Kälbertransporte – eine Schande!!!

Achtung:
Die Links verweisen auf Videos, die zu psychischen Negativfolgen führen können!!!

“Unsere Recherchen mit Videos von schreienden, hungernden und unter den Strapazen des Transportes gestorbenen Kälbern haben die Menschen erschüttert.“
(Tobias Gieriger, Verein gegen Tierfabriken)

Obgleich es mich unter den Fingernägeln brannte – über dieses Thema wollte ich eigentlich nicht schreiben, da ich viele Landwirte und Bauern kenne, die ihren Hof nach bestem Wissen und Gewissen führen. So erhielt ich etwa auf meinen Milchblog hin viele Zuschriften, dass auch ich nicht alle in einen Topf werfen solle. Nun hat sich die Lage in Österreich aber dermassen in die falsche Richtung entwickelt, sodass – wäre es nicht so tragisch und würde es nicht dermassen bestialisch auf dem Rücken unschuldiger Jungtiere ausgetragen – man wirklich nurmehr den Kopf schütteln kann ob der Gier von Menschen, die vorgeben, im Einklang mit der Natur zu leben und einen mehr als verantwortungsvollen Job inne haben: Die Verantwortung über Lebe-Wesen, die Verantwortung unsereins mit Lebensmitteln zu versorgen und die Verantwortung, nachhaltig zu wirtschaften, da ein ausgelaugter Boden niemandem mehr etwas bringt.
In manchen österreichischen Bundesländern werden Kühe am Fliessband „produziert“, obgleich nach dem Fall des Milchkontingentes niemand mehr damit verdienen kann. Daneben sackte parallel zum Schweinefleisch auch der Preis für Rindfleisch in den Keller. Für den Konsumenten gilt nach wie vor: „Geiz ist geil!“, da er möglicherweise für einen Chef arbeitet, der dies ebenso zu seinem Motto wählte. Wenn für einen akademischen und diplomierten Betriebswirt nurmehr 2.400,- € brutto geboten werden, lohnt sich ein Studium nicht mehr, v.a. da Miet- und Lebenskosten hinzu kommen und in Deutschland im Anschluss daran ja auch die BAFÖG zurückbezahlt werden muss. So manch einer muss also auch weiterhin Billigfleisch kaufen oder wird zum Vegetarier bzw. Veganer. Die Verkaufszahlen für Fleisch gehen somit längerfristig zurück. Stellt sich mir also die Frage, weshalb es nach wie vor Landwirte gibt, die so viele Rinder besitzen, dass eine Selbstversorgung nicht mehr möglich ist und Futter hinzugekauft werden muss!? Sie sind es auch, die jetzt am Lautesten aufschreien, weil sie nicht wissen, wo sie nach dem Verbringungsverbot durch die EU mit den Kälbern hin sollen! Jene Jungtiere, die diesen bis zu 90 Stunden dauernden Transport lebend überstehen, werden in Italien und Spanien billigst gemästet und gelangen als Billigfleisch wieder in die Regale der Supermärkte. Das wiederum lässt die heimischen Bauern erneut aufschreien, dass sich die Viehhaltung aufgrund dieser Konkurrenz nicht mehr lohnt. Inzwischen aber werden wieder Dutzende neue Kälber produziert!

„Kein Geschäftsmodell darf Tierleid in Kauf nehmen.“
(Martin Staudinger, SPÖ-Vorarlberg)

Ich bin ja kein Fachmann, doch meint der Präsident der Österreichischen Landwirtschaftskammer, Josef Moosbrugger, dass es für eine (Turbo-)Milch-Kuh durchaus normal sei, jedes Jahr Nachwuchs zu bekommen! Nein – doch geht es hierbei nicht um die Kuh sondern um die Menge an Milch, die weniger wird, wenn sie nicht jedes Jahr kalbt! Und damit die tierischen Säuglinge ihrer Hauptbeschäftigung nicht mehr nachgehen können, bekommen sie eine Gliederkette um das Maul gebunden!
Mal ehrlich: Läuft da nicht wirklich alles schief, was schief laufen kann?
Gehen wir doch etwas genauer auf dieses blutige Treiben ein. Seit Jahren ist es Sitte, v.a. männliche Kälber möglichst noch am Tag ihrer Geburt von der Mutterkuh zu trennen. Im Alter nur weniger Wochen (teilweise gar zwei!!!) werden sie in überfüllte Tiertransporter gestopft und über tausende Kilometer quer durch ganz Europa transportiert, damit sie am Zielort entweder gleich oder nach einer ebenfalls grauenvoller Mast später geschlachtet werden, damit die mittel- und nordeuropäischen Haushalte ihr Billigfleisch auf den Mittagstisch bekommen. Das Schicksal nahezu aller männlichen Kälber, da sie für die Milchindustrie nutzlos sind. 60 bis 80 € erhält der Bauer für ein solches verkauftes männliches Kalb. Dazu gab es sogar noch Unterstützung aus Brüssel und den Hauptstädten der jeweiligen Länder, die diesen Teufelskreis mit Subventionen und somit Steuergeldern finanzierten. Dass das Treiben nun gestoppt wurde, liegt nicht an den Behörden, an den Amtstierärzten oder den Politiker! Nein – diese haben zugesehen und gemeint: Alles gesetzeskonform! Dass es gestoppt wurde ist einer kaum mehr als Hand voll Tierschützern zu verdanken, die das Netz mit schockierenden Bildern überfluteten, was schliesslich zu einem grossen Aufschrei in der Bevölkerung führte. Leider aber besitzt die Volksmasse kein Langzeit-gedächtnis mehr – nach zwei bis drei Monaten ist alles wieder vergessen und es geht vermutlich weiter wie zuvor, obwohl es den Transport- und Tierschutzgesetzen widerspricht und wie zuletzt zu hören, auch entsprechende Schlachtkapazitäten am Ursprungsort bestünden. In Vorarlberg läuft seit einiger Zeit eine gross angelegte Kampagne für die regionale Verwertung des Kalbfleisches. Für mich absolut unverständlich: Ich beispielsweise esse keinerlei Jungtiere. Soll ich meine Meinung ändern, damit ich den Unverbesserlichen mehr Gewinn bringe, obwohl sie völlig am Markt vorbei wirtschaften? Viele haben offenbar noch nie vom betriebswirtschaftlichen Grundbaustein gehört und das Wechselspiel zwischen Angebot und Nachfrage nicht wirklich verstanden: Sinkt die Nachfrage oder hatte sich bislang ohnedies nur auf einem sehr geringen Level eingependelt – macht es dann Sinn, grossflächig weiter zu produzieren? Wenn es sich um Gegenstände handeln würde, wäre es vielen möglicherweise gleichgültig, der Markt würde sich selbst nach unter regulieren, da die Fliessbandproduzenten mit der Zeit in den Konkurs gehen würden. Hier aber handelt es sich um lebende Tiere, um eine moralische und ja auch eine religiöse Verantwortung des Menschen gegenüber Wehrlosen! Mehr als 80.000 jedes Jahr in ganz Österreich! Nur in den italienischen Mastbetrieben kommen jährlich rund 1,5 Mio Kälber aus ganz Europa an. Und das wird alles durch möglichst hohe Subventionierungen künstlich auf hohem Niveau am Laufen gehalten. Mir kommt dabei wieder jener Kleinbauer in den Sinn, der seinen halben Stall verkaufen musste, da er für die Abnahme seiner Milch fast noch bezahlen musste. Er meinte mit weinerlich, deprimierter Stimme am Viehmarkt, dass er mit dem Verkaufserlös nicht einmal mehr die Aufzucht seiner Kühe hereinbekomme. Und trotzdem wird weiterproduziert!
Vorarlberg, Tirol und auch Salzburg haben inzwischen die wöchentlichen Transporte nach Bozen stoppen müssen, da Brüssel ein Machtwort gesprochen hat. Die Transporte nach Bergheim allerdings gehen weiter. Bozen war nur einer der Umschlageplätze. Wie Tiroler und auch Vorarlberger Tierärzte eingestanden haben, war es durchaus bekannt, dass die Tiere dort ohne gesetzliche Ruhezeit direkt weiter, quer durch ganz Europa transportiert wurden. In der Masse ohne Futter und ohne Wasser. Manche Fahrer liessen den LKW-Zug ganz einfach in der sengenden Sonne stehen (teils sogar auf dem Seitenstreifen der Autobahn!), ohne die Tiere auszuladen und fuhren nach der vorgeschriebenen Ruhezeit weiter. Es war also bekannt, doch wurde nichts dagegen unternommen. Angst um den Arbeitsplatz? Jeder Begutachter unterliegt dem Amtsgeheimnis! Ja – er unterliegt aber auch den geltenden Gesetzen und ist verpflichtet, Gesetzwidrigkeiten anzuzeigen. Möglicherweise hätte dadurch vielen Tieren unsagbares Leid erspart werden können.
Wieso kommt erst jetzt – nach Jahren – an’s Tageslicht, dass die Zertifizierung Bozens gar nicht rechtens ist? Es war also auch im Bundesministerium bereits bekannt, dass hier nicht alles so läuft, wie es sein sollte.
Wieso bedarf es einiger leider immer wieder belächelter Tierschützer des Vereins gegen Tierfabriken (VgT), die solchen Transporten folgten und mittels Fotos und Videos diese gleichgültige Brutalität dokumentierten?
Auch in Salzburg wurde erst nach der Veröffentlichung dieser Beweise reagiert: Europas grösster Kälberumschlageplatz in Bergheim soll genauer kontrolliert werden, meinte der dortige Agrarlandesrat, Dipl.-Ing. Dr. Josef Schwaiger. Auch hier muss über Jahre hinweg bekannt sein, dass gekennzeichnete Kurztransporte eigentlich Langstreckentransporte sind um Tiere in einem Billigland „veredeln“ zu lassen. Nochmals: Wenn dies mit deutschen Kartoffeln geschieht, die zum Waschen nach Italien gekarrt werden, italienische Milch zur Abfüllung nach Deutschland transportiert wird oder andere Produkte, Güter und Waren, so ist es meines Erachtens Betrug am Kunden, jedoch moralisch möglicherweise noch vertretbar. Doch Tiere?

https://www.youtube.com/watch?v=8jLZj7lU1fo

Wie sieht nun die Gesetzeslage hierzu aus? In Tirol zeigt sich die entsprechende Abteilung der Landwirtschaftskammer stolz, dass Transporte künftighin auf ihre Notwendigkeit geprüft werden und die Transporteure nach dem Transport das Fahrtenbuch und die GPS-Daten offenlegen müssen. Eine wirklich hehre Entscheidung! Doch – den Behörden war die Unsitte der Tiertransporte auch in der Vergangenheit bekannt. Machen diese Massnahmen somit Sinn? Wohl nur dann, wenn parallel dazu ein Strafkatalog eingeführt wird, der rigoros zur Anwendung kommt, damit sich derartige Transporte finanziell nicht mehr lohnen. Zum Schutz jener, die im Rahmen der Gesetze wirtschaften und gegen jene, die sich darüber hinwegsetzen oder in der Grauzone agieren.
Im österreichischen „Bundesgesetz über den Transport von Tieren und damit zusammenhängenden Vorgängen“ (Tiertransportgesetz 2007-TTG 2007) in der derzeit gültigen Fassung in Verbindung mit der Verordnung (EG) Nr. 1/2005 heisst es beispielsweise in §4 (3) Abs. 4:

„Kontrollen von Transportmitteln und Tieren an Versandorten, an Ausgangsorten, auf Sammelstellen, an Kontrollstellen, an Ruhe- und Umladeorten“

sowie im selben § 4 (3) Abs. 6:

„Kontrollen von Transportmitteln und Tieren bei der Ankunft am Bestimmungsort“

Offenbar wurden diese nicht oder nur sehr mangelhaft durchgeführt. Nachdem sich das nationale Gesetz auf eine EU-Verordnung bezieht, muss ein solches nationales Gesetz auch in Italien oder Spanien vorhanden sein.
In § 10 TTG 2007 geht es um die Zulassung eines Unternehmens. Und da heisst es in Abs. 3:

„(3) Wird auf Grund von Kontrollen oder Meldungen gemäß § 5 Abs. 5 festgestellt, dass die Zulassungsvoraussetzungen nicht mehr vorliegen und werden etwaige Mängel oder Missstände nicht innerhalb der von der Behörde festgelegten, angemessenen Frist behoben, so ist die Zulassung bis zur Herstellung des gesetzmäßigen Zustandes, oder wenn dies nicht möglich ist, dauernd zu entziehen. In den Fällen des Entzuges hat der Transportunternehmer den Zulassungsnachweis der Behörde unverzüglich abzuliefern. Wird der Zulassungsnachweis nicht abgeliefert, ist er zwangsweise einzuziehen.“

Für mich klingt dies recht eindeutig! In den § 14 ff geht es schliesslich in’s Eingemachte: Versorgung der Tiere während des Transportes, Platzbedarf und Ausstattung des Transportmittels. Und ausschlaggebend ist wohl § 18 (1):

„§ 18. (1) Im Sinne von Art. 1 Abs. 3 der Verordnung (EG) Nr. 1/2005 wird für Schlachttiere eine Beförderungsdauer für innerösterreichische Transporte, bei denen Versand- und Bestimmungsort in Österreich liegen, von 4,5 Stunden festgelegt. Wenn es aus geographischen, strukturellen Gründen oder aufgrund von aufrechten Verträgen notwendig ist, darf die Beförderungsdauer auf maximal 8 oder im Falle von Transporten, bei denen aufgrund kraftfahrrechtlicher Bestimmungen Lenkerpausen einzuhalten sind, auf 8,5 Stunden verlängert werden. Im Rahmen der Pausen ist dem Wohl der Tiere bestmöglich Rechnung zu tragen.“

Die maximale Transportdauer für Saugkälber beträgt nach EU-Verordnung 8 Stunden, da eine entsprechende Tränkung mit Milch im LKW nicht möglich ist. Dadurch sind die Massnahmen, die die Tiroler Landwirtschaftskammer anführte ad absurdum geführt, da sie gesetzlich bereits vorlagen. Gleiches gilt für die „neue Massnahme“ in Salzburg, wo der tatsächliche Bestimmungsort in den Transportpapieren angeführt sein muss. Hallo? Auch in den Ausnahmebestimmungen des § 19 ist nur von 10 Stunden bis zum Bestimmungsort die Rede – hier jedoch ist nicht der Begriff „Schlachtvieh“ angeführt, womit ich davon ausgehe, dass auch Zuchtvieh davon eingeschlossen ist. Für ein kleines Kalb im Alter von zwei bis acht Wochen dennoch unzumutbar. Hier hätte sofort eine Anzeige erfolgen müssen, die jedoch von den Verantwortlichen ausgeblieben ist, obgleich die Umstände bekannt waren.
Die von den Tierschützern aufgezeigten Fahrtrouten gehen von mindestens 22 bis sogar 90 Stunden aus. Vollkommen berechtigt also die Anzeigen des „Vereins gegen Tierfabriken“ gegen die Veterinärbehörden des Landes Salzburg und den zuständigen Amtstierarzt wegen Amtsmissbrauchs und Tierquälerei. Auch die Anzeigen in 148 dokumentierten Fällen gegen Sammelstellenbetreiber, Viehhändler und Transporteure in Vorarlberg gehen in Ordnung. Die Fahrer können sich zumeist die Fahrt nicht selbst aussuchen – dennoch müssten sie entsprechend geschult sein. Und zudem machen sie sich der Tierquälerei nach österreichischem Gesetz schuldig (§222 StGB).

https://www.youtube.com/watch?v=CWH9j57QXi8

Der Präsident der Österreichischen Landwirtschaftskammer Josef Moosbrugger, sprach in einem Interview von „Veredelung“. Ein durchaus guter Hinweis, der noch weitaus mehr Fragen aufwirft: Darf Fleisch von Tieren, die beispielsweise in Österreich geboren wurden, in Spanien aufwuchsen und geschlachtet wurden, als „veredelte“ österreichische Ursprungswaren verkauft und möglicherweise sogar mit entsprechenden Gütesiegeln ausgestattet werden? Ursprungszeugnisse werden in Deutschland durch die Industrie- und Handelskammer, in Österreich durch die Wirtschaftskammer ausgestellt. Wer garantiert dafür, dass das Fleisch, das aus Spanien wieder zurückkommt, auch tatsächlich von einer in Österreich geborenen Kuh stammt? Zudem ist in solchen Ursprungszeugnissen oder Vermerken nurmehr der Hinweis auf eine Ware aus der EU enthalten. Das Gabler Wirtschaftslexikon definiert das Wort „Veredelung“ wie folgt:

„Produktveredelung, bewirkt durch eine substanziell meist unerhebliche technische Veränderung, Form- und (oder) Qualitätsverbesserungen, die nicht zu einer eigentlichen Stoffumwandlung führen, die aber für eine zweckmäßigere Weiterverarbeitung oder, bei Fertigerzeugnissen, für einen individuell verfeinerten Geschmack wirtschaftlich bedeutungsvoll sind.“

Liegt in diesem Sinne also tatsächlich eine Veredelung vor, wenn aus dem Kalb fertig abgepacktes Rind- oder Kalbfleisch wird? Meines Erachtens handelt es sich hierbei sehr wohl um eine „Stoffumwandlung“ und eine sehr wohl „substanziell erhebliche (technische) Veränderung“. Und – wenn eine Schlachtung eine „unerhebliche Massnahme“ darstellt, habe ich augenblicklich „unerhebliche“ Probleme mit all dem, was ich mein Leben lang aus Ethik und Religion gelernt habe.
Die Vorarlberger Tierschützer des VgTs begleiteten Tiertransporte von Kälbern laut Transportpapieren und Ohrmarken grossteils aus Lustenau und dem Bregenzerwald von Salzburg-Bergheim über Savona bis zur Sammelstelle Vic in Spanien rund 70 km nördlich von Barcelona. Von dort werden sie innerhalb kürzester Zeit zu den Mastbetrieben im ganzen Land weitergefahren. Auch hier also keine Spur von Ruhezeit. Über 2.000 km – bis zu drei Tage lang. Pausen – wie bereits zuvor beschrieben – teilweise nur auf dem Seitenstreifen der Autobahn. Die jungen Tiere, die noch auf die Muttermilch angewiesen sind, wurden zum Grossteil unzureichend oder gar nicht versorgt. Tobias Giesinger vom VgT betont, dass Kälber individuell mit Milch oder Elektrolyten getränkt werden müssen, was im LKW aufgrund des nicht vorhandenen Platzangebotes gar nicht möglich ist. Sie müssen also während der Ruhezeiten ausgeladen werden, da nicht entwöhnte Kälber mit den automatischen Wassertränken überhaupt nichts anfangen können, sollten solche überhaupt vorhanden sein. Stellen Sie Ihrem Säugling mal eine Tasse mit Wasser vor! Beim Vergleich mit den Transportdokumenten wurde klar, dass die Dokumente gesetzeskonform ausgestellt, jedoch niemals eingehalten wurden. Wurden sie in Spanien nicht gleich geschlachtet, gelangten sie zumeist in Mastbetriebe, die den Qualitätsstandards in Österreich keineswegs entsprechen: Tausende Tiere in fensterlosen Hallen, in Einzelboxen, ohne Stroh und Heu. Immer wieder rutschen sie in die Spalten ab, durch die die Exkremente abfliessen sollen.

https://www.youtube.com/watch?v=tz8_sogqkdU

Zur Schlachtung werden sie dann erneut durch nahezu ganz Europa gefahren und entsprechend gequält, so der VgT.
Tausenden Vorarlberger Kälbern erging es bislang so. Mindestens ein Transport war wöchentlich unterwegs. Von Vorarlberg nach Bozen oder Salzburg. Über die angeblichen Ruhezonen Bozen oder Savona (hierzu gibt es nicht mal eine Adresse) weiter durch Italien und Südfrankreich bis nach Spanien. Somit ist weder Salzburg/Bergheim noch Bozen oder Vic in Spanien der Bestimmungsort. Doch leider ist dies nicht alles. Europaweit sind es Millionen: Kühe, Schweine, Pferde, Schafe, Ziegen, Hühner, Puten uvam. Und 70 % dieser Tiertransporte verlassen sogar die EU in Richtung Osten, Naher Osten oder Afrika. Österreich alleine exportiert pro Jahr rund 200.000 Tiere – führt sie also aus der EU aus.
Wie sieht es nun mit der heimischen Kälbermästung aus? Solange sie nicht mit verlängertem Milchaustauscher und ohne Raufutter geschieht – wesentlich besser. Beides garantiert nämlich das weisse Fleisch, führt aber zu grossem Leid bei den Tieren. Wird zudem selbstverständlich teurer! Meiner Meinung nach vollkommen in Ordnung, da Menschen, die weisses Kalbfleisch haben wollen, durchaus auch entsprechend dafür bezahlen sollen. Ist vergleichbar mit dem Billigflug: Für 20,- € (plus Gebühren) nach London, wo das Taxi vom Flughafen in die Stadt schon mehr kostet, und sich dann noch über den Service beschweren!
So oder so wird Tierleid nur vermeidbar sein, wenn am System gearbeitet wird. Zum Teufel mit der Milch- und Fleisch-Überproduktion! Bessere Nutzung der regionalen Ressourcen auch durch den Kunden! Sonderwünsche kosten eben etwas mehr!
Die auf Kalbfleisch spezialisierte VanDrie Group mit Sitz im niederländischen Apeldoorn schreibt auf ihrer Website:

„Für die VanDrie Group und ihre Stakeholder ist es von großer Bedeutung, dass der Umgang mit den Kälbern von Sorgfalt und Aufmerksamkeit geprägt ist. Dieser Grundsatz gilt vor allem, wenn sie über eine längere Distanz transportiert werden. Das fordern wir von unseren Transporteuren ein.“

Allerdings ist gerade dieses Unternehmen ein Dorn im Auge der Vorarlberger Fleischindustrie. Aus der dortigen Landwirtschaftskammer heisst es:

„70 Prozent des bei uns verzehrten Rind- und Kalbfleisches stammen nicht aus Vorarlberg.“

Deshalb appelliert Landwirtschaftskammerpräsident Josef Moosbrugger, an den Fleischtheken auf regionales Fleisch zu bestehen. Ansonsten sei die Kritik unberechtigt.
Eine Systemumkehr ist dringend erforderlich!!! Kälber durchstehen in ihrer kurzen Zeit auf diesem Planeten die Hölle. Gleichzeitig wird aus den Niederlanden Billig-Kalbfleisch verkauft. Oder: Ist es etwa nicht pervers, wenn Brüssel Deutschland straft, weil durch die Intensiv-Landwirtschaft im Norden aufgrund der Gülle-Düngung das komplette Grundwasser eine Nitratkonzentration weit über dem Grenzwert aufweist, sodass man es nurmehr als Giesswasser verwenden sollte? Und dann fordern die Bauern auch noch Subventionen um dies einzustellen! Kostet es dermassen viel mehr, wenn in der Nacht alles in den nächsten Bach abgelassen wird? Wie soll ansonsten das „Zu Viel“ an Gülle entsorgt werden??? Jeder Einzelne von uns kann dazu beitragen, dass diese grauenvolle industrielle Tierproduktion gestoppt wird. Doch bleibt es bei vielen nur bei Lippenbekenntnissen!
Der Verein gegen Tierfabriken hat hierzu eine Online-Petition gestartet. Unterzeichnen können Sie unter:

https://vgt.at/actionalert/tiertransporte/petition.php

Links:

- vgt.at
- www.animal-welfare-foundation.org
- www.europarl.europa.eu
- vbg.lko.at
- tirol.lko.at
- sbg.lko.at
- www.t-boer.de

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