Hope for Dope

Während in unseren Gefilden noch eine heftige Diskussion läuft, hat Kanada in diesen Tagen, als erste Industrienation überhaupt, Marihuana zu Genusszwecken freigegeben. Bislang galt auch am Ontario die Straffreiheit nur dann, wenn das Tütchen zu medizinischen Zwecken verwendet wurde. Seit dieser Woche ist die Produktion, der Verkauf und auch der Besitz von Cannabis im zweitgrössten Land dieser Erde erlaubt. Landesweit war es bislang nur in Uruguay und Südafrika genehmigt – in den USA gilt dies vorerst nur für neun Bundesstaaten – letzten Gerüchten aus dem Oval-Office zu glauben, räumt aber Herr Trump zumindest Diskussionsbereitschaft ein. Alle anderen UN-Mitgliedsstaaten bezogen sich auf ein internationales Abkommen aus dem Jahr 1961, das Cannabis auf eine Stufe mit harten Drogen wie den Opioiden stellte und verboten hatte. Ein Umstand, den bereits die Genfer Opium-Konvention 1924 vertrat. Hierauf baute sich das Verbot des Cannabis-Konsums und -Besitzes in Deutschland und Österreich ab 1929 auf. Hintergrund ist aber ein gänzlichst anderer: Der US-Minister Harry Anslinger führte in den 1920ern in den USA die Prohibition (Alkoholverbot) ein. Sie führte zum Aufblühen des organisierten Verbrechens und dem Aufstieg Al Capones. Als sie nicht zuletzt deshalb wieder abgeschafft wurde, hatte das Ministerium von Anslinger seine Existenzberechtigung verloren. Zu diesem Zeitpunkt erschlug ein Jugendlicher in Florida mit einer Axt seine komplette Familie. Er soll angeblich im Marihuana-Rausch gestanden sein. Anslinger sah plötzlich wieder eine Möglichkeit, sein Ministerium retten zu können und verbot Cannabis. Dies obgleich 29 von 30 Experten den Stoff für unbedenklich einstuften. Hier hakten sich viele Staaten ein. Anslinger setzte sich auch nach dem Zweiten Weltkrieg weiterhin für ein weltweites Verbot von Cannabis ein. Mit Erfolg: Das Resultat war das vorhin angesprochene UN-Abkommen von 1961.
Keine zweite Diskussion entzweit derzeit derart die Gemüter. Während Experten davor warnen, dass Cannabis nur eine Einstiegsdroge ist, die den Weg zu weiteren ebnet und dabei tiefgreifende Spuren in unserem Gehirn hinterlässt, meinen die Befürworter, dass Alkohol und Nikotin ebenfalls zu den Suchtmitteln gehören und der Markt endlich entkriminalisiert werden muss, damit der Handel damit überprüft werden kann. Und schliesslich ist es ein durchaus lukratives Zubrot für den Staatssäckel. So erwerben die kanadischen Provinzen die komplette Ernte und verkaufen sie an die genehmigten Stellen oder in eigenen Shops direkt an den Konsumenten. Gleiches gilt auch für den Online-Handel. Insgesamt wird mit einem Verkaufsvolumen von 5,7 Milliarden kanadischen Dollar gerechnet – jährlich. Pro Gramm kassiert Vater Staat mindestens einen Dollar an Steuern plus der Mehrwertsteuer, die in den Provinzen unterschiedlich hoch ist. 400 Millionen kanadische Dollar werden als Steuereinnahmen vorausberechnet. Vor insgesamt 100 Verkaufsstellen gab es diese Woche lange Warteschlangen, in manchen Regionen wird sogar ein Lieferengpass gemeldet. Ein Gramm kostet rund 10 kanadische Dollar – bis zu 30 Gramm darf ein Erwachsener besitzen. Die Regierung hat insgesamt 120 Lizenzen für den Anbau vergeben. Der private Anbau war bislang nur zu medizinischen Zwecken mit Genehmigung erlaubt. Die Verkaufszahlen werden jedoch schon sehr bald weiterhin steigen! Auch die Börse hat inzwischen reagiert: Die Aktien entsprechender Unternehmen schossen in den Himmel. Ein Land im Drogenrausch??? Mitnichten – schliesslich kann jede Provinz selbst über die Art und Weise entscheiden. So haben einige bereits die Altersgrenze von 19 Jahren eingeführt – landesweit gilt 18. Zudem sind Nahrungs-mittel und Getränke mit Cannabis-Zusatz vorerst noch verboten. Daneben darf jeder legal max. vier Marihuana-Pflanzen besitzen. Mehr sind ohne Genehmigung nach wie vor strafbar.
Hanf war auch bei uns lange Zeit eine extrem wichtige, da multifunktional zu verwertende Pflanze, bis sie nach dem Zweiten Weltkrieg verboten wurde. Mehr dazu lesen Sie im entsprechenden Blog auf dieser Seite. Das Gesetz unterscheidet allerdings in Deutschland und Österreich zwischen zwei verschiedenen Arten: Hanf mit einem nennenswerten THC-Anteil und Hanfpflanzen ohne diesen bzw. mit einem Gehalt unter dem Grenz-wert. Aus der Trennung der Blüten von ersterer Pflanze wird Cannabis, aus dem Harz Haschisch gewonnen. Getrocknete Blätter gelangen als Marihuana auf den Schwarzmarkt. Dieses ist in unseren Breitengraden nach wie vor nur mit Sonderlizenzen vornehmlich für den medizinischen Gebrauch erlaubt, ansonsten als psychotroper Stoff nach dem Sucht-mittelgesetz verboten.
Cannabis beeinflusst die motorischen Fähigkeiten durch die Dämpfung des Zentralnervensystems. Es kann auch Halluzinationen bewirken, wodurch selbstverständlich die Wahrnehmung ebenso beeinflusst wird wie das Denken und Verhalten des Konsumenten. Jene Gärtnereien, Apotheken und andere Gewerbebetriebe mit solchen Lizenzen werden deshalb strengstens kontrolliert. Allerdings ist in deutschen Landen und zwischen Neusiedler und Bodensee der Anbau nicht blühender Pflanzen, des sog. “Nutzhanfs” noch gestattet. Sie finden recht häufig in der Innenausstattung Verwendung. Das Geheimnis: THC-Säure wird nur in weiblichen Pflanzen während der Blüte produziert. Durch die Erhitzung entsteht schliesslich das Tetrahydrocannabinol. Der Nutzhanf beinhaltet den Wirkstoff CBD (Cannabidiol). Dieser ist nicht verboten und gelangt deshalb auch recht häufig bei der Produktion von Ölen, Tees etc. zum Einsatz. Hanföl beispielsweise ist eines der gesündesten Öle schlechthin. CBD wurde erst kürzlich ganz offiziell in die Arzneimittelliste aufgenommen, wodurch entsprechende Medikamente verschreibungs-fähig, nicht jedoch verschreibungspflichtig werden. Auf Usedom wird einmal im Jahr Hanfbier hergestellt. Es soll leicht süsslich und nach Gras schmecken, meinen die Tester. Auch hier wird selbstverständlich nur Nutzhanf verwendet – berauscht wird man höchstens von den 5 % Volumsalkohol.
Der Besitz von THC-Produkten bleibt jedoch nach wie vor strafbar – in Österreich etwa bei einer Haftstrafe von bis zu einem Jahr oder 360 Tagessätzen. Bei sehr geringen Mengen erfolgt jedoch meist nur eine Meldung bei den Bezirksverwaltungsbehörden. Im Wiederholungsfall jedoch kann es zu erheblichen Konsequenzen wie Entzug, Haft, Überwachung oder Psychotherapie kommen. Dealern allerdings drohen Haftstrafen zwischen zwei und drei, bei grossen Mengen bis zu fünf Jahren. Entscheidend für die Verurteilung ist der Grenzwert von 20 g reinem THC. Normalerweise liegt der THC-Gehalt in Strassenqualität (Reingehalt) bei 10 %.
Und dies obgleich inzwischen auch die WHO empfiehlt, die Einstufung von Marihuana als Droge neu zu bewerten. Es wäre schliesslich falsch, Marihuana auf einer Stufe mit den harten Drogen wie Kokain oder Heroin zu führen. So stellte in diesem Jahr das UN-Expertenkomitee zur Drogenabhängigkeit (ECDD) bei seinem 40. Treffen in Genf fest, dass zumindest das Cannabidiol CBD durchaus gut für die Gesundheit des Menschen sein kann. Das schrieb der Generaldirektor der WHO auch in seinem Bericht an UN-Generalsekretär António Guterres, der sich ja bereits vor Jahren für die Entkriminalisierung von Cannabis in Portugal einsetzte. CBD mache nicht süchtig und habe sich in vielen therapeutischen Bereichen mehr als verdient gemacht. Medizinisch findet THC-Cannabis übrigens in bereits vielen Ländern dieser Erde Verwendung in der Schmerztherapie, bei Epilepsie, Neurodermitis, Asthma, Multipler Sklerose oder beispielsweise auch Spastik. Nicht so in Österreich. Dort werden Patienten noch mit Chemie, unheilbare Krebspatienten noch mit Opiaten vollgepumpt. Im November wird das ECDD zum 41. Mal zusammenkommen und eine Empfehlung abgeben.
Immer wieder finden unregelmässige Demonstrationen von Befürwortern der Freigabe statt, doch nur in Prag regelmässig. Zuletzt forderten beim sog. “Million Marihuana-Marsch” 7000 Menschen zum bereits 20. Mal die Straffreiheit für den privaten Anbau und Konsum. Auch in Tschechien darf Cannabis nur zu medizinischen Zwecken bei Schwerkranken eingesetzt werden. Inzwischen zeigte sich jedoch die Regierung einsichtig und lockerte die ansonsten sehr strengen Gesetze. In den Niederlanden und Portugal wurde der Besitz entkriminalisiert.
Nicht allen geht es dabei um den eigenen Konsum, sondern vielmehr darum, aus dem bisherigen Schwarzmarkt einen legalen Markt zu machen, bei dem das Geld nicht irgendwo in der Unterwelt verschwindet, sondern ganz offiziell als Einnahmen in das Budget fliessen kann. So spürten das beispielsweise jene neun Bundesstaaten der USA bereits ganz eklatant. Marihuana ist in Kalifornien, Arizona, Maine, Nevada, Vermont und Massachusetts sowie dem US-Territorium Nördliche Marianen ab 21 Jahren freigegeben, in Alaska, Oregon, Colorado sowie dem Bundes-distrikt Washington D.C. darf indischer Hanf konsumiert werden. Landesweit aber ist es nach wie vor verboten – dennoch liegt die Verantwortung im Rahmen von Drogendelikten in Händen der Bundesstaaten! Und das Perverse an all dem: Die Betriebe dürfen keine Bankkonten eröffnen, da sie gegen Bundesgesetz verstossen und USA-weit als kriminell gelten. Trotzdem bezahlen auch sie Bundesabgaben – in bar!!! Der Staatenbund verdient also mit an von ihm aus gesehenen illegalen Geschäften, die landesspezifisch jedoch legal sind! Das verstehe, wer will!
Einige Zahlen zur Veranschaulichung? 2015 wurde in Colorado Marihuana im Wert von 996 Millionen US-Dollar verkauft – das brachte dem Bundesstaat zusätzliche Steuereinnahmen von 66,1 Millionen. 2018 werden in den USA rund 7 Milliarden Dollar Verkaufsumsätze erwartet – in zwei Jahren ist mit dem Dreifachen zu rechnen. Inzwischen springen auch Grosskonzerne wie Monsanto auf den fahrenden Zug auf.
Doch spüren die Bundesstaaten nicht nur das. Jedes Jahr werden in den USA hunderte Milliarden Dollar in den Kampf gegen die Drogen investiert. Durch die Freigabe von Cannabis entfällt der Schwarzmarkt dafür – somit auch ein recht erquicklicher Batzen aus den Kriegskassen. Dieses Geld kann sinnvoller in andere Bereiche investiert werden. Im Österreich etwa gab es im Jahr 2014 29.674 Anzeigen nach dem Suchtmittelgesetz – nicht weniger als 25.309 betrafen Cannabis-Fälle. Zwischen Flensburg und Berchtesgaden waren es 2017 330.580 Anzeigen, bei 204.904 war Cannabis im Spiel. In diesem Zusammenhang noch ein interessanter Vergleich: 126.153 waren deutsche Tatverdächtige, 48.530 nichtdeutsche Tatverdächtige. (Zahlen: BKA-Bericht für 2017). Zu Beginn des Jahres sprach sich der Bund Deutscher Kriminalbeamter für die Entkriminalisierung von Cannabis aus. Es sei sinnvoller, in die Aufklärung und Prävention zu investieren, als in die Bestrafung von dadurch kriminell gewordenen Menschen. Deshalb haben sich nun auch Okönomen diesem Thema angenommen:

“Der Drogenhandel ist der größte Zweig der organisierten Kriminalität mit 500 bis 600 Milliarden Dollar Umsatz im Jahr. Wenn man die Drogen weltweit legalisiert, verliert sie mindestens die Hälfte ihres Geschäfts!”
(Prof. Dr. Friedrich Schneider, Volkswirt und emeritierter Experte für Schattenwirtschaft und Korruption Linz/OÖ)

Nun – es müssen ja nicht alle Drogen legalisiert werden!!! Seit Jahren rechnen sie vor, daß eine Legalisierung von Cannabis sogar Arbeitsplätze und regionale Wertschöpfung schafft. In den USA werden bis zum Jahr 2021 bis zu 300.000 Jobs neu entstanden sein, die unmittelbar mit der Freigabe von Cannabis zu tun haben. Ähnliches kann auch für Kanada erwartet werden.
Der Volkswirtschafter Prof. Dr. Justus Haucap von der Universität Düsseldorf erarbeitet derzeit eine Studie zu den wirtschaftlichen Auswirkungen der Cannabis-Freigabe in Deutschland. Er spricht beispielsweise von 1 Milliarde zusätzlicher Steuereinnahmen (bei 60 %-iger Besteuerung) und einem Konsum von etwa 250 Tonnen. Jährlich!!! In Österreich wären es nach mehreren Berechnungsmodellen 200 Mio Euro an Steuereinnahmen. Auch die deutsche Exekutive und Justiz hätte Einsparungen von zumindest einer Milliarde Euro. Zudem könnte die Wirtschaft ganz offiziell von dem derzeit durchaus gut gehenden Schwarzmarkt zehren. Der würde dann ja wohl zusammenbrechen. Haucap spricht von neuen Jobs in fünfstelliger Zahl.
Trotz all dieser Pluspunkte sollte jedoch nicht vergessen werden, dass THC ebenso wie Alkohol und Nikotin süchtig macht. Sollte ein Tütchen ab und an durchaus verkraftbar sein, so kann der ständige Konsum von THC ebenso zu gesundheitlichen Schäden führen: Angststörungen, Depression und Psychosen sind nicht auszuschliessen. Nachgewiesen ist ein Erinnerungsverlust, da Informationen nicht mehr verarbeitet werden können. Experten warnen zudem davor, dass neue Züchtungen einen immer höher werdenden THC-Anteil haben können.
Ich höre nun im Hintergrund bereits die Stimmen, die den Untergang des Abendlandes prophezeien, wenn alle und jeder am Kiffen sein wird. Dem halte ich offizielle Studien aus Colorado zum Konsum unter Jugendlichen entgegen. Dort ist der Verkauf seit 2012 freigegeben. Offizielle Untersuchungen haben ergeben, dass der Cannabis-Konsum unter den Erwachsenen konstant geblieben, die Zahl der jugendlichen Kiffer jedoch sogar rückläufig ist. Leicht erklärbar: Den Schwarzmarkt gibt es nicht mehr – offiziell kann aber erst ab 21 Jahren gekauft werden. Prof. Dr. Rainer Thomasius von der Universitätsklinik Hamburg-Erpfendorf ist jedoch gegenteiliger Meinung. Er meint, dass sich hierzulande der Schwarzmarkt bei einer Legalisierung auf die Jugendlichen konzentrieren werde. Besonders betroffen wären dabei die Kinder sozial schwächerer Bevölkerungsschichten. Übrigens liegt der Cannabis-Verkauf an Erwachsene in den dafür entkriminalisierten Niederlanden ebenfalls im europäischen Durchschnitt.
In der EU überwacht das European Monitoring Centre for Drugs and Drug Addiction (EMCDDA) das Abstimmungsverhalten der nationalen Parlamente. Hier geht man noch nicht von einer EU-weiten Freigabe aus. Vor allem rechtspopulistische Regierungen weigern sich strikt – auch die österreichische. So wird die Wirksamkeit von THC-Medikamenten mit dem Hintergrund des Verbotes überprüft; zudem überlegt man sich inzwischen, dass bereits der Verkauf von Hanfsamen und Stecklingen verboten wird. Eine richtiggehende Sünde, zieht man in Erwägung, was inzwischen alles aus Hanf hergestellt werden kann. Zudem ist es eine mehrjährige, nachhaltige Pflanze mit tiefgreifenden Wurzeln, tut somit dem Boden gut und ist weniger dürreanfällig.
Der Koordinator für Psychiatrie, Sucht- und Drogenfragen der Stadt Wien meinte unlängst hierzu, “…dass eine Cannabis-Freigabe eine Angleichung an die Realität wäre!” Schliesslich geben 30 bis 40 % der Österreicher und -innen bei Umfragen an, zumindest einmal im Leben Cannabis geraucht zu haben – in Deutschland sind es 46 %. In Spanien wurden die Gesetze ebenfalls gelockert und 300 Haschischclubs offiziell genehmigt. Deutschland und Österreich werden sich ihre Stellung zu Cannabis und Marihuana nach einer zu erwartenden internationalen Freigabe durch die UNO neu überdenken müssen – auch wenn sie es derzeit partout nicht wollen. In Österreich wurde das Ganze gar noch verschärft – seit dem ß1. Juni des Jahres gilt der Verkauf auf der Straße als eigener Tatbestand.

“Einziger Profiteur der restriktiven Politik ist die organisierte Kriminalität!”
(Prof. Dr. Justus Haucap, Ökonom an der Universität Düsseldorf)

In Deutschland übergab der Deutsche Hanfverband im Dezember 2017 79.000 Unterschriften einer Petition zur Freigabe von Cannabis. 11.507 Petitionen wurden im vergangenen Jahr dort abgehalten – keine andere hatte mehr Befürworter. Bei mehr als 50.000 Unterzeichnern muss sich der Petitionsausschuss des Bundestages der Sache annehmen. Während sich die Grünen, die Linkspartei und die FDP schon seit einiger Zeit für eine Legalisierung unter verschiedenen Voraussetzungen aussprechen, weigern sich die anderen Fraktionen noch. Die SPD zeigt jedoch erste Anzeichen einer möglichen Meinungsänderung. So wird beim Parteitag der Berliner Genossen im November über eine kontrollierte Abgabe abgestimmt werden. Auch die Justizminister der Länder befürworten inzwischen die Freigabe für den Eigenbedarf (bis max. 6 Gramm!).
Ganz im Gegensatz zum südlichen Nachbarn entwickelt sich Kanada unter dem Liberalen Justin Trudeau immer mehr zum Vorzeigestaat. Im Rahmen der Regierungserklärung, die zur Freigabe von Cannabis führte, wurde auch mehr Sozialhilfe für Bedürftige, weniger Steuern für die Mittelschicht, strengere Waffengesetze und CO2-Zertifikate für den Klimaschutz versprochen. Trudeau gab übrigens zu, in seinem Leben fünf- bis sechsmal ein Tütchen geraucht zu haben – einmal sogar bei einem Abendessen im Parlament. Wenn das so weitergehen sollte, muss wohl mit einer grossen Anzahl von Asylanten aus den USA gerechnet werden.

PS:
Wer aus diesen meinen heutigen Schilderungen vielleicht schliessen sollte, dass ich ein großer Anhänger des Kiffens bin, liegt falsch. Ich habe in meiner Zeit beim Österreichischen Bundesheer (inzwischen verjährt) meinen ersten und einzigen Joint geraucht. Hat mir nicht geschmeckt – deshalb blieb es auch bei diesem einen Versuch. Ich werde alsdann keinen zweiten angehen, wenn es denn legal ist. Ich trete allerdings für die Entkriminalisierung von Cannabis aus den oben genannten Gründen ein. Exekutive und Justiz haben schliesslich sinnvolleres zu tun, als derartige Kleinkriminelle abzustrafen, weil sie einmal ein Tütchen geraucht haben!

Lesetipps:

.) Die Legalisierung und Regulierung des Cannabismarkts in Deutschland; Stefan Lang; Diplomica-Verlag 2015
.) Cannabis Verstehen: Warum unsere Gesellschaft immer noch mit alten Vorurteilen behaftet ist; Dom Piru; tredition 2018
.) Hanfpsychose: Vom psychotischen Umgang über die medizinische Anwendung zum legalen Genuss; Christian Dorn; Books on Demand 2016
.) Legalisieren!: Vorträge zur Drogenpolitik; Günter Amendt ; Rotpunktverlag 2014
.) Rauschzeichen: Cannabis: Alles, was man wissen muss; Steffen Geyer/Georg Wurth; KiWi-Taschenbuch 2008
.) Haschisch. Konsum – Wirkung – Abhängigkeit – Selbsthilfe – Therapie; Helmut Kuntz; Beltz 2016
.) Die Behandlung mit Cannabis und THC: Medizinische Möglichkeiten, Rechtliche Lage, Rezepte, Praxistipps; Franjo Grotenhermen/Britta Reckendrees; Nachtschatten Verlag 2016
.) Die Cannabis-Lüge: Warum Marihuana verharmlost wird und wer daran verdient; Kurosch Yazdi; Schwarzkopf & Schwarzkopf 2017

Links:

- www.bka.de
- bundeskriminalamt.at
- www.praevention.at
- www.hanfverband.de
- www.proplanta.de
- www.procannabisdeutschland.de
- www.cannabis.info
- cannabis-special.com
- www.cannabis-clubs.de
- kontrast.at
- www.legalisieren.at
- austria.legalize.eu
- arge-canna.at
- hanfinstitut.at
- www.medmix.at

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