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Afghanistan – geschunden und erniedrigt

Es sind harte, aber stolze Leute – die Menschen vom Hindukusch. Anders hätten sie wohl eine solche Geschichte nicht überstanden. Vergangene Woche haben sie nun gewählt. Für viele vielleicht ein letzter Hoffnungsschimmer! Stundenlang haben sie sich an den Wahllokalen angestellt – viele haben dies mit ihrem Leben bezahlt. Immer wieder schlugen Mörsergranaten oder Raketen der Taliban ein. Andere sind ohne Kreuz zu setzen wieder nach Hause gegangen, da das Wahllokal erst gar nicht öffnete – die Wahlhelfer fürchteten um ihr Leben. In der Region Baghlan bildeten Frauen und Männer eine Menschenkette, damit kein Selbstmordattentäter zu den insgesamt sechs Wahllokalen vordringen konnte. Insgesamt haben sich 8,9 Millionen Menschen von 17 Millionen registiert und waren somit wahlberechtigt.
In der Reihe der Armenhäuser dieser Welt haben wir bereits zwei Kontinente besucht – kommen wir damit zum dritten: Asien! Kaum ein anderes Volk ist dermassen geschunden und unterjocht worden wie die Afghanen. Und ein Ende der Gewalt ist noch lange nicht in Sicht. Um all das besser verstehen zu können, gibt’s heute weniger Zahlen, dafür aber mehr Information.
Zwei Tage vor dem Beginn der Parlamentswahlen wurden bei einem Anschlag der radikal-islamischen Taliban auf einen Sicherheitsgipfel in Kandahar, im Süden des Landes, zwei Menschen getötet. Einerseits der Polizeichef der Provinz, General Abdul Rasik Atschiksai. Ein durchaus umstrittener Mann, der vor allem immer wieder von Menschenrechtlern scharf kritisiert wurde. Aber auch die UNO forderte die Aufnahme von Ermittlungen gegen ihn wegen Drogenhandels, Korruption, Folter, Mord etc. Doch ging er unerbittlich gegen die Taliban vor – das brachte ihm sehr viele Plus-Punkte bei den US-Truppen. Ebenfalls um’s Leben kam der Geheimdienstchef der Region, Abdul Momin. Der Terrorist, ein Elitesoldat und Leibwächter des Gouverneurs, hatte plötzlich in der Residenz seines Chefs das Feuer eröffnet. Dort traf sich der Kommandant der ausländischen Truppen, US-General Scott Austin Miller, mit den ranghöchsten Sicherheitsvertretern des Landes. Der Gouverneur wurde ebenso wie zwei amerikanische Soldaten verletzt, der US-General blieb unverletzt.
Die Wahlkommission wollte daraufhin die anstehenden Wahlen landesweit verschieben. Das allerdings lehnte der Nationale Sicherheitsrat ab – es stelle einen Rückschlag bei der Demokratisierung des Landes dar. Schliesslich hätten sie bereits vor drei Jahren abgehalten werden sollen, wurden jedoch immer wieder verschoben. Ausserdem findet Ende November in Genf eine grosse Geberkonferenz statt – hier muss auf-gezeigt werden, daß das Land sehr wohl auf dem richtigen Weg in Richtung Demokratie unterwegs ist. Nun fanden die Wahlen in der Region Kandahar eine Woche später statt. Da die Auszählung ohnedies rund zwei Wochen dauern wird, kam es auch zu keiner Beeinflussung durch vorläufige Auszählungsergebnisse. In der Provinz Ghasni musste der Urnengang allerdings wegen Sicherheitsbedenken ganz abgesagt werden.
Die Taliban hatten schon im Vorfeld damit gedroht, den Urnengang mit Gewalt zu verhindern und die Bevölkerung zum Boykott aufgerufen. Sie haben grosses Interesse daran, die vom Westen unterstützte Regierung zu Fall zu bringen. Möglicherweise allerdings auch, da künftig 68 Frauen dem “Haus des Volkes” angehören sollen. Ein absolutes No Go für die Taliban. Dementsprechend bezeichnen sie diesen Stimmgang als “amerikanische Verschwörung”. Die Wahlen sollen zudem in Anbetracht der nächstjährigen Präsidentschaftswahlen aufzeigen, ob die Wahler geschützt werden können bzw. was noch zusätzlich bis dahin auf Schiene gebracht werden muss. Doch sowohl antretende Kandidaten als auch Vertreter der Wahlkommssionen bzw. andere an der Wahl beteiligte Menschen konnten nicht geschützt werden. Sie bezahlten ihren Mut oder auch ihren Job mit dem Leben. Nach offiziellen UNO-Angaben waren es bislang über 130 Zivilisten – mehr als 250 wurden verletzt. Und dies, obwohl rund 70.000 Sicherheitskräfte am Wahltag im Einsatz standen.
Der Staat “Afghanistan” entwickelte sich erst im 19. Jahrhundert. Er war als Pufferzone zwischen Persien, British Indien und Russland (“Great Game”) ein Zankapfel im Kampf um die Vorherrschaft in Zentralasien. Die Briten bissen sich in zwei anglo-afghanischen Kriegen die Zähne aus und zogen sich frustriert zurück. Allerdings setzten sie noch Abdur Rahman als Regenten in Kabul ein. Dieser unterjochte alle anderen Stämme während sehr brutaler Kriege. Erst mit dem Ende des dritten anglo-afghanischen Krieges erlangte das Land 1919 seine Unabhängigkeit. Der Enkel Rahmans, Amanullah, versuchte einen Staatsaufbau nach west-lichem Vorbild. Allerdings scheiterte er an den traditionellen Machthabern und musste in’s Asyl nach Italien flüchten. Immer wieder prallten in weiterer Folge die verschiedenen Stämme aufeinander – von einem Demokratisierungsprozess wie bei vielen ehemaligen Kolonialstaaten (zumindest zu Beginn der Unabhängigkeit) konnte somit keine Rede sein.
Am 27. April 1978 putschte schliesslich die kommunistische Demo-kratische Volkspartei Afghanistan (DVPA) und errichtete eine blutige Parteien-Doktatur, bei der Reformen radikal umgesetzt werden mussten. Das aber führte zu tiefen Gräben zwischen der Stadt- und der traditionellen Landbevölkerung. Eine Zahl für den besseren Einblick: Rund 80 % der Bevölkerung leben ausserhalb der Städte. In allen Teilen des Landes kam es zu Aufständen. Bei internen Machtkämpfen liess schliesslich Hafizullah Amin den Präsidenten Mohammad Taraki ermorden und ernannte sich selbst zum Präsidenten.
Die UdSSR besetzten zu Weihnachten 1979 den Nachbarstaat um eine Gefahrenquelle auszuschalten und den eigenen Macht- und Einfluss-bereich in der Region zu wahren. Ein Satellitenstaat sollte geschaffen werden – mit Fortschritt und v.a. dem Sozialismus. Ab sofort prallten der Islam und der Kommunismus aufeinander. Der Jihad wurde ausgerufen. Mit Waffenlieferungen unterstützten die USA und Saudi Arabien den Widerstand, Pakistan organisierte ihn. Obgleich militärisch haushoch überlegen, konnten die Sowjets die Lage nicht in den Griff bekommen. Ihre Truppen mussten eingestehen, dass ihre über zehnjährige Besetzung des Landes im Desaster endete und keinerlei Besserungen brachte. Der Truppenabzug erfolgte in den Jahren 1988/89.
Präsident Najibullah konnte sich noch bis 1992 halten – als Russland die Waffenlieferungen aussetzte, wurde er durch die Mujahidin gestürzt. Es folgten Kämpfe unter den Stämmen, die das Land zerrütteten.
1994 griffen die radikal-islamischen Taliban in die Auseinander-setzungen ein und erzielten rasch grosse Gebietsgewinne. Nach Angaben der Vereinten Nationen sollen sie dabei systematische Massaker unter der Zivilbevölkerung angerichtet haben. 1995 schliesslich wurde von ihnen das in Trümmern liegende Kabul eingenommen. Sie wollten einen islamischen Gottesstaat errichten und arbeiteten zu diesem Zweck eng mit der Terrororganisation Al-Quaida von Osama Bin Laden zusammen.
Vor 17 Jahren, am 07. Oktober 2001, intervenierten amerikanische und britische Truppen und vertrieben das Taliban-Regime. Anlass dafür waren die 9/11-Anschläge in den USA. Zahlreiche andere Staaten schlossen sich der “Nordallianz” der afghanischen Stammesfürsten und Parteien an, die sich zuvor erbittert bekämpft hatten. Das Ziel zumindest des Westens: Die Zerschlagung der Al-Quaida, die sich zu den Anschlägen bekannt hatte.
Rund 20.000 ausländische Soldaten sind dort nach wie vor aktiv stationiert (zeitweilig waren es sogar 130.000) – auch deutsche Truppen, die jedoch vornehmlich für den Nachschub bzw. die Ausbildung örtlicher Soldaten oder Polizisten zuständig sind (ehemals 3.500 Soldaten – das drittstärkste Kontingent, aktuell rund 1.200). Doch werden auch sie immer wieder in Kampfhandlungen verwickelt. 30 % des Landes gelten offiziell als umkämpft. Mehr als 40 Staaten haben beim Wiederaufbau des Landes geholfen – wenn nicht militärisch, so doch zivil: Vornehmlich bei der Infrastruktur, dem Schulsystem, der medizinischen Grundversorgung etc. Trotz der Einsicht, dass auch ihr Einsatz nichts einbrachte, können sie das Land nicht einfach – wie damals die Russen – seinem Schicksal überlassen. Ein erneuter sehr blutiger Bürgerkrieg wäre wohl die Folge.
Doch weder die Sowjetunion noch die NATO verloren den Krieg militärisch – schliesslich sind beide vom Gerät und der Mannstärke den Taliban haushoch überlegen. Es war in beiden Fällen das Verständnis des Charakters der Bevölkerung und die zugrundeliegende Strategie: Zuerst wurde der Gegner zurückgeschlagen. Der wechselte in die Guerillataktik und setzte Terroranschläge sowie vereinzelte kleinere Offensiven. Die ausländischen Truppen antworteten mit der Aufstandsbekämpfung. Die eigentlichen, internen Probleme jedoch blieben stets ungelöst. So wurden die verhandlungsbereiten, moderaten Kräfte der Taliban nicht mehr in die Verhandlungen einbezogen. Zudem gab es plötzlich viele private Akteure, die die offiziellen Auseinandersetzungen nutzten, um selbst mächtig zu werden: Warlords, Kommandeure, Drogenbosse und sonstige Geldmacher agieren nicht mehr nur im Hintergrund, sondern ganz offiziell. Einmal für die Taliban, meist jedoch für die vom Westen unterstützte Regierung. Offenbar war auch der ermordete Abdul Rasik Atschiksai ein solcher. Den Ausländern ist dies meist gleichgültig, solange ihnen die Taliban vom Halse gehalten werden. Die Bevölkerung aber kommt dadurch vom Regen in die Traufe.
Apropos: Wasser und Opium – das sind die wahren Schätze des Landes. Wer darüber verfügt, hat schon mal vieles gewonnen. Hierum streiten Stämme und Bevölkerungsgruppen schon seit Jahrhunderten. Manche wurden und werden von den ausländischen Besetzern bezahlt und somit im Krieg gegen die Taliban instrumentalisiert: Sie bekämpfen alsdann umso heftiger die Konkurrenten. Oftmals suchen ihre Gegner (ohne Regierungsgnaden) Hilfe bei den Taliban, wenn sie befürchten müssen, dass die ausländischen Truppen oder Drogenbosse (mit Staatsgewalt und den Waffen des Westens) ihre Mohnfelder zerstören. Und dies obwohl die Taliban während ihrer Herrschaft den Drogenanbau verboten hatten. Damit gibt es nicht nur einen Kriegsschauplatz, auf dem beide Kriegsseiten aufeinandertreffen, sondern viele kleine, die eigentlich überhaupt nichts mit einer Demokratisierung des Landes zu tun haben – ganz im Gegenteil. Viele der Warlords sind durch den Westen erst so richtig mächtig geworden. Ihre Vertrauensleute sitzen in der Verwaltung, der Regierung und auf vielen anderen sehr wichtigen Positionen. Diesen Krieg können weder die ausländischen Truppen, noch das normale Volk gewinnen.
Die auf der Bonner Afghanistan-Konferenz beschlossene “Dekade der Transformation” bis 2024 wird wohl als Wunschvorstellung zu den Akten gelegt werden müssen. Sobald die Militärs, Geld- und Waffengeber das Land verlassen haben, werden sich die dortigen Mächtigen gegenseitig die Schädel einschlagen. Genau das führte 1989 unter Präsident Najibullah zum Bürgerkrieg. Lachende Dritte werden die Taliban sein. Wen werden sie dann wohl auf der Beton-Plattform für die Verkehrs-polizisten vor dem Präsidentenpalast aufhängen und öffentlich zur Schau stellen?
Die Taliban sind in letzter Zeit wieder stärker aufgetreten. Erst im August besetzten sie die Stadt Ghasni, rund 100 km nördlich der Hauptstadt Kabul. Unterstützt werden sie dabei vornehmlich aus Pakistan – zudem soll nach einem Bericht der Deutschen Welle auch Russland mitmischen, das sich dadurch eine stärkere Position für die Friedensverhandlungen erwartet. Ausserdem halten sich nach Schätzungen rund 3.000 Kämpfer der Terror-Miliz Islamischer Staat (IS) im Land auf – zumeist unerkannt.
Wie könnte nun aber tatsächlich eine Lösung aussehen? Experten haben hierzu mehrere Szenarien aufgestellt:
.) Best Case-Szenario
Bei der Bildung einer Allparteien-Regierung der “nationalen Einheit” setzen sich alle an einen runden Tisch, Regierung, Stämme, ethnische Gruppen, Drogenbosse, Taliban, und beraten über ein neues Afghanistan. Obgleich eine solche Regierung die legitimste und beste wäre, ist sie höchst unwahrscheinlich: Die einzelnen Interessen liegen zu weit auseinander. Dennoch könnten Spielregeln dafür sorgen, die aus den bewaffneten Konflikten vorerst politische machen würden, die dann ausverhandelt werden könnten.
.) Status Quo-Szenario
Mit der weiteren Unterstützung des Westens wird eine auch sicherheitspolitisch eigenständig agierende Regierung aufgebaut, die den bewaffneten Aufständischen kräftemässig überlegen ist, sodass diese in eine politische Lösung einlenken müssen, da sie dauerhaft unterlegen sein werden. Aufgrund der derzeitigen Machtverhältnisse in der Politik und Wirtschaft und damit der unterschiedlichen Interessen der Streitparteien erscheint auch diese Lösung als eher unwahrscheinlich.
.) Das Teilungsszenario
Die ausländischen Truppen ziehen sich komplett aus dem Süden und Osten des Landes zurück um dafür im Norden und Westen staatliche und demokratische Strukturen aufzubauen. Auf der anderen Seite würde ein paschtunischer Staat entstehen. Keine wirklich gute Lösung für den Nachbarstaat Pakistan. Hier leben wesentlich mehr Paschtunen als in Afghanistan. Sie würden sich höchstwahrscheinlich ebenfalls unabhängig erklären wollen. Ein solches Szenario kennen wir aus dem nahen Osten mit einem Kurdenstaat, der Teile des Irak, Syriens und auch der Türkei betreffen würde. Dagegen geht der türkische Staats- und Minister-präsident Erdogan mit aller Härte vor. Unter Verletzung des Völkerrechts. Ähnlich würde wohl auch Pakistan handeln. Dabei sollte nicht vergessen werden, dass Pakistan Atommacht ist.
.) Worst Case-Szenario
Nach dem Abzug der ausländischen Truppen keimt erneut ein sehr blutiger Bürgerkrieg auf, da wohl alle gegenüberstehenden Fronten auf Rache sinnen und sich gleichzeitig das grösst-mögliche Gebiet aneignen wollen.
Die Ereignisse im Irak, Libyen und höchstwahrscheinlich auch Syrien lassen erkennen, dass wohl letzteres vonstatten gehen wird. Ist es jedoch völkerrechtlich vertretbar, in einen schwelenden Konflikt militärisch einzugreifen um einige Jahre später erneut das Land seinem Schicksal zu überlassen? Vor diesem Hintergrund ist auch die hohe Anzahl von afghanischen Flüchtlingen zu verstehen. Gerade die jungen Männer sind im Krieg mit der Lebensphilosophie aufgewachsen, schneller als der Gegenüber zu sein. Viele wollen nicht eingezogen werden um auf einer der beiden Seiten kämpfen zu müssen. Die Alternative: Tod durch Enthauptung! Gleichzeitig wird die organisierte Kriminalität von beiden Seiten nahezu verstaatlicht um mit dem Geld aus dem Drogenverkauf weitere Waffen aufkaufen zu können. Ob mit Zukunft oder ohne ist den Drogenbossen gleichgültig – an erster Stelle steht das eigene Wohl!
Viele Mullahs und Imame sprechen sich inzwischen gegen die Gewalt durch Selbstmordattentate aus und verurteilen diese als “Unislamisch” (der Imam der Zentralmoschee von Herat, Hebatullah Fazeli). Wenn auch nicht offiziell und laut, da viele ihrer Kollegen von den Hasspredigern zum Abschuss freigegeben wurden und dies mit ihrem Leben bezahlen mussten. Fazeli selbst wurde danach ebenso Opfer eines Selbst-mordanschlages. Er überlebte diesen zwar, verlor aber ein Bein. Auch hierzu einige Zahlen: Im Jahr 2017 starben nach offiiellen Angaben der United Nations Assistance Mission to Afghanistan (UNAMA) 3.438 Menschen bei Kampfhandlungen, weitere 7.015 wurden verletzt. Insbesondere die Zahl der Kinder als Gewaltopfer ist mit 3.179 besonders erschreckend. Heuer waren zwischen Januar und Juni bereits 1.700 zivile Opfer zu beklagen.
Experten bezeichnen Afghanistan gerne als “Rentierstaat”, bei dem die meisten Einkünfte von anderen Staaten wie den USA oder der damaligen Sowjetunion stammen. Seit 1950 etwa kommen 40 % der Staatsein-nahmen von ausserhalb des Landes – vieles davon sind Entwicklungs-gelder. Das wird wohl auch in Zukunft so bleiben.
Ich bin zwar nur ein winzig kleines Zahnrädchen im Weltengefüge! Doch gestatten Sie mir zum Schluss einen Gedanken: Würde die Staaten-gemeinschaft geschlossen gegen den Drogenhandel ankämpfen, wäre nicht nur ein grosser Schlag gegen die organisierte Kriminalität möglich! Schliesslich stammen 75 bis 95 % des weltweiten Rohopiums aus dem Land am Hindukusch. Somit würden viele deutsche, österreichische und schweizerische Söhne und Töchter nicht durch einen goldenen Schuss mit afghanischem Heroin sterben! Vielleicht käme es sogar zu einer Lösung des Konfliktes in Afghanistan und zu einem Ende des Flüchtlingsstromes von dort (in Österreich wurden 2017 noch 3.781 Asylanträge afghanischer Staatsbürger eingereicht – die Abschiebequote liegt bei etwa 20 %). Es sollte jedoch nicht unerwähnt bleiben, dass viele der Kinder und Jugendlichen gar nicht aus Afghanistan kommen. Ihre Eltern sind von dort nach Pakistan (1,8 Millionen afghanische Flüchtlinge) oder in den Iran geflohen. Sie haben also bei einer Abschiebung weder Verwandte noch Bekannte in Afghanistan.

Lesetipps:

.) Der Krieg, der niemals endet; Carsten Jensen/Anders Hammer
.) Afghanistan. Sozialer Wandel und Staat im 20. Jahrhundert; Jan-Heeren Grevemeyer; Vwb-Verlag 1990
.) In Afghanistan; Peter Schwittek; Vdf Hochschulverlag 2011
.) Modern Afghanistan: A History of Struggle and Survival; Amin Saikal; I. B. Tauris & Co Ltd. 2006
.) Afghanistan in the Balance: Counterinsurgency, Comprehensive Approach and Political Order; Hrsg.: Hans-Georg Ehrhart/ Sven Gareis / Charles Pentland; McGill-Queens University Press 2012
.) Afghanistan. A Cultural and Political History; Thomas Barfield; Princeton University Press 2012
.) Descent into Chaos: the United States and the Failure of Nation Building in Afghanistan; Ahmed Rashid; Viking 2008
.) Revolution Unending – Afghanistan: 1979 to the Present; Gilles Dorronsoro; C Hurst & Co Publishers 2000
.) The Taliban Revival – Violence and Extremism on the Pakistan-Afghanistan Frontier; Hassan Abbas; Yale University Press 2014
.) The Taliban Phenomenon, Afghanistan 1994–1997; Kamal Matinuddin; Oxford University Press 1999
.) Ghost Wars: The Secret History of the CIA, Afghanistan, and Bin Laden, from the Soviet Invasion to September 10, 2001; Steve Coll; Penguin Press HC 2004
.) Afghanistan – A Country Without a State?; Hrsg.: Christine Noelle-Karimi/Conrad Schetter/Reinhard Schlagintweit; IKO 2002
.) Kleine Geschichte Afghanistans; Conrad Schetter; Beck Verlag 2011

Links:

- www.mfa.gov.af/
- www.afghan-web.com/
- unama.unmissions.org
- www.nato.int/
- www.afghanistan-analysts.org
- areu.org.af
- www.auswaertiges-amt.de
- www.bpb.de/
- www.bicc.de
- www.hsfk.de
- www.politische-bildung.de
- www.ag-friedensforschung.de
- inef.uni-due.de
- www.swp-berlin.org
- www.sigar.mil/
- www.crisisgroup.org
- www.hrw.org/de
- www.kas.de
- www.fes.de
- suedasien.info
- www.savethechildren.de/

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