg der Baumgrenze durch die höheren Temperaturen ermöglicht inzwischen auch die Aufforstung mit Laubbäumen, sodass unter Kontrolle ein gesunder Mischwald als Schutzwald herangezogen werden kann. Laubbäume im Schutzwald haben den grossen Vorteil, dass sie im Herbst das Laub verlieren, wodurch sie weitaus weniger Schnee zurückhalten als im Vergleich dazu die Nadelbäume. In seiner Schutzfunktion verhindert dieser Mischwald so manches vorhersehbares Naturereignis.

https://www.youtube.com/watch?v=gAklJa3x2o8

Mitte Juni werden während der Woche des Waldes jedes Jahr inzwischen unzählige Veranstaltungen angeboten. Der Wald mit all seinen wichtigen Funktionen muss für nachfolgende Generationen erhalten bleiben – in deren eigenem Interesse. Je mehr nun auch die “normale” Bevölkerung informiert ist, desto einfacher ist es, Waldprojekte auf die Füsse zu stellen oder nach Meldungen von Befallsmusterm diese bekämpfen zu können. 80 % beispielsweise des österreichischen Waldes befindet sich in Privatbesitz – rund 145.000 Familien alleine in Österreich besitzen Waldflächen. Es ist also nicht immer nur die Aufgabe der öffentlichen Hand, sich hierum zu kümmern. Die Sensibilisierung für dieses wichtige Thema muss deshalb bereits in der Bevölkerung beginnen. So gibt es beispielsweise genaue Richtlinien für die Abholzung. Bei grösseren Kahlschlägen etwa ist eine Wiederbepflanzung (Realersatz) gesetzlich vorgeschrieben. An bestimmten Stellen darf gar nur Altholz entfernt werden (Waldhygiene). Die Forstwirtschaft muss also im Einklang mit der Natur nachhaltig erfolgen. Die ertragreichsten sind meist auch die anfälligsten Bäume. So werden es – nach Szenarien des Bundes-forschungszentrums für Wald (BFW) – Fichten künftig v.a. im Wald- und Weinviertel, dem Mühlviertel, dem Marchfeld, im Burgenland und dem Grazer Becken schwer haben. Weshalb werden sie dennoch weiterhin dort angepflanzt? Aus diesem Grunde erscheint es umso wichtiger, dem Wald bei den zukünftigen klimatischen Herausforderungen zu helfen – mit beispielsweise Spitz- und Feldahorn, Vogelkirsche, Birke, Weiden und Aspen. Gedanken sollte man sich alsdann über den vermehrten Einsatz von Douglasien, Kiefern und Eichen machen. Alle drei sind gegenüber Trockenstress toleranter. Da aber die Kiefer zur Versauerung des Bodens beiträgt, sollte sie stets mit einem Laubbaum, etwa einer Eiche, gemeinsam gepflanzt werden. Auch Nistkästen sind im Wald mehr als sinnvoll. Schliesslich fressen Vögel Insekten. So geht etwa der Specht den Rindenbrütern an den Kragen.
Das alles nennt sich nachhaltiger Waldbau. Schliesslich ist der Wald ein wesentlicher Faktor bei der Bekämpfung des Klimawandels. Bleibt ein gesunder Wald erhalten, haben auch unsere Kinder und Enkel noch etwas von diesem lebensnotwendigen Ökosystem!

Lesetipps:

.) Wald, Wetter, Klima; Günther Flemming; Blv Buchverlag 1995
.) Wald im Klimawandel; Hrsg: Bundesamt für Umwelt BAFU/
Eidgenössische Forschungsanstalt WSL; Haupt Verlag 2016
.) Waldbauliche Handlungsmöglichkeiten angesichts Klimawandel; U. Kohnle/S. Hein/H.-G. Michiels; FVA-Einblicke 2008
.) Wald, Klima und Wasser; Josef R. L. von Liburnau; Vero Verlag in hansebooks GmbH Nachdruck von 1878
.) Klimaveränderungen und Auswirkungen auf Ökosysteme – KLIWA-Symposium 2000; H. Gebhardt; LUB W 2000
.) Analysis of the temperature dependent development of the spruce bark beetle Ips typographus; B. Wermelinger/M. Seifert; J. Appl. Entomol 1998
.) Survival at low temperature of larvae of the pine processionary moth, Thaumetopoea pityocampa from an area of range expansion; Hrsg: G. Hoch/E. Petrucco Toffolo/S. Netherer/A. Battisti/A. Schopf; Entomol 2009
.) Expansion of geographic range in the pine processionary moth caused by increased winter temperatures; Hrsg: A. Battisti/M. Stastny/S. Netherer/C. Robinet/A. Schopf/A. Roques/S. Larsson; Ecol 2005

Links:

- www.klimafitterwald.at
- www.bmnt.gv.at
- www.bafu.admin.ch
- www.boku.ac.at
- www.bfw.ac.at
- foresteurope.org
- www.wvs.ch
- www.lko.at
- www.foresters.ch
- www.forstwirtschaft-in-deutschland.de
- www.bundesamt-wald.at
- www.efna.eu
- www.lfi.at
- www.herkunftsberatung.at
- www.bundeswaldinventur.de
- www.waldverband.at
- www.lwf.bayern.de
- wald.ch
- www.waldwissen.net
- www.waldverband.at
- www.forstverein.ch
- www.waldhilfe.de
- www.waldschweiz.ch
- bwi.info
- www.landforstbetriebe.at
- www.vsfu.ch
- www.forstpflanzen.info
- www.wildeinflussmonitoring.at
- www.bmlfuw.gv.at
- www.bmel.de
- www.forstholzpapier.at
- www.borkenkaefer.at

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