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Der Tod kommt mit der Laus

Massenvernichtungswaffen!
Ein schreckliches Mittel der modernen Kriegsführung, das an der viel zitierten Offiziersehre mehr als zweifeln lässt. Schliesslich ist von diesen Waffen jegliches Leben betroffen. Auch das von alten, vielleicht sogar bettlägrigen Menschen, kleinen Säuglingen und Frauen, die um ihre Männer, Väter, Brüder und Söhne weinen und den Krieg hassen. Der preussische Militärwissenschaftler und -ethiker, Generalmajor Carl Philipp Gottlieb von Clausewitz meinte einst:

“Der Krieg ist eine bloße Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln.”

Ehrlich? Mit einer solchen Politik will ich nichts zu tun haben. Auch wenn es damals noch mehr mit Ehre und Ethik vergleichbar war, als man dem Feind Aug’ in Aug’ gegenüberstand. Heute drückt irgendjemand auf den Knopf und hundertausende, ja vielleicht sogar Millionen Menschen sterben. Das hat mit Krieg nichts mehr zu tun – das ist moderne Massenvernichtung! Genozid!
Zwei derartige Waffengattungen habe ich im Rahmen dieses Blogs ja schon ausführlich vorgestellt: Atomwaffen (Atomwaffenabkommen, die nicht eingehalten werden) und Giftgase (Chemische Waffen). Die dritte wollte ich eigentlich nicht behandeln. Jedoch nötigt mich sozusagen die derzeitige Berichterstattung aus US-amerikanischen Labors, auch die meines Erachtens grauenvollste Vernichtungsmethode einer breiten Leserschaft darzulegen, die sich vielleicht ansonsten nicht dafür interessiert hätte: Die biologischen Waffen bzw. englisch auch als “Bio Hazards” bezeichnet. Keine Angst – ich werde im Folgenden keine Anleitung zu deren Herstellung geben. Aus diesem Grund entfallen auch die ansonsten üblichen Hinweise auf Bücher oder Webseiten am Ende des Blogs. Wer sich dafür interessiert, soll von sich aus in’s Keyword-Netz der Fahnder tappen – ein Umstand, der auch meine Recherche im Vorfeld etwas erschwerte!
Nach bislang noch unbestätigten Meldungen soll eine eigene Forschungsgruppe der “Darpa” (Defense Advanced Research Projects Agency), der wissenschaftlichen Abteilung des US-amerikanischen Pentagons (Verteidigungsministerium) Studien betreiben, wie eine neue Biowaffen-Generation aussehen könnte. Dabei spielen Insekten offenbar eine Schlüsselrolle: Die des Überträgers! Angeblich werden derzeit viele Insektenarten auf ihre Effizienz bei der Übertragung von etwa Viren überprüft. Ganz offiziell, da durch das Programm “Insect Allies” ein sog. Genscheren-Virus (etwa CRISPR Cas 9) von den Insekten auf Pflanzen übertragen werden soll, durch das Mais und Tomaten widerstandsfähiger gegen Schädlinge und Trockenheit gemacht werden. Die Idee hierzu dürfte wohl durch die Pest aufgekommen sein. Die Menschen damals wurden nicht etwa durch einen Rattenbiss infiziert, wie zuerst angenommen, sondern durch eine Laus aus dem Fell der Ratte. Derzeit werden intensivst Blattläuse und Motten ausgetestet. Da dies jedoch auch für Kriegszwecke verwendet werden kann, um dadurch ganze Ernten zu vernichten oder gar direkt auf die Bewohner einzuwirken, spricht man in diesem Zusammenhang von “Dual Use”. Weshalb hat ansonsten das Verteidigungsministerium der USA ein derart grosses Interesse an diesen Forschungen??? Deutsche (wie etwa der Molekularbiologe Guy Reeves vom Max Planck Institut für Evolutionsbiologie) und französische Wissnschaftler warnen bereits vor unvorhersehbarer Wirkung, da das Ganze unkontrollierbar wird.

“In bewaffneten Konflikten hingegen könnten Insekten Sinn machen, weil man somit eher verdeckte Operationen gegen spezifische Pflanzen durchführen könnte.”
(Silja Vöneky, Völkerrechtsexpertin Universität Freiburg)

Aber: Was hat es tatsächlich mit diesen mehr als gefährlichen Kampfstoffen auf sich?! Krankheitserreger oder biologische Giftstoffe werden gezielt herangezüchtet um bei ihrem Ensatz möglichst viele Menschen, Tiere oder Pflanzen zu töten oder Produkte wie beispielsweise Treibstoffe zu zersetzen. Gegenwärtig sind etwas mehr als 200 Erreger, Toxine und Agenzien bekannt, die für derartige Zwecke verwendbar sind. Im Vergleich zu den chemischen Kampfstoffen müssen biologische erst aufbereitet werden. Als Erfinder dieser Stoffe gilt nebenbei erwähnt Robert Koch, der zu medizinischen Zwecken Methoden zum Heran-züchten von Bakterien und Viren erfunden hat. So entdeckte er u.a. unbeabsichtigt den Milzbranderreger.
Seit 1975 verbietet die Biowaffenkonvention die Verwendung dieser Kampfstoffe. Die “Konvention über das Verbot der Entwicklung, Herstellung und Lagerung bakteriologischer (biologischer) Waffen und Toxinwaffen” wurde am 16. Dezember 1971 als Völkervertrag durch die UN-Vollversammlung angenommen und von bislang 181 Staaten unterschrieben. Die meisten Nicht-Unterzeichner stammen aus Afrika (etwa Ägypten), aber auch Israel, Syrien und einige kleine Inselstaaten im Pazifik finden sich darunter. Gemeinsam mit der Chemiewaffen-konvention aus dem Jahr 1993 ersetzte die Biowaffenkonvention das Genfer Protokoll aus dem Jahr 1925, das speziell den Einsatz derartiger Waffen verbot. Beide Kampfstoffe wurden während des Zweiten Weltkriegs auch nur von Japan verwendet – die anderen kriegsführenden Länder forschten zwar in diese Richtung, schlossen den Einsatz auch nicht aus, ließen aber schliesslich doch davon ab. Dennoch ist auch heute noch bekannt, dass immer wieder entsprechende Anstrengungen unternommen werden. Alle fünf Jahre finden Überprüfungskonferenzen statt, dennoch wäre das Wort “Abrüstungskontrolle” in diesem Zusammenhang wohl eine Stufe zu hoch, da es bislang noch keine Einigung zu Offenlegungspflichten oder Prüf-Inspektionen gibt.
Biologische Kampfstoffe werden in drei unterschiedlich wirkende Kategorien gegliedert:
.) Kategorie A
Hierunter fallen Krankheitserreger, die ganze Staaten auslöschen können, da sie sich leicht verbreiten, tödlich sind und auch Übergangsstadien bilden können. Die bekanntesten sind die Pocken, der Milzbrand (Bacillus anthracis; engl.: Anthrax) und die Pest (Yersinia pestis). Auch die hämorrhagischen Fieber (u.a. Ebola) pder Biotoxine wie Rizin, Abrin, Aflatoxin, Botulinumtoxin sind sehr gefährlich. Diese KatA-Waffen sind unkontrollierbar – das damit verseuchte Gebiet ist auch für die “sieg-reichen Truppen” für lange Zeit nicht mehr betretbar. Zudem gibt es nur wenige Gegenmittel in ausreichender Stärke.
.) Kategorie B:
Im Vergleich zur ersten Kategorie besitzen diese Stoffe eine “nur” mittlere Letalitätsrate und können mit den geeigneten Mitteln auch eingedämmt werden. Beispiele hierfür wären: Coxiella burnetii (Q-Fieber), Brucellen oder Burkholderia mallei (Rotz).
.) Kategorie C:
Hier finden sich beispielsweise Krankheitserreger, die zwar tödlich sind, sich aber nur schwer übertragen lassen oder so gut wie nicht verfügbar bzw. gut behandelbar sind – aber auch Kampfstoffe, die leicht verfügbar sind, jedoch nur eine geringe Letalitätsrate aufweisen. Gelbfieber etwa oder die Tuberkulose (multiresistente Mycobacterien).
Stehen nun weniger Gegenmittel wie Antibiotika oder Impfstoffe zur Verfügung, wirken die biologischen Kampfstoffe logischerweise umso besser.
Nicht immer benötigt ein solches Virus oder Bazillus auch einen Wirt, damit es sich weiterentwickeln kann. So bildet beispielsweise das Milzbrandbazillus mit den Endosporen Übergangsformen und kann somit auch ohne Wirt zu einem späteren Zeitpunkt erneut aktiv werden.
Jene Stoffe, die derzeit offenbar in den USA erforscht werden, sind vornehmlich Rickettsien. Diese Parasiten pflanzen sich nur in Wirtszellen fort und können durch Insekten wie Flöhe, Läuse, Milben oder Zecken auf den Menschen übertragen werden. Als Beispiel muss das Fleckfieber erwähnt werden.
Bei den Viruserkrankungen sind jene Erreger als Kampfstoffe am effektivsten, gegen die nicht prophylaktisch geimpft wird: Ebola, Gelbfieber, Lassafieber oder auch die Pocken, da die Immunisierung mit der Zeit ihre Wirksamkeit verliert.
Biotoxine entwickeln Pflanzen und Tiere, um sich gegen Fressfeinde zu wehren. Unter mehreren hundert dieser Stoffe sind auch einige dabei, die leider als biologischer Kampfstoff Verwendung finden. Botulinumtoxin etwa ist ein Sammelbegriff für mehrere Proteine, die aufgrund der Fehlfunktion des vegetativen Nervensystems zu einer Muskelschwäche und somit zu Organversagen etwa der Lunge führen können. Viele kennen dieses Mittel auch unter seinem Handelsnamen “Botox”.
Pilze werden zumeist nicht als unmittelbare biologische Kampfstoffe eingesetzt als vielmehr zur Vernichtung von landwirtschaftlichen Ernten. Beispielsweise im Kampf gegen den Drogenanbau wie Coca, Cannabis oder Mohn Agent Green. Das im Vietnamkrieg verwendete Agent Orange zur Entlaubung der Regenwälder zählt hingegen zu den chemischen Kampfstoffen.
Die wohl grösste Gefahr dieser biologischen Kampfstoffe geht von den unzähligen Übertragungsmöglichkeiten aus. So ist etwa das Versprühen eines Aerosols durch Flugzeuge die wahrscheinlichste, da durch die Hitze einer Bomben-Explosion viele der Erreger vernichtet würden. Jedoch ist aufgrund der Windverfrachtung nur eine grossflächige, keine gezielte Ausbringung möglich. Mensch und Tier atmen diese feinen Tröpfchen ein und sind zumeist durch die Einnistung der Bazillen und Viren in den Schleimhäuten vornehmlich des Atmungstraktes infiziert. Die Gefahr einer Pandemie (länder- und gar kontinentübergreifend) allerdings ist sehr gross. Andere Möglichkeiten seien absichtlich nicht erwähnt um möglichen Angreifern keinen Vorschub zu leisten.
Die USA setzen jedoch auf die Übertragung durch einen Zwischenwirt. Dabei werden infizierte Insekten ausgesetzt, die durch einen Stich (wie die Anophelesmücke bei Malaria) oder einen Biss (wie bei der Laus) die Krankheiten übertragen.
Biologische Kampfstoffe wurden schon recht früh bei kriegerischen Auseinandersetzungen verwendet. So schleusten die Hethiter vor 3000 Jahren verseuchtes Vieh beim Feind ein um dessen Nachschub an Nahrung zu gefährdetn. Immer wieder ist von Brunnenvergiftungen in der Geschichte zu lesen, indem Kadaver dort entsorgt wurden. Auch das Bestreichen von Pfeilspitzen war nicht nur bei den Naturvölkern bekannt. Der englische König Richard Löwenherz nahm während des 3. Kreuzzuges Akkon ein, indem er hunderte Bienenkörbe über die Stadtmauern werfen liess. Die Tartaren katapultierten im Jahr 1346 Pesttote über die Mauern der Stadt Kaffa. Experten gehen davon aus, dass dadurch eine der grossen Pestwellen Europas ausgelöst wurde. Nach der Entdeckung Amerikas und dem anschliessenden Kampf der Eroberer gegen die indianischen Völker wurden absichtlich europäische Krank-heiten eingeschleppt (etwa in Nordamerika durch die Engländer und Franzosen), gegen welche die Ureinwohner keine Immunisierung hatten (Masern beispielsweise). So wurden während des Pontiac-Aufstandes im Mai 1763 beim Fort Pitt den Unterhändlern der belagernden Indianer, die den Engländern freies Geleit anbieten wollten, zwei Decken aus der Pocken-Quarantäne des Forts mitgegeben. Unter den Indianern brach eine Epidemie aus.

“Wir müssen jede Methode anwenden, um diese abscheuliche Rasse auszulöschen.”
(Jeffrey Amherst, Befehlshaber der britischen Streitkräfte)

Die Briten hatten später auch versucht, mit Pocken infizierte Sklaven auf den amerikanischen Farmen einzuschleusen. Zu Beginn des Ersten Weltkrieges verfügte das deutsche Kaiserreich über ein sehr grosses Arsenal an biologischen Waffen. So sollten die Briten mit der Pest bekämpft werden. Es blieb allerdings gottlob nur bei kleineren Sabotage-Akten gegen Tiere, vornehmlich Pferde, die in der Kavallerie und dem Transport ihre Arbeit verrichten mussten. Dafür wurde Giftgas in rauhen Mengen versprüht. Nach dem Ersten Weltkrieg starteten auch die Siegermächte der Entente mit der Forschung an Bio-Waffen. Das Kaiserreich Japan richtete zu diesem Zweck 1932 die “Einheit 731″ ein. In der gerade eroberten Mandschurei wurden unzählige Menschentests durchgeführt. Vivisektionen, also operative Eingriffe bei vollem Bewussstein, führten zu 3.500 Toten. Im Oktober 1940 schliesslich wurden durch Japan Keramikbomben über grossen Städten abgeworfen. Der Inhalt: Mit Pest infizierte Flöhe. Auch erfolgte 1941 die Freilassung von 3000 chinesischen Kriegsgefangenen, nachdem sie zuvor mit Typhus infiziert wurden. Grosse Städte wurden mit dem Milzbranderreger von Flugzeugen aus besprüht. Tausende Chinesen auch unter den Zivilisten starben während des Zweiten Weltkrieges an Epidemien von Pest, Typhus, Milzbrand etc. Auch an US-amerikanischen Kriegsgefangenen erfolgte die Erprobung von Kampfstoffen, die mittels Ballons über den Jet-Stream nach Nordamerika verbracht werden sollten. Einzig – die beiden Atombombenabwürfe über Hiroshima und Nagasaki führten davor zum Ende des Krieges durch die Kapitulation Japans. Ansonsten ist aus diesem Weltkrieg nichts über den Einsatz von Biowaffen bekannt. Obgleich unter dem Befehl von Winston Churchill in Grossbriatnnien mit Erregern geforscht wurde. So verbrachte die Royal Army 60 Schafe auf die ansonsten vom Menschen nicht bewohnte Gruinard Island im Nordwesten Schottland und versprüht dort Milzbrandsporen. Innerhalb nur eines Tages war jegliches tierische Leben auf der Insel ausgelöscht. Zwar soll das Eiland inzwischen nicht mehr verseucht sein – dennoch ist es militärisches Sperrgebiet. Hätten die Briten damals etwa Berlin mit Milzbrand besprüht, wäre die Stadt bis weit in die 1980er-Jahre kontaminiert und somit unbewohnbar gewesen, weiss Rex Watson, Leiter der britischen chemisch-biologischen Verteidigungsbehörde 1981. Der britische Geheimdienst schnappte übrigens Informationen auf, daß Hitlerdeutschland grosse Mengen an Milzbrand und Botulinumtoxin produziert haben soll. Über eine Million Botulinumtoxin-Seren wurden für die Impfung hergestellt. Allerdings war die Information falsch. Die USA erteilten im Jahr 1944 den Auftrag für die Herstellung von einer Million 2 kg-Bomben, die mit Milzbrand verseucht waren. Sie sollten über Berlin, Hamburg, Stuttgart, Frankfurt, Aachen und Wilhelmshaven abgeworfen werden. Es kam aber zu Lieferproblemen, sodass auch hier der Krieg zuvor beendet war! Grosses Glück, schliesslich hätte dadurch halb Europa vernichtet werden können. Für die Nazis waren Biowaffen unberechenbar und ineffizient. Erst als in Paris ein Kampfstofflabor der Franzosen ausfindig gemacht wurde, kam es zur Gründung der “Abteilung Kliewe” unter Leitung des Bakteriologen Heinrich Kliewe. Hier wurde ebenfalls mit Milzbrand und Pest experimentiert. Hitler selbst verbot aber im Jahr 1942 die biologische Offensivforschung, obwohl Heinrich Himmler beispiels-weise ein grosser Befürworter dieser Kampfstoffe war. Gleichzeitig wurden die Abwehrmassnahmen gegen biologische Kampfstoffe verstärkt (“Arbeitsgemeinschaft Blitzableiter”). Zum Austesten von Impfstoffen mussten zumeist KZ-Häftlinge herhalten. 1952 kamen Spekulationen auf, wonach die Sowjetunion rund um die Schlacht von Stalingrad deutsche Truppen und später auch unbeabsichtigt (vermutlich durch Winddrehung) eigene Soldaten mit Tularämie infiziert haben soll. So betrug noch 1941 die Zahl der Erkrankungen rund 10.000, 1942 100.000, 1943 jedoch wieder 10.000 – und das in der kompletten Sowjetunion! Dies wurde von den Russen zurückgewiesen! Während die Sowjetunion bereits 1928 ein Bio-Kampfstoff-Zentrum auf der Insel Solowezki im Weißen Meer eingerichtet hatte, begannen die USA als letzte der Grossmächte mit der Entwicklung im Jahr 1941 nach dem japanischen Angriff auf Pearl Harbor, ab 1943 schliesslich mit der Produktion. 1946 bestätigte das US-Kriegsministerium auch offiziell die Forschung an Bio-Waffen, nachdem offenbar Unterlagen des Leiters der japanischen Einheit 731, Shirō Ishii, zur Kriegsbeute der Amerikaner gehörten. Zumindest zwei Forschungs-zentren entstanden in den USA. Im September 1950 wurde durch zwei amerikanische U-Boote an der Küste von San Francisco Serratia marcescens versprüht. Für gesunde Menschen nahezu unschädlich, sollte beobachtet werden, wie viele Erkrankungen von immungeschwächten Patienten gemeldet wurden!!! Es kam zu Todesfällen. Nach wie vor streng geheim sind zudem die Versuche aus den 70ern, als an 2000 Adventisten, die aus Gewissensgründen den Wehrdienst verweigerten, B-Waffen-Testungen erfolgten. Weitere Tests werden ebenfalls geheim-gehalten. Auch zu den Unfällen oder Problemen sind kaum Informationen zu bekommen. So sollen 1981 in Fort Detrick zwei Liter mit dem Chikungunya-Virus verschwunden sein. Diese Menge reicht aus, die komplette Weltbevölkerung mehrfach auszulöschen! 1969 hatte Präsident Richard B. Nixon die Forschung und Produktion von B-Waffen zumindest offiziell gestoppt – im Bereich der Gentechnik wurde jedoch weiter-gearbeitet, so auch an Ebola und Marburg bzw. Machupo und Junin (südamerikanische Erreger).
Ohne Unterbrechung ging’s alsdann in der Sowjetunion weiter und dies obgleich diese gemeinsam mit Grossbritannien “Depositarmacht” ist, also sozusagen Treuhänder für die Hinterlegung und Verwaltung des B-Waffen-Abkommens. Deutsche und japanische Unterlagen aus dem Zweiten Weltkrieg boten dafür die Grundlage. Vorerst noch an Tularämie, Milzbrand und Botulinum, später dann im Rahmen des Projektes “Biopreparat” an Pocken. Auch in der Sowjetunion kam es zu einem Unfall, als am 2. April 1979 durch eine defekte Belüftungsanlage Milzbrandsporen nach aussen gelangten. Die komplette Umgebung von Swerdlowsk musste unter Quarantäne gestellt werden. Die Sache gelangte erst durch Boris Jelzin 1992 an die Öffentlichkeit. Zwei übergelaufene Wissenschaftler berichteten zudem, dass sie den Milzbrand gegenüber Antibiotika resistent gemacht, gleichzeitig allerdings für die eigenen Truppen ein Gegenmittel gefunden hatten. Kaum anzunehmen, dass Russland tatsächlich die noch in den 1990er-Jahren produzierten Tonnen an biologischen Waffen allesamt vernichtet hat.
Die südafrikanische Apartheidsregierung allerdings trieb das Ganze mit ihrem “Projekt Coast” auf die Spitze. Durch eigens entwickelte Biowaffen sollten nur Schwarzafrikaner getötet werden. Wieviele Menschen an den Tests starben, ist nicht bekannt.
Auch der Irak hatte seine Forschungen nach Ende des ersten Golfkrieges 1988 angekurbelt. Die Erreger hierzu kamen aus den USA und Deutschland. Tausende Liter waffenfähiges Botulinumtoxin, Milzbrand und Aflatoxin wurden gefunden. Nach dem Ende des Regimes Hussein sollen diese angeblich vernichtet worden sein – alles deutet allerdings darauf hin, dass in kleinen Labors weitergearbeitet wurde.
Letztmalig führten die sog. “Anthrax-Anschläge” im Jahr 2001 in den USA zu großem medialem Echo. Vermutlich ein Bediensteter der Forschungs-einrichtung Fort Detrick hatte mit Milzbrand verseuchte Briefe verschickt und war somit verantwortlich für zahlreiche Erkrankungen und Todesfälle von Postangestellten, Journalisten und Politiker. Schliesslich reicht eine Menge an Erregern pro Brief, die kleiner als ein Punkt am Satzende ist, um tödlich zu wirken. Der Krankheitsverlauf sieht in etwa wie folgt aus: Nach dem Einatmen der Bakterien kommt es zwei bis drei Tagen später zu ähnlichen Symptomen wie bei einem Schnupfen oder einer Erkältung (Atemwegsinfektion). Nur kurz darauf folgen hohes Fieber, Atem-probleme, Erbrechen sowie innere und äussere Blutungen. Danach tritt der Tod ein.
Weltweit wird nach wie vor weitergeforscht – nach Geheimdienst-informationen von mindestens 12 Staaten. Entweder unter dem Mantel der Produktion von Gegenmitteln oder wie in den USA der “nicht-tödlichen” biochemischen Waffen, die nicht in den Zuständigkeitsbereich der Bio-Waffen-Konvention fallen.
Wie der Fall des sog. “Rizin-Bombers” aus Köln im Juni dieses Jahres aufgezeigt hat, ist es ein brandheisses und mehr als ernstzunehmendes Thema bei der Bekämpfung des Terrorismus. Jeder Staat sollte dementsprechend auf solche Anschläge vorbereitet sein. Doch erfordert die Forschung nach einem Gegenmittel stets auch die Produktion dieses “Dreckigen Dutzends”, also jener Stoffe, die am ehesten für die Verwendung für Biowaffen in Frage kommen. Deshalb werden derartige Kampfstoffe nach wie vor en gros produziert – trotz entsprechender Konvention. Die Vergangenheit hat immer wieder aufgezeigt, dass sich das Interesse von Terroristen stets auf jene Vernichtungsmittel beziehen, die in den Rüstungskammern der Staaten lagern. Giftgas wurde beispielsweise während des 2. Golfkrieges 1990/91 heftigst diskutiert – 1995 kam es zu dem grauenvollen Sarin-Anschlag der Aum-Sekte in der Metro von Tokio. Die Sekte soll auch mit gefährlichen Mikroorganismen geforscht haben. So waren deren Anführer, Shoko Asahara, und 40 seiner Anhänger 1992 in Zaire um angeblich bei der Bekämpfung der Ebola-Epidemie zu helfen.
Anderes, erschreckendes Beispiel: Larry Harris war Labortechniker in Ohio. Er bestellte am 5. Mai 1995 (nur sechs Wochen nach dem Anschlag in Tokio) bei einem Unternehmen für biomedizinische Produkte den Erreger der Beulenpest (Yersinia pestis). Die Bestellung wurde auch zugestellt. Erst als Harris vier Tage später anrief um sich zu erkundigen, wo denn seine Bestellung bleibe, wurde die Bundesbehörde alarmiert. Harris war Mitglied einer weissen, rassistischen Vereinigung. Er hatte die Sendung sehr wohl erhalten und bekannte sich im November desselben Jahres vor einem Bundesgericht des Brief-Betrugs für schuldig. Seither kontrolliert die US-Gesundheitsbehörde Lieferungen mit Krankheitser-regern genauer. Um die Tragik dieses Falls aufzuzeigen: Das Beulenpest-Bakterium teilt sich alle 20 Minuten. So entsteht aus einem Bazillus innerhalb von zehn Stunden eine ganze Milliarde.
Würde es die Ethik den verantwortlichen Politiker, Militärs und Wissen-schaftlern verbieten, derartige Waffen herzustellen, käme es sicherlich auch nicht zu solchen Anschlägen. Im Interesse der Menschheit sollten sich alle Unterzeichnerstaaten zur Offenlegung verpflichten und unabhängige, international besetzte Prüfungs-Kommissionen aus Bioinformatikern, Molekular- und Mikro- sowie Aerobiologen und Sicher-heitsspezialisten auch ohne tagelange Vorinformation zulassen – doch das wird wohl niemals der Fall sein. Allen voran blockieren die USA solche Vorhaben. Ausgerechnet die Regierung Bush lehnte nur wenige Monate vor 9/11 – den Anschlägen auf das World Trade Center und den Pentagon – das 2. Zusatzprotokoll zur Biowaffenkonvention ab.

“Nach (insgesamt) sechseinhalb jährigen Verhandlungen müssen wir feststellen, dass wir keine Vereinbarung über einen Kompromiss-vorschlag und keine Einigung über das weitere Vorgehen haben.”
(Tibor Toth, Vorsitzender des so genannten UN-Ad-hoc-Ausschusses für ein Zusatzprotokoll)

Es beinhalte zu viel Schlupflöcher. Doch beteiligte man sich von dieser Seite zuvor auch nicht an der Beseitigung dieser Schlupflöcher. Wegen befürchteter Wirtschaftsspionage wurde das Abkommen bereits davor ad acta gelegt. Es war aber auch diese Regierung, die sich nicht an den ABM-Vertrag (Begrenzung antiballistischer Raketen-Abwehrsysteme), dem UN-Abkommen für kleinere Waffen und dem Kyoto-Abkommen hielt bzw. die Unterschrift verweigerte. Gleichzeitig zeigen sich die US-Präsidenten stets gerne als grosse Friedensstifter und mahnende Stimme im Weltgefüge. Also denken sich auf der anderen Seite auch Russland und China das Ihre und machen alsdann weiter.
“virus” kommt aus dem Lateinischen und bedeutet “Gift”. Die Griechen und Römer verurteilten im Krieg den Einsatz von Gift als “Verletzung des Völkerrechts”. Davor hatten es bereits die Inder mit dem “Manu-Gesetz” als unmenschlich verboten, später dann die Sarazenen. Daß ethische Bedenken jedoch meist nicht mit dem Kriegführen vereinbar sind, zeigten das Ausschwefeln und der Einsatz von Giftgas im Ersten Weltkrieg wohl am besten auf. Das hatte nämlich die Haager Landkriegsordnung von 1907. Es war also meist nicht die Ethik, sondern vielmehr die Furcht, die eigenen Truppen zu infizieren, die die kriegsführenden Mächtigen vergangener Tage vom Einsatz der Biowaffen abhielt. Hier liegt es an der Völkergemeinschaft, im Sinne der Menschlichkeit gegen die Herstellung, die Lagerung und den Gebrauch solcher B- und auch C-Waffen gemeinsam und geschlossen vorzugehen. Der Kalte Krieg ist nicht vorbei – er hat sofort nach seinem offiziellen Ende wieder begonnen und ist durch den Aufstieg Chinas zur Weltmacht und dem stärker werdenden Terrorismus sogar noch um zwei Facetten reicher und unvorhersehbarer geworden!!!

Übrigens gründete auch die deutsche Bundesregierung im August eine solche wissenschaftliche Einrichtung der Marke “Darpa” – “Agentur zur Förderung von Sprunginnovationen”. Selbstverständlich dürfte hier nicht die Entwicklung von Kampfstoffen im Vordergrund gestanden haben. Vielmehr sollten die vielen Ideen deutscher Erfinder gebündelt und weiterentwickelt werden.

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Killer auf dem Vormarsch

In Westafrika wütet derzeit eine Epidemie, der gegenüber all das medizinische Wissen der Menschen nahezu hilflos erscheint: Ebola ist auf dem Vormarsch!
Aktuell wurde diese Woche bekannt, dass ein 33-jähriger US-Mediziner, der in Liberia im humanitären Einsatz war, die typischen Symptome an sich selbst festgestellt hat und sich in die Quarantäne-Station eines Krankenhauses in Monrovia begeben habe. Ein entsprechender Ebola-Test sei positiv ausgefallen, teilt die Hilfsorganisation Samaritan’s Purse mit, für die der Arzt gearbeitet hatte. Der Mann hat zwar in einem der beiden Behandlungszentren der Organisation gearbeitet, habe sich aber streng an die Sicherheitsvorschriften gehalten. Dem Kampf gegen die Krankheit ist er vor kurzem unterlegen. Zwei weitere Amerikaner sind in die USA ausgeflogen worden, um dort medizinisch versorgt zu werden.

(Quelle: CNN)

Inzwischen wurden alle Schule Liberias gesperrt und auch die öffentlichen Stellen dicht gemacht. Zweitere sollen vorerst desinfiziert werden. Das tödliche Virus macht sich underdessen nicht nur in Liberia breit, sondern auch in Guinea und Sierra Leone, dort ist sogar bereits der Notstand ausgerufen worden. Auch in Nigeria wurde eine Erkrankung gemeldet. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO sind seit Februar (Ausbruch in Guinea) schon mehr als 1.300 Menschen an Ebola erkrankt – die Zahl steigt nahezu täglich. 770 davon sind bereits gestorben.
In früheren Zeiten bekamen wir in Europa eine solche Epidemie nur sehr selten mit – eine Randnotiz in einer Zeitung berichtete Monate nach deren Ausbruch darüber. Die Welt ist zu einem globalen Dorf geworden – wir sind alle vernetzt, Fernreisen sind an der Tagesordnung. Von einer solchen nach Westafrika ist allerdings derzeit abzuraten, da nicht nur eine unmittelbare Ansteckungsgefahr besteht, sondern auch die Übertragungsmöglichkeiten durchaus im Bereich des Möglichen liegen. Ebola in Europa – das wäre eine Katastrophe!!! Obwohl Experten Entwarnung geben: Hierzulande bestehen komplett andere Hygienemöglichkeiten.
Doch – was ist es, das die Krankheit so gefährlich macht? Ebola trat erstmals 1976 in der Republik Kongo (damals noch “Zaire”) auf. Die Erkrankung zählt zu den sog. “hämorrhagischen Fiebern”, dem etwa auch das West-Nil- bzw. das Dengue-Fieber zuzuordnen ist oder zu dem der Marburg-Virus führen kann. Die Übertragung findet vornehmlich durch Körperkontakt, aber auch durch Blut, Speichel oder Sperma, in ganz seltenen Fällen auch über eine Tröpfchen-Infektion statt. Die Inkubationszeit liegt zwischen 2 und 21 Tagen. Erste Krankheitsbilder sind hohes Fieber, Erschöpfung, Muskel-, Kopf- und Halsschmerzen. Später folgen Durchfall, Übelkeit und Erbrechen sowie ein Hautausschlag. Schliesslich kommt es zu eklatanten Blut-Gerinnungsstörungen, da die Zahl der weissen Blutkörper und der Blutplättchen stark abnimmt. Es setzen innere und zuletzt sichtbare äussere Blutungen durch die Schleimhäute ein – vornehmlich im Genitalbereich sowie dem Mund aber auch den Augen. Ein Multiorganversagen führt schliesslich im septischen Schockzustand in 50 bis 90 % der Erkrankungen (je nach Virusstamm) zum Tod. Diese Blutungen (“Hämorrhagie”) machten Ebola auch in unseren Breiten durch Bilder oder Filmaufnahmen bekannt. Das Gefährliche an der Krankheit: Es gibt bislang noch keine Therapie oder Medikament dagegen! Durch Arzneimittel kann nur die Blutgerinnung beeinflusst werden, Wissenschafter, die sich im Labor infiziert hatten, sind wieder genesen, nachdem sie ein Serum injiziert bekamen, das aus dem Blut von Menschen gewonnen wurde, welche die Krankheit überlebt haben. Ansonsten hilft nur strengste Isolation, die Zufuhr von Flüssigkeit und Elektrolyten sowie ein Organersatzverfahren, wie die Dialyse. All das gibt es zumeist auf dem afrikanischen Kontinent nicht bzw. nur in den grossen Städten und hier nur für die Reichen – so schlimm es klingt: Die Krankheit wird dort eingedämmt, indem die Erkrankten sterben.
Seit dem ersten Auftreten Mitte der 1970er-Jahre werden immer wieder Infektionen vornehmlich in Gabun, Kongo-Brazzaville und dem Sudan gemeldet, Einzelfälle auch von der Elfenbeinküste bzw. Südafrika. Insgesamt infizierten sich nach WHO-Angaben seit der 70ern ca. 2.300 Menschen, für rund die Hälfte endete Ebola letal. Bereits im Oktober 2000 erkrankten in Uganda nicht weniger als 425 Personen, knapp weniger als die Hälfte davon überlebte. Nicht weniger als 60 % des Pflegepersonals der Krankenhäuser infizierte sich ebenfalls. Im November 2012 brach Ebola erneut in Uganda aus – dies aber war das letzte Erscheinen der Krankheit bis zum diesjährigen Februar. In Westafrika heisst es mittlerweile, dass die Lage ausser Kontrolle sei.

Quelle: Euronews)

Woher plötzlich der Erreger stammt, ist derzeit noch unklar. Die Experten des Robert-Koch-Institutes vermuten, dass evtentuell Flughunde oder Ratten die Überträger sein könnten, die in diesen Breitengraden als Delikatesse gelten. Dies hat Ebola mit dem Marburg-Fieber gemeinsam. Dieser Virus wurde im Jahr 1967 mit Meerkatzen (Affen) aus Uganda in Labors im hessischen Marburg eingeschleppt. Damals steckten sich 31 Wissenschafter an, sieben davon starben. Affen fungieren aber nur als Überträger – sie krepieren selbst an der Krankheit. Sehr gefährlich ist ein Beisetzungsritus mancher Volksstämme (rituelle Waschungen), bei welchen es zu sehr engem Kontakt mit dem Toten kommt. Ebola bleibt ansteckend – auch wenn der Wirt inzwischen verstorben ist oder die Krankheit überwunden hat. Bei Untersuchungen konnten 61 Tagen nach dem Abklingen der Krankheit noch Ebola-Viren in der Samenflüssigkeit festgestellt werden. Auch Angehörige müssen deshalb in die Isolation, weshalb sich viele Erkrankte erst gar nicht melden.
Das Virus ist benannt nach dem Fluss Ebola (Zaire), in dessen Umfeld die erste Erkrankung aufgetreten war. Gegenwärtig werden fünf Stämme nach ihrem Herkunftsland unterschieden: Zaire ZEBOV, Sudan SEBOV, Reston REBOV, Elfenbeinküste CIEBOV und Bundibugyo BEBOV. Bislang kommt die Krankheit nur auf dem afrikanischen Kontinent vor. Insgesamt werden von der Experten vier Virenstämme unterschieden, die derartige hämorrhagische Fiebererkrankungen auslösen können:

Filoviren
Arenaviren
Flaviviren
Bunyaviren

Sie vermehren sich in den sog. “natürlichen Reservoiren” – in Nagetieren und Insekten. Das Ebola-Virus entstammt den Filoviren, konnte allerdings noch nicht in einem solchen Primär-Wirt nachgewiesen werden, ansonsten könnten Gegenmittel zu seiner Übertragung getroffen werden. Das Virus ist ein sog. “RNA-Virus”, das im Elektronenmikroskop dünnen Fäden gleicht, deshalb auch der deutsche Name “Fadenvirus”. In diese Familie gehören zudem der bereits angesprochene Marburg- bzw. der Reston-Virus. Zeigt der Erkrankte noch keinerlei Krankheitssymptome, so ist er noch nicht ansteckend. Menschen, die die Krankheit überlebt haben, können sich jedoch ein erneutes Mal infizieren, wobei allerdings die Sterblichkeitsrate bei einer solchen Zweitinfektion deutlich sinkt.
Das Virus verbreitet sich am leichesten in Krankenhäusern, in welchen Ebola-Patienten betreut werden. In der Behandlung ist penible Hygiene ein Muss – eine Quarantäne-Station selbstverständlich. Beides haben die meisten Krankenhäuser auf dem afrikanischen Kontinent nicht zu bieten.
Für mich absolut unverständlich ist die Tatsache, dass das Ebola-Virus als biologischer Kampfstoff in’s Auge gefasst wurde. So experimentierte etwa die japanische Aum-Sekte damit, was gottlob scheiterte! Positiv allerdings ist in diesem Zusammenhang, dass auch das US-Militär deshalb in die Forschungsarbeiten eingebunden ist. So haben Wissenschafter 2010 ein Medikament erfolgreich an Rhesusaffen und Makaken ausgetestet, das die Virusreplikation hemmt. Für einen Huimaneinsatz allerdings ist es noch zu früh.
Die Ebola-Verbreitungsgebiete (Äquatorialafrika) sind meist touristisch nicht erschlossen. Trotzdem ist es wichtig, vor einem Aufenthalt in Afrika genaue Erkundigungen über die Gesundheitslage der Region einzuholen. In Deutschland ist selbst der Verdacht auf eine Ebola-Erkrankung meldepflichtig. Blutuntersuchungen dürfen hierzulande nur in Labors mit der höchsten Sicherheitsstufe gemacht werden – derartige Labors gibt es in München, Hamburg und Berlin.

Links:
www.rki.de
www.hpa.org.uk
www.who.int
www.isb-sib.ch/

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Jaaaaa – Urlaub!!!

Cook it, boil it, peel it or forget it

Sommerzeit ist immer auch Reisezeit – die schönste Jahreszeit hat begonnen. Auch wenn es immer mehr werden, die es sich schlichtweg nicht mehr leisten können, zieht es sehr viele in’s Ausland. Doch: Andere Länder, andere Sitten und andere Gefahren! Denn, was bringt Ihnen der schönste Urlaub, wenn Sie ein bleibendes Andenken mit nach Hause nehmen oder mit Magen-Darm-Infektion nie aus dem Hotel gekommen sind. Gerade mit viralen oder bakteriellen Erkrankungen ist meist nicht zu spassen. Hier gilt es, einige grundsätzliche Regeln einzuhalten, damit die schönste Zeit des Jahres nicht zum Reinfall des Jahres wird.
Heute möchte ich Sie über das Hepatitis B-Virus (HBV) informieren, das es tatsächlich in sich hat. Gegen Ende des Blogs gibt’s noch eine Kurzbeschreibung der anderen, die aber ebenfalls nicht unterschätzt werden sollten, da ein solcher Krankheitsverlauf im Extremfall auch letal enden kann. 1985 wurde das B-Virus entdeckt: Ein 42 nm grosses, partiell doppelsträngiges DNA-Virus, das zur Familie der Hepadnaviridae gehört. Seither werden alle Blutkonserven auf den Virus hin getestet. Im Jahr 2013 fanden Forscher durch Vogelüberreste heraus, dass der B-Typ sehr alt sein muss. Virale Genbruchstücke verändern sich nur ganz langsam – deshalb konnten diese auch in solch prähistorischen Fundstücken nachgewiesen werden – 82 Millionen Jahre alt! In der Zeit der Dinosaurier! In den folgenden Millionen Jahren gab es dann den Wirtswechsel – von den Vögel auf die Säugetiere. Schon mal ein Hinweis, wie hartnäckig dieser Virus tatsächlich ist. Hepatitis B zählt zu den weltweit häufigsten Viruserkrankungen – bei rund 40 % der Weltbevölkerung sind Antikörper gegen das Virus zu finden (Deutschland: 5-8 %) oder sie zeigen bereits Krankheitssynptome. Übertragen durch Körperflüssigkeiten (Blut, Speichel, Ejakulat, Tränen, Vaginalsekret) greift HBV vornehmlich die Leber an. Eine solche akute Leberentzündung heilt normalerweise folgenlos aus. Sind diese HBVs jedoch länger als 6 Monate im Blut des Betroffenen zu finden, so spricht man von einer chronischen Entzündung (in Deutschland rund 500.000 Menschen), die v.a. bei Neugeborenen und immungeschwächten Personen (Chemo-Therapie oder HIV) kritisch verlaufen kann. Neben der Übertragungsmöglichkeit bei der Geburt oder über die Muttermilch geschieht die häufigste Infektion beim Geschlechtsverkehr (40-70 %), aber auch etwa beim mehrfachen Gebrauch von Nadeln (Drogenmissbrauch, unsauberen Tätowierungen) oder Piercings bzw. Rasuren und Zahnbürsten. Geographisch finden sich die häufigsten Erkrankungen in den Ländern der Dritten Welt bzw. den Schwellenländern (Afrika, Asien, Südamerika). Bei medizinischem Personal zählt Hepatitis B zu den häufigsten Berufserkrankungen.
Die Inkubationszeit erstreckt sich auf 60 bis 120 Tage. Die Symptome sind unterschiedlich. Meist beginnt die Krankheit mit typischen Grippe-Symptomen, wie Unwohlsein und Übelkeit, Appetitlosigkeit und Erbrechen, Gelenkschmerzen – zeitweise auch mit Fieber. Danach färbt sich der Urin dunkel und die Haut gelb (Gelbsucht bzw. Ikterus). Letzteres verblasst 2-4 Wochen nach dem Krankheitshöhepunkt wieder. Der Krankheitsverlauf ist jedoch von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Normalerweise wehrt sich der Körper gegen die Viren und bildet Antikörper, welche die Krankheit ausmerzen (in 90 % der Fälle). In einem schweren Verlauf jedoch kann es zu Leberversagen und somit der Vergiftung des Körpers kommen. Bei infizierten Kindern geht die akute Erkrankung meist in eine chronische über, was in weiterer Folge zu einer Leberfibrose (bindegewebige Veränderung) oder auch einer Leberzirrhose (Schrumpfleber) bzw. einem Leberzellkarzinom (Krebs) führen kann. Während all dieser Monate ist der Betroffene ein Ansteckungsherd! Bei einem solchen chronischen Verlauf empfehlen die Mediziner eine antivirale Therapie (meist eine Interferon-Therapie, die nach 48 Wochen beendet ist), wobei allerdings eine Komplett-Heilung niemals machbar sein wird, da immer virales Erbgut in der Leber bleiben wird.
Normalerweise werden Kinder zwischen dem 2. Lebensmonat und dem 18. Lebensjahr gegen Hepatitis B kostenlos geimpft. Im Erwachsenenalter gilt dies nur für medizininisches Personal, Drogenabhängige, Homosexuelle und etwa Patienten mit Vorerkrankungen bzw. Angehörigen von Erkrankten. Alle anderen müssen die Kosten selbst tragen. Ansonsten ist die Übertragung bei Verwendung eines Kondoms während des Geschlechtsverkehr, normaler Hygiene-Massnahmen und der Verwendung von eigenen Hygiene- bzw. Körperpflege-Geräten eher unwahrscheinlich. Insgesamt sind drei Impfungen zur Immunisierung notwendig. Vier bis sechs Wochen nach der ersten erfolgt die Zweite, sechs bis zwölf Monate nach dieser dann die dritte. Der Impfschutz dauert nun 10 bis 25 Jahre. Die Immunisierung gilt übrigens auch für Hepatitis D – zudem wird häufig ein Kombinationsimpfstoff gegen Hepatitis A verwendet! Die rund 50 € pro Teilimpfung
sind jedoch gut investiert. Wurde die Krankheit einmal überstanden bieten die Antikörper lebenslangen Schutz. Allerdings kann sich der Virus auch als “Schläfer” in die Leber zurückziehen und bei einer Immunschwäche erneut ausbrechen.
Neben dem Hepatitis B-Virus gibt es jedoch noch zahlreiche andere Virenstämme, die sehr gefährlich werden können:
.) Der A-Stamm
Bereits 1965 entdeckte die Wissenschaft dieses Virus. Das gefährliche an diesem A-Stamm ist, dass er sehr widerstandsfähig ist. Temperaturen und auch so manches Desinfektionsmittel ist ihm nahezu egal. Dadurch kann er zu grossen Epidemien führen.
.) Der C-Stamm
1988 wurde dieser Virus (HCV) nachgewiesen. Von ihm gibt es 6 Genotypen und 80 weitere Subtypen. In Europa am meisten verbreitet ist der Genotyp 1. Mit sog. “Proteasehemmern” bestehen gute Heilungschancen, spricht der Virus doch auf die normale Interferon-Therapie so gut wie nicht an. Jährlich infizieren sich weltweit rund 2-3 Mio Menschen mit HCV – insgesamt dürften es inzwischen 130 bis 170 Mio sein, bei welchen der Krankheitsverlauf chronisch wurde – das sind zirka 2-3 % der Weltbevölkerung (in Deutschland konnten bei 0,4 % der Einwohner Antikörper festgestellt werden). Hepatitis C gilt als “lautlose Krankheit”. Rund drei Viertel der Infizierten entwickeln einen chronischen Verlauf, der nach etwa 30 bis 50 Jahren zur Leberzirrhose oder Leberkrebs führt. Viele Infizierte bemerken die Symptome gar nicht (“hinterhältige Erkrankung – Sniper Disease”). HCV ist meldepflichtig, doch verzeichnet das dafür verantwortliche Robert-Koch-Institut Berlin einen Rückgang der Erkrankungsfälle (5.302 im Jahr 2010/4.998 im Jahr 2011)
.) Der D-Stamm
Hierbei handelt es sich um ein defektes Virus, das nur gemeinsam mit B-Viren auftritt (Simultaninfektion). Kommt es nun zu einer zusätzlichen D-Infektion, so spricht der Experte von einer “Superinfektion”, die allerdings im deutschsprachigen Raum eher selten ist. Sie tritt vornehmlich in Süd-, Südosteuropa, Südamerika und Afrika auf. HDV erhöht das Risiko für Leberzirrhose oder -krebs! Deshalb sollte es auf jeden Fall antiviral bekämpft werden.
.) Der E-Stamm
Dieser E-Virus überträgt sich nahezu ausschliesslich über Trinkwasser, das mit menschlichen Fäkalien kontaminiert ist. Betroffen davon sind vornehmlich Erwachsene in den Ländern der Dritten Welt. Diese Erkrankung dauert rund 2-3 Wochen – ein chronischer Krankheitsverlauf ist nicht bekannt. Gefährlich kann es allerdings in der Schwangerschaft werden, sind doch einige Fälle von Fehl- bzw. Totgeburten bekannt. Auch ein folgendes Leberversagen kann in 10-20 % der Fälle tödlich enden. Durch ein Abkochen des Wassers kann präventiv eine Infektion verhindert werden.

PS: Um dem vorzubeugen, dass sich wieder eine Flut von Mails über mich ergiesst – im deutschen Sprachgebrauch ist sowohl “der Virus” als auch “das Virus” gebräuchlich! Wer es genau wissen möchte, dem sei der Duden an’s Herz gelegt!

Literatur:

Medizinische Virologie. A. Erhardt/W. H. Gerlich/Wolfram H. Gerlich (Hrsg.); 2. Auflage, Georg Thieme Verlag, 2010, ISBN 3-13-113962-5

Links:

http://www.hepatitis.de

http://www.kompetenznetz-hepatitis.de/

http://www.rki.de

http://www.uni-giessen.de

http://www.gib-aids-keine-chance.de

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Neuer Killervirus unter uns?

Noch beruhigt die Weltgesundheitsorganisation WHO: Von einer Epidemie könne derzeit nicht gesprochen werden! Trotzdem warnen die Forscher und Mediziner: Über den neuen Corona-Virus sollte nicht gescherzt werden! Tatsächlich sind inzwischen 33 Menschen mit dem Virus infiziert, nicht weniger als 20 starben an der Krankheit bzw. deren Folgewirkungen. Somit wird schon jetzt vom tödlichsten Virus der Geschichte gesprochen. Die grösste Sorge bereitet den Experten, dass der Erreger vom Menschen auf andere übertragen werden kann. Zudem kommt er aus demselben Virenstamm wie das ebenfalls tödliche SARS. An dieser Lungenkrankheit verstarben in den Jahren 2002 und 2003 weltweit 775 Menschen, rund 8.000 hatten sich angesteckt. Deshalb läuten hier die Alarmglocken weltweit.
Die grösste Anhäufung an Erkrankungen gibt es derzeit nach Aussage von Keiji Fukuda, Vize-Generaldirektor der Weltgesundheitsorganisation WHO, in Saudi Arabien, aber auch in Frankreich und Deutschland wurden bereits Fälle gemeldet. Er warnt vor “engem Kontakt” mit infizierten Menschen. Die weiteren Erkrankten auf der arabischen Halbinsel nämlich sind Verwandte des Ersterkrankten bzw. Pflegepersonal. Die offizielle Bezeichung dieses Corona-Viruses lautet: “Middle East Respiratory Syndrome Corona Virus” (MERS-CoV oder auch hCoV-EMC für “humanes Coronavirus-Erasmus Medical Center”). Es zählt zur Gattung der RNA-Viren und somit zur Familie der Coronaviridae. Der Name resultiert aus dem kranzförmigen Aussehen – der Corona-Virus selbst ähnelt stark jenem Kollegen, der immer mal wieder bei Fledermäusen festgestellt wird. Diese Virenfamilie ist verantwortlich für die meisten Erkältungs- und Atemwegserkrankungen. Die Übertragung erfolgt mittels Tröpfchen-Infektion. Der erste Fall eines solch schweren, akuten Atemwegssyndroms (“respiratorisches Syndrom”) war bereits im Sommer des vergangenen Jahres gemeldet worden. Der Infizierte weist grippeähnliche Symptome auf, bei dem Fieber und Schüttelfrost sehr häufig sind, aber nicht unbedingt einhergehen müssen. Hinzu kommen zumeist ein starker Husten und Kopfschmerzen. Auch eine Lungenentzündung kann sich dazugesellen. In weiterer Folge wird die Zillenbewegung des Flimmerepithels im Respirationstrakt gelähmt. Soweit die Gemeinsamkeiten mit SARS. Im Gegensatz zum SARS-Virus verwendet der Coronavirus jedoch keinen Rezeptor. Er gebraucht sozusagen als Türöffner für die Zellen das Enzym DPP4 (Dipeptidylpeptidase 4), das oftmals an der Oberfläche der Zellen liegt, soweit die Forschungs-Resultate des Teams von Bart Haagmans vom Erasmus Medical Center in Rotterdam. Diese Erkenntnis ist enorm wichtig, kann doch nun ein Impfstoff entwickelt werden, der das Andocken des Virus an diesem Enzym verhindert. Symptomatisch für dieses Krankheitsbild jedoch ist ein rasches Nierenversagen. Die Inkubationszeit liegt bei zirka 3 Tagen. Im Labortest vermehrten sich die Viren rasend schnell. Auch schneller als ihre SARS-Kumpels. Der Coronavirus muss dann in Betracht gezogen werden, wenn die Symptome auf eine Erkrankung der unteren Atemwege schliessen lassen und die Differentialdiagnose keine Hinweise auf eine bakteriologische Erkrankung oder beispielsweise auch Legionellen erkennen lässt. Kommt ein kürzlich absolvierter Aufenthalt im Nahen oder Mittleren Osten hinzu, sollte der Erkrankte sofort isoliert werden. Bei mehreren Erkrankten empfiehlt das Robert-Koch-Institut die Kohorten-Isolation.
Neben der Mensch-zu-Mensch-Übertragung – 3 der Familienmitglieder des Viruses (“Serotypen”) sind für den Menschen übertragbar – kann auch eine Tier-zu-Mensch-Übertragung als Ursache für den Erkrankungscluster genannt werden. So soll etwa einer der Patienten durch ein Renn-Kamel angesteckt worden sein. Für ersteres gibt es jedoch lt. Robert-Koch-Institut noch keinen wirklich ausreichenden Nachweis. Dort erfolgt durch den labordiagnostischen Test der “Komplementbindungsreaktion” (RT-PCR) der Nachweis des Virus bei Proben aus Deutschland. So ergab etwa die Untersuchung jener Fälle, die in Essen und München behandelt wurden, keinen wirklichen Verdachtsmoment auf eine menschliche Ansteckung. Lediglich bekannt ist, dass sich die beiden in Katar bzw. den Vereinigten Arabischen Emiraten infiziert haben. Während der Mann in Essen geheilt werden konnte, verstarb jener in München, der jedoch an einer schweren Vorerkrankung litt, so die Aussage des Chefarztes der Abteilung für Infektiologie am Klinikum München-Schwabing, Clemens Wendtner. Dabei war der Patient der Ruhrlandklinik bereits seit 19 Tagen erkrankt, seine Lunge schwer geschädigt, sodass sie immer wieder versagte. Die Klinik wusste zudem nicht, dass sie es mit dem gefährlichen Corona-Virus zu tun hatte. Die Ergebnisse eines Tests, der parallel zu seiner Verbringung in London veranlasst wurde, gingen erst ein, als der Mann aufgrund des positiven Krankheitsverlaufes in eine Reha-Klinik gebracht werden konnte. Untersuchungen am medizinischen Personal ergaben gottlob keine Ansteckung. Etwas anders gelagert hingegen ist die Situation in Frankreich. Ein Zweiter hatte sich bei der Behandlung eines in Dubai infizierten Mannes im Krankenhaus im nordfranzösischen Valenciennes angesteckt. Beide teilten sich vor der Diagnose und anschliessenden Isolation offenbar ein Zimmer. Auch ein Arzt und eine Krankenschwester sollen sich angesteckt haben. Bis allerdings der Krankheitsverlauf geklärt ist, gelten in den Krankenhäusern die Sicherheitsbestimmungen für SARS-Fälle.

http://www.medizin.uni-tuebingen.de/uktmedia/EINRICHTUNGEN/Institute/Institut+fuer+Medizinische+Mikrobiologie+und+Hygiene/PDF_Archiv/Online+Kurse/TechnischeHygiene-EGOTEC-42clan0jb5pskqmtu0p2q63er2f9m4qr.pdf

Gemeinsam mit den Wissenschaftlern des Robert-Koch-Institutes arbeitet auch das Institut für Virologie an der Universität Bonn an einer Bekämpfung des Viruses.
Jene Massnahmen, sich gegen eine etwaige Infektion zu schützen, sind eigentlich dieselben wie bei der normalen Influenza im Winter: Meiden Sie Menschenansammlungen, waschen Sie sich häufiger die Hände und halten Sie einen Sicherheitsabstand ein. Hinzu kommt nun neu: Meiden Sie Risikoländer, wie jene im Nahen oder Mittleren Osten.

http://www.rki.de/DE/Content/Infekt/Krankenhaushygiene/ThemenAZ/I/Info_IfSG.html

Die Erreger umgehen offenbar ebenso einfach wie schnell die Immunabwehr der Atemwegsorgane, wie eigentlich alle ihre Kollegen aus dem Erkältungssektor. Dies entdeckten die Forscher am Kantonsspital St. Gallen. Sie denken, dass den Erkrankten womöglich mit einer Immuntherapie geholfen werden könne. Die Abwehrzellen des Körpers hatten nämlich bei Infizierung von Zellen im Labor gar nicht reagiert. Der Experte spricht hierbei von einer “guten Anpassung an den Menschen”. In der Therapie gegen SARS bzw. Hepatitis C erbrachte die Verabreichung von Interferonen den grössten Erfolg. Auch im Rahmen der entsprechenden Untersuchung in St. Gallen wurden erste Fortschritte gemeldet. Beide Krankheitsfälle in Deutschland sind zur weiteren Behandlung aus dem Ausland verbracht worden. Die meisten Erkrankungen werden von der Arabischen Halbinsel und Jordanien gemeldet. Besucher sollten v.a. die südostliche Region Al-Ahsa in Saudi Arabien meiden. Die grosse Unbekannte aber bleibt der Haddsch – die islamische Pilgerfahrt nach Mekka. Auch wenn Mekka im südwestlichen Teil der arabischen Halbinsel liegt, so sind doch Millionen Menschen unterwegs und auf engstem Raum beisammen. Dies könnte zu einer rasenden Ausbreitung des Corona-Viruses führen.

PS: Um auszuschliessen, dass ich wieder viele erboste Mails von Lesern bekomme, die um meine Rechtschreibung besorgt sind – die neue, neue, neue deutsche Rechtschreibung macht’s möglich! Der Duden schreibt folgendes: “Offenbar ist bei einem Virus das Geschlecht ebenso wandelbar wie seine Oberflächenstruktur!” In der Bildungssprache lautet der Fachbegriff “das Virus”. Im normalen Sprachgebrauch hingegen wird aus dieser bildungssprachlichen Entlehnung immer mehr “der Virus”. Da Unsereiner wandelbar ist, habe ich beide Versionen verwendet!

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