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Syphilis – eine Geißel Gottes?

Die Geschlechtskrankheit Syphilis, oder auch “Lues” bzw. “maladie française”, wurde in früheren Zeiten als “Strafe Gottes” bezeichnet. Schon im Jahre 1495 sprach der Arzt Niccolo Leoniceno aus Vicenza in seinen Vorlesungen von der Epidemie einer Krankheit, die er als “Morbus gallicus” benannte. Er bezog sich auf eine neuartige Hauterkrankung, die seit 1493 in den spanischen Hafenstädten tobte und sich von dort rasend schnell im gesamten westlichen Mittelmeerraum ausbreitete. Den Ursprung könnte sie in der zweiten Fahrt von Christoper Kolumbus nach Hispaniola (Haiti) gehabt haben. Molekularbiologen haben inzwischen nachgewiesen, dass tatsächlich Bakterien des südamerikanischen Syphilisstammes auf diese Art nach Europa eingeschleppt wurden. Während der Besetzung Neapels im Jahr 1495 durch Karl VIII. von Frankreich kam es dort wirklich zu einer Epidemie, die von den Söldnertruppen über das ganze restliche Europa verschleppt wurde. Eine andere Ursprungstheorie geht von einer sehr seltenen Konjunktur des Saturns mit dem Jupiter im Zeichen des Skorpions und Hause des Mars aus (Miasma-Theorie). In einem Gedicht des Mediziners Girolamo Fracastoro soll der Schafhirte Syphilus von Gott mit einer neuen Krankheit bestraft worden sein, da er Gotteslästerung betrieb – das brachte den Namen. Zudem wird sie ausschliesslich durch den Geschlechtsverkehr übertragen und der Betroffene geht meist elendigst zugrunde. Durchaus also Hinweise für eine böse Strafe notorischer Sünder durch die höchste Obrigkeit. Knochenfunde im englischen Riverhall/Essex zeigen allerdings, daß das Bakterium bereits vor 1445 aktiv war. Auch Grabungen am Domplatz von St. Pölten/Österreich brachten Skelette aus dem 14. Jahrhundert zu Tage, die typische Syphilis-Merkmale aufwiesen. Archäologische Ausgrabungen in der griechischen Siedlung Metapont in Süditalien gaben ebenfalls Hinweise darauf, dass die Menschen schon weitaus früher an Syphilis erkrankten. Die Knochen stammen aus dem 6. Jahrhundert vor Christus. Die Gefahr also, sich bei oftmaligem Partnerwechsel zu infizieren, war vor der Erfindung des Kondoms sehr hoch. Nachdem nun die Ärzte aufschreien, daß die Zahl der Erkrankungen wieder eklatant ansteigt, möchte ich dem nachgehen: Was steckt wirklich dahinter?!
Die Krankheit überträgt sich durch das spiralförmige Bakterium Treponema pallidum während des Geschlechtsakts. Ausserhalb des Körpers stirbt es sehr rasch ab, innerhalb teilt es sich alle 36 Stunden. Das Bakterium gelangt über die Schleimhaut oder feinste Hautrisse in das Innere des Körpers. Somit ist also nicht nur der herkömmliche Geschlechtsverkehr, sondern zudem Oral- oder Analsex durchaus riskant. Ebenso wie der HI-Virus ist die Infektion auch durch Bluttransfusionen oder Blutkontakt möglich – jedoch weitaus seltener. Die letzte Infektion durch eine Bluttranfusion liegt in Deutschland bereits 20 Jahre zurück. Auch eine Infektion während der Schwangerschaft ist sehr problematisch und kann zu einer Fehlgeburt oder einem infizierten Kind führen (Lues connata präcox). Ab der 20. Schwangerschaftswoche ist der Erreger plazentagängig, überwindet also die natürliche Barriere zwischen dem Kreislauf der Mutter und dem des Kindes. Neugeborene Infizierte sind normalerweise unauffällig, die Krankheit zeigt sich erst etwas später. Einige wenige Säuglinge können unter Atemnot, Ödeme, Untergewicht, Hautausschlägen, Lymphknoten- oder einer Milzschwellung leiden. Die Lues connata tarda tritt bei einer Infektion der Mutter in der Schwangerschaft während der ersten Lebensmonate des Kindes auf. Sie äussert sich durch Knochenfehlbildungen an Gaumen, Stirn und Nase, Fieber, Hautausschlag, blutigem Schnupfen, Taubheit, Krampfanfällen und Knieproblemen. Aufgrund dieser schwerwiegenden Krankheitsbilder wird bei Schwangerschaftsuntersuchungen automatisch eine mögliche Syphilis-Infektion der Mutter überprüft. Deshalb sind derartige Erkrankungen bei Kindern zumindest in unseren Breiten sehr selten geworden. Ansonsten kann rechtzeitig mit einer entsprechenden Therapie begonnen werden.
Apropos Therapie: Aufgrund der guten Therapieerfolge hat die Syphilis offenbar ihren Schrecken verloren. So steigt die Anzahl der Neuinfektionen jedes Jahr. In Deutschland wurden beispielsweise im Jahr 2014 rund 5.700 Erkrankungen gemeldet, ein Jahr später bereits 6834. V.a. homosexuelle Männer sind davon betroffen. Weltweit stecken sich zirka 12 Millionen Menschen pro Jahr an. Jedoch nicht nur an Syphilis, sondern auch an Krankheiten, die von Erregern aus derselben Bakterien-Familie stammen: Bejel (Afrika und Mittlerer Osten), Frambösie (Afrika, Asien und Lateinamerika), Pinta (Süd- und Mittelamerika) oder auch der Plaut-Vincent-Angina. In Westeuropa sank die Zahl aufgrund der AIDS-Kampagnen ab den 80er Jahren. Seit 2001 allerdings steigt die Kurve wieder an. In Österreich etwa wurden 2006 267 Erkrankungen gezählt, ein Jahr später waren es bereits 441 und 2008 gar 551. Nichtpathogene Treponema-Arten hat jeder Mensch in der Flora des Mundes, des Verdauungstraktes und in den Geschlechtsorganen.
Eines sollte jedoch niemals vergessen werden: Gegen die Krankheit wird man nicht immun sondern kann sich jederzeit wieder anstecken. Das Risiko einer Ansteckung beim ungeschützten Geschlechtsverkehr mit einer erkrankten Person liegt bei 40-60 %. Nicht immer treten nach einer Infektion Beschwerden sofort auf. Es kann sogar mitunter Jahre dauern.
Die Syphilis verläuft in drei bis vier Stadien – bei einer gleichzeitigen HIV-Infektion jedoch atypisch. Auch im Einzelfall kann es zu einem komplett anderen Krankheitsverlauf kommen.

- Primärstadium
Meist zwei bis drei Wochen nach Ansteckung – aber auch bis zu 90 Tage danach. Aus einem etwa hirsekorn-grossen Knoten entwickelt sich ein schmerzfreies, nässendes Geschwür am Penis oder der Scheide, das einen harten Rand (Ulkus durum) ausbildet. Hier traf der Erreger auf. In diesem ersten Stadium ist die erkrankte Person am ansteckendsten: Es reicht schon ein kurzer Hautkontakt. Ohne entsprechende Therapie bleibt der Erkrankte jedoch über Jahre hinweg infektiös. Je nach Sexualpraktik kann dieses Geschwür auch im Mund, am After oder auf den Brüsten auftreten. In weiterer Folge schwellen die benachbarten Lymphknoten (etwa in der Leistengegend) an. Dies verschwindet üblicherweise nach einigen Wochen wieder von selbst.
- Sekundärstadium
Durch das Gefässsystem (Blut- und Lymphbahnen) breitet sich das Bakterium nach zwei bis drei Monaten über den ganzen Körper aus. Dies führt zu einem Anschwellen der Lymphknoten – vornehmlich am Hals und in den Achseln. Damit einher gehen Gelenk- und Muskelschmerzen, Abgeschlagenheit, Fieber und Kopfschmerzen. Am Körper, zumeist an den Handflächen und Fusssohlen tritt ein nicht-juckender, masernartiger Hautausschlag auf. Aus diesen Flecken bilden sich mit der Zeit rötliche bzw. bräunliche Knoten, die aufplatzen und nässen können. Das sind Krankheitserreger, die wiederum hochinfektiös sind. Besonders grosse Knoten bilden sich im Genital- bzw. Analbereich – der Mediziner bezeichnet sie als “Condyloma lata”. Bei manchen Patienten kann es zu einem Haarausfall und einer Veränderung der Mundschleimhaut kommen. Dabei sind auch Mandeln und Rachen entzündet. Diese Symptome ebben normalerweise nach einem Jahr wieder ab – sie können jedoch jederzeit erneut auftreten (“versteckte Syhilis”).
- Tertiärstadium
Rund 25 % der nicht behandelten Erkrankten kommen – wenn auch drei bis fünf Jahre später – in dieses Stadium. Nun wird’s so richtig unschön, da alle Organe, Knochen und Muskeln des Körper entzündet sind. Auf der Haut, der Zunge und der Nase bilden sich grosse Knoten, die aufplatzen können. Blutgefässe werden befallen; so kann es zu einem Aorten-Aneurysma kommen (bis zu 30 Jahre später). Bricht diese Aussackung der Hauptschlagader, so droht eine rasche Verblutung. Undichte Herzklappen (Herzklappen-Insuffizienz) führen zu Problemen des Herz- und Kreis-laufsystems. Ist auch der Sehnerv oder die Regenbogenhaut des Auges entzündet, so kann dies auf auf eine Entzündung des zentralen Nervensystems schliessen lassen.
- Quartärstadium
Wird das zentrale Nervensystem geschädigt (unbehandelt bei ebenfalls rund 25 % – möglicherweise auch erst Jahrzehnte später), so bezeichnet dies der Fachmann als “Neurosyphilis”. Sie zerstört sowohl das Gehirn als auch das Rückenmark. Anzeichen für ein geschädigtes Rückenmark sind lanzenstichartige Schmerzen in der Bauchgegend und den Beinen. Weiters folgen Probleme an Knochen und Gelenken (unsicherer Gang), Kreislauf-störungen, Gefühlsbeeinträchtigungen, Kontrollverlust über Blase und Darm und schliesslich Lähmungen. Derartige Symptome sind als “Tabes dorsalis” bekannt. Wird das Gehirn in Form einer chronischen Gehirnentzündung beeinträchtigt (Syphilis cerebrospinalis), so spricht man von einer “progressiven Paralyse”, also einer fortschreitenden Lähmung, begleitet von Wahnvorstellungen und Halluzinationen. Die Folge ist ein geistiger Abbau bis hin zur Demenz und dem Tod. Erste Anzeichen dafür können sein: Kopfschmerzen und Nackensteifigkeit, Schwächen beim Hören und Sehen, ja mitunter auch Lähmungs-erscheinungen.
Wird nun die Krankheit nicht behandelt, so heilt sie bei jenen, die Glück haben, aus (33 – 50 %). Damit würde ich jedoch nicht spekulieren – ein möglicherweise tödlicher Gedankengang (bei rund 10 %).
Das heimtückische an dieser Krankheit ist, dass sie über Jahre hinweg komplett im Verborgenen brodeln kann. Dann ist sie nur anhand von Bluttests nachweisbar. Kann der Dermatologe und Venerologe, an den der Hausarzt überwiesen hat, aus dem durch einen Abstrich entnommenen Sekret nichts erkennen, ist ein solcher Bluttest für die Diagnose unbedingt erforderlich. Dabei wird anhand eines
- TPPA-Tests (Treponema-pallidum Partikelagglutinationstest) oder
- TPHA-Tests (Treponema-pallidum-Hämagglutinationstest)
überprüft, ob das Immunsystem bereits Abwehrkörper gegen das Bakterium gebildet hat. Ist dies der Fall, wird mit einem Bestätigungstest wie dem FTA abs (Treponema-pallidum-Antikörper-Fluoreszenztest) oder Immunoblot die Gewissheit geholt. Besteht der dringende Verdacht auf eine Erkrankung, allerdings lässt sich das nicht nachweisen, so werden die Proben nach zwei bis drei Wochen wiederholt. Nun muss ausgeschlossen werden, dass das zentrale Nervensystem ebenfalls befallen ist. Dies wird bei örtlicher Betäubung durch eine Liquorpunktion durchgeführt. Dabei führt der Arzt eine feine Nadel in den Rückenmarks-kanal ein und entnimmt Rückenmarksflüssigkeit. Auch diese wird auf Antikörper gegen das Bakterium hin analysiert. Ein Syphilis-Patient wird stets auf andere Geschlechtskrankheiten und dem HI-Virus überprüft, da diese den Krankheitsverlauf und die Therapie beeinflussen können.
Nachdem die Syphilis meldepflichtig ist, erstattet bereits der Laborarzt eine solche Meldung in Deutschland an das Robert-Koch-Institut, in Österreich an die Landessanitätsbehörde, in der Schweiz an den kantonsärztlichen Dienst und das Bundesamt für Gesundheit (BAG). Die Meldung erfolgt anonym, also ohne Namensnennung des Patienten. Sie wird in weiterer Folge durch die Untersuchungsergebnisse des behandelnden Arztes ergänzt.
Im 15. Jahrhundert erfolgte die Behandlung der Patienten mit Queck-silbersalzen – sie starben alsdann nicht an der Syphilis als vielmehr einer Quecksilbervergiftung. Auch mit Arsen wurden Versuche durchgeführt, die oftmals tödlich endeten. Nachdem bekannt wurde, dass der Erreger ab 41 Grad Celsius abstirbt, wurden Patienten mit Malaria infiziert – dafür erhielt der österreichische Psychiater Julius Wagner-Jauregg 1927 sogar den Nobelpreis für Medizin. Erst 1943 entdeckte der US-amerikanische Arzt John F. Mahoney die Wirksamkeit von Penicillin. Heutzutage werden auch andere Antibiotika (wie Cephalosporine, Tetrazykline, Makrolide) eingesetzt. Die Dosierung und Intensität richtet sich nach dem Krankheitsstadium. Die Prognosen für eine Heilung im ersten oder zweiten Stadium sind sehr gut. Wurden aber bereits Organe befallen, so ist dies irreversibel. Die Heilungschancen im dritten und vierten Stadium sind entsprechend schlecht. Zerfällt der Erreger während der medikamentösen Therapie zu rasch, so kam es in Einzelfällen durch das Freiwerden von Toxinen zur sog. “Jarisch-Herxheimer-Reaktion”: Fieber, Muskelschmerzen, Schüttelfrost und schliesslich Blutdruckabfall. Dagegen erfolgt eine Kortisonverabreichung.
Immer wieder gab es auf der Suche nach einem wirksamen Gegenmittel Medizinskandale. Dabei wurden oftmals Patienten ohne deren Wissen infiziert. Der wohl grösste Skandal jedoch erfolgte zwischen 1932 und 1972 im Städtchen Tuskegee/Alabama in den USA (“Tuskegee-Syphilis-Studie”). Die zumeist armen, afro-amerikanische Erkrankten wurden absichtlich nicht behandelt um zu beobachten, wie sich die Krankheit entwickelt. Die Betroffenen wurden auch 1943 nach der Mahoney-Entdeckung einer Therapie in Unkenntnis gelassen. Die USA übrigens führten zudem in den Jahren 1946 bis 1948 in Guatemala Menschen-versuche durch.
Es liegt in der Pflicht, dass der/die Betroffene alle Partner, die er/sie nach der möglichen Infektion gehabt haben könnte (bis zu 90 Tage vor Auftreten der ersten Symptome), informiert, damit auch sie sich behandeln lassen können (“Partner-Tracing”). Wird die Krankheit erst im zweiten Stadium erkannt, so müssen alle Partner der vergangenen zwei Jahre untersucht werden.
Vorsicht bei Selbstdiagnosen und Behandlungen: Bei der Syphilis muss unbedingt ein Arzt aufgesucht werden.
Wer sich bei häufigem Partnerwechsel all das ersparen möchte, sollte stets den mit einem Kondom geschützten Geschlechtsverkehr bevorzugen. Zwar besteht auch hier keine 100 %-ige Sicherheit, doch wird eine mögliche Übertragung unwahrscheinlicher.

Film:

.) Das Syphilisgeheimnis; S. Cerasuolo, E. Fergnachino; Großbritannien 2002

Lesetipps:

.) Der Unzucht und Lastern derbey entspringende Krankheit: Syphilis und deren Bekämpfung in der Frühen Neuzeit am Beispiel des Wiener Bürgerspitals St. Marx; Melanie Linöcker; VDM Verlag Dr. Müller 2008
.) Der Ursprung der Syphilis: eine medizinische und kulturgeschichtliche Untersuchung; Iwan Bloch; Fischer 1901
.) Martin Pollich von Mellrichstadt (geb. um 1455, gest. 1513) und sein Streit mit Simon Pistoris über den Ursprung der „Syphilis“; Helmut Schlereth; Königshausen & Neumann 2001
.) Aus der Frühgeschichte der Syphilis. Handschriften- und Inkunabelstudien: epidemiologische Untersuchung und kritische Gänge (= Studien zur Geschichte der Medizin. Band 9); Karl Sudhoff; Barth 1912
.) Amors vergifteter Pfeil. Kulturgeschichte einer verschwiegenen Krankheit; Ernst Bäumler; Hoffmann & Campe 1976
.) Die Strafe der Venus. Eine Kulturgeschichte der Geschlechtskrankheiten; Birgit Adam; Orbis 2001
.) Handbuch der Geschichte der Medizin; Hrsg.: Max Neuburger/Julius Pagel; G. Fischer 1905
.) Ethics and error. The dispute between Ricord and Auzias-Turenne over syphilization 1845–70; D. Beyer Perett; Stanford 1977
.) The Columbian exchange: biological and cultural consequences of 1492; Alfred W. Crosby; Praeger 2003

Links.

- www.dstig.de
- www.oegstd.at
- www.bmgf.gv.at
- www.bag.admin.ch/bag/de
- www.meduniwien.ac.at
- www.gesundheitsamt-bw.de
- www.rki.de
- www.laborkrone.de
- www.liebesleben.de
- www.aids.ch
- www.lovelife.ch/de
- www.cdc.gov

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Sex aus der Dose

Nachdem in Japan dieser Tage der erste virtuelle Sex-Anzug vorgestellt wurde, dachte ich mir, ich widme mich mal wieder diesem einen Thema, da es ohnedies noch etwas dauern wird, bis der Anzug auch in Europa zu erhalten ist (lol). Diese Zeit kann inzwischen überbrückt werden – mit Nahrungsmittel! Ja richtig gehört – Lust ist auch essbar! Es müssen ja nicht gleich Tigerhoden oder fein gemahlenes Nashornpulver sein. Aphrodisierende Lebensmittel – heissbegehrt seit Jahrhunderten!

https://www.youtube.com/watch?v=o_pzkkDoxxg

Das Wort “Aphrodisiakum” leitet sich von der griechischen Göttin der Liebe “Aphrodite” ab. Darunter versteht man all jene Produkte, die unmittelbar oder nur mittelbar das Lustempfinden und damit die Sexualität beeinflussen. Dazu gehören auch Nahrungsmittel, die ansonsten eher weniger mit Sex in Verbindung gebracht werden. Die beste Version ist natürlich jene, bei der Mann sie von einem schönen Frauenkörper essen kann. Da gibt’s im besten Fall gleich zweimal was zu naschen! Besonders geeignet sind hierfür Erdbeeren, da sie einen hohen Anteil an Zink aufweisen (fördert die Blutzirkulation und die Testosteronproduktion) – in der SM-Szene übrigens schon mal gerne tiefgefroren verwendet. Allerdings hat Mann dafür nicht immer gerade die richtige Frau parat, schliesslich gibt’s eine ziemliche Sauerei, wenn das Ganze auch noch mit Schokolade versüsst wird. Also bleibt es beim Essen. Und – siehe da: Lust kann als wahre Gaumenfreude beginnen! Das wussten auch schon unserer Ur-Ur-Ur-Ahnen, weshalb die Suche nach dem Liebeselixir schon über Jahrhunderte hinweg andauert. Folgend einige Beispiele aus Oma’s sexueller Ernährungs-Schmuckschatulle.
Derzeit steht alles in Blüte, die Sonne weckt vieles und viele wieder aus dem Winterschlaf. Frühling ist Spargelzeit! Das Gemüse ist reich an Vitamin E, Kalium, Calcium, Zink, Phosphor und Aminosäuren – die Bausteine der Sexualhormone. Somit ist es also nicht als Witz zu verstehen, dass der Spargel die Ausdauer beim Sex fördert, weshalb er beispielsweise in der ayurvedischen Medizin seit Urzeiten zum Einsatz kommt. Die Chinesen schwören auf das phallusartige Gemüse!
Übrigens beinhalten auch Bananen viele der Ausgangsstoffe für die Bildung der Geschlechtshormone. Zudem gleicht ja auch sie rein optisch einem Phallus.
V.a. Eiweiss, Zink und Vitamin D finden sich in den Austern oder Jakobsmuscheln. Schon die alten Römer wussten von ihnen als Aphrodisiakum zu berichten. Schliesslich wird durch deren Genuss die Bildung von Testosteron angeregt. Ausserdem sollen sie die Fruchtbarkeit durch das Ankurbeln der Spermienproduktion erhöhen – ideal also für Pärchen mit Kinderwunsch! Der Legende nach hat Casanova bis zu 50 Austern pro Tag verdrückt! Ehrlich? Das Schlabberzeugs ist nicht wirklich meins!!!
Grundsätzlich wirkt sich der Genuss aller Meeresfische und vieler -früchte positiv auf das Gemütsleben aus, da sie reich an Omega3-Fettsäuren sind. Sie steigern die Spermaproduktion des Mannes und sind federführend beteiligt an der Ausschüttung von Dopamin und Norepinephrin. In der Zubereitung vielleicht noch ein Zweig Rosmarin? Nicht nur für den Geschmack sehr zielführend. Rosmarin steigert die Durchblutung und fördert die Sensibilisierung der Haut. Auch der Meerrettich übrigens regt den vermehrten Blutfluss an.
Alsdann sind Blaubeeren ausgezeichnet für die Durchblutung geeignet, da sie die Blutgefässe erweitern. Wie wir alle wissen ist der Penis ja ein Schwellkörper, der für die Erektion viel Blut benötigt. Zudem enthalten die kleinen Beerchen viel Vitamin C für die Bildung der Sexualhormone und Zink für die Spermienproduktion. So ganz nebenbei: Auch Kürbiskerne strotzen geradezu vor Zink.
“Der Nektar der Liebenden” ist der Granatapfel – reich an pflanzlichen Hormonen. So etwa dem Östrogen. Das stärkt die Libido der Frau. Der Granatapfelsirup ist in den meisten Liebesgetränken enthalten. Die Frucht galt schon in der griechischen Antike als Symbol für die Liebe und die Fruchtbarkeit. Nicht zuletzt aufgrund des enthaltenen Piperidin, das nach amerikanischen Studien bei leichter Potenzschwäche wieder den Mann stehen sollte.
Nicht jedermann’s Sache – ich mag sie trotzdem gerne auf meiner Pizza: Die Artischocke. Vitamin C und v.a. das Cynaridin regen die Sexualdrüsen an. Beim weiblichen Geschlecht werden dadurch mehr Östrogene produziert, die die Durchblutung auch der Vagina beeinflussen..
Die Schokolade habe ich ja bereits im Kakao-Blog ausführlich beschrieben. Der hirneigene Botenstoff Phenylethylamin und das Theobromin machen nicht nur glücklich sondern auch sinnlich. Sie wirkt zudem blutverdünnend. Die Schoki wurde bis in’s 19. Jahrhundert in Apotheken verkauft! Die Wissenschaft jedoch glaubt nicht wirklich an den positiven Effekt. Schliesslich müssen Unmengen des schwarzen Goldes verzehrt werden, damit der Magen nicht alle Wirkstoffe abbaut, bevor sie auch nur den Hauch einer Chance bekommen, in die entsprechenden Hirnregionen geleitet zu werden, die sie anregen können. Allerdings wurde nachgewiesen, dass die Zuneigung zu einem möglichen Partner verstärkt werden kann, wenn dieser während des Genusses von Schokolade anwesend ist. Und: Wissenschaftler der Universität Sussex stellten im Jahr 2007 anhand einer Testreihe fest, dass die Herzfrequenz und Hirnströme nach dem Kakao-Genuss rund viermal länger anhält als im Anschluss an Küsse! Hat also doch etwas, das süsse Etwas!
Wer es besonders scharf haben will, greift am besten zur Chilli oder dem Pfeffer. Die Schote regt die Durchblutung der Schleimhäute an. Zudem bewirkt der Import aus Mexiko die Freisetzung von Endorphinen und körpereigener Opiate, die richtiggehend high machen. Das führt zur Euphorie und Schmerzunempfindlichkeit. Das Capsaicin regt ausserdem den Stoffwechsel an.
Ebenfalls mehr Sauerstoff aufgrund des höheren Blutflusses erhalten die Körper- und Sexualregionen durch das ätherische Öl der Ingwerwurzel. In der Geschichte trägt sie die Bezeichnung “Göttliches Feuer”! Zudem ist es wärmend und regt das Nervenkostüm des Betroffenen an.
Kaum zu glauben – Muskatnuss! Sie ist stimulierend und ebenfalls anregend, was sie ihrem ätherischen Öl zu verdanken hat (eine Vorsubstanz von Ecstasy). Doch ist Vorsicht geboten – zu viel der Nuss kann sehr gefährlich sein.
Die sog. “Nasen”, also die Kreateure von Parfüms, wissen, dass Herr und Frau Deutsche und Österreicher immer auf einen Hauch von Vanille stehen. Tatsächlich wirkt der Duft v.a. während des Geschlechtsaktes als sehr erotisierend. Zuständig dafür sind die enthaltenen Pheromone. In Parfüms werden allerdings ebenso seit langer Zeit bereits Basilikum und Orangenduft verwendet, der Anspannungen auflöst und für Zärtlichkeit sorgt.
Wenn wir nun schon bei den Düften des Winters sind: Zimt regt die Produktion der körpereigenen Pheromone, also der Sexuallockstoffe an. Gemeinsam mit Rotwein gibt’s nahezu kein Halten mehr (Resveratrol wirkt lustfördernd)! Ihr freundlicher Arzt oder Apotheker empfiehlt dies v.a. für Frauen, die selbst initiativ werden möchten. Und so ganz nebenbei tun die beiden Wirkstoffe Zimtaldehyd und Eugenol auch dem Kreislauf gut, während sich der Rotwein sehr wohltuend auf die Herzkranzgefässe und die Östrogen-Produktion auswirkt.
Die Nelke macht den Körper empfindsamer. Der enthaltene Wirkstoff Eugenol ist zudem enthemmend. Und schliesslich kann das Cheiriantin einen Schwellreflex im Penis auslösen. Damit es also auch wieder beim Nachbarn klappt. Sollten Sie nun ständig auf einer Nelke kauend den Tag verbringen, nehmen Sie dabei bitte Rücksicht auf Ihre Mitbürger – es stinkt nämlich grauenvoll. Ich hatte es mal durchaus wirkungsvoll gegen Zahnschmerzen versucht. Diese waren zwar weg, allerdings hielt jeder einen Respektsabstand von mir. Mir selbst war dies gar nicht bewusst!
Die Avocado verfügt über viel Vitamin E, ungesättigte Fettsäuren und der Aminosäure Tryptophan, die im menschlichen Gehirn in das Glückshormon Serotonin umgewandelt wird. Seit eh und je wird bei Erektionsproblemen auf die Heilkraft der Avocado gehofft. Ausserdem ähnelt die Frucht einer Vagina. Also auch etwas für die Augen!
Was für den Mann die Avocado ist für die Frau die Süssholzwurzel. Ihr wird eine wesentlich stärkere Leidenschaft nachgesagt. Gilt übrigens auch für das ätherische Öl der Petersilie.
Wer hätte gedacht, dass beispielsweise Chili con Carne die Flaute im Bett überwinden helfen könnte??? Bohnen machen müde Männer wieder munter, das Chili macht sie zudem auch ziemlich scharf!
Apropos Bohnen – das Bohnenkraut ist bei vielen Naturkundigen sehr beliebt. Als Tee mit vereinzelten Pfefferkörnern wirkt es förderlich auf die Gebärmutter.
Reich an Vitamin B ist der Honig. Dies verursacht die erhöhte Produktion an Testosteron.
Ähnlich üngläubig wie Sie nun gleich, schaute auch ich, als ich dies las: Knoblauch reinigt und erweitert die Venen. Er wird deshalb aufgrund des enthaltenen Allicins seit Urzeiten in der Medizin eingesetzt. Soweit so gut! Damit allerdings fördert er die Durchblutung auch der Geschlechtsorgane von Frau und Mann. Beim Sex jedoch sollten beide davon gegessen haben – aus Rücksicht.
Als Kind galt ich in einer Hinsicht als krasser Aussenseiter: Ich mochte Spinat! Auch heute noch esse ich das Gemüse mit grosser Vorliebe. Er beinhaltet viel Eisen und Magnesium, das für eine Erweiterung der Blutgefässe sorgt. Wichtig für das Stehvermögen des Mannes! Ausserdem verbessert er die Balance zwischen dem Östrogen- und dem Testosteron-Spiegel.
Sehr viel Magnesium enthalten zudem Nüsse. Bei den Walnüssen kommt noch hinzu, dass sie die Produktion des weiblichen Geschlechtshormons Progesteron steigern. Dieses sorgt für Ruhe und Ausgeglichenheit – Grundvoraussetzungen für das Abschalten können der Frau, da sie ansonsten den Sex nicht geniessen kann. Beim Mann verbessern sie die Form, Bewegung und Aktivität der Spermien. Nüsse, kombiniert mit Haferflocken zu einem Müesli bringt alsdann nicht nur Energie für den Tagesbeginn. Haferflocken verursachen auch eine Produktionssteigerung von Testosteron.
Selleriesamen passen ausgezeichnet zu Fischgerichten oder in Salate. Gleichzeitig wirkt dieser sehr anregend für die Frau, beinhaltet die Sellerie doch das Pheromon Androstenol (“jugendliche Fruchtbarkeit”), das auch im männlichen Schweiss vorkommt und so manchen kanadischen Holzfäller für das andere Geschlecht attraktiver macht. Ob sich Frau Mann durch Sellerie allerdings schöner essen kann – na ja, das sei dahingestellt!
Eine an- und erregende Wirkung wird auch der Quitte nachgesagt. Deshalb gehörte sie bei den alten Römern zu jedem Vorbereitungsritual für eine nachfolgende Orgie. Der Orient setzt da schon eher auf die Feige. Durch ihren hohen Gehalt an Zucker, Eisen und Calcium ist sie eine wahrhafte Energiebombe. Der ebenfalls enthaltene Phosphor soll das Seine in der Libido tun.
Eine Frage des Geldes ist das Kochen mit Safran. Auch wenn dieses Gewürz die Lüste steigern soll, bleiben viele aufgrund des Anschaffungswertes lieber lustlos in ihrem Leben. Gleiches gilt auch für die Trüffel. Das alte französische Sprichwort “Wer Trüffel liebt, liebt gut!” hat durchaus seine Berechtigung. Diese sehr speziellen und teuren Pilze beinhalten einen Lockstoff, auf den vor allem Frauen ansprechen. Deshalb sind Eber bei der Trüffelsuche zumeist erfolglos!
Tja – und dann war da auch noch das Prickeln im Bauchnabel der Frau: Schampus! Champagner wirkt nicht nur aufgrund des Alkohols enthemmend, tatsächlich auch wegen des Prickelns der entweichenden Kohlensäure. Allerdings gehen die Rechnungen für Dom Perignon, Krug oder Veuve Clicquot ab einer gewissen Anzahl an Schäferstündchen die Woche doch ordentlich in die Geldtasche! Vielleicht genügt ja für den Durchschnittsverdiener auch der Spumante!
Eine sehr überraschende Wirkung zeigte sich dem Schreiberling dieser Zeilen auch nach dem Genuss sog. “Russischer Eier”. Das Ei gilt grundsätzlich als allseitig zu verwendendes Kraftpaket. Gepaart mit Kaviar und Sardellen ergibt dies ein Aphrodisiakum, das es wahrhaft in sich hat. Also – bis zu diesem Zeitpunkt war mir dies gänzlichst unbewusst!

https://www.youtube.com/watch?v=Oh3DbWTg_5I

Experten empfehlen, die zahlreich in Apotheken und Drogerien, v.a. aber die im Internet angebotenen Pflanzenextrakte zu meiden. Entweder ist die Dosierung in diesen Präparaten sehr gering, wodurch wesentlich mehr davon benötigt wird (den Herstellern geht es ja ursächlich um die Verkaufszahlen, nicht um die Steigerung der Libido) oder es verspricht grundsätzlich etwas, das es nicht halten kann. Untersucht und den Erwartungen entsprochen hat bislang nur der Extrakt des westafrikanischen Yohimbe-Baumes – Produkte mit diesem Alkaloid aber sind rezeptpflichtig. Der Wirkstoff wird aus der Rinde des Baumes gewonnen und bei psychisch bedingter Impotenz eingesetzt. Ihm wird eine ähnlich aphrodisierende Wirkung wie Rosmarin zuerkannt. Nur wesentlich stärker!
Bleiben wir doch noch etwas bei den Mittelchen aus Übersee. Schon die Eingeborenen des brasilianischen Regenwaldes verwenden seit Jahrhunderten die Rinde des Catuaba-Strauchs um daraus Tee zu machen. Dieser zählt inzwischen aufgrund seiner belebenden und stärkenden Wirkung zu den beliebtesten Teesorten des Landes. Ob er allerdings wirklich gegen Impotenz hilft, sei dahingestellt. Ähnliches gibt es auch vom sog. “Potenzholz” (Muirapuama) zu berichten. Diese südamerikanische Baumrinde soll sich durch die Steigerung des Testosteronspiegels positiv auf das sexuelle Verlangen des Mannes auswirken. Na ja – wer daran glaubt! Ebenfalls leistungssteigernd ist Damiana, ein südamerikanisches Kraut, das schon von den alten Mayas geraucht, verräuchert oder getrunken wurde. Ob es sich auf den Sex auswirkt, ist ebenso wenig nachgewiesen wie Maca, Ginseng, Gingko, der Taigawurzel bzw. Datura. Letzteres ist ein Extrakt aus dem Stechapfel, das lebensgefährlich sein kann. Deshalb ist der Handel mit Stechapfel-Produkten verboten. All diese Wunderprodukte regen vielleicht den Kreislauf und damit auch die Durchblutung an, tun dem Immunsystem gut etc. – der Nachweis auf die Verbesserung von Schlafzimmerproblemen aber fehlt!
Werte Geschlechtsgenossen, die Sie diese Zeilen vielleicht gerade lesen sollten: Serviert Ihnen Ihre Liebste Spargel oder gar Austern zum Candlelight-Dinner im nach Vanille duftenden Esszimmer, steckt meist etwas mehr dahinter als die Absicht, Sie durch eine gezielte Nahrungsaufnahme zu sättigen! Neben all diesen durchaus nützlichen Tipps aus Mutter Natur sollten jedoch keineswegs die regelmässigen Streicheleinheiten für Körper und Seele vergessen werden. Schliesslich ist es sehr häufig der berufliche und private Stress, der sich immer mehr als Killer im Schlafzimmer herausstellt.

Lesetipps:

- Roh-Schokolade – Super Food und Aphrodisiakum; Britta Diana Petri/Thorsten Weiss (Autor); Schirner 2013
- Lebenselixiere: selbst herstellen; Jutta Beutel; Freya 2015
- Aphrodisiakum: Lustvolle Momente mit sinnlichen Rezepten; Barbara Reishofer; Books on Demand 2015
- Die “Orientalischen Fröhlichkeitspillen” und verwandte psychoaktive Aphrodisiaka (Ethnomedizin und Bewusstseinsforschung); Christian Rätsch; VWB-Verlag 1989

Links:

http://www.ernaehrung.de

https://www.1averbraucherportal.de

http://www.gesundheit-und-wohlbefinden.net

http://www.zentrum-der-gesundheit.de

http://www.undergroundhealth.com/

http://flirt.landwirt.com

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Können so lange Mann will

Sex ist das intensivste und schönste, was Frau und Mann miteinander haben können – selbstverständlich vorausgesetzt, dass beide es wollen! “Ha – da haben wir’s wieder!”, werden nun einige unter Ihnen meinen, “Mister Intoleranz! Wie sieht’s mit den Gleichgeschlechtlichen aus?” Ja – meinetwegen auch die – jeder so, wie er’s will. Ich heisse ja nicht Putin. Doch so mancher möchte länger und öfter. Was in jungen Jahren zumeist kein wirkliches Problem darstellt (allerdings bereits als solches an Bedeutung immer mehr zunimmt), wird, sobald man etwas älter wird, nicht mehr für jeden so selbstverständlich sein. Deshalb greifen viele – ob Männlein oder Weiblein – zu Mittelchen. Verständlich, denn wer als Mann schon eine unter multiplen Orgasmen bebende Frau oder vielleicht Mit-mehreren-Frauen-gleichzeitig-Sex erlebt hat, weiss wie aussergewöhnlich schön doch das Leben sein kann!
Schon in grauen Vorzeiten verwendeten deshalb jene, die es sich leisten konnten, potenzsteigernde Rezepturen, wie etwa Spanische Fliege, Damiana, Potenzholz, Ginseng und ähnliches. Andere schwörten auf Spargel, Rettich oder Kaviar. Andere Kulturen auf “Horny Goat Weed” (“Geiles Ziegenkraut”) oder gar Bullenhoden oder Haifischflossen. Diese alten Hausmittelchen haben heutzutage nahezu ausgedient. Jetzt bestimmt die chemische Pharmazie, ob, wie lange und wie häufig.

https://www.youtube.com/watch?v=KShkhIXdf1Y

Viagra© ist die wohl bekannteste Pille für den Mann. Nachdem die ersten Patente bereits ausgelaufen sind (Viagra© etwa 2013), wird fleissig an anderen Pillen gebastelt, ausgetestet und geforscht. Alleine in Deutschland sind seither rund 20 neue Generika in diesem Bereich zugelassen worden. Vor allem auch, um bisherige, etwaige Nebenwirkungen aus der Welt zu schaffen, was jedoch auch den Nachmachern nicht wirklich gelungen ist. Der Markt für Potenzmittel ist milliardenschwer. In den USA wird beispielsweise das Viagra© über 100.000 mal verschrieben – jede Woche (der Schwarzmarkt dafür blüht zudem!). In Österreich waren 2014 nur rund 35 % der ärztlich verordneten Potenzmittel mit dem Viagra-Wirkstoff Sildenafil Generika – in vielen anderen Staaten sind es bereits bis zu 80 %. Könnte die Quote um zehn Prozent erhöht werden, würde dadurch das alpenländische Gesundheitssystem um nicht weniger als 256 Millionen Euro entlastet werden (Quelle: IMS Health Austria). Diese Zahlen verdeutlichen durchaus, dass auch ein gesunder Lebensstil in den Bergen dem Soldaten nicht beim Aufstellen hilft! In deutschen Landen haben sich die Verkaufszahlen der Sildenafil-Produkte seit dem Fall der Patentrechte verdreifacht (Quelle: Bundesverband Deutscher Urologen)!
Männer ab 40 haben’s schwer: Je älter jeMannd wird, umso diffiziler wird’s mit der Libido. Nur wenige haben dabei die Möglichkeit, immer wieder auf neue, knackige Zwanzigjährige zurückzugreifen, die einem darüber hinweghelfen können. Studien beziffern diese erektilen Probleme mit rund 50 % der 40- bis 70-jährigen, die öfter mal hängen gelassen werden. Es muss nicht mal eine erektile Dysfunktion sein. Bei dieser speziellen Störung reicht die Erektion nicht zum Geschlechtsverkehr oder der Kleine wird währenddessen müde. So ganz nebenbei – haben Sie gewusst, dass im Penis ein Druck von 120 bis 140 Zentimeter Wassersäule vonnöten ist, damit er in eine Vagina eindringen kann? Im Vergleich dazu sind die 2,2 bar Reifendruck bei meinem Auto umgerechnet 2243 cm H2O-Säule (bei 4 °C)!
So sieht’s normalerweise aus: Wird das Gehirn des Mannes sexuell stimuliert, wird im Penis der Botenstoff Cyclisches Guanosinmonophosphat (cGMP) produziert, der für eine Entspannung der Muskulatur und für die vermehrte Durchblutung im Schwellkörper sorgt. Parallel dazu verengen sich die Venen, sodass weniger Blut wieder zurückfliessen kann. Der Penis wird steif. Nach der Ejakulation bewirkt das Enzym Phosphodiesterase-5 wieder den Blutrückfluss – das gute Stück erschlafft! Bei manchen funktioniert dies nicht mehr richtig. vor allem mit zunehmendem Lebensalter. Eine Ursache dafür könnte jedoch auch eine zunehmende Verstopfung der Blutgefässe sein. Ist dies der Fall, so wird der Betroffene in den nächsten vier bis acht Jahren einen Schlaganfall erleiden, warnen Urologen. Trotzdem will so manch Einer mit den Jungen jederzeit mithalten können. Schliesslich ist es Labsal auf der Seele eines jeden geschundenen Rammlers, wenn er unter den Frauen gelobt wird, wie gut er doch im Bett ist.

https://www.youtube.com/watch?v=qR2sEVS5ubc

Deshalb war die Zulassung von Viagra© durch die amerikanische Arzneimittelbehörde FDA am 27. März 1998 für viele wie ein zweites Mal geboren zu werden – in eine andere, eine bessere Welt. Dieser Phosphodiesterase-5-Hemmer muss rund eine Stunde vor dem Sex eingenommen werden. Die kleine Pille enthält den Wirkstoff Sildenafil, der eigentlich gegen Herzmuskelschwäche eingesetzt werden sollte. Doch wurde bei den männlichen Testpersonen eine langanhaltende und ausserordentliche Erektion festgestellt. Des Rätsels Lösung: Die Blutgefässe im Penis werden erweitert, das Enzym, das für den Blutrückfluss verantwortlich ist, wird abgeschwächt bzw. zeitlich komplett ausser Funktion gesetzt. Die Wirkung beginnt rund 25 Minuten nach der Einnahme und kann bis zu 4 Stunden andauern. Viagra© ist jedoch bei Herzproblemen oder im Zusammenwirken mit anderen Arzneimitteln (Ohnmacht oder Schockzustand bei Herzmitteln, die Nitrate oder NO-Donatoren beinhalten) brandgefährlich. Zudem können Kopfschmerzen und Sehstörungen auftreten. In den USA verstarben bereits über 20 Personen nach der Einnahme von Viagra©. Deshalb ist die eingehende Beratung beim Arzt unbedingt vonnöten. Übrigens kann auch die kleine blaue Pille mal nicht helfen: Fettreiche Nahrung zuvor (Fast Food, Pizza,…), zu viel Alkohol, Stress, Müdigkeit oder Erschöpfung und auch erhöhte Blutfettwerte erschweren die Aufnahme des Wirkstoffes.
Cialis© beginnt bereits nach 16 Minuten und kann bis zu 24 Stunden seinen Mann stehen. Es enthält den Wirkstoff Tadalafil. Ebenso wie das vorhergehende Produkt ist Cialis© ein PDE-5-Hemmer, der ausserdem die Blutgefässe im Penis erweitert. Einige Testpersonen beklagten sich über Sodbrennen oder Kopfschmerzen. Auch hier besteht eine gefährliche Intoleranz mit Herzmitteln, die auf Nitratbasis aufbauen.
Levitra© ist der dritte dieser PDE-5-Hemmer mit dem Wirkstoff Vardenafil. Es funktioniert wie die beiden vorhergehenden Präparate. Allerdings wurden auch Übelkeit, Schwindel, Schnupfen und etwa Verdauungsstörungen als Nebenwirkungen festgestellt.
Uprima© arbeitet bereits nach 10 bis 20 Minuten im Gehirn. Also – eine komplett andere Vorgehensweise als die Konkurrenten. Zwar kommt es nicht wie bei den anderen zu Kontraindikationen mit Herz- oder Blutdruck-Mitteln, jedoch sollte trotzdem die Anwendung mit einem Mediziner besprochen werden. Der Wirkstoff heisst Apomorphinhydrochlorid.
Der Vor- oder Nachteil dieser Mittel (je nachdem wie Sie’s haben wollen) bestand in der Rezeptpflicht und dem Preis (10 bis 18,- € pro Tablette) – die Preise haben sich nach dem Fall des Patentrechtes inzwischen geviertelt! Experten betonen, dass derartige Pillen Medikamente sind – keine Potenzmittel, die Mann mal kurz an den Kumpel weitergeben kann. Die Zeitschrift ÖKO-Test überprüfte auch die rezeptfreien Präparate (bei einem solchen Test wäre ich auch mal gerne Testperson!): Vollkommen gleichgültig ob diese nun “Lebenskraft-Kapseln”, “Voodoo-Ekstase”, “Liebes-Cocktail” oder “Sex-fix prompt” heissen – die Wirkung ist zumeist wenn überhaupt nur von kurzer Dauer. Deshalb ein aufrecht stehender Tipp von mir: Lassen Sie sich vom Urologen beraten! Schliesslich kann hinter einer tatsächlichen Erektilen Dysfunktion eine organische Erkrankung wie Arteriosklerose, Diabetes, Bluthochdruck oder eine andere Herz-Kreislauferkrankung stecken. Auch Medikamente wie Betablocker oder Antidepressiva können den Kopf schon mal hängen lassen. Stress, Depressionen oder die Angst zu versagen tragen noch das Ihre dazu bei. Ist die Ursache bekannt, wird vielleicht gar kein Potenzmittelchen mehr benötigt, da sich das Problem von selbst gelöst hat.
Seit diesem Herbst ziert auch die Lust-Pille für die Frau das Apothekerregal. Flibanserin, eine rosarote (na klar!) Pille, ist vor allem für jene Frauen gedacht, die unter dem sog. “Hypoactive Sexual Desire Disorder” (HDSS) leiden. Das soll bei rund 8 bis 14 % der US-amerikanischen Frauen zwischen 20 und 49-Jahren der Fall sein. Gilt jedoch als umstritten, da Experten wie etwa Ray Moynihan in der Sexualstörung der Frau eine Geschäftemacherei und somit Erfindung der Pharma-Konzerne sehen. Ähnlich wie bei Viagra© wurde der Wirkstoff eigentlich mit einem anderen Ziel ausgetestet: Als Antidepressivum! Flibanserin wirkt nämlich auf die Neurotransmitter Serotonin und Dopamin – bekannt als “Glückshormone”. “Addyi” – wie die Pille in den USA heisst – soll täglich eingeworfen werden. Als Nebenwirkungen können allerdings auch hier Übelkeit und Schwindel auftreten, zudem wurden Fälle der Erschöpfung und Schläfrigkeit beobachtet. Nicht von schlechten Eltern sind alsdann die Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten oder Alkohol: Abfall des Blutdrucks bis hin zu Ohnmachtsanfällen. Deshalb rät die FDA in der Zulassung sogar dazu, das Mittel wenn dann als “Betthupferl” zu nehmen, also kurz vor dem Schlafengehen.
Die Deutsche Gesellschaft für Sexualmedizin empfiehlt, die Flaute im Bett auf andere Art zu bekämpfen (Vorsitzender Uwe Hartmann im Nachrichtenmagazin “Spiegel”). Psychologisch etwa, indem der Gedanke an eine Erektion weit weg geschoben wird. Paare können entdecken, was ihnen im Bett ansonsten noch Spass macht. Das hat schon so manch Einem über anfängliche Probleme beim Turmbau zu Babel hinweggeholfen. Und ausserdem: Die meisten nicht rezeptpflichtigen Mittel bauen auf dem Placebo-Effekt auf: Keine oder nur geringe Wirkung, dennoch wirkt es, da ich es mir ja erwarte!
Glaubt man einschlägigen Studien so leiden in Deutschland zwischen 6-8 Mio Männer unter Impotenz oder erektilen Störungen, jeder dritte Mann und jede zweite Frau unter sexuellen Problemen. Tendenz steigend! Ursachen gibt es viele. Die unmittelbar einhergehenden Partnerschaftsprobleme sollten ebenso wie die Folgewirkungen mehr als ernst genommen werden. Das Thema muss auf jeden Fall enttabuisiert werden, sodass zumindest beim Arztbesuch offen darüber gesprochen werden kann. Das machen derzeit nur 20-30 % der betroffenen Patienten und Ärzte. Mittelchen kosten viel Geld, können unter Umständen krank machen (gilt v.a. für Internetbestellungen) und zeigen meist keine oder nur geringe Wirkung. Sie bekämpfen die Symptome – nicht die Ursachen!
Derzeit schwabbt ein gefährlicher Trend über den Ärmelkanal, der bislang vornehmlich in der Londoner Gay-Szene gefeiert wurde, nun aber auch den Weg auf so manche Hetero-Lustwiese in Good Old Europe findet: “Chem-Sex”! Wird – zugegeben bei dem derzeitigen TV-Programm – auch auf dem Kontinent immer beliebter! Zügelloser, exzessiver Gruppen-Sex, teils bis zu 72 Stunden lang, nach der Einnahme eines Drogencocktails! Crystal Meth, Mephedron, Liquid Ecstasy (GHB) uvam. – harter Stoff der keineswegs verharmlost werden darf. Deshalb besteht hier die grosse Gefahr, dass mir nichts dir nichts eine Abhängigkeit aufkommt (bei Meth kann schon ein einziges Mal ausreichen – siehe den Blog zu diesem Thema). Ausserdem wird bei diesen Sex-Drogen-Orgien meist ungeschützt mit mehreren Partnern verkehrt. Die Folgen: Ungewollte Schwangerschaften, Ansteckung mit Geschlechtskrankheiten, Hepatitis C bis hin zu HIV. Nicht zu unterschätzen ist auch, dass der Körper für rund 72 Stunden auf Hochleistung läuft – so manches Herz soll das nicht verkraftet haben. Zur Verdeutlichung: Normaler Sex belastet das Herz-Kreislauf-System wie Radfahren in einer 5 %-igen Steigung!

http://www.bbc.co.uk/programmes/b060blkz

Abgesehen von diesem harten Zeugs kamen anno 2013 81 neue Substanzen auf den Markt – innerhalb der letzten 5 Jahre waren es mehr als 250.
Das Robert Koch-Institut verzeichnete im Jahr 2014 einen Anstieg von HIV-Neudiagnosen. Eigentlich würde man denken, dass die Aids-Risiken bekannt sein sollten. Von den 3.525 HIV-Neudiagnosen waren 1.904 männlich (+9 %), die mit anderen Männern verkehrten (MSM). Interessant ist der Anstieg v.a. in ländlichen Regionen und die Korrelation zum steigenden Crystal Meth-Konsum ebendort. Alleine aufgrund derartiger Zahlen sollte wohl jeder selbst Vernunft walten lassen, und Orgien im Drogenrausch meiden! Im Vergleich zur Freien Liebe und dem Haschisch-Konsum der auslaufenden 60er/anfänglichen 70er-Jahre riskiert der Junkie hierbei somit sein Leben (auch ohne ansteckende Krankheiten). Jene, die das Risiko eingehen, haben alsdann auch nicht wirklich (mein) Mitleid verdient! Ausserdem macht es geschützt und ohne Drogen wesentlich mehr Spass, da alle Männer und Frauen wohl wesentlich mehr davon mitbekommen! Oder? Und überhaupt:

“Wenn alle zwei Tage 15 Minuten Sex langweilig werden und wir lebensgefährliche Drogen brauchen um die Alltagssorgen vergessen zu können, dann haben wir ein Problem!”

(David Stewart, London)

Lesetipps:

.) Potenzmittel aus der Natur; Dr. Angela Fetzner; CreateSpace Independent Publishing Platform; 1. Auflage 2015
.) Potenzschwäche! Ich habe fertig! Potenzrezepte und Sexgeheimnisse aus Afrika für Mann und Frau; K.T.N. Len’ssi; Kindle Edition
.) Potenz aus Natur und Apotheke; Werner Esser; Books on Demand 2002
.) Viagra: Neue Potenz für Männer – mehr Lust für Frauen? Das neue Potenzmittel: Anwendung, Risiken, Alternativen, Bezugsquellen; Kurt Skalnik/Christian Langbein; Kiepenheuer & Witsch; Köln 1997

Links:

http://www.isg-info.de

https://www.uniklinikum-dresden.de

https://www.medunigraz.at

http://www.oekotest.de

http://www.floraresearch.com

http://www.chemsexsupport.com

http://www.potenzberatung.com

http://www.urologe-glass.de

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Die Post bringt allen was, die Mail allen alles!

Na? Heute schon gespamt? Geht’s Ihnen auch wie mir: Jeden Tag versprechen massenhaft unverlangter Werbemails das Blaue vom Himmel! Mit der Kapsel fühlt man sich gleich um zehn Jahre jünger! Mit diesen Tipps werden Sie rasch zum Millionär! Einkaufen mit den grössten Rabatten! Experten empfahlen bislang, diese Spams wegzuklicken und den Papierkorb zu leeren! Denn – oftmals sind auch Links angeführt, die man anklicken soll. Wird das erledigt, ist der Rechner infiziert und Ihre Daten, Vorgänge, etc. werden runterkopiert. Insofern warnen übrigens auch Datenschützer ganz eindringlich von dem neuen Microsoft-Betriebssystem Win10. Es leitet ständig Daten an das Unternehmen unter dem Vorwand weiter, dass dadurch besser Probleme behoben und somit der Service am User verbessert werden kann. Übrigens auch offline, damit sobald Sie wieder online sind, der Versand schneller geht! Bisher bezeichnete man dieses Vorgehen mit dem Wort “Trojaner” – für Microsoft ist es “Kundenfreundlichkeit”.
Nun ja – auch ich klickte bislang das Zeugs weg, bis ein Unternehmen das Fass zum Überlaufen brachte: Dr. Hittich – ein Versandhaus für homöopathische Mittelchen. Täglich erhielt ich mindestens eine Mail mit einer Entschuldigung für den Poststreik in Deutschland und einem Gewinnspiel, bei welchem ich mitmachen sollte. Ich meldete mich nicht etwa von diesem Newsletter ab (hierzu etwas später), sondern reichte bei der Beschwerdestelle der Deutschen Internetwirtschaft eine solche ein. Mit der originalen Mail, den erweiterten E-Mail-Informationen und dem Hinweis, dass ich der Zusendung einer derartigen Mail niemals zugestimmt, geschweige denn mich in einen Newsletter eingetragen habe. Die Produkte selbst halte ich übrigens für überteuert – in der Homöopathie ja nichts neues! Einige Tage hörte ich gar nichts, die Mails des Unternehmens stapelten sich inzwischen in meinem Spam-Ordner. Plötzlich dann eine Antwort. Die Beschwerdestelle brauchte meine Einwilligung, meine Mailadresse für eine Sachverhaltsdarstellung verwenden und weiterleiten zu dürfen. Offenbar ging es den Damen und Herren nicht darum, dass durch die Zusendung der Spam ein Verstoss gegen geltendes Datenschutzrecht, Verbraucherschutzrecht uam. begangen wurde, sondern darum, wie das Unternehmen zu meiner Mailadresse kam. Nach einigen Tagen erhielt ich erneut eine Zusendung, in welcher geschrieben stand, dass ich am 14. September 2014 offenbar an einem Gewinnspiel teilgenommen hatte. Mag sein – jedoch niemals bei Dr. Hittich, da Homöopathie nur dann wirkt, wenn man auch daran glaubt – in meinem Falle also sehr selten. Zudem bin ich sehr vorsichtig bei der Weitergabe meines Geburtsdatums – das immer wieder bei Gewinnspielen oder Registrierungen verlangt wird, da eine Teilnahme ansonsten nicht möglich ist. Einerseits wird der User dadurch unverwechselbar (Ulrich Stocks gibt es einige – jedoch nur einen einzigen auf dieser Welt, der zu diesem Datum geboren wurde). Ergreift sich nun ein Hacker auch die ersten vier Zahlen der Sozialversicherungsnummer, können damit sogar Behördengänge gemacht werden – auch ein Identitätsklau ist dann nicht mehr fern. Für die Werbewirtschaft hingegen ist das Geburtsdatum deshalb so wichtig, da hierdurch die Mündigkeit und somit Geschäftsfähigkeit festgestellt werden kann. Noch mehr hingegen zählt das Geburtsdatum dafür, welcher Kohorte, also werberelevanten Zielgruppe der Betroffene zuzuordnen ist. Als 60-jähriger wird man seltenst Werbung für Computerspiele oder Apps erhalten, als 20-jähriger ist Viagra hingegen noch nicht wirklich ein Thema. Deshalb breche ich grundsätzlich jede Eintragung ab, bei welcher das Geburtsdatum erforderlich ist. Auch die Angabe der Telefonnummer für eine evt. Gewinnbenachrichtigung darf übrigens nicht abgefragt werden. Es kann sich somit nur um ein Gewinnspiel gehandelt haben, das ich auf diese Weise niemals beendet und somit auch offiziell meine Daten niemals weitergeleitet hatte (Billa Gutschein, I-Pad, H&M Gutschein oder ähnliches) – die Daten, die ich jedoch zuvor eingegeben hatte, waren bereits gespeichert. Somit auch meine Mailadresse. Die Einwilligung für Zusendungen von Partnerunternehmen hingegen fehlte – der Zweck dieses angeblichen Gewinnspiels! Die Seite übrigens, auf die hingewiesen wurde, war nicht mehr online – obwohl die angekündigte “Ziehung der Gewinner” erst im Dezember stattfindet. Nachdem ich all das weitergegeben hatte, erhielt ich dieser Tage die finale Mail: Das Unternehmen, die Proleagion GmbH., eine Firma für die Neukundenaquise (anscheinend recht gross), also ein Unternehmen, das Daten sammelt und diese dann weitergibt, wurde offiziell gerügt, da die angesprochene Seite offenbar rechtswidrig war. Sie musste meine Mailadresse aus ihren Datenbanken entfernen und ihre Kunden anweisen, mich nicht mehr anzuschreiben. An sich blüht einem Unternehmen, das unverlangte oder nicht bewilligte Werbespams verschickt eine sehr hohe Strafe im fünfstelligen Bereich:

Österreich bis zu 37.000,- € (Telekommunikationsgesetz)
Deutschland bis zu 50.000,- € (Verbraucherschutzrecht)
Schweiz bis zu 1.080.000,- CHF bzw. 3 Jahre Gefängnis (Artikel 23 UWG bzw. 333 und 34 StGB)

Übrigens bei Telefonterror kann es in deutschen Landen schon mal bis zu 300.000,- € teuer werden. Und bis zu 500.000,- € kann es kosten, wenn der Absender oder kommerzielle Charakter einer Spam verschleiert wird.
Einer Studie zufolge wird ein deutscher User mit über 100 Werbespams pro Woche überschüttet. Ca. 72 % der verschickten Mails weltweit sind Spams – statistisch gesehen ist nur eine von 12,5 Mio Spams erfolgreich und führt somit zum Kaufgeschäft – trotzdem muss es sich offenbar lohnen. Von einer Spam spricht man übrigens, wenn mehr als 50 Empfänger gleichzeitig damit beschickt werden. Geschieht dies zum ersten Mal, so spricht der Experte von sog. “Cold Calls” – eigentlich aus der Telefonakquise – einem Erstanruf. Diese landen meist in Spam-Filtern des Providers bzw. des Mail-Programmes und interessieren den User gar nicht, da dieser Ordner nach und nach automatisch geleert wird. Schauen Sie doch mal beispielsweise über Webmail auf Ihrem Account nach, welche Mails und von welchem Absender sie derartige Spams erhalten. Unglaublich, was da so alles zusammenkommt. Das Unternehmen muss sich vor der Zusendung die Genehmigung des Verbrauchers einholen. Auch wenn dieser – wie etwa bei einem Versandhaus – bereits Kunde ist. Gleiches gilt bei selbst gesammelten Adressen – Adressen verkaufen ist verboten!

Zur zweiten Geschichte: Sex-Spams! Ich erhielt massenweise von der mscontent.news.de die Aufforderung, mich als Testfahrer für die neuesten Automodelle zu bewerben. Eigentlich eine coole Sache: Gratis Auto gegen Testbericht! Trotzdem klickte ich diese immer wieder weg. Es gab allerdings Tage, an welchen ich mehr als 5 derartiger Mails erhielt. Also meldete ich mich vom Newsletter ab! Kurze Zeit später wurde ich von eben diesem Absender mit Sex-Spams überhäuft. Bei der Überprüfung der Domain kam ich auf ein Unternehmen in Panama City (C.U.I.Y.C Internet Services Inc.). Die .de-Endung führte zu einer deutschen Mailadresse – eine Dame in den neuen deutschen Bundesländern. Alsdann beschwerte ich mich bei ihrem Provider (einem der grossen deutschen Internet-Unternehmen). Hier jedoch wurde mir bestätigt, dass sie nicht zuständig seien. Also wandte ich mich wieder an die deutsche Internet-Beschwerdestelle. Plötzlich hörte die Zusendung über diese Adresse auf – sie wechselte auf eine .com-Adresse (siehe weiter unten). Ich war auf keiner Homepage mit pornographischen oder sexuellen Inhalten, geschweige denn hatte ich mich für eine derartige Zusendung irgendwo eingetragen oder diese bewilligt. Als ich dann später die Zusendung von “Hobbyhuren” erhielt, Hausfrauen aus meiner Umgebung, die für 20 oder 30,- € mich “verwöhnen” möchten, schickte ich die Originalmail sowie die erweiterten E-Mail-Informationen mit dem Hinweis auf Geheimprostitution an das österreichische Bundeskriminalamt weiter. Dort gibt es eine eigene Cybercrime-Meldestelle. Jedoch hörte ich auch hier nichts mehr. Deshalb interessierte ich mich in einer anderen Richtung: Steuerfahndung, illegale Beschäftigung und Sozialversicherungsanstalt. Doch da biss ich auf Granit. Ich erhielt Fehlermeldungen mit dem Hinweis auf “Bad Reputation” oder “Spam”. Inzwischen ereilte mich zumindest von der Sozialversicherungsanstalt ein Brief in welchem zu lesen steht, dass diese nur tätig wird, sobald eine Gewerbeberechtigung vorliegt oder die Finanzbehörde darauf aufmerksam macht. Somit also auch hier – vielleicht nicht gerade “tote Hose” für die Betroffenen – so doch: Ausser Spesen nichts gewesen! Die Sex-Mails erhalte ich nach wie vor – rund 20 pro Tag von world-sender.com!
Als ich dann auch eine mögliche Phishing-Mail mit .com-Endung, in welcher es um Aktien- und Optionen-Tipps ging, mit dem Hinweis auf Phishing bzw. Malware und illegaler Aktiengeschäfte weiterleitete, kam urplötzlich eine Rückmeldung. Das BKA könne nur nach einer durchgeführten polizeilichen oder staatsanwaltlichen Anzeige mit entsprechend folgender strafrechtlicher Würdigung tätig werden. Dazu müsse ich alles Beweismaterial auf einen Stick laden und persönlich bei der nächsten Polizeiinspektion vorbei schauen. Diese sei für eine Anzeige zuständig (auch qualifizert???)! Wie bitte??? Leben wir im Heute oder etwa noch im Gestern! Für was gibt es diese Möglichkeit der Online-Meldung dann überhaupt?
In Geschichte Nummer drei geht es um ein Vergehen nach dem österreichischen Telekommunikationsgesetz – der Zusendung einer Werbespam mit Inhalt “Ray Ban-Sonnenbrillen” – also die klassische Werbe-Spam. Ich erhielt eine ganze zeitlang derartige Einträge für dieses Produkt in den Kommentaren zu meinem Blog. Aus dieser Erfahrung weiss ich, dass gar nichts tun falsch ist, da sie immer mehr werden. Diese Blog-Spams leitete ich deshalb mit dem Hinweis auf “Spam” an Google weiter. Über das System der Blacklists ist es möglich, Mailadressen und Websites sperren zu lassen, wenn ein zu grosser Datenfluss etwa durch eine Spam-Versendung an mehrere hundert oder tausend Adressen stattfindet. Diese bittere Erfahrung musste ich beispielsweise machen, als ich – übrigens fiskalisch und versicherungstechnisch angemeldet, also legal – für eine Radiostation von meinem Büro/Studio aus Nachrichtenblöcke produzierte und diese via Mail zuschickte. Zu grosser Datenfluss – Ich wurde mit dieser meiner Mailadresse gesperrt. Es war ein unheimlicher Aufwand, sie wieder freizubekommen. Andererseits wird auch die Website eines Unternehmens, für das ich ebenfalls tätig bin, immer wieder von Tunesien aus mit dem Ziel der Spamversendung gehackt. Ergo: Die Homepage ist regelmässig gesperrt! Die Zusendung dieser Ray-Ban-Brillen in den Blog-Kommentaren hörte alsdann auf. Nun allerdings erhielt ich mehrere Werbe-Spammails. Also meldete ich dies sogleich bei der österreichischen RTR – der Rundfunk- & Telekommunikations-Regulierungs GmbH. War nicht wirklich einfach, hier überhaupt eine passende Mailadresse ausfindig zu machen. Nach einigen Tagen dann die Antwort, dass sie nicht zuständig sei – ich solle eine Meldung beim Fernmeldebüro meines Bundeslandes einreichen. Also suchte ich mir die Mailadresse auf dem Link heraus, der mir durch die RTR zugesandt wurde. Dort habe ich die Sonnenbrillen-Mail nun hingeschickt. Bislang erhielt ich keine Antwort – soll man sich allerdings auch nicht erwarten, hiess es. 2012 gingen bei den Fernmeldebüros in Österreich 344 Anzeigen ein, 59 Strafverfahren wurden daraus resultierend aufgerollt. Die durchschnittliche Strafe ist der eigentliche Hit: 196,- €! Im Jahr zuvor waren es übrigens gerade mal 35 Verfahren mit einer durchschnittlichen Strafe von nur 71,- €!
Inzwischen frage ich mich vollen Ernstes: WILL hier Justizia nicht handeln? Eine Grauzone, in welcher die Beweislast einfacher nicht dargebracht werden kann. Klar – auch viele Unternehmer wissen gar nicht, dass sie sich strafbar machen, wenn gerade an Privatpersonen unverlangte Mails en masse verschickt werden. Deshalb muss lt. Gesetz ab einer gewissen Grösse des Unternehmens auch ein Datenschutzbeauftragter in Diensten stehen, dessen Bedenken ernstgenommen werden sollten. Ausserdem tun sich die Ermittler bei Zusendungen über Grenzen hinweg sehr schwer, da die meisten derartiger Mails aus Fernostasien stammen.
Als letztes meldete ich beim Fernmeldebüro eine Sex-Spam mit wirklich jungen Mädchen (Verdacht auf Unzucht mit Minderjährigen) – ausgehend von der vorhin bereits angesprochenen world-sender.com (auch dies eine Domain der in Panama City ansässigen C.U.I.Y.C Internet Services Inc.). Sie hatten mich mit Spams zum KIA-Geburtstag überhäuft. Als es mir zu bunt wurde und ich mich abmeldete, lernte ich alle möglichen Sexpraktiken, Stellungen und viele Frauen kennen, die mich wiederum kennenlernen wollten – allerdings höchstwahrscheinlich nicht kostenlos. Siehe da – einen Tag lang war ich Sex-Spam-frei und die Website war weiss – die Inhalte also für mein Land gesperrt. Zwei Tage danach ist alles wieder beim alten!!!
Waren die Mails zu Beginn vielleicht noch nett anzusehen, so habe ich langsam wirklich die Schnauze voll davon. Werde ich vielleicht bei einer Überprüfung des Versenders auch noch auf deren Adressenlisten gefunden, komme ich unschuldig zum Handkuss! Hier liegen meine grössten Bedenken, denn: Habe ich mich selbst angemeldet, bin ich dafür auch selbst verantwortlich! Ich bin nicht der Typ von Mensch, der alles anzeigt. Ich meldete nur die nicht enden wollende Überflutung mit Mails von einem Absender bzw. eindeutig der heimischen Gesetzgebung widersprechende Zusendungen. Ansonsten bin auch ich einer der solchen, die ein freies Internet fordern. Doch machen es jene, die immer wiffer als die anderen sein möchten und das WWW als Tummelplatz ihrer kriminellen oder grauen Machenschaften nutzen, immer schwerer. Schliesslich sind es gerade sie, weshalb die Behörden häufiger eingreifen bzw. die diesen die Argumente für deren Vorgehen liefern. Immer mehr werden auch unbescholtene User bespitzelt und überwacht, da dadurch ja kriminelle oder gar terroristische Aktivitäten bereits im Keim erstickt werden sollen. Deshalb bin ich der Ansicht, dass ich die schwarzen Schafe, die mich partout nicht in Ruhe lassen wollen, melde, bevor ich als normaler Bürger zum Inhalt nachrichtendienstlicher Überwachung werde, da irgendeiner einen Bezug meines Einer zur organisierten Kriminalität herstellt. Die polizeiliche Überwachung übrigens endet spätestens dort, wenn nachgewiesen wurde, dass die Staatsdiener geltendes Recht überschritten haben. Die nachrichtendienstliche hingegen ist eine Open-End-Überwachung in alle Richtungen! Meines Erachtens ist es traurig, wenn jeder Bürger durch beispielsweise Bundestrojaner, Datenvorratsspeicherung, Bewegungsprofile, Kontenoffenlegung etc. bei jedem seiner Schritte staatlich überwacht werden kann. Fordert der Überwachte nun seinen Akt an, sind viele Stellen geschwärzt oder es fehlen die entscheidenden Seiten! Hier haben wir es wirklich mit Methoden aus autokratischen Staatssystemen bzw. einschlägiger Literatur und der Hollywood-Flimmerkiste zu tun. George Orwell war noch hamrlos, denn 1984 hatte das Internet noch nicht wirklich diesen Stellenwert wie heutzutage!
Bevor Sie nun die Spamer anzeigen, bitte ich vorher einiges zu überlegen:
- Überprüfen Sie als erstes Ihren Spam-Filter und stellen diesen gegebenfalls schärfer ein!
- Haben Sie vielleicht doch der Zusendung zugestimmt, einen Newsletter abonniert oder sich beispielsweise im Rahmen eines Gewinnspiels registriert?
- Wenn Sie sich von einem Newsletter abmelden – speichern Sie einen Screenshot der Abmeldung. Sollten Spams folgen, haben Sie’s mit der Beweisführung einfacher!
- Ist die Mail wirklich eine Spam? Sie können einem Unternehmen heutzutage sehr schaden, wenn dieses unberechtigterweise auf eine Blacklist kommt. Auch Schadensersatz-Ansprüche sind möglich!
- Wenn Sie gar keine Werbung mehr erhalten wollen, lassen Sie sich auf die Whitelist setzen
- Wegklicken ist noch immer jene Möglichkeit, die am wenigsten Zeit verbraucht!

Tipps gegen Spams:

- Verwenden Sie gute Anti-Spam-Software, Virenscanner und Firewalls
- Der sog. Alias, also jener Teil vor dem @-Zeichen in Ihrer Mailadresse sollte mehr als 4 Positionen aufweisen, da entsprechende Programme beliebige Buchstabenfolgen ausprobieren
- Verwenden Sie immer zwei Mail-Accounts: Einer für öffentliche Zwecke und einer für private (diesen niemals irgendwo eintragen); sollte es nämlich zu eines Verspamung kommen, können Sie die öffentliche jederzeit austauschen, ohne all Ihren Freunden zumuten zu müssen, den Kontakt szändig umzuschreiben
- Niemals auf eine Spam-Mail antworten, da der Absender dadurch erkennt, dass die Adresse richtig ist (v.a. nicht auf Endungen, die aus dem Ausland kommen)
- Keine Links anklicken, Malware oder Phishings könnten die Folge sein
- Nicht zugreifen – auch wenn das Angebot noch so verlockend ist, da die Produkte sehr häufig Kopien sind, durch deren Kauf Sie sich strafbar machen – oder die Waren werden niemals zugesendet
- Füllen Sie keine kostenlose Registrierung aus – die Adressen werden weiterverkauft – es droht ein Rattenschwanz an Spams
- Sollten Sie irgendwelche Warnhinweise auf Viren, Lücken im Betriebssystem etc. erhalten (Hoaxes) – nicht weiterschicken! Sie werden dadurch selbst zum Spamer!

Links:

http://www.bmjv.de

http://www.bundesnetzagentur.de

http://www.verbraucherzentrale-berlin.de

http://www.internet-beschwerdestelle.de/

http://www.bmi.gv.at

http://www.bmvit.gv.at

http://www.ris.bka.gv.at

https://www.rtr.at/

http://www.ombudsmann.at

http://www.arbeiterkammer.at

https://www.saferinternet.at

www.verbraucherrecht.at

http://www.bakom.admin.ch

https://www.swisscom.ch

https://www.spamhaus.org

https://www.antispam-ev.de/

https://www.united-domains.de

http://www.hoax-info.de

Lesetipp:

.) „spam://e-mail-werbung“; Gerhard Laga, Jürgen Gangoly und Michael Eisenriegler; Verlag Österreich 2004

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“Liederliche Weibspersonen”

“Wenn es dunkel wird, beginnt hinter dem Westbahnhof der illegale Straßenstrich. Auf der rechten Seite der Mariahilfer Straße und in den Seitengassen versuchen Drogensüchtige zu Geld zu kommen, im Bereich Österleingasse gehen geschleppte Bulgarinnen auf den Strich und auf der anderen Seite spazieren Afrikanerinnen, vorwiegend Asylwerberinnen.”
(Öffentliche Sicherheit – Das Magazin des Inneniminsteriums 1-2/2003)

Auf das heutige Thema stiess ich durch eine der Mails, die ich derzeit zuhauf erhalte: “Hobby-Huren – Sex schon ab 30 €!” Nicht, dass ich auf Porno- oder Sexseiten mein Unwesen treibe, kamen die Absender doch ganz gewieft auf meine Mailadresse. So erhielt ich normale Werbe-Spams “Testfahrer gesucht”! Zuerst dachte ich, dass es der Newsletter eines Partnerunternehmens aus irgendeinem Preisausschreiben oder Online-Bestellung sei und klickte sie einfach weg. Das Zeugs muss ja immer wieder bei solchen Gelegenheiten akzeptiert werden. Als es mir jedoch zu bunt wurde, habe ich den Newsletter abbestellt. Seither erhalte ich derartige Sexmails, die man grundsätzlich nicht abbestellen soll, da erkannt werden kann, dass die Mailadresse stimmt und somit noch mehr Sex-Spams reinkommen bzw. die Mailadresse weiterverkauft wird. Doch diese eine Mail habe ich angezeigt. Einerseits ist es ein Verstoss gegen das Telekommunikationsgesetz, andererseits Aufforderung zur illegalen Prostitution. Und zudem: Wer weiss, ob die Frauen, die sich da billigst verkaufen, dies auch tatsächlich freiwillig machen. Damit begeben wir uns heute in ein Millieu, das wohl dreckiger nicht sein kann – der geheimen und grossteils erzwungenen Prostitution.
Im Jahr 2003 vermutete die Polizei Wien, dass nicht weniger als 3.500 Frauen in der österreichischen Bundeshauptstadt diesem zweifelhaften Job nachgingen. Einige Hausfrauen und Studentinnen meist freiwillig, die meisten jedoch unfreiwillig: Junkies, die Geld für den nächsten Schuss brauchen; verschleppte Ausländerinnen, denen ein guter Job oder ein heiratswilliger Mann versprochen wurde; Frauen, die einem Mann auf den Leim gingen und von ihm nun zu den Diensten gezwungen werden. Ihre Freier müssen sie sich in den Bordellen oder Animierlokalen suchen, am Strassenstrich oder durch Anzeigen. Immer mal wieder werden illegale Liebeshöhlen ausgehoben; Privatwohnungen, die vielleicht den Nachbarn aufgefallen sind, da ein ständiges Kommen und Gehen von Männern stattfindet. Im Vergleich dazu waren übrigens 2003 460 Frauen und 14 Männer in der Stadt des Heurigen gemeldet, die auch über eine Kontrollkarte, dem sog. “Deckel” verfügten. Diese legalen Prostituierten müssen sich einmal wöchentlich beim Gesundheitsamt melden. Geschieht dies nicht, wird die Kontrollkarte eingezogen. Klar ist auch hier die Ansteckung mit HIV, Tripper, Syphillis oder Hepatitis C möglich, doch bei den Illegalen mehr als wahrscheinlich. Umso erstaunlicher ist das Interesse der Freier. Doch nur mit dieser Kontrollkarte ist lt. dem Prostituiertengesetz 1983 der Stadt Wien, novelliert 1991 das Ausüben dieser Betätigung erlaubt. Zum Schmunzeln auch die Beschreibung im Amtsdeutsch:

„Duldung sexueller Handlungen am eigenen Körper oder die Vornahme sexueller Handlungen“.

Übrigens – ein Landesgesetz! Im westlichsten Bundesland des Alpenstaates, Vorarlberg, ist die Prostitution nur in Bordellen erlaubt – die Eröffnung eines solchen Etablissements wurde jedoch bislang erfolgreich bekämpft. Somit gibt es hier praktisch keinen legalen Strich! Die Männer fahren ganz einfach über die Grenze in die benachbarte Schweiz.
Grossrazzien, wie etwa jene beiden im September oder Oktober 2002, in deren Rahmen innerhalb von zwei Wochen in der Praterstadt nicht weniger als 2.700 Autos kontrolliert wurden, verschrecken die Szene und ihre Freier zwar kurzfristig – können das Problem jedoch nicht ausrotten. Zwangsprostitution mit Menschenhandel und Zuhälterei ist ein sehr attraktives Geschäft, das sich immer wieder seinen Platz sucht. Die Opfer – zumeist Frauen, die mit falschen Versprechungen gelockt wurden, aber leider immer mehr auch Jugendliche und Kinder – leben in einer unmenschlichen Hölle! Den Erwachsenen wird der Reisepass abgenommen, sie werden ausgebeutet, geschlagen, misshandelt und an der kurzen Leine gehalten. Meistens gibt es im Heimatland auch noch Verwandte oder Bekannte, deren Existenz durch die Menschenhändler bedroht wird. Bei ersten Anzeichen eines Aussteigens, werden sie meist entsorgt oder in andere Länder verschleppt. Experten sprechen in diesem Zusammenhang von einem “Wanderzirkus”! Die Polizei tut sich zumeist schwer, ist es doch nicht damit getan, die Frauen festzunehmen und abzuschieben. Denn – der Ersatz ist schneller da, als Mann sich umgedreht hat! Schliesslich wollen die Männer ja “Frischfleisch”! Die Organisation muss gesprengt werden, was jedoch nicht immer ganz so einfach ist. Europaweit sind sie gut vernetzt und abgeschottet. 80 % der Frauen kommen aus Osteuropa, der Anteil an Afrikanerinnen hingegen steigt an.
Die Prostitution gibt es schon seit sehr, sehr langer Zeit. Erste Nachweise kommen aus Babylon und Tyros (“Tempelprostitution”). Nicht umsonst spricht man in diesem Zusammenhang alsdann vom “ältesten Gewerbe der Welt”. Auch die Kirche duldete im Mittelalter die Sexdienste – der Klerus bezeichnete sie als “geringeres Übel” im Vergleich zur Unzucht, Vergewaltigung, Ehebruch, Selbstbefleckung etc. der untreuen Ehemänner oder Ehelosen! Der Ausdruck im Titel übrigens entstammt dem Preußischen Allgemeinen Landrechts des Jahres 1794. In vielen Kulturkreisen werden die Prostituierten sozial ausgegrenzt, stigmatisiert und verfolgt, ja auch ermordet. Interessant ist, in der DDR war die Stricherei eigentlich verboten, nutzte doch die Stasi viele Damen des waagrechten Gewerbes, um an Informationen ranzukommen. Das nannte sich “Frauenspezifische Verwendung”! Erst Ende des 20. Jahrhunderts musste auch der letzte Gegner einsehen, dass mit der Sexarbeit wohl oder übel gelebt werden muss, da sie nicht auszurotten ist. Seither fordern immer mehr die Anerkennung eines eigenen Berufsstandes. Kontraproduktiv hingegen ist die Regelung in Frankreich und Schweden. Dort wird nicht die Prostituierte, sondern der Freier bestraft. Eine Branche ohne Kunden??? Dies hat seinen Hintergrund auf einer Entscheidung des Europäischen Gerichtshofes vom 20. November 2001, wonach die Prostitution entsprechend des Art. 2 EG eine “Erwerbstätigkeit als Teil des gemeinschaftlichen Wirtschaftslebens” darstellt.
Wissenschaftlich fundierte Zahlen freilich sind mehr als rar – nach Hochrechnungen und Umfragen haben zwischen 18 % der deutschen Männer zwischen 15 bis 70 Jahren schon einmal für Sex bezahlt (Kleiber 1994), rund 400.000 Prostituierte sollen 1,2 Mio Kunden täglich versorgen. Wird dies jedoch weitergerechnet, so müsste jeder erwachsene männliche Bundesdeutsche zwischen 20 und 59 Jahren einmal monatlich eine Sexarbeiterin aufsuchen. Zahlen über die Zwangsprostitution gibt es schon mal gar nicht, da dies alles im Dunkeln geschieht. Lediglich bei Infektionen oder Züchtigungen durch beispielsweise die Zuhälter, also bei medizinischen Versorgungsfällen, oder Ausstiegen treten Informationen zu Tage.

https://www.youtube.com/watch?v=y_6MSpi51b4

Zurück zur illegalen Prostitution. In Innsbruck/Tirol wurde vor zwei Jahren eine eigene SoKo zu deren Bekämpfung eingerichtet. Obgleich zumindest ein Bordell und mehrere Animierlokale in der Olympiastadt bekannt sind, ist die illegale Prostitution zu einem ernstzunehmenden Problem geworden. So geht die Polizei von zirka 50 Prostituierten aus. Bei Kontrollen vorort wurden innerhalb nicht mal einer Woche nicht weniger als 102 Verwaltungsanzeigen ausgestellt. Ziel ist es jedoch gleichfalls nicht nur, dass die Damen ausser Gefecht gesetzt sind, sondern der gesamte Komplex gesprengt wird: Zimmer- und Wohnungsvermieter, Zuhälter, Freier, … Im Sommer zuvor war auch die Polizei in Wien nicht untätig: Bei Schwerpunktkontrollen im Stuwerviertel im 2. Bezirk wurden rund 820 Anzeigen geschrieben. Strassenprostitution ist seit 2011 in Wien nurmehr an gewissen Stellen des Praters und im Auhof während der Nachtstunden erlaubt. Zürich beispielsweise hat auf diese Situation reagiert und in 3 Bereichen der Stadt Sexboxen aufgestellt – nurmehr in dieser Umgebung darf auf öffentlichem Grund angeschafft werden. Abgetrennte Carports, in welchen die Strassenprostituierten ihrem Geschäft nachgehen können. Dabei wurden diese Boxen als Vorsichtsmassnahme derart gestaltet, dass auch der Fahrer nur auf der Beifahrerseite aussteigen kann. Obgleich die Neue Zurcher Zeitung von Umsatzeinbussen am Strassenstrich spricht, überlegt sich auch Basel ein ähnliches Modell.

http://www.nzz.ch/zuerich/zuerich-bilanz-strassenstrich-sexboxen-1.18275014

Die Schweiz geht somit dieses Thema von einer komplett anderen Seite an: Hier ist bewusst geworden, dass das Problem wohl nicht abgeschafft werden kann. Wird der Strassenstrich verboten, verlagert sich das Ganze in Wohnungen. Dadurch verlieren aber auch jene, die beruflich mit den Prostituierten zu tun haben (Mediziner, Sozialarbeiter,…) gänzlich den Kontakt. Und genau vor diesem Problem steht nun auch die Stadtregierung von Zürich: Standen die Damen noch an den Bordsteinen der Partymeilen, gingen rund doppelt so viele ihrem Gewerbe nach. Der Strich-Platz mit den Sexboxen sollte – um einer neuerlichen Verlagerung entgegen zu wirken – mehr ausgelastet sein! 2014 wurden übrigens in Zürich 31 Verfahren wegen Menschenhandels durchgeführt, im Jahr zuvor war es noch knapp unter der Hälfte!
Auch in Deutschland ist das Problem zwar bekannt – eine Lösung hingegen wurde bislang nicht gefunden. Täglich nehmen über eine Mio Männer die Dienste des waagrechten Gewerbes in Anspruch. Durch freiwillige Huren ist dieser Bedarf nicht abzudecken. Deshalb spielt die Zwangsprostitution v.a. mit Osteuropäerinnen eine sehr grosse Rolle im Milieu! Die Polizei München etwa bemerkte im Jahr 2010 einen 50 %-igen Anstieg von rumänischen Sex-Sklavinnen (im Vergleich zu 2009). Nach Schätzungen beläuft sich der Anteil von rumänischen und bulgarischen Prostituierten in Deutschland auf rund 80 %. Doch wird der Anteil der Afrikanerinnen immer grösser. So erregte etwa der Fall von Yamina, der u.a. 2010 in der Zeitung “Die Welt” mit dem Titel “Das Wegwerfmädchen” beschrieben wurde, grosses Aufsehen. Yamina verliess die Slums von Lagos/Nigeria in der Hoffnung auf ein besseres Leben. Eigentlich sind es Frauen, die den Menschenhandel mit Frauen in Nigeria organisieren. In diesem Falle aber hatte ihr ein Priester einen Job als Kosmetikerin in Europa angeboten! Gelandet ist sie jedoch in einem Bordell. Für 30 € durften die Männer alles mit ihr machen, was sie wollten – 70x in der Woche. Yamina war damals 15! Ein erster Fluchtversuch scheiterte: Sie konnte nicht lesen, schreiben, rechnen und sprach auch kein Deutsch. Ausser der Puffmutter kannte sie niemanden! Ein Fall, der stellvertretend für zigtausende Frauen, Jugendliche und Kinder – ja auch für Jungs – steht. Die EU-Kommission in Brüssel spricht von nicht weniger als 120.000 Frauen und Teenies, die jährlich nach Westeuropa verschleppt werden. Ein Riesengeschäft! 32 Milliarden US-.Dollar werden hiermit umgesetzt – 28 alleine durch Sex! Gerichte und Polizei stehen meist hilflos vor dem Scherbenhaufen. Das Prostitutionsgesetz, dessen Absichten vielleicht tatsächlich gut waren, hat die Vermittlung von Sex legalisiert (nicht den gezwungenen Sex!), wodurch die Prostitution zu einer anerkannten Arbeit wurde. Damit sollten den betroffenen Frauen mehr Rechte zukommen – allerdings blühte der Menschenhandel geradezu auf. Also wurden vier Jahre später die Rechtsgrundlagen gegen diesen verschärft. So wird den Frauen mit Ausweisung gedroht, wenn sie keine Informationen liefern. Schlagende und tretende Zuhälter und Menschenhändler auf der einen, die Abschiebung auf der anderen Seite! Der richtige Weg? 2008 wurden durch bundesdeutsche Gerichte nur 173 Fälle von Menschenhandel abgeurteilt! Eine verschwindend kleine Zahl zur Realität! Yamina übrigens hatte Glück: Zwei Jahre nach ihrem Fluchtversuch wurde sie bei einer Razzia im Eros Center festgenommen und auf den Weg gebracht, den sie eigentlich in Europa einschlagen wollte. Sie hat inzwischen auch den Hauptschulabschluss und die mittlere Reife geschafft!
Bei all dieser Tragik und den grauenvollen Zahlen sollte nicht vergessen werden, dass es auch Frauen gibt, die diesen Job (egal ob Blow- oder Handjob, darf’s a bisserl mehr sein?; Anm. d.Red.) freiwillig ausüben. Vielleicht auch, um aus ihrem normalen Leben auszubrechen, um guten Sex zu haben. Schliesslich ist beispielsweise das Leben einer Escortdame nicht wirklich so übel: Essen und Getränke werden stets bezahlt, Verdienst von rund 1.000 € pro Nacht und “Verkehr in den höchsten Kreisen”!

https://www.youtube.com/watch?v=9oLC2mA1i30

Über die Hintergründe, die Männer zu Prostituierten treiben, gibt es viele Untersuchungen. Neugier ist hier sicherlich ganz oben auf der Liste zu finden. Singles wollen sich die kräftezehrende Geschichte einer Beziehung ersparen. Das Gefühl, über jemanden bestimmen zu können – sicherlich ein weiterer Faktor. Ehemänner gehen häufig in Bordelle um sexueller Praktiken, die die Ehefrau ablehnt, ausleben zu können. Fakt ist aber, wie es Doris Velten ganz treffend in Ihrem Buch “Aspekte der sexuellen Sozialisation” beschreibt: Die meisten Freier sind sexuell unzufrieden!

PS:
Bei all dieser Tragik möchte ich Ihnen etwas witziges nicht vorenthalten. Bei der Recherche zu diesem Blog stiess ich auf den Ausdruck “spontane Springer”. Gemeint sind damit Sexarbeiterinnen, die durch das Land geschickt werden, um Überbedarf auszugleichen! Welch durchaus zutreffender Ausdruck!

Filmtipps:

.) Doku Zeit – “Zwangs Prostitution In Deutschland – Illegale Puffs Doku 2015″
.) Das Erste – “SEX – Made in Germany”

Lesetipps:

.) Prostitutionskunden: Eine Untersuchung über soziale und psychologische Charakteristitika von Besuchern weiblicher Prostituierter in Zeiten von AIDS; Dieter Kleiber, Doris Velten; Nomos Verlag, Baden-Baden 1994,
.) Die Geheime und öffentliche Prostitution in Stuttgart, Karlsruhe u. München mit Berücksichtigung des Prostitutionsgewerbes in Augsburg und Ulm, sowie den übrigen grösseren Städten Württembergs; Anton Otto Neher; Paderborn, F. Schöningh, 1912
.) (Un)heimliche Lust: Über den Konsum sexueller Dienstleistungen; Sabine Grenz. VS Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden 2005
.) Das Lexikon der Prostitution. Das ganze ABC der Ware Lust; Marcel Feige; Schwarzkopf & Schwarzkopf Verlag, Berlin 2003
.) Lass dich verwöhnen – Prostitution in Deutschland; Tamara Domentat; Aufbau Verlag, Berlin 2003
.) Der Strich. Soziologie eines Milieus; Roland Girtler; LIT Verlag, Wien 2004
.) Seitenstraßen – Geld, Macht und Liebe oder der Mythos von der Prostitution; Cecilie Høigård, Liv Finstad; Rowohlt Verlag, Reinbek bei Hamburg 1987

Linktipps:

http://www.frauenrat.de/

http://bufas.net/

http://www.nswp.org/

http://www.sexworkeurope.org/

http://berufsverband-sexarbeit.de/

http://sexarbeits-kongress.de/

http://menschenhandelheute.net/

http://www.uegd.de/

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Weiterentwicklung der Spezies oder verkommt die Gesellschaft zur blasphemischen Spielwelt?

Gar muntere Gesellen und Gesellinnen waren bereits im Vorfeld des Lifeballs 2014 zu sehen – das Werbeplakat mit dem Hermaphroditen entzweite die Meinungen. Mit Conchita Wurst gewann eine Frau mit Bart den European Song Contest – oder ist es tatsächlich ein Mann mit weiblichen Attributen? Ich weiss es nicht! Und ehrlich gesagt: Ich will es auch gar nicht wissen! Toleranz lautet wohl das Wort des Jahres 2014. Einerseits zum Lifeball-Plakat: Erregung öffentlichen Ärgernisses durch die Zur-Schau-Stellung weiblicher und gleichzeitig männlicher Geschlechtsteile! Gibt es hierfür überhaupt einen Paragraphen? Oder – wie weit darf der künstlerische Freiraum gehen? Schliesslich wurde dadurch ganz eindeutig der Freiraum eines so manchen konservativen oder auch religiösen Nachbarn gestört! Andererseits – nicht wirklich der Song hat den Songcontest gewonnen – es war die Wurst!!! Auch wenn ich damals schon von der Stimme Thomas Neuwirths bei Starmania beeindruckt war, so gewann die Erscheinung Conchitas. Dabei wurde und wird nach wie vor die Musik in den Hintergrund gedrängt – das zeigt auch im Vergleich dazu das Airplay der Niederlanden auf, die “nur” den zweiten Platz belegten!
Nachdem Homosexuelle auch heute noch für ihre sexuellen Vorlieben kämpfen müssen, dafür eingesperrt und auch getötet werden, ist es noch gar nicht so lange her, dass Trans- oder oder auch Intersexuelle als Freak-Show abgetan am liebsten nach Fernost-Asien abgeschoben worden wären. Hierzulande jedenfalls unerwünscht! Wollte jemand plötzlich zum anderen Geschlecht gehören, wurde er zumeist ausgegrenzt und fristete ab diesem Zeitpunkt ein wahrhaft einsames Leben. Kürzlich wurde der Fall einer Lehrerin gezeigt, die vor den Sommerferien noch ein Lehrer war. Der Tumult bei den Eltern war freilich riesig, schliesslich haftet nach wie vor auch die Möglichkeit eines sexuellen und somit kriminellen Übergriffs an diesen “etwas anderen” Menschen. Zudem werden Kinder in der Pubertät unterrichtet, die ihre Geschlechterrolle in der Gesellschaft häufig noch gar nicht gefunden haben. Sie könnten beispielsweise dadurch homosexuell oder gar transsexuell werden. Die Teens hingegen fanden die Entscheidung ihrer Lehrerin mutig und cool! Für sie stellte es kein Problem dar.
Apropos Pubertät und Sexualität – somit sind wir beim heutigen Thema. Für viele ist die Pubertät einfach die Trotzphase, die jeder durchmachen muss – die einen heftiger, die anderen weniger. Man revoltiert, wo es auch immer geht, gegen das Elternestablishment. Gleichzeitig allerdings entdecken die meisten in diesen paar Jahren zudem das Interesse an der Sexualität. Auch hier – die Einen mehr, die Anderen weniger heftig! Das ist die Evolution. Aus Mädchen werden Frauen, aus Buben Männer. Einerseits durch die Ausbildung der sekundären Geschlechtsmerkmale, andererseits jedoch auch durch die Zunahme der Hirn-Durchblutung, wie inzwischen Wissenschafter bestätigt haben. Sie konnten aufweisen, dass sich der Blutfluss im Gehirn ändert – bis zur frühen Pubertät nimmt er ab. Während die Durchblutung bei männlichen Teens während der schwierigen Jahre weiter fällt, nimmt sie bei weiblichen jedoch wieder zu. Die US-amerikanischen Neuropschologogen der University of Pennsylvania sehen hier einerseits einen Zusammenhang mit den geschlechterspezifischen Verhaltensweisen, andererseits aber auch zu diversen mentalen Krankheitsbildern. Im Rahmen dieser Studie wurden 922 Menschen beiderseitigen Geschlechts im Alter von 8 bis 22 Jahren durch die Damen und Herren rund um Theodore Satterthwaite mittels der Magnetresonanz-Perfusionsbildgebung untersucht, die aufzeigte, dass gerade in jenen Regionen des Gehirns, die für Gefühle und Sozialverhalten verantwortlich zeichnen, bei weiblichen Probanden mehr Blut fliesst. Dadurch unterscheiden sich nun Frauen von Männern – in der Sozialkompetenz und der Welt der Emotionen. Hierbei könnte bei Intersexuellen vielleicht etwas schief gelaufen sein.
Die christliche Religionsgeschichte kennt nur die Unterscheidung zwischen Adam (männlich) und Eva (weiblich): Die Geschlechtsnormativität! So lautet etwa auch der biblische Schöpfungsauftrag, der nach wie vor bei kirchlichen Trauungen verwendet wird:

“Seid fruchtbar und vermehret Euch!”

Dies ist jedoch bei “Zwittern” oder auch “Hermaphroditen” schon rein physiognomisch etwas schwierig. Deshalb haben andere Kulturkreise noch eine weitere Geschlechtsbezeichnung für die Intersexuellen zugelassen. Auch in Deutschland entschied am 07. Mai 2013 der Bundestag im Rahmen des Personenstandsgesetzes (PStG) § 22 Abs. 3:

“Kann das Kind weder dem weiblichen noch dem männlichen Geschlecht zugeordnet werden, so ist der Personenstandsfall ohne eine solche Angabe in das Geburtenregister einzutragen.“

Es war eine Empfehlung des Ethikrates, da eine Festlegung auf entweder oder (männlich oder weiblich) ein “nicht zu rechtfertigender Eingriff in das Persönlichkeitsrecht” darstelle. Sollte also ein Kind zur Welt kommen, das wie auf dem Plakat zum Lifeball zu erkennen nicht zugeordnet werden kann, so ist dieses Kind kein Er oder Sie, sondern ein Es! Inwieweit dies auch für die Wurst zutrifft, wage ich für mich nicht zu entscheiden. Das sollen jene beurteilen, die Tom Neuwirth besser kennen. Sein Vater etwa behauptet, dass er sich bereits als Kind mehr zur weiblichen Bekleidung hingezogen fühlte, als zur männlichen! Doch macht ihn dies noch lange nicht zu einem Hermaphroditen – sondern vielmehr zu einem Transgender. Oder – ist sie/er vielleicht gar nur ein grosser Gag? Die Erfindung eines gewieften Managers um damit gehörig den Staub aufzuwirbeln, wie es auch der österr. ESC-Moderator Andreas Knoll formulierte? Dann wäre Conchita tatsächlich eine Kunstfigur, eine Drag-Queen. Doch – was soll in diesem Moment das ganze Getöse um Toleranz etc.? Diese Menschen verdienen meist mit ihrem “Anders-sein” Geld. Damit wäre es nichts anderes als ein Job – zumindest für Thomas Neuwirth! Doch hier möchte ich meine Gedanken einbremsen und umleiten, da ich mir ansonsten erboste Fans und Aktivisten anhören muss, die ihre “Toleranz” in Form von Schimpfeskapaden an den Angehörigen der bislang gewohnten Geschlechterrollen unserer Gesellschaft auslassen.
Zurück zur Intersexualität. Der Begriff ist nicht neu – er entstammt dem Wortschatz des Genetikers Richard Goldschmidt aus dem Jahr 1915. Dieser entdeckte bei seinen Forschungen eine Entwicklung, die keinem der beiden Phänotypen männlich bzw. weiblich zugeordnet werden konnte: Eine Mischform! Die Medizin beschreibt dies als “Sexualdifferenzierungsstörung”! Schliesslich kennt sie aus der Genetik nur die beiden Genotypen 46,XX (weiblich) bzw. 46,XY (männlich). Alles andere sind Syndrome (Turner, Klinefelter, Harry Benjamin, AGS, AIS, …) und damit Störungen. Seit der Konsensuskonferenz im Jahre 2005 in Chicago sprechen die Experten deshalb von “DSD” (Disorders of sex developement). Auch der laute Aufschrei der Interessensvertretungen konnte hierbei nichts ändern. DSD ist im ICD 10 (der Internationalen statistischen Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme) als psychische Störung enthalten.
Tatsächlich aber kann Intersexualität die unterschiedlichsten Ursachen haben:

- Chromosomen
- Keimdrüsen (“Streifengonade”)
- Hormone (Brustwachstum beim Mann oder Körperhaare bei der Frau)
- anatomische Fehlentwicklungen (etwa übergrosse Klitoris, Hoden im Bauchraum)

Auf die unterschiedlichen Möglichkeiten möchte ich heute nicht speziell eingehen – es würden den Rahmen sprengen. Intersexuelle Menschen sind gar nicht mal so selten. Die Wissenschaft spricht von einem Verhältnis von 1:5000 bis sogar hinunter auf 1:1500. Doch bei den meisten betroffenen Menschen ist diese Intersexualität gar nicht auffällig – nur eine Chromosomenanalyse kann Licht in’s Dunkel bringen. Ist es beim Kleinkind bereits offensichtlich, so werden auch heute noch genitalangleichende Operationen durchgeführt: Die Beschneidung etwa oder das Anbringen einer Neovagina. Allerdings können solche Eingriffe meist zu starken psychischen Belastungen oder physischen Problemen bis in’s hohe Alter führen! So muss beispielsweise eine Neovagina täglich gedehnt werden, da sie ansonsten zuwächst. Nicht zuletzt auch deshalb sprechen Kritiker von massivster Beeinflussung des Grundrechtes und fordern den sofortigen Stop solcher operativer Massnahmen, bis sich der Intersexuelle selbst entscheiden kann. Was jedoch dabei nicht bedacht wird, ist die Diskimminierung in der Schule, denn Kinder sind meist grausamer als Erwachsene. Von medizinischer Seite betrachtet bringt es John P. Gearhart auf den Punkt: “Es ist einfacher, ein Loch zu machen als einen Pfahl zu bauen!”
Ob nun als Schamanen am nördlichen Polarkreis, Two-Spirits bei den Indianern der nordamerikanischen Steppen, als Hijras in Indien, Katoys in Thailand oder gar als zweigeschlechtliche Gottheiten der Mythologien – Intersexuellen wurden seit Menschengedenken besondere Fähigkeiten zugesprochen, da sie die weiblichen und männlichen Eigenschaften vereinen und somit die Welt von zwei unterschiedlichen Seiten sehen können. Erlauben Sie mir bitte eine Frage? Wieso sind sie etwas Besonderes, das gleichzeitig ausgestossen wird, sollte doch lt. Statistik jedes 500ste Neugeborene in irgendeiner Form intersexuell sein? In Deutschland leben schätzungsweise 80.000 Personen, für die der Ausdruck “Hermaphrodit” oder “Zwitter” durchaus zutreffend ist. Es gibt weit über 3.000 Arten von Intersexualität, Transsexualität und Homosexualität.
Conchita Wurst hat die Diskussion offener gemacht. Früher ein Tabu – heute wird zumindest darüber geredet. Allerdings wird es noch sehr lange dauern, bis hier von tatsächlicher Gleichberechtigung gesprochen werden kann. Auch wenn mit Lynne Brown erstmals eine bekennende Lesbe in das südafrikanische Kabinett (Ministerin für staatliche Unternehmen) einziehen wird. Auch wenn Mitte Juni in Bregenz/Bodensee erstmals die Wahl zum Mr. Gay Europe stattfinden wird. Und doch ist dies alles nicht wirklich neu, war doch die Homosexualität im alten Griechenland bzw. Rom wichtiger Bestandteil sehr vieler Orgien. Trotzdem kommen immer mal wieder Aussagen wie “Das ist heilbar!”. Weder Homosexuelle noch die meisten Intersexuellen sind per se krank! Sie werden erst krank gemacht durch eine etwaige Behandlung!!
Ich bin hetero! Und doch habe ich mit einigen homosexuellen (und statistisch gesehen sicherlich auch intersexuellen) Kollegen zusammengearbeitet. Sicherlich ist das eine eigene Welt für sich – doch ist ebenso auf sie Verlass, wie auf die “sexuell Normalen”! Meine Sache ist es nicht, doch gestehe ich jedem das Seine zu.

Links:

http://xy-frauen.de/

http://shg.intersexuelle-menschen.net/

http://intersex.at/

http://intersex.ch/

http://www.si-global.ch/

Literatur:

Heinz-Jürgen Voß: Intersexualität – Intersex: Eine Intervention. Unrast, Münster 2012
Ulrike Klöppel: XX0XY ungelöst: Hermaphroditismus, Sex und Gender in der deutschen Medizin. Eine historische Studie zur Intersexualität. Transcript, Bielefeld 2010
Ulla Fröhling, “Leben zwischen den Geschlechtern – Intersexualität: Erfahrungen in einem Tabu-Bereich”, Ch. Links Verlag 2003.
Claudia Lang, “Intersexualität – Menschen zwischen den Geschlechtern”, Campus Verlag 2006

Anlaufstellen:

Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung
Ostmerheimer Str. 220
51109 Köln
Tel.: 0221 / 8992-0
Onlineberatung unter:
www.familienplanung.de
www.schwanger-info.de

Pro Familia
Deutsche Gesellschaft für Familienplanung, Sexualpädagogik und Sexualberatung e.V.
Stresemannallee 3
60596 Frankfurt am Main
Tel.: 069 / 63 90 02

Deutsche Aids-Hilfe e.V.
Dieffenbachstr.33
10967 Berlin
Tel.: 030 / 69 00 87-0

Deutscher Paritätischer Wohlfahrtsverband e.V.
Oranienburger Str. 13-14
10178 Berlin
Tel.: 030 / 2 46 36-0

Lambda
Schwul-lesbisches Jugendnetzwerk e.V.
Windthorststr. 43a
99096 Erfurt
Tel.: 0361 / 6448754

Lesben- und Schwulenverband in Deutschland (LSVD)
Pipinstr. 7
50667 Köln
Tel. 0221 / 9259610

Lesbenring e.V.
Postfach 11 02 14
69071 Heidelberg
Mail: buero@lesbenring.de

Deutsche Gesellschaft für Transidentität und Intersexualität e.V.
c/o Andrea Ottmer
Unstrutstr. 2,
38120 Braunschweig
Tel: 0531 / 22 500 78
Notfall-Telefon: 0179 / 3748 990
Mail: andrea@dgti.org

VIVA TS Selbsthilfe München e.V.
Selbsthilfegruppe für Menschen mit abweichender Geschlechtsidentität
Baumgartnerstr. 15
81373 München
Telefonberatung: 089 / 89 19 79 82, nur Freitag, 19 bis 22 Uhr
Mail: hotline@vivats.de

Ann and Pat Jugendzentrum, Backstageraum
Lederergasse 7
4020 Linz
Tel. 0681 / 81772638 oder
Mail: info@vimoe.at

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Pepp für’s Poppen

Alter Schwede – da geht’s rund! Ganz Deutschland diskutiert dieser Tage nicht etwa über die Lieferung von U-Booten an Saudi Arabien (im Wert von rund 2,5 Mrd. €), sondern über ein anderes U-Boot. Eines, das immer mal wieder auftaucht, kurzzeitig für hohen Wellengang sorgt um dann erneut unterzutauchen. Über das Tabu-Thema: Sex!
Verantwortlich dafür ist nicht etwa die Umfrage, die die römisch-katholische Kirche im Umfeld der Familien-Synode der Bischöfe weltweit zu den Themen Scheidung, Homo-Ehe und Empfängnisverhütung demnächst starten wird. Nein – es ist vielmehr die 2. Sexuelle Revolution im Fernsehen: Die fünfteilige Doku “Make Love” startete vergangenen Sonntag im MDR, im SWR am Mittwoch dieser Woche. Sexualaufklärung gibt es immer mal wieder im deutschsprachigen TV, allerdings verzichteten die meisten bislang auf eine solch detailgetreue filmische Darstellung, um nicht in den Verruf des Pornogeschäftes zu kommen.
Oswald Kolle war es, der erstmals den Sex in die puritanischen heimischen Wohnzimmer brachte. Obwohl nicht wirklich viel zu sehen, sorgte er Ende der 60er Jahre für einen nicht enden wollenden Skandal.

http://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&v=fV4PrgfN4F8

Na? Etwas Anrüchiges entdeckt? Da laufen heutzutage bereits im Vorabendprogramm ganz andere Szenen über die Plasma-, LCD- und LED-Bildschirme. Geschweige denn in der Werbung! Sex sells – egal ob Zahnpasta, Autos oder auch eine Bohrmaschine! Damals wurden die Kolle-Filme zwar angeschaut, doch stritt dies jeder ab. Kolle wurde zur persona non grata erklärt. Und dies zur Zeit der Hippie-Bewegung, wo “Love, Flowers and Peace” im Mittelpunkt stand, “Love-Inns” an der Tagesordnung waren und die Jugend allerorts für die sexuelle Befreiung kämpfte. Doch die Oswald Kolle-Filme blieben den Erwachsenen vorbehalten, die eigentlich schon darüber informiert sein sollten, dass die Kinder nicht wirklich daher kommen, weil sich einige Bienen zu den Blüten verirrt haben und der Storch neun Monate später Nachwuchs vor der Haustüre ablegt. Nein liebe unwissende Mitstreiter – das macht der Kuckuck! Deshalb auch der Ausdruck “Kuckuckskinder”!
Andere erfuhren ihren ersten Aufklärungsunterricht aus der Bravo. “Liebes Dr. Sommer-Team, ich bin 23 Jahre alt und habe zum ersten Mal masturbiert. Wie machen das eigentlich die Frauen?” Auch wenn die Antworten nicht immer unbedingt gelungen waren, so wuchsen doch zwei bis drei Generationen damit auf und dachten sich nach wie vor, dass die Kinder vom Küssen kommen. Nase links – es gibt ein Mädchen, Nase rechts – Stammhalter!
Mit dem TV im Kinderzimmer ging’s dann recht flott. Heimlich wurden Lilo Wanders und Verona Feldbusch (blubb) angeschaut und dabei einiges mehr schon sehr früh verstanden. Dann kam das Internet! Wenn auch zuhause der PC gesperrt war, so müssen immer früher Smartphones oder gar I-Phones her, damit der Porno als Pausenfüller an der Schule konsumiert werden kann. Ansonsten ist man ja nicht cool – doch jeder Jugendliche will cool sein. Hierüber und über die durchaus problematischen Auswirkungen habe ich schon mal die Füllfeder geschwungen und die eine oder andere Zeile verloren. Kürzlich etwa hat ein 12-jähriger eine 16-jährige zu sexuellen Handlungen gezwungen und dabei auch seinen Winzmann aus dem Sack gelassen! Ei – wo is er denn???
Und nun begibt sich die Paartherapeutin Ann-Marlene Henning wieder zurück in die Vergangenheit, auf heissen Boden. Mit ihrer Doku-Reihe “Make love” will sie Deutschland erneut aufklären. Ähm – na ja – zumindest vorläufig die beiden Einzugsgebiete von SWR und MDR. Doch welche Ziele verfolgt die Expertin mit diesem Tun? Es soll wieder geredet werden in den deutschen Schlafzimmern. Viele Jugendliche haben durch das Anschauen ebensolcher Pornos den Spass am Sex verloren. Der Hang zu Extremen ist unheimlich gross, da gesehen und als normal empfunden. Doch – wieviel Freude ganz normaler Sex machen kann, wenn gewisse Dinge beachtet werden, das ist meist gänzlich unbekannt. Dies ist auch die Ursache dafür, weshalb viele junge Frauen noch niemals einen erfüllenden Orgasmus hatten bzw. in weiterer Folge dann viele Verhältnisse oder Ehen kaputt gehen! Wie in dieser gezeigten Doku! Jessica und Oli sind ein Paar. Sie passen ausgezeichnet zueinander – doch leider ist im Schlafzimmer Flaute angesagt. Deshalb suchen sie den Weg zur Paartherapeutin. Und diese zeigt auf – wie auch im Untertitel des Filmes “Liebe machen kann man lernen” niedergeschrieben – dass es eigentlich nur ein kleiner Schritt ist, auf Signale des Partners zu hören und darüber zu sprechen. Themen wie Beckenbodentraining oder Vorspiel werden ebenso ohne Maulkorb erklärt wie vorzeitige Ejakulation.
Und die Frau weiss, über was sie spricht. Wurde doch das Buch der Sextherapeutin “Make love” ein Kassenschlager – jedoch nicht bei der eigentlich anvisierten Zielgruppe, sondern bei erwachsenen Lesern. Auch ihr Blog, der seit drei Jahren online ist, bestätigt ihr: Mensch, hier gibt’s noch jede Menge Aufklärungsbedarf!
Ich hatte einst die Ehre, einen Sexualforscher der Universität Innsbruck in einer meiner Radiosendungen begrüssen zu dürfen. Sorgte die Vorbereitung der Sendung noch für einige Kopfschmerzen, schliesslich wusste ich nicht, wie weit ich während der Sendung dann gehen durfte, um nicht durch die Radiobehörde abgestraft zu werden. Auch wenn manche Kinder abends vielleicht nicht fernsehen dürfen, so läuft bei vielen das Radio – die Sendung begann um 20.00 Uhr. Allerdings demonstrierte dann während derselben mein Gesprächspartner die Natürlichkeit an diesem Tabu-Thema, sodass die zwei Stunden sehr informativ waren und zudem nicht in’s Niveau-Nirvana abgeglitten sind, wie es häufig bei Privatsendern der Fall ist, wenn sie sich hier heranwagen. Sexualität ist somit durchaus ein Thema, über das geredet werden sollte, auch wenn gar nicht mal so wenige diesen Bereich nach wie vor gerne hinter verschlossenen Türen wissen würden. Und es ist v.a. auch erlernbar. Wer sein Leben lang nur die Ruck-Zuck-Methode verwendet, weiss gar nicht, was er bis zum Lebensabend alles versäumt hat! Wie ist es für den Mann, wenn eine Frau multiple Orgasmen oder den sog. “Le petit mort” erlebt? Was lösen Fesselungskünste bei Frauen aus???

(Bitte auch die Anmerkungen lesen!)

Es stimmt durchaus – Beziehungskrisen beginnen meist im Bett. In Deutschland und Österreich werden rund 50 % der Ehen geschieden. Von den Verhältnissen gar nicht mal zu sprechen. Das mit dem “… bis dass der Tod Euch scheidet!” ist schon längst vorbei. Selten versteht sich ein Paar dermassen lange. Doch gibt es einige, die es zeigen, wie es funktionieren könnte! Reden, reden und nochmals reden – Tabus gibt es in einer guten Beziehung keine! Weigert sich hingegen einer der beiden, so muss dieser meist die Zähne zusammenbeissen und durch oder die Beziehung geht den Bach runter. Das wollen uns solche Paar- oder auch Sexualtherapeuten aufzeigen. Damit man sich ergänzen kann, muss auch gewusst werden, was man ergänzen soll.
Ich unterscheide immer gern drei Typen von Partnern:
1.) Die Contra-Geber
Egal welcher Vorschlag gemacht wird – es gibt immer einen Gegen-Vorschlag. Ein Konsens ist nur dann möglich, wenn der andere Partner Eingeständnisse macht. Hier kann ein One-Night-Stand zu einem unvergesslichen Erlebnis werden – für eine Partnerschaft jedoch nicht geeignet, kann doch ein gewisser Hang zum Unterdrückungswahn (Patriarchat bzw. Matriarchat) und vielleicht auch Sadismus nicht abgestritten werden.
2.) Die Runterschlucker
Egal, was auch immer an sie herangetragen wird, sie schlucken Probleme ohne zu mucken herunter. Hut ab vor diesen Menschen, denn sie brauchen eine sehr dicke Haut. Auch sie sind weniger partnerschaftstauglich, da sich der andere Partner meist aufgrund ihrer Passivität eine Alternative sucht. Ausserdem hat jeder Masochismus seine Grenzen – irgendwann explodiert das Fass und geht ab wie eine Rakete.
3.) Die Diskutierer
In dieser Partnerschaftstype findet ein Austausch statt. Es wird geredet, diskutiert und sich geeinigt. Es muss nicht immer die Mitte sein, bei der man sich trifft, denn – wie bereits beschrieben – steht und fällt eine gute Partnerschaft mit der Möglichkeit sich zu ergänzen. Die meisten Menschen suchen sich nicht denselben Typ von Menschen für die traute Zweisamkeit sondern einen, der die Schwächen des Ichs ausbügelt, der somit in anderen Kategorien besser ist. In einer solchen Beziehung kann sehr viel vom Partner gelernt werden. Es ist sozusagen die Idealbesetzung.
4.) Die Mach bitte Du-Sager
Auch mit diesem Typ von Mensch kann eine Beziehung besser vonstatten gehen, jedoch ist es nicht wirklich der Idealzustand. Beispiel: Der Feiertag steht vor der Tür. Frau hat sich beschwert, dass Mann zum richtigen Couch-Potatoe geworden ist. Also – muss etwas unternommen werden. Er schlägt acht Möglichkeiten vor – doch sie entscheidet sich nicht sondern meint nur lapidar: “Entscheide Du das!” Oder: Nach dem endlosen Durchwälzen von Ferienkatalogen blieben vier Möglichkeiten übrig. Ihm wird dies zu viel und überlässt ihr die Wahl! Solche Situationen sind deshalb kritisch zu sehen, als die Entscheidung wieder auf einer Seite bleibt, die andere Seite aber sehr wohl den Unmut äussert, wenn etwas nicht gepasst hat: “War ja Deine Entscheidung!”
Stellt sich nun die ganz allgemeine Frage, weshalb die Folgen von “Make Love” erst nach 22.00 Uhr ausgestrahlt werden, wenn es Sexual-Aufklärung ist?! So hat etwa die Stadt Basel/Schweiz erst kürzlich die Sexualaufklärung im Kindergarten als sinnvoll erklärt, was auch durch das kantonale Verwaltungsgericht bestätigt wurde. Aufklärungsunterricht, Aufklärungskoffer – eigentlich alles Massnahmen, die für Kinder und Jugendliche gedacht sind, damit sie wissen, was sie tun, wenn es so weit ist! Oder auch nicht tun sollten. Haben Sie übrigens gewusst, dass Uganda/Afrika die jüngste Bevölkerung dieses Globusses hat? Minderjährige mit Baby – hier leider alltäglich und sehr gefährlich – HIV! Jede 5. Frau wird in Uganda schwanger, noch bevor sie das 18. Lebensjahr erreicht hat! Und dies, obwohl das Notwendigste in der Schule erklärt wurde. Auch der Islam lässt eine zeitlich begrenzte Verhütung durchaus zu (“Wenn man nicht in der Lage ist, sieben, acht Kinder islamisch zu erziehen, muss man sich mit wenigen aber gut erzogenen Kindern begnügen.”; http://islam.de/1641.php). Zwei Punkte, die meist für Europa nicht zutreffen: Sieben bis acht Kinder – wohlerzogen! Doch hierzulande ist dies anders – da kommt der Schluss auf, dass diese Art der Aufklärung gar nicht für Kinder oder Jugendliche gedacht ist! Das untermauert auch Henning. So meinte sie in der Sendung “Leute” auf SWR 1 am 06. November, dass am Mittagstisch mit den Kollegen – wenn das Thema “Sex” angesprochen wird – zu nahezu 100 % über andere gesprochen würde. Niemand würde das Gespräch nutzen um zu sagen, dass er seit Jahren zu früh kommt oder dass sie nur dann einen Orgasmus bekommt, wenn sie Handschellen trägt! Es besteht also neben dem Redebedarf in den Betten auch Redebedarf betreffs Informationen über Sex. Deshalb diese Aufklärungsserie mit dem Vorzeige-Paar. Sollte auch die Doku vielleicht nicht unmittelbar wirken, so kann sie als Impuls verstanden werden. Dafür, dass sich Frau seit zehn Jahren ein längeres Vorspiel wünscht oder dass Mann lernt, sich zurückhalten zu können. Alleine, weil hierüber nicht gesprochen wurde, gingen viele Beziehungen auseinander, die – wie in diesem Falle – verdammt gut zusammengepasst hätten. Und so nebenbei erwähnt: Es muss nicht immer das Kamasutra oder Tandra sein, das auch im Bett aus Paaren glückliche Paare macht.

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Erster Porno? Mit zehn….

Madonna erscheint zu den Billboard Awards in Strapsen, Jennifer Lopez räkelt sich in ihrem aktuellen Video lasziv am Strand. Keine Frage: Sex sells, exhibitionistische Körperlichkeit wird zum Verkauf von Autos, Akkuschraubern und Gummistiefeln verwendet und macht sich dort ausgezeichnet. Ganz nach dem Motto: Echte Männer bekommen nur mit diesem Produkt die hübschesten Frauen!!! Liz Hurley – darf ich Dich mit meinem neuen Schraubenzieher aus Titan locken??? Mit nackter Haut kann eigentlich alles verkauft werden, auch Haftpulver für die Dritten! Bislang stellte sich nur die Frage: Wo liegt die Grenze! Frauenverbände machen inzwischen mobil: In Zeitungen, Magazinen, auf Plakatwänden, im Fernsehen – allerorts sind die Bikini-Schönheiten zu sehen. Etwas viel nacktes Fleisch auf einmal! Vor allem für die heranwachsenden Kinder – die negative Seite dieser “Sexualisierung der Medien”! Auch wenn es für erwachsene Männeraugen immer wieder schön ist, einen solchen Hingucker serviert zu bekommen. War in den 70er-Jahren des vorhergehenden Jahrhunderts noch ein gewisser Teil der Kataloge der Versandhäuser tabu für die Kleinen, so hat sich dies in kürzester Zeit geändert. Die Werbe- und Medienwelt ist vielfältiger und zu einem Milliarden-Euro-Geschäft geworden! Da sind Fehler unverzeihbar, denn schliesslich geht es um die Gewinnmaximierung! Die Verkaufszahlen müssen stimmen, die Clicks im Internet sind Gold wert. Das Alter der Konsumenten? Nein, da kann bei Gott keine Rücksicht genommen werden.
Ist schliesslich die Grenze zum landläufigen “guten Geschmack” überschritten, so sind wir plötzlich in einem anderen Metier: Der Sex- bzw. Pornobranche. Auch sie ist millionenschwer und heiss begehrt, wenn auch in einem etwas anderen Sinn. Doch waren es zu Zeiten der Aufklärungsfilme á la Oswald Kolle vornehmlich erwachsene Männer, die sich derartige Filme bestellten oder später in die meist abgetrennten Räume der Videotheken gingen, so hat sich dies in den letzten Jahren ebenfalls stark verändert. Das Internet macht’s möglich!!! Noch nie war es dermassen einfach, an pornographisches Material zu gelangen. Nicht überall im Ausland gelten Altersbeschränkungen, sodass Jugendliche ohne viel Brimborium auf Einschlägiges zugreifen können. Google zeigt bei der Eingabe “Porno” innerhalb von 0,16 Sekunden nicht weniger als 834 Millionen Ergebnisse! Während die Videos und DVDs langsam aus den Regalen verschwinden, verzeichnen die Anbieter im Worldwide Web Millionen Zugriffe. Allerdings auch weit ausserhalb der eigentlichen Zielgruppe. Im Durchschnitt hat jeder 13-jährige Jugendliche schon mal ein Sex- oder Porno-Vid gesehen. Manche früher, nur wenige später. Was vor noch gar nicht allzu langer Zeit mit teurer Internet-Security-Software versucht wurde, für den Nachwuchs unmöglich zu machen, ist heute mit nur wenigen Clicks frei einzusehen. Pornos gehören in der Gegenwart zum Medienalltag bei v.a. männlichen Jugendlichen, soweit auch das Ergebnis der Studie “Porno im Web 2.0″.
Oral, anal, im Dreier oder besonders beliebt – Gang Bang! Schon längst keine Fremdwörter mehr unter den Teens und Twens. Auch wenn nicht alle der jungen User so versiert sind, die Passwörter zu knacken, so stellt jeder Anbieter kostenlose Werbeclips zur Verfügung, die selbstverständlich Hunger nach mehr und damit dem zu zahlenden Bereich machen sollen. Solche Video-Plattformen sind nicht nur versteckt zuhause, sondern über das Smart-Phone auch während der Pause im Schulhof sehr beliebt. Und Grenzen – die gibt’s schon lange nicht mehr.

http://www.youtube.com/watch?v=V9zO3PJPieg

Befragt nach den Hintergründen, werden vornehmlich zwei Faktoren in genau dieser Reihenfolge genannt: Erlernen der Sexualität und sexuelle Erregung! Hinzu kommt noch die soziale Ausgrenzung für all jene, die dies verweigern. Dabei allerdings besteht die Gefahr, dass der Jugendliche den Streifen als durchaus ernst und realitätsnah empfindet. Dass die meisten Pornodarsteller Schauspieler (wenn auch zumeist sehr schlechte aber denoch) sind, entgeht vielen. Sie stecken mitten in der Pubertät, sind stark an derartigem Material interessiert und neigen durchaus zu einem Realitätsverlust (wie auch bei Computerspielen oder auf Social Networks beispielsweise zu erkennen ist). Szenen, seien sie noch so pervers, werden als selbstverständlich betrachtet. Dass beispielsweise nicht jeder Mann/jede Frau Oral- oder Anal-Sex favorisieren, wird dabei nicht bedacht. Dass der Sex zwischen zwei Menschen eigentlich etwas sehr intimes ist, das ist doch eigentlich eine uralte Legende. In den Filmen treiben’s ja auch fünf oder mehr Paare gleichzeitig. Tja und dass Gewalt oder auch nur der Zwang im wahren Leben strafbar ist, geht aus den meisten Filmen gar nicht hervor. So werden zum Jausenbrot Vergewaltigungsszenen angesehen, die im wirklichen Alltag nichts zu suchen haben. Ob jener Fall von Pfingsten hierauf zurückgeführt werden kann, bei welchem ein 13-jähriger in Kärnten eine 8-jährige vergewaltigte, gilt es noch zu klären.
Lernt nun ein pornoverwöhnter Jugendlicher ein Mädchen kennen, ist es für ihn vielleicht ganz normal, dass vor dem eigentlichen Geschlechtsakt noch Hand oder Mund angelegt wird. Ist ja in den Filmen immer wieder so zu sehen. Oder das sog. “DP” (Double Penetration – der Dreier) – in den Vids gang und gebe, verleiht es einem Seher vielleicht auch den absoluten Kick. Es gab in früheren Zeiten mal Träume und Wünsche, die verborgen blieben und auch niemals umgesetzt wurden, da sie schliesslich doch an moralischen Überlegungen scheitern. Die Filme hingegen machen daraus Selbstverständlichkeiten. Und mit solchen Selbstverständlichkeiten wachsen sehr viele Jugendliche (nicht nur männliche) auf. Es werden vermehrt Tabus gebrochen, die vielleicht nicht mal bewusst übergangen werden, für die aber der Gesetzgeber klare Vorgaben aufzeigt.
Einerseits sollte das Strafrecht hier eine klare Linie ziehen, die nicht überschritten werden darf. Im Gesetz wird von “Personen im schutzwürdigen Alter” gesprochen. Wer pornographische Schriften,… öffentlich an einem Ort, der Personen unter 18 Jahren zugänglich ist, oder von ihnen eingesehen werden kann,… ist mit einer Freiheitsstrafe von einem Jahr oder mit Geldstrafe zu bestrafen (§ 184 StGB in Deutschland). Ähnliches ist auch im Art. 197 des Schweizerischen Strafgesetzbuches nachzulesen – hier jedoch bei unter 16-jährigen und mit einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren bzw. ebenfalls einer Geldstrafe. Ein orgiastisches Feuerwerk der legislativen Wortwahl möchte ich Ihnen nicht vorenthalten – der Ausschnitt entstammt dem Art. II § 10 des österreichischen Pornografiegesetzes:

“Die Bezirksverwaltungsbehörde kann von Amts wegen oder auf Antrag einer Behörde sowie einer Person, die ein berechtigtes Interesse nachweist, für ihren Amtsbereich bestimmte Druckwerke – ausgenommen Laufbilder -, die geeignet sind, die sittliche, geistige oder gesundheitliche Entwicklung jugendlicher Personen, insbesondere durch Verleitung zu Gewalttaten oder zu strafbaren Handlungen aller Art, durch Reizung der Lüsternheit oder durch Irreleitung des Geschlechtstriebes, schädlich zu beeinflussen, von jeder Verbreitung an Personen unter 16 Jahren ausschließen und ihren Vertrieb durch Straßenverkauf oder Zeitungsverschleißer sowie ihr Ausstellen, Aushängen oder Anschlagen an Orten, wo sie auch Personen unter 16 Jahren zugänglich sind, überhaupt untersagen.”

Reizung der Lüsternheit! Da hat wohl die alte k.u.k. Beamtenschar noch die Vorgaben für dieses Gesetz geliefert! Herrschaften, sagt’s doch bitte, was Ihr meint: No porns for teenyboppers (mit “B” nicht mit “P”)! Aber im Ernst: Hiermit sollte nicht gespasst werden, fällt doch auch das derzeit so trendige “Sexting” ebenso in diesen Bereich. Dies ist die Weiterverbreitung eindeutiger Fotos über Handy oder via Mail! So ist es cool, die Ex mal dermassen zur Schau zu stellen! Mit diesem Spass oder einem Anflug von Rache kann man jedoch das komplette Leben der entsprechenden Person zerstören. Denn: Was einmal im Internet, bleibt immer im Internet! Deshalb ist es durchaus legitim, wenn hier das Gesetz mit voller Härte durchgreift.
Stellen Sie sich vor, Sie entdecken etwas im Datenhighway, das sie vorher nicht gekannt haben. Neigen sie nicht zu Pauschalierungen? Entwickeln nicht auch sie eine Normalisierungsstrategie? Dito (nein – nicht “Dildo”!) bei Kindern, die vielleicht selbst noch gar nicht sexuell aktiv sind, jedoch die grosse weite Welt des Pornos im Internet entdeckt haben! Eine solche vorzeitige Auseinandersetzung mit diesem Thema birgt mehrere Gefahren in sich. Wie bereits beschrieben, entfällt das Intime am Sex, zudem auch der Spass an der Erotik. Praktiken werden als normal angesehen, obwohl sie es gar nicht sind. Auch Extreme wie SM, Natursekt oder gar Sodomie werden zwar grossteils abgelehnt, allerdings durchaus als mögliche Alternative in Erwägung gezogen. Die meisten weisen gottlob noch die Kinderpornographie zurück. Gewalt erreicht aber den Status der Selbstverständlichkeit, denn schliesslich “wollen sie es ja alle!” Der Mensch ist ein ständig notgeiler Zeitgenosse mit nur einem Ziel: Poppen bis sich die Balken biegen! Gangbangs werden im wahren Leben nicht selten zu Gruppenvergewaltigungen.
Doch verweilen wir noch etwas bei jenen, die “normal” bleiben: Auch deren Sexualverhalten, die Geschlechterrollen und das Wertebild ändern sich ganz entscheidend. Männliche Jugendliche werden zu dominanten “Top-Leistern”, die immer und lange können müssen, denn schliesslich dauert ja auch ein solcher Sexstreifen eine halbe bis dreiviertel Stunde. Junge Mädchen, die bereits im Alter von 13 Jahren mit über 30 “Männern” im Bett waren – denn: Nur wer es mit wirklich vielen treibt, ist cool! So zeigt es ja auch das dargestellte Bild männlich-sexueller Präferenzen auf. Frauenfeindlichkeit und Hegenomie lösen die Gleichberechtigung und das “Sich-Ergänzen” in einer Beziehung ab, Aggression und Sexualität werden sehr häufig verknüpft.
Dabei zeigt sich jedoch das Rollenbild als durchaus dichotom: Während Burschen, die mit vielen Mädchen in die Kiste hüpfen, als “Checker” bezeichnet werden, sind vergleichbare Mädchen häufig die “Schlampen”, die aber dennoch zur “coolen Gruppe” gehören, zu welcher auch die anderen Mädchen gehören möchten! All das kann zu Erektionsstörungen beim Mann bzw. Orgasmus-Schwierigkeiten bei der Frau führen. Aber auch zu komplett anderen Körperidealen. Der Spass am Sex fällt weg, die Zweisamkeit wird zum Spiegelbild der Porno-Industrie – emotionslos, exhibitionistisch und polygam! Scham – das war in den 70ern!!! Heute regiert der Tabubruch! Dabei sind die Grenzen der Ablehnung bei Mädchen weitaus enger gefasst.
Schliesslich kann eine solche Frühreife auch zu anderen Wirkungsrisiken führen. Einerseits den Geschäftemacher, die den Jugendlichen das Taschengeld herauslocken wollen. So sorgte beispielsweise eine Pornoparty für Jugendliche in einem Lokal im steirischen Bezirk Hartberg-Fürstenfeld für grosses Aufsehen. Versprochen wurden Porno-Models, Gogo-Tänzerinnen und erotische Spiele; in einem Lokal, zu dem auch Unter-16-jährige Zutritt haben. Zudem ist es im Internet den Betreibern von Pornoseiten egal, ob die 30-50 € monatliche Beitrittspauschale oder das Geld des Pay-by-View von einem Erwachsenen oder einem Jugendlichen stammen. Hauptsache der Rubel rollt! Tja und schliesslich meinen viele Minderjährige, sie müssten Szenen aus Filmen nachdrehen und setzen diese selbst ins Netz. Ein gefundenes Fressen – nicht nur für Pädophile! In Chatrooms oder Dating-Portalen melden sich 14- und 15-jährige Mädchen mit Usernames wie Pussy-Cat oder Porn-Queen an. Doch aus diesem Spass wird sehr häufig bitterer, teils gar tödlicher Ernst!
Aus Sicht der Wissenschaft und Forschung bleiben viele Fragen ungeklärt, da ein Vorher-Nachher-Vergleich nicht möglich ist. Wie hätte sich ein Jugendlicher entwickelt, hätte er nicht einen dermassen frühen Zugriff auf Pornos gehabt? Soll man Jugendlichen auch die anderen Seiten der Sexualität näherbringen, die schönen, die nichts mit dem Dauer-Rammeln zu tun haben? Das wäre ja wohl Aufklärung mit der Brechstange! Der Teenager steckt alsdann in der Orgasmus-Zwickmühle! Doch zumindest hat er eine Alternative zu den im Web gezeigten Inhalten! Stellen sich die Fragen: Wie weit soll das gehen? Wann sollen die Eltern damit anfangen??? Soll eine aktive Auseinandersetzung mit den Geschlechterrollen betrieben werden? Oder geht es weitaus tiefer: Ist eine Änderung der Wertevorstellung in der Gesellschaft notwendig? Sollte etwa der Schatten des Schmierigen und Verbotenen von der Internetpornografie genommen werden? Oder – ist die Pornographie gar nicht schädlich für die Erziehung junger Menschen??? Eine sehr gewagte These!
Eines ist mir zum Abschluss noch unklar: Zur Erziehung gehört auch das Setzen von Grenzen – nicht zuletzt zum Wohl der “Schutzwürdigen”, da ohne Limits Wege bereits im frühen Alter vorgezeichnet werden! Auch wenn man seinen Nachwuchs nicht ausspionieren sollte, gehört doch Beobachtung und Kontrolle durchaus zur Erziehung dazu. Ansonsten können die Eltern den Jugendlichen, der oftmals in einer Parallelwelt heranwächst, in welcher die Grufties nichts zu suchen haben, nicht verstehen. Und ausserdem: All die vielen coolen Typen, die in ihren Rap-Texten von einer Welt mit vielen Chicks, einer Welt ohne Grenzen und Tabus reden (denn singen können ja die meisten nicht), so manch einer ist inzwischen – ob gewollt oder nicht gewollt – Familienvater und gehört nun selbst zum Establishment!

Weiterführende Literatur:
.) “Generation Porno” von Johannes Gernert (Fackelträger Verlag Köln; 2010)
.) “Deutschlands sexuelle Tragödie: Wenn Kinder nicht mehr lernen, was Liebe ist” von Bernd Sigelkow/Wolfgang Büscher (GerthMedien; 2008)
.) “Porno im Web 2.0″ – Studie von Petra Grimm/Stefanie Rhein/Michael Müller (Schriftenreihe NLM, Band 25, Vistas Verlag Berlin, 2010)

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Wie wär’s denn mit uns beiden???

Der Monat Mai wird auch gerne als der Wonnemonat, der Monat der Liebenden bezeichnet. Tatsächlich blüht die Natur nach einem zumeist harten Winter richtiggehend auf, die Vögel kommen aus ihren Winterquartieren zurück, es wird auf Teufel komm heraus gebalzt. Verständlich – das Jahr ist kurz, die Zeit kostbar. Auch bei so manchem Menschen gehen die Hormone durch. Hat nicht zuletzt auch etwas mit der Bekleidung zu tun: Die dicken Winterklamotten werden durch Luftigeres ersetzt, mit dem v.a. Frau auch schon mal sexy Akzente setzen kann.
Doch – wie ist das wirklich mit der Partnerschaft und v.a. dem Werben um einen Partner? Sollte eigentlich eine simple Sache sein, da der einzige Zweck unseres Erdendaseins (auch wenn es so mancher Chef nicht so gerne hört!) – rein evolutionsbiologisch betrachtet – das Zeugen von Nachwuchs zur Arterhaltung und die Weitergabe der Gene an nachfolgende Generationen darstellt. Allerdings steckt in Wirklichkeit ein sehr komplexes Thema mit unheimlich vielen Auswirkungen und Einflüssen dahinter, wobei die natürliche Selektion durchaus von kulturellen Gewohnheiten im Laufe der Zeit verändert wurde. Und wer – nachdem er diese Zeilen gelesen hat – noch behaupten sollte, dass einzig die inneren Werte zählen, dürfte wohl irgendetwas nicht richtig verstanden haben.
Es gibt sie wirklich – die Liebe auf den ersten Blick! Allerdings nicht unbedingt so, wie sie immer verstanden wird: Man hat einen Gleichgesinnten gefunden, schaut ihm tief in die Augen und “Zzzboing” hat der Blitz eingeschlagen. Aber sowas von!!! Auch wenn Mann und Frau dermaßen unterschiedlich sind, so haben sie dennoch eines gemeinsam: Ein äusserliches Bild vom Wunschpartner! Wenn auch nicht bewusst, so auf jeden Fall unbewusst, instinktiv sozusagen. Die körperliche Attraktivität spielt nämlich in der Partnerwahl die wohl grösste Rolle. Dabei gehen allerdings Frauen eine Spur weiter als Männer. Während der Mann von den primären und in weiterer Folge auch sekundären Geschlechtsmerkmalen wie einem grossen Becken, dem Brustumfang und dem Po ausgeht (mit einem “tollen Fahrgestell” wird das Verhältnis zwischen Hüfte und Becken verstanden, erst dann kommen die endlos langen Beine dazu), denkt Frau vornehmlich an den Nachwuchs. Jener Partner, mit welchem sich Frau die Arterhaltung verspricht, sollte gesund, widerstandsfähig und jugendlich sein (athletischer Körperbau und symmetrische Gesichszüge). Die Frau verspricht sich dadurch die Weitergabe dieser Attribute an die späteren Zöglinge.
Tja und diese Eigenschaften sind zumeist auch verantwortlich für die Vielzahl der Seitensprünge, denn nicht immer ist der Lebenspartner auch der Wunsch-(Er-)Zeuger. Während es beim Mann grossteils um den Jagdinstinkt und Spieltrieb geht, kommen bei der Frau zur Zeit des Eisprungs genau diese Überlegungen hoch: Braungebrannt, sportlich, weisse Zähne und strahlender Blick – das ist auch mit ein Grund, weshalb sehr häufig für solche Liebschaften neben der eigentlichen Lebens-Beziehung die typischen Macho-Typen ausgesucht werden, auch wenn Frau ansonsten gar nicht auf diese spezielle Spezies von Mann abfährt. Apropos: Haben Sie gewusst, dass statistisch gesehen jedes zehnte Kind in Deutschland ein Kuckuckskind ist, also bei einem Seitensprung gezeugt und dem Lebenspartner untergeschoben wurde? Der Scheinvater hat jedoch in deutschen Landen nach einem Richterspruch des Bundesgerichtshofes vom 18. April 2008 das Recht, von der Partnerin Auskunft über den leiblichen Vater zu erhalten und kann diesen in weiterer Folge auch zu einem Vaterschaftstest und der Rückzahlung des Unterhaltes zwingen. Das Urteil bezog sich auf einen Fall, bei dem einem Mann drei Kinder untergeschoben wurden, die Frau dann auch zu Ihrem Liebhaber zog, dieser jedoch die Vaterschaft in allen Fällen abstritt. Gleiche Quote in etwa auch für Österreich – doch ist dies im Alpenstaat ein Offizialdelikt, also eine Straftat. Die Verjährungsfrist endet drei Jahre nach der Geburt (§ 158 AGBG: “Hat der Mann die Ehelichkeit eines Kindes nicht innerhalb eines Jahres seit der Geburt bestritten, oder ist er gestorben oder ist sein Aufenthalt unbekannt, so kann der Staatsanwalt die Ehelichkeit bestreiten, wenn er dies im öffentlichen Interesse oder im Interesse des Kindes oder seiner Nachkommenschaft für geboten erachtet.”). Hebammen sind gar verpflichtet, eine mögliche Unterschiebung anzuzeigen. In der Schweiz bewegt sich die Zahl der Kuckuckskinder bei rund einem Prozent! Sagt uns dies nun etwas über die Treue der eidgenössischen Frauen aus oder eher über die Verantwortung, bei einem Seitensprung zu verhüten? Viel zu tun haben hingegen die Briefträger und Milchlieferanten in der sozialen Unterschicht von Liverpool. Hier liegt die Quote bei unglaublichen 32 % – gemessen durch die Vaterschaftstests in jenen Krankenhäusern, die für die Slums zuständig sind, Experten schätzen dies gar auf 53% (in der Oberschicht 1 %)!!! Recht interessant auch das Ergebnis einer Meta-Studie, die nicht weniger als 67 Studien zusammenfasst. Demgemäss zweifeln zwischen 15 bis 50 % der Vaterschaftstest-Männer zurecht. Bitte missverstehen Sie mich jetzt nicht – auch Mann geht selbstverständlich fremd! Aufgrund solcher Vaterschaftstests können allerdings offizielle Zahlen präsentiert werden! Dies ist bei einem männlichen Sidestep etwas schwerer. In der Ornithologie spricht man diesbezüglich übrigens von “Brutparasitismus”. Dies trifft auch in der Humanethologie den Nagel auf den Kopf. Im Gesetzeskauderwelsch wird hierfür die Bezeichnung “Personenstandsfälschung” gewählt. Sie kann nach einer Scheidung auch zur Kürzung oder Streichung des Unterhaltes bei der Frau führen, im Speziellen, wenn Mann sich aufgrund des Kindes beruflich eingeschränkt hat. Nicht gerade das beste Licht wirft eine Untersuchung der University of Michigan auf das Tun v.a. aber Treiben von Herrn und Frau Christ. Bei einer Vergleichsstudie im afrikanischen Volk der Dogons, in welchem Vertreter der Katholiken und Protestanten, aber auch des Islam und der monotheistischen Stammesreligion vertreten sind, schnitten die christlichen Paare bei insgesamt 1.317 Vaterschafts-Tests am schlechtesten ab. Damit aber nun genug mit dem Exkurs zum Thema “Kuckuckskinder”, die nicht unbedingt ein Zeichen der Zeit sondern der fortschrittlichen Entwicklung der Gen-Technik sind.
Fazit: Schönes Aussehen ist also durchaus wichtig für die sexuelle Attraktivität einer Person. Soweit auch das Ergebnis einer Forschungsarbeit von Fink/Samson von der Universität Göttingen. So bevorzugt Frau bei der Wahl des leiblichen Vaters ihrer künftigen Kinder grosse und bestens mit Testosteron ausgestattete Exemplare dieser (Be-)Gattung. Die Untersuchung, wohin Frau bzw. Mann als erstes beim geschlechtlichen Gegenüber schaut, ergibt nach dieser Göttinger Studie eigentlich immer dasselbe, bereits erwähnte Ergebnis. Doch hat jede Frau/jeder Mann andere Vorstellungen vom Traumpartner.
Sehr interessante Erkenntnisse brachten hier auch Vergleiche bei Speed-Datings in New York. Innerhalb von Sekunden entscheidet es sich aufgrund der Optik, des Geruchs, der Haptik und Motorik des Gegenübers, ob es zu einer zweiten Chance kommt oder nicht. Während Männer mehrere Frauen gerne wiedersehen würden, ist die Auswahl der Frauen stark eingeschränkt. Alles Nonsens, meinen Eli J. Finkel und Paul W. Eastwick. Sie stellten solche Speed-Datings auf den Kopf: Anstelle der Frauen blieben die Männer sitzen und die Damen wechselten. Bei der anschliessenden Auswertung gab es ähnliche Werte wie bei den klassischen Speed-Datings, jedoch geschlechtlich verdreht. Ergebnis: Der “Wanderer” trifft eine grössere Auswahl – egal ob Frau oder Mann. Die Untersuchung von Online-Datings jedoch untermauert die erste These: Während männliche User zumeist die Füllhorn-Methode anwenden (nach dem Motto: Die Richtige wird schon dabei sein!), konzentrieren sich weibliche User auf wenige.
Und damit sind wir bereits bei einem Phänomen angelangt, das Evolutionstheoretiker als “Sequentielle Schwellenwerttheorie” bezeichnen. Die Suche nach dem Traumprinzen! Frauen suchen bis zu zehnmal nach der Beantwortung der wichtigsten aller Fragen, ob es denn wirklich den passenden Deckel zum Topf gibt. Wer nach dem zehnten Versuch nichts entsprechendes gefunden hat, bleibt solo. Interessant jedoch ist die Tatsache, dass zumeist der dritte Mann geheiratet wird, Frau aber weitersucht und zumindest die Annäherung an das Idealbild mit dem siebten oder achten Mann findet! Somit ist auch die dermassen hohe Scheidungsrate durchaus erklärbar – die Wahl war einfach ein Irrtum! C’est la vie! Ergo: Die wichtigste Information für den Mann bei einer neuen Partnerin ist somit die Antwort auf die Frage: “Der wievielte bin nun ich?” Zumindest, wenn er sich eine längere Beziehung erwartet.
Was aber nun bedeutet in der Biologie der Begriff der “elterlichen Investition”? Dies ist jener Aufwand der mit der Produktion der Eizellen und Spermien beginnt und aufgrund der Brut, der Geburt, sowie der anschliessenden Versorgung des Nachwuchses für Frau ungleich höher ist als für Mann. Während eines Grossteils dieser Zeit ist Frau somit weg vom evolutionsbiologischen Marktplatz. Alsdann sucht sie sich normalerweise einen Partner, für den sich dieser Aufwand auch lohnt. Dieser sollte die Familie gut verteidigen und ernähren können. Zudem – und dies stammt ganz eindeutig noch aus der Tierwelt – werden Männchen mit grossem Territorium bevorzugt. So – und da haben wir den Schlamassel. Diese Attribute fallen sehr häufig nicht mit den für einen sexuellen Seitensprung bevorzugten Eigenschaften zusammen. Wie entscheidet sich nun Frau?
Eine weitere gute Frage lautet: “Ist der Mensch in der Liebe ein Wiederholungstäter?” Es heisst immer, dass sich Frauen Männer aussuchen, die ihrem Vater gleichen bzw. umgekehrt! Somit werden die bekannten und dermassen geschätzten Eigenschaften über Generationen hinweg übertragen. Oder aber auch: Bevorzugt Mann immer denselben Frauentyp? Richard Lugner, Dieter Bohlen und besonders Boris Becker – bei letzterem konnte man ja beinahe nicht mal die Namen den Frauen zuordnen, da sie sich nahezu wie Zwillinge glichen – na ja zumindest wie Schwestern. Der Sozialpsychologe Manfred Hassebrauck von der Bergischen Universität Wuppertal hält allerdings ein solches “Beute-Schema” à la Becker für die Ausnahme. Normalerweise unterscheiden sich die Nachfolger deutlich von den Ex. Dadurch soll die eigene Entwicklung durch den Partner unterstützt werden. Immer dieselbe Beute bedeutet Stillstand in der Persönlichkeitsentwicklung. Somit kann also durchaus eine Richtungsänderung nach dem Scheitern einer Beziehung empfohlen werden. Nach blond brünett, oder gar rot???
Besitzt eine Frau eine gewisse soziale Stellung, so sucht sie meist einen Partner mit zumindest derselben Herkunft, Bildungsgrad bzw. Wertevorstellung. Dem Mann hingegen ist dies relativ egal. So kommt es durchaus nicht selten vor, dass ein Rechtsanwalt eine Anwaltsgehilfin heiratet oder der Arzt ein Tete-a-tete mit der Krankenschwester hat. Umgekehrt hingegen ist dies eher selten.
Auch im Alter unterscheiden sich Frau und Mann. Während Mann bis zum zirka 35. Lebensjahr gleichaltrige Lebenspartnerinnen bevorzugt, konzentriert er sich danach auf jüngere Partnerinnen. Jene Frauen, die aufgrund ihrer körperlichen Attraktivität noch einen hohen Grad an Fruchtbarkeit versprechen lassen. Frauen hingegen evaluieren bei Männern das Alter, den gesellschaftlichen und beruflichen Erfolg. Die finanzielle Absicherung! Lugner und Hefner lassen grüssen! Soweit das biologische Grundprinzip. Alles andere haben die soziokulturellen Einflüsse verursacht.
Eine Beziehung sollte sich durch die Unterschiede entwickeln. Die Partner lernen gegenseitig jenen Part des Anderen, den sie selbst nicht unbedingt gut beherrschen, aber durchaus an ihm schätzen. Funktioniert dies nicht, so können die Gegensätze zum Scheitern der Beziehung führen. Wer hierzu Informationen benötigt, ist bei Hans-Georg Birkenfeld und seinem Werk “Aus und vorbei? Noch lange nicht!” gut aufgehoben.
Viele Psychologen sehen es zudem als erwiesen, dass Beziehungen aufgrund spezieller Lebens- und Liebesthemen funktionieren. Somit werden sehr viele Partnerschaften zum Abnabeln vom Elternhaus begründet – das ist bei beiden Geschlechtern gleich. Ist Mann bzw. Frau dann flügge geworden, verstehen es viele nicht mehr so recht, wofür sie in einer Partnerschaft leben und lösen diese auf.
Für all jene unter Ihnen, die noch nicht wissen, wie sie eine Beziehung beginnen sollen, sei hier zuletzt noch die Methodik erwähnt, wie sie Ellen Fein und Sherrie Schneider in ihrem Werk “Die Kunst, den Mann für’s Leben zu finden” (Piper; 2. Auflage 1996) beschreiben: Das erste Treffen findet zwischen Montag bis Donnerstag in einer Bar statt, endet vor Mitternacht und dient dem Abtasten. Gesprächsthemen sind Beruf, Bildung, Einkommen und Hobbies. Überraschend früh findet hier bereits die Abfrage des Kinder-Themas statt. Zum Abschied gibt’s ein Busserl auf die Wange. Das zweite Date wird vom Mann im Restaurant organisiert. Will Frau keine weiteren Treffen mehr, ignoriert sie einfach seine Anrufe. Normalerweise bezahlt der Mann, in Europa ist es aber üblich, dass Frau die Hälfte dazugibt. Fein/Schneider sprechen dabei vom Begriff “Going Dutch”, das eigentlich in den USA sehr selten stattfindet. Nach dem Essen gibt’s dann die ersten Zärtlichkeiten. Bei einer recht hohen Rechnung kann durchaus auch schon nach dem zweiten Treffen die Spielwiese Bett im Mittelpunkt stehen. Das aber ist normalerweise erst nach dem dritten Treffen bzw. allen weiteren der Fall. Der Frau bleibt es also jederzeit überlassen, den Gang der Dinge zu beenden, wenn sie denkt, nicht beim Richtigen gelandet zu sein, der schon mal eine Sünde wert sein könnte. Hierzu ist es ausreichend, wenn Frau drei seiner Anrufe ignoriert. In den USA gilt es durchaus als normal, maximal drei Partner gleichzeitig zu daten. Dies entspricht aber nicht den Vorstellungen auf dem alten Kontinent. Psychologen sprechen hier vom sog. “sexuellen Monopol”. In der amerikanischen Variante wird das erst während der Stufe “The Talk” besprochen. Welche der beiden Dating-Modalitäten gewählt wird, sollte beim zweiten Treffen abgeklärt werden. Schliesslich ist es nicht jedem der beiden Partner angenehm, wenn der Gegenpart noch mit anderen zur gleichen Zeit sexuell aktiv ist. Entfällt dieser Talk, so gibt es auch keinen “Deal”, also keine Absprache zur Monogamie. Wie das Ganze dann weitergeht, ist in Europa unterschiedlich. In den USA folgt nach einem Jahr der Verlobungsring (mindestens drei Netto-Monatsgehälter des Mannes – in Texas gar vier!!!). Sollte dies nicht geschehen oder entsprechen, so kann Frau die Beziehung sofort beenden. Das Salz in der Suppe machen übrigens sog. “Booty Calls” aus; mitternächtliche Anrufe mit dem Ziel des sofortigen Sex. Vielleicht noch ein kurzer Tipp: Mann sollte nicht auf das hören, was Frauen sagen. Auch Grossvater ist oftmals schwerhörig gewesen, als Grossmutter etwas sagte – aber das ist ein ganz anderes Thema! Beobachten Sie anstelle dessen, wie Frauen zeigen, was sie gerne hätten!
Seh’n Sie – ist alles nicht ganz so einfach!!! Und wer nach wie vor die Möglichkeit des Online-Datings verdammen sollte, dem sei hier eine evolutionstheoretische Überlegung an’s Herz gelegt: In der internetfreien Zeit kam es vornehmlich zur “Nachbarschaftsehe”. Durch das globale Dorf im Internet findet eine durchaus empfehlenswerte genetische Durchmischung quer über die Kontinente statt. Neue Gene, die evolutionsbiologisch ein besseres Überleben des Nachwuchses erwarten lassen. Denn: Der Homo erectus war ebenso nur eine Momentaufnahme der menschlichen Evolution wie der Homo sapiens!

PS:
Die Evolution hat’s erfunden. Normalerweise werden etwas mehr Jungen geboren, da diese risikofreudiger als die Mädchen sind und nicht wenige von Ihnen vorzeitig sterben bevor sie das Erwachsenenalter erreicht haben. Bei der Befruchtung liegt dieser Überschuss bei ca. 30 %. Während Hungersnöten allerdings werden mehr Mädchen geboren. Hierdurch kann sich eine Population schneller von einer Krise erholen (Dr. Fiona Mathews & Kollegen in ihrer Studie, veröffentlicht im Fachmagazin “Proceedings of the Royal Society B” vom Januar 2012). Die Natur – wer hat sich das alles ausgedacht???

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Moral? Werbung? Äh, tja, na ja

Früher – ja früher war die Welt noch in Ordnung. Da badete Frau in der Fernsehwerbung die Hand im Spülmittel und ein muskelbepackter Glatzkopf half beim Saubermachen der Wohnung. Der Herr des Hauses entschied sich für ein Auto, da der Kofferraum eine gewisse Menge an Bierkisten fasste. Die Mainzelmännchen, das Äffchen mit dem Pferd, Otto,… unterbrachen dabei die Werbeblöcke und sorgten für Sitzenbleiber. Das ist in der Gegenwart ein kleines bisschen anders – um nicht zu sagen: Grundsätzlich verschieden!
Werbung – wer braucht heutzutage denn eigentlich die Werbung?! Im Fernsehen erfolgt der Griff zur Fernbedienung oder eine Pinkelpause eingelegt, im Radio wird ohnedies nicht mehr aktiv sondern nurmehr passiv zugehört und online – da sind die sich von selbst öffnenden Fenster schnell wieder weggeclickt. Trotzdem: Ohne die Werbung würden sich die Produkte nur schlecht – wenn überhaupt verkaufen und so manches Informationsmedium wäre dem Untergang geweiht, da das Geld fehlt.
Ehedem war es den Kreativen ein Bedürfnis, dem Konsumenten aufzuzeigen, in welch heiler Welt er sich befindet, wenn er dieses und nur dieses Produkt verwendet. Der Käufer sollte den Zustand der Glückseligkeit erreichen. Genau wie die Darsteller im Clip oder Spot. Doch das hat sich gewandelt. Heutzutage zählt nurmehr jene Werbung, die für Diskussionen sorgt. Die Schuhladenkette Humanic etwa hat in Österreich damit angefangen. Die Marketinglinie ergab absolut keinen Sinn, doch sprach jeder darüber. Franz!!! Und so manch einer wird im Einkaufszentrum den Weg in eines der Geschäfte gesucht haben – eben aufgrund dieser sinnlosen Werbung. Sie ist damit voll aufgegangen!
Das italienische Bekleidungsunternehmen Benetton trieb dies auf die Spitze. Hier wurden offenbar plötzlich alle ethisch-moralischen Grenzen überwunden. Blutverschmierte Kleidungsstücke wurden ebenso präsentiert wie ein Sterbender oder das an Magersucht leidende Model Isabelle Cara, das nur kurze Zeit nach den Aufnahmen ihrer Krankheit erlag.

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(Quelle: Kleine Zeitung)

Benetton trat alle bis zu diesem Zeitpunkt bestehenden Tabus mit Füssen. Die ganze Welt mokierte sich über die grossflächigen Plakate, manche versuchten sogar, gerichtlich gegen deren Aufhängung vorzugehen. Das Unternehmen hatte damit eines erreicht: Aufmerksamkeit!
Die hat nun auch ein Buchhändler in Essen erzielt. Er wirbt auf seiner Website mit dem vor der Toskana gesunkenen Kreuzfahrtschiff. Zu lesen ist: “Schiff ahoi und Leinen los!” dazu gibt’s ein Bild der schlagseitigen “Costa Concordia”. Wäre ja eigentlich ok – doch starben bei diesem Unglück nicht weniger als 32 Menschen. Vor diesem Hintergrund wirkt die Werbung pietätlos. Was die Bevölkerung entrüstet, stösst bei den Kollegen auf Bewunderung!

http://www.buchhandlung-proust.de/

Ähnliches erlebte ich auch nach der Entführung des italienischen Kreuzfahrtschiffes Achille Lauro Anfang 1986. Mit dieser Tat sollten einige Palästinenser und ein deutscher Neo-Nazi freigepresst werden. Ein teilgelähmter US-Amerikaner jüdischer Abstammung wurde vor laufenden Kameras erschossen und ins Meer geworfen, um den Forderungen Nachdruck zu verleihen. Ich fuhr nur wenige Wochen später hinter einem Bus auf welchem dick und fett die Aufschrift prangerte: “Wir fahren zur Achille Lauro!” Dieser Dampfer sank übrigens 1994 nach einem Feuer an Bord 30 Seemeilen östlich von Somalia.
Jüngstes Beispiel: Die Werbung für den Privat Surf Modus des Internet Explorers 8 von Microsoft. Message: Hätte er diesen aktiviert, hätte sie nicht gesehen, was sie sah!

(Quelle: Microsoft)

Das Unternehmen musste den Clip nach heftigen Protesten wieder zurücknehmen. Gott sei dank, wurde doch damit wirklich die Grenze zwischen gutem und schlechten Geschmack um Kilometer überschritten.
Im Jahre 2010 war in Palermo/Sizilien ganz schön was los. Da blickte einer der wohl grössten Kriegsverbrecher der Geschichte von den Plakatwänden. Die Botschaft: “Ändere Deinen Stil, folge nicht Deinem Führer!”

http://www.express.de/image/view/2010/4/21/3374372,935691,medRes,maxh,234,maxw,234,hitler-skandal.jpg.jpg
(Quelle: www.express.de)

Dieser wahnsinnige Massenmörder wird übrigens recht gerne aus dem Zauberhut des Marketings geholt. Dabei geht es weniger darum, dass auch ihm das Produkt vielleicht gut getan hätte, sondern vielmehr darum, Aufsehen zu erregen.
Dies war auch der Hintergedanke einer Eiswerbung, die zwar strategisch genau richtig, moralisch allerdings dort komplett fehl am Platze war. So war auf der Plakatwand direkt vor dem Frankfurter Sankt Katharinen-Krankenhaus diese Werbung aufgeklebt. Dabei war es der Slogan, der das Blut eines so manchen vor Schrecken gefrieren liess: “Wer einmal den Löffel abgibt, bekommt ihn nicht mehr wieder!”

http://www.fnp.de/fnp/region/lokales/frankfurt/geschmacklose-werbung-vor-dem-katharinenkrankenhaus_rmn01.c.9044218.de.html
(Quelle: Frankfurter Neue Presse)

Ist das eindeutig zweideutig? Als der Konzern Unilever hierauf angesprochen wurde, hiess es aus dem Brand Management, dass vor dem Start der Kampagne alle Werbestandorte überprüft und Plakatwände an Friedhofsmauern oder Krankenhäusern absichtlich nicht gebucht wurden. Doch offenbar hat sich dort eine durchgeschmuggelt, was dem Konzern sehr peinlich war. Oder war es doch Absicht?
Der Sex wird häufig durch die Werbung missbraucht. Da dieses Thema nach wie vor ein Tabuthema darstellt, das so manch einer gerne in seinem heimischen Schlafzimmer belassen möchte, wo die Türe geschlossen werden kann, sind hier natürlich auch die leichtesten Aufreger möglich. Im eidgenössischen Chur etwa war folgendes Plakat zu sehen:

http://www.pixelfreund.ch/wp-content/uploads/2008/09/image271.png
(Quelle: Pixelfreund)

Schuhwerbung? Na ja – Fashion für junge Frauen – für das neuen Tally Weijl-Modell. Eine beinharte Aussage! Doch – schauen Sie bitte nochmals hin – ganz genau hin! Dann können Sie einen kleinen Zettel auf dem ersten Buchstaben erkennen.Dadurch natürlich erhält dies alles eine komplett andere Bedeutung: Aus dem P mach ein F!
Sex sells – eine alte Weisheit der Werbekreativen. Egal ob Auto, Zahnpasta, Schrankkasten oder gar Bürolocher – eigentlich jede Menge Produkte, die unheimlich antörnen – oder??? Wirbt ein leichtbekleidetes knackiges Bikinimodel dafür, ist der Hingucker garantiert.

Oh – lecker Kylie Minogue! Ok – hier passend: Underwear! Doch Sex – das ist der G-Punkt der Werbung. Jeder Mann schaut hin, wird zum Lustobjekt degradiert und muss, sabbernd nach Befriedigung und Anerkennung suchend, das Produkt unbedingt haben. Verwende ich diese, nur diese einzige Schuhcreme auf meinem Stiefel, fährt jede Frau auf mich ab. So mancher “letzter Bulle” hat sich da schon mal schwarze Schuhcreme auf seine braunen Cowboystiefel geschmiert! Und – so habe ich es mir vielfach bestätigen lassen – es schauen auch viele Frauen auf andere hübsche Frauen – vielleicht um sich das Eine oder Andere im wahrsten Sinne des Wortes abzugucken. Bei männlichen Testimonials ist dies bei ihren Geschlechtsgenossen etwas anders – entweder die Männer schauen auf das männliche Modell, weil sie ernsthaft an dem Mann interessiert sind (“Hach – ist der aber süss!!!”) oder es ist der Konkurrenzneid! In diesem Bereich der Werbung gibt es unzählige Beispiele, doch bin ich hier etwas zurückhaltend, da nicht jeder einen Text liest, jedoch Darstellungen sehr rasch angeschaut werden und dieser Blog ebenso schnell auf die schwarze Liste kommen könnte.
Eine komplett andere Ecke ist die Wahlwerbung. Hier gilt es, seine Gegner niederzumachen und gleichzeitig auf die eigenen Vorzüge hinzuweisen, damit am Tag X das Kreuz auch tatsächlich am richtigen Platz gemacht wird. 2005 sorgte im Rahmen des Wahlkampfes zur deutschen Bundestagswahl dieses Plakat für Aufruhr:

www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,grossbild-518453-374850,00.html
(Quelle: Der Spiegel)

Irrsinn! Eine SPD-Werbung beginnt mit dem neagtiven Wort “Merkelsteuer”! Hier wird die Spitzenkandidatin der CDU verunglimpft, daneben mag kein Wähler jene Partei, die neue Steuern verspricht. In der CDU-Werbung wird zurückgeschossen: Streichung des Arbeitsplatzes – die grösste Befürchtung eines jeden Deutschen! Im selben Wahlkampf übrigens verteilten die Grünen Kondome mit dem Aufdruck “Guido verhüten!” Poah – verzeihen Sie mir bitte mein lautes Lachen! Ich finde die Idee klasse! Nicht so jedoch der Deutsche Werberat – beide Werbemassnahmen durften fortan nicht mehr verwendet werden. Auch die österreichische FPÖ rund um Obmann H.C. Strache ist diesbezüglich nicht auf den Mund gefallen:

http://www.stol.it/Artikel/Politik-im-Ueberblick/Politik/FPOe-Plakate-sorgen-fuer-Unmut-Wiener-Blut-gegen-zu-viel-Fremdes
(Quelle: www.stol.it)

So – genug der Beispiele, obwohl ich die Liste endlos fortsetzen könnte. Etwa mit den Bildern von Unfall-Opfern in TV-Clips, die Rasern den Druck vom Gaspedal nehmen sollen.
In der Werbebranche hat sich schon sehr früh eine elitäre Spitze gebildet, die mit sog. “Shock Advertising” auf die Produkte aufmerksam machen möchte. Es ist eine Gradwanderung, da sehr häufig das gerade noch Vertretbare im Geschmack des Sehers oder Hörers überbeansprucht wird und damit die Kampagne schubladisiert werden muss, da sie verboten wurde. Fühlt sich der Konsument beleidigt, schockiert oder übel (da abstossend), so geht dem Ganzen ein emotionaler Vorgang voraus. Wir alle wissen, dass ein Content, der emotional verarbeitet wird, besser haften bleibt. Hiermit beschäftigt sich vornehmlich die Lernpsychologie.
Beispiel: Eine Türschnalle. Ein Fachverkäufer versucht recht nüchtern, die angenehme Lage eines speziellen Türgriffs in der Hand zu erklären. Wir müssen ihm in allen Belangen recht geben – deshalb ist ja auch er der Experte. In einem anderen Werbeclip sehen wir eine schöne Frau, mit knapper Leder-Unterwäsche bekleidet, zerzauster Mähne und gefletschten Zähnen. Ihre Hände sind an einen Türgriff gebunden. Darunter die Message: “Natürlich können sie den Türgriff auch hierfür verwenden!” (Copyright: Ulrich Stock!). Mal ehrlich – was bleibt eher im Kopf? Bei der unmoralischen Werbung geht es zumeist nicht um das Produkt. Es geht um Aufmerksamkeit. Es geht um Diskussion. Es geht um den Stammtisch und dessen Gerede. Im Journalismus schon lange kein Thema mehr: “Only bad news are good news!” Je reisserischer die Schlagzeile der Titelstory auf der U1, desto mehr Leute kaufen die Zeitung. Deshalb setzt vornehmlich der Boulevard auch eigene Headlines-Redakteure ein. Schlagzeilenerfinder! Und Sie, liebe Leser dieser Zeilen, entscheiden selbst, wie weit bei solchen Werbemassnahmen gegangen werden darf. Ist das Maß überschritten, zeigen Sie Ihren Unmut. Ansonsten wird die Grenze immer weiter nach hinten verlagert! Ich fand es beispielsweise mehr als abstossend, dass ein Wochenmagazin damals mit Exklusivbildern geworben und dann auch tatsächlich abgedruckt hat – von einem ermordeten Taxilenker in der Nähe von Innsbruck! Ich habe mir das Magazin damals nicht gekauft! Viele andere aber gerade deshalb schon!

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